Tierbilder von Wilhelm Kuhnert

Der eine oder andere meiner Leser hat vor Weihnachten vielleicht ein paar Tage Urlaub – so wie ich selber im Augenblick auch. Jetzt ist ja die ideale Zeit für Städtereisen, die sich gut mit Weihnachtseinkäufen oder dem Besuch von Weihnachtsmärkten verbinden lassen. Oder mit Museumsbesuchen. Wenn es dann noch einen Zusammenhang gibt zwischen einem Museum und dem Thema Tiere, dann nichts wie hin! So etwas gibt es derzeit in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main, wo eine Retrospektive des Künstlers Wilhelm Kuhnert zu sehen ist. Die Schau mit 120 Werken heißt „Der König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“ (Foto: epd).

Als einer der ersten europäischen Künstler hat Wilhelm Kuhnert (1865-1926) Expeditionen nach Afrika unternommen, und das gleich vier Mal. Er hat dort Tiere wie zum Beispiel Löwen, Elefanten und Kaffernbüffel in ihrem Lebensraum eingehend studiert und sich Notizen über ihre Verhaltensweisen gemacht. Seine Bilder sind sogar in Naturkundebüchern – etwa in „Brehms Tierleben“ – zu finden; sie zierten auch Schokoladeverpackungen oder Wände von öffentlichen Gebäuden. Trotzdem ist dieser Künstler weitgehend unbekannt – höchste Zeit also, sein Werk kennenzulernen!

Kuhnerts Bilder sind außerdem vor dem Hintergrund der Kolonialgeschichte interessant. Sein Werk hat in Deutschland oder auch den USA die Vorstellung von Afrika als Land mit wilder Natur und ohne menschliche Kultur geprägt. Auf seinen Gemälden sind Inszenierungen wilder Tiere zu sehen. Zu Lebzeiten Kuhnerts galten Darstellungen von Löwen oder Elefanten als Sinnbild der Stärke, Herrschaft und Überlegenheit. Sie waren auch Ausdruck von Sehnsucht nach wilder Freiheit.

Die Ausstellung dauert bis zum 27. Januar 2019. Wer also vor Weihnachten keine Gelegenheit hat, nach Frankfurt zu fahren und sie anzuschauen, dem bleibt nach den Feiertagen noch ausreichend Zeit dazu.

PETA hat wieder mal zugeschlagen!

Zwei Wochen war ich im Urlaub, beim Langlaufen in Ramsau am Dachstein. Der eine oder andere wird sich schon gewundert haben, warum nicht so häufig wie sonst neue Beiträge in meinem Blog erschienen sind.

Im Urlaub hat mich eine Überschrift der online-Ausgabe unserer Zeitung kurz aufgeschreckt: „Im Tiergarten Nürnberg mussten 60 Tiere getötet werden“. Oh Gott, dachte ich, was ist denn da passiert, gerade jetzt, wo ich nicht da bin? Der folgende Text erwies sich allerdings als wesentlich harmloser. Es handelte sich lediglich um einen Vortrag, den Zoodirektor Dag Encke gehalten hatte. Darin ging es um den Artenschutz, der manchmal nur durch die Tötung von Tieren zu gewährleisten sei. Das Populationsmanagement könne sich für einen Zoo manchmal als problematisch erweisen. PavianjungesIn Nürnberg gibt es zum Beispiel derzeit elf überzählige Paviane, die im zoo-eigenen Gut Mittelbüg untergebracht sind. Man hofft, sie an einen chinesischen Zoo vermitteln zu können, der die europäischen Anforderungen an die Haltung erfüllt. Der erste Vermittlungsversuch schlug allerdings fehl.

Heute, an meinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, hat sich die Tierrechtsorganisation PETA zu dem Thema gemeldet und – wer PETA kennt, wird sich darüber kaum noch wundern – wieder mal eine Anzeige gegen den Tiergartendirektor erstattet. Grund: Das Töten gesunder „Überschusstiere“ im Rahmen des Populationsmanagements eines Zoos stelle „keinen vernünftigen Grund nach § 17 des Tierschutzgesetzes“ dar. Schon im Mai 2015 hatte PETA gegen Encke Anzeige erstattet, ebenfalls „wegen der Tötung eines gesunden Pavians ohne vernünftigen Grund“. Jetzt geht die Organsisation noch weiter und fordert, dass der Zoochef sofort entlassen wird, weil er „offenbar unbesonnen weiter strafrechtlich relevant Tiere tötet“, so PETA.

PETA hat den Tiergarten Nürnberg seit Jahren auf dem Kieker, hauptsächlich wegen der Eisbären- und Delfinhaltung und des vermeintlichen „Bauskandals um die Delfinlagune“. Die bisherigen Anzeigen der Tierschutzaktivisten gegen die Tiergartenleitung hatten keinen Erfolg – haben aber den Verantwortlichen im Zoo schon unendlich viel Zeit gestohlen, die sie für wichtigere Arbeit hätten verwenden können.

Keine Tiere aus dem Urlaub mitbringen!

Urlaubszeit – das ist auch die Zeit, in der jedes Jahr viele Menschen plötzlich ihre Tierliebe entdecken. Besonders in südlichen Ländern, wo Urlaubern Hunderte von Straßenhunden und streunenden Katzen über den Weg laufen. Aus Mitleid mit den Tieren würden sie sie am liebsten mit nach Hause nehmen. Doch das ist Tierliebe am falschen Ort. Tierschutzorganisationen raten, diesen Tieren lieber dort zu helfen, wo sie leben. Beispielsweise, indem sie mit einem geschwächten oder kranken Tier zum Tierarzt gehen oder Futter an Plätzen hinstellen, wo Einheimische Tiere füttern.

Wer unbedingt ein Tier aus dem Ausland mit nach Hause nehmen will, muss mit einigen Problemen rechnen. Aus EU-Mitgliedsstaaten benötigt man für die Einreise nach Deutschland einen gültigen EU-Heimtierpass. Voraussetzung ist eine Tollwutimpfung und ein Mikrochip. Dabei sind auch bestimmte Fristen zu berücksichtigen. Bei der Einreise aus nicht-europäischen Ländern gelten noch strengere Auflagen. Wer die nicht einhält, muss das Tier, dem er eigentlich etwas Gutes tun wollte, womöglich am Flughafen in Quarantäne zurücklassen, und zwar drei Monate lang. Für die Tiere ist das die reinste Qual, und für den, der sie mitgebracht hat, eine teure Angelegenheit, denn er muss für die Unterbringung aufkommen.

Man sollte es sich also lieber zweimal überlegen, bevor man solche Tiere mitnimmt. Schließlich gibt es zu Hause auch jede Menge Tiere, die Hilfe brauchen: Die Tierheime sind voll davon, und deren Mitarbeiter sind dankbar, wenn sie so viele ihrer Bewohner wie möglich an ein Herrchen oder Frauchen vermitteln können.

Sie redete mit dem Vieh…

Die Greuther-Weiber – so heißt das Blog über die SpVgg Greuther Fürth aus weiblicher Sicht, in dem ich auch mitschreibe – waren in Italien im Urlaub. Am und im Lago di Bolsena gibt es natürlich nicht nur Fußballfans, sondern auch eine interessante Fauna und Flora. Wenn man ein Stück auf den See hinausschwimmt, kommt man zum Beispiel an eine Stelle, an der sehr schöne Wasserpflanzen vom Grund des vulkanischen Sees nach oben an die Wasseroberfläche wachsen. Keine ekligen Algen, sondern Pflanzen mit Stengeln und  Blättern, die dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht des sehr sauberen Gewässers zu bewahren. Da ich kein Pflanzenexperte bin, weiß ich leider nicht, um welche Gewächse es sich handelt.

Weiter draußen auf dem See habe ich bei einer meiner morgentlichen Schwimmtouren einen der ausschließlich im Bolsena-See lebenden Fische „getroffen“. Da ich zugegebenermaßen kein Fisch-Fachmann bin (wie Max Fischer, einer der Kommentar-Schreiber in meinem Blog, auch schon festgestellt hat), kann ich nicht sagen, was für ein Exemplar es war – Coregone, Tinca oder Ghiozzo. Jedenfalls sprang er in nur ganz geringem Abstand zu mir ein paarmal aus dem Wasser, drehte sich in der Luft um die eigene Achse und ließ sich dann wieder ins Wasser gleiten. Ein Aal, der auch im See vorkommt, war es jedenfalls nicht, das habe sogar ich als Laie erkannt.

Eines Nachmittags hatte ich auf dem See eine tierische Begegnung, die ich nicht so schnell vergessen werde. Gerade noch hatte ich zum wiederholten Mal das Stadtbild des  mittelalterlichen Ortes Bolsena bewundert, der in flirrender Nachmittagshitze am anderen Ufer zu erkennen war. Gar nicht so leicht, sich davon loszureißen! Als ich trotzdem beschlossen hatte, zurückzuschwimmen und umdrehte, glaubte ich zunächst, eine Fata Morgana vor mir zu sehen: Mitten auf dem Wasser lag ein brauner Jagdhund auf einem Surfbrett und schaute mir in die Augen. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, dass auch sein Herrchen auf dem Brett saß und mit seinem Hund über den See paddelte – fast lautlos, weshalb ich die Beiden vorher nicht gehört hatte.

Leider gibt es von diesen Erlebnissen keine Fotos – von einem anderen am Seeufer dagegen schon. Ein Schwanenpaar hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Nachmittag fast zur selben Zeit und an derselben Stelle seinen Ausflug zu unterbrechen, eine kleine Pause am Strand einzulegen und sich zu putzen – immer nur wenige Meter von dem Platz entfernt, wo die Liege mit dem Greuther-Weiber-Handtuch stand. Vielleicht wollten sich die Zwei den Kleeblatt-Fans an schließen? Ich habe versucht, mit ihnen schon mal Kontakt in dieser Richtung aufzunehmen (siehe Foto oben, das leider an einem gewittrigen Tag entstand). Die Farbe des Schwanen-Federkleides passt ja grundsätzlich schon mal gut, ein grünes Accesoire sollte sich noch finden lassen. – In Anlehnung an Konrad Lorenz – und da wäre ich dann thematisch wieder bei meinem Tier-Blog – könnte man das Foto auch „Konrad Lorenz 2.0“ nennen, meint einer meiner Blogger-Kollegen. Stimmt, ausnahmsweise muss ich ihm (fast) Recht geben.

Die Reise kann beginnen!

Der große Regen ist vorüber, die Sonne hat ihren Platz am Himmel zurückerobert, es ist Wochenende, und im Land macht sich langsam aber sicher Ferienstimmung breit. Endlich, endlich beginnt ein Sommer, der seinen Namen auch verdient hat. Mit ihm kommt aber auch das Fernweh.

Einige Tierhalter dürften die Reiselust allerdings eher gedämpft verspüren. Denn wenn sie ihre Schützlinge in den Urlaub mitnehmen wollen, müssen sie womöglich schon Wochen vorher mit den Vorbereitungen beginnen: Bei Reisen ins Ausland werden vor allem für Hunde und Katzen Impfnachweise verlangt. Man verplempert dafür viel wertvolle Zeit (und Geld!) in Veterinärpraxen.

Die Impfvorschriften wurden jetzt durch eine Neuregelung gelockert, und zwar für Hunde und Katzen, die ihren Urlaub mit Herrchen und Frauchen innerhalb der EU-Grenzen verbringen. In diesem Bereich wurde das Reisen mit Haustieren erleichtert; das Europaparlament hat eine entsprechende Verordnung erlassen. Jetzt gilt folgendes: Sind Rex und Mikesch gechippt und besitzen sie den europaweit einheitlichen Tierausweis, so brauchen sie keine Tollwutimpfung mehr, wenn die Reise innerhalb von Gebieten stattfindet, die als tollwutfrei gelten.

Und worauf ist diese Erleichterung zurückzuführen? – Man glaubt es kaum: Auf die Einsicht von Beamten, die den Amtsschimmel endlich mal ein wenig leiser wiehern lassen wollen. Außerdem begründet man die Verordnung mit spürbaren Erfolgen bei der Tollwutbekämpfung in Europa. In einigen EU-Staaten schafft man sogar lange Quarantäne-Aufenthalte für Haustiere ab, zum Beispiel in Großbritannien. Menschen dürfen ihre Tiere außerdem für Sportveranstaltungen, Wettbewerbe oder Ausstellungen ins Ausland bringen, ohne gleich verdächtigt zu werden, Tierhändler zu sein. Das gilt jedoch nicht für Welpen unter sechs Monaten. Sonst würde man wohl den – leider expandierenden – illegalen Handel mit Hundewelpen oder anderen Tierbabys noch fördern.

Um die Neuregelung tierisch zu würdigen, rufe ich in Richtung Straßburg: Gut gebrüllt, Löwe!!

Urlaubstipp: Zoo Rostock

Auch wenn dieser Sommer seinen Namen nicht verdient: Wir haben Sommerferien in Bayern. Sollte der eine oder andere meiner Leser vorhaben, im Urlaub an die Ostsee zu fahren, dann hätte ich einen guten Tipp für einen Schlechtwetter-Tag – und davon haben die meisten Feriengäste dort oben zur Zeit ja jede Menge.

Also: Der Besuch des Rostocker Zoos ist auf  jeden Fall lohnenswert. Ich war vor ein paar Wochen selbst dort und kann die Einrichtung nur jedem ans Herz legen. In dem Zoologischen Garten leben rund 1700 Tiere aus 250 Arten. Von einem „Garten“ kann man beim Rostocker Zoo übrigens mit Fug und Recht sprechen – er ist nämlich auch unter botanischen Gesichtspunkten äußerst reizvoll. So gibt es dort zum Beispiel einen Riesen-Mammut-Baum, eine altehrwürdige Eichenallee, und in der Zoo-Gärtnerei werden über 170 Dahliensorten gezüchtet; die dürften ja zurzeit alle blühen.  Viele Pflanzen auf dem Zoogelände sind auch mit Namensschildern versehen.

Aber natürlich besucht man einen Zoo nicht wegen besonders schöner Pflanzen, sondern in erster Linie wegen der Tiere. Wenn ich anderswo in einem Zoo bin, erkundige ich mich immer, ob es dort Tiere gibt, die aus dem Nürnberger Tiergarten stammen. Das ist in Rostock im Augenblick nicht der Fall. Zwar war die letzte Nürnberger Elefantendame Yvonne im Sommer 2008 nach Rostock gezogen, sie musste aber im Frühjahr 2009 eingeschläfert werden, wie hier berichtet. Yvonne lebte in ihrer kurzen Rostocker Zeit mit der Afrikanischen Elefantin Sara zusammen, die man im Zoo noch besuchen kann: trotz ihres hohen Alters ein, wie ich finde, majestätisches Tier, das mich durch seine Größe und Haltung sehr beeindruckt hat. Sara, die nach dem Tod von Yvonne ihr Dasein leider ohne Artgenossen fristen muss, wurde übrigens mit Afrikanischen Ziegen vergesellschaftet; beiden Tierarten scheint das zu gefallen.

Im Rostocker Zoo lebt außerdem Vienna. Die Eisbärin ist die Mutter von Vilma, die – alle Nürnberger Tiergarten-Fans werden sich wohl erinnern – eine Zeitlang im Nürnberger Tiergarten lebte. Im Dezember 2007 hatte Vilma zwei Babys geboren, die fast gleichzeitig mit Flocke zur Welt kamen. Vilma hatte die beiden Jungen jedoch nach ein paar Wochen verloren.

Während die Eisbären-Anlage auf der „Bärenburg“  in Rostock leider völlig veraltet ist, gibt es in dem Zoo eine ganze Reihe anderer, äußerst attraktiv gestalteter Tiergehege und -häuser. So kann man durch eine Glasscheibe in einer künstlichen Höhle die Erdmännchen von ganz nahe beobachten (leider ist das Foto wegen des Regens an meinem Zootag in Rostock nicht besser gelungen). Auch für die Schneeleoparden hat man eine riesige Anlage eingerichtet, in die man vom Inneren eines Felsens durch einige Gucklöcher besonders beeindruckende Einblicke hat. Weitere Attraktionen sind das Südamerika-Haus, die Krokodil-Halle, die Eulen-Scheune und der Regenwald-Pavillon. Auf keinen Fall verpassen sollte man die Fütterung der Fischotter, die gemeinsam mit Waschbären in einem Gehege leben. Die meisten Waschbären sieht man erst, wenn sie zur Fütterung von den Bäumen herunterkommen, wo sie sich sonst meistens gut verstecken.

Der Rostocker Zoo ist außerdem eine sehr familienfreundliche Einrichtung, die eine Menge für Kinder jeden Alters bietet: Wasserspiele entlang eines eigenen Wasserweges, Erfahrungs- und Experimentierstationen, Abenteuerspielplatz und Streichelzoo. Besonders interessant für Kinder finde ich das Verwandlungs-Haus, in dem man z. B. den Weg vom Ei zum Küken oder von der Raupe über die Puppe zum Schmetterling verfolgen kann. Auch der „Magische Tierpfad“ mit geheimnisvollen Wissensbüchern dürfte allen Kindern Spaß machen.

Nicht mehr zeitgemäß ist in Rostock außer der „Bärenburg“ auch die Anlage für Menschenaffen. Das hat aber einen besonderen Grund: Im nächsten Jahr eröffnet der Zoo Rostock das Darwineum, in dem er das „Abenteuer Evolution“ für die Zoobesucher nacherlebbar machen will. Bis dahin müssen sich die Primaten noch gedulden, dann bekommen sie eine echtes Luxus-Gehege.

Noch ein letzter Tipp für den Zoobesuch in der Hansestadt: Es gibt mehrere Eingänge in den Zoo. Ich empfehle den Eingang Trotzenburg (auch erreichbar mit den Straßenbahn-Zoolinien 3 und 6): Man gelangt dort zunächst in den alten Teil des Zoos, der auf einem ehemaligen Parkgelände eingerichtet wurde, und gelangt denn beim Rundgang durch einen Tunnel, der unter einer Straße hindurchführt, in den neuen Teil des Zoos. – Weitere Infos zum Zoo Rostock sind hier zu finden.

 

 

 

Tierschutz im Australien-Urlaub

Heute mal ein ganz besonderer Tipp für Leute, die nach Australien reisen. Die meisten möchten dort ja unter anderem Tiere beobachten. Wer sich auch für das Überleben bedrohter Tiere einsetzen will, für den gibt es als Tourist verschiedene Möglichkeiten. Mehrere Naturschutzprojekte im Südosten Australiens interessieren sich für Urlauber als Gasthelfer. In den meisten Fällen muss man allerdings davon ausgehen, dass man für Unterkunft und Verpflegung selbst aufkommen muss.

Hier ein paar Beispiele: In den Phillip Island Nature Parks – etwa eineinhalb Stunden von Melbourne entfernt – finden ab Juli dreitägige Freiwilligen-Programme für Zwergpinguine statt. Tagsüber geht es hauptsächlich darum, Bäume und Sträucher zu pflanzen. Dafür wird man abends oder nachts belohnt, wenn man bei der Pinguinparade zuschauen kann. – Nähere Infos findet man hier.

Wer Koalas helfen will, hat dazu ab September Gelegenheit im Süden von Victoria, im Cape Otway Centre. Dort geht es während eines drei- bis sechstägigen Einsatzes vor allem um den Schutz von Eukalyptusbäumen, in und von denen die Koalas leben. Außerdem kann man sich in der Einrichtung für die vom Aussterben bedrohten Riesenbeutelmarder engagieren. – Infos hier.

Ebenfalls in Victoria ist die Organisation „Conservation Volunteers“ aktiv. Für sie kann man ökologische Freiwilligenarbeit leisten. Die Helfer kommen zum Beispiel im Grampians-Gebirge zum Einsatz, wo sie sich um den Schutz des Tasmanischen Langnasenbeutlers verdient machen können. Freiwillige können sich für drei oder sechs Tage melden. – Infos hier.

 

Wenn Hund und Katz verreisen

Tierbesitzer, die demnächst in den Urlaub fahren und ihren Hund oder ihre Katze mitnehmen möchten, müssen eine neue Regelung beachten: Ab dem 3. Juli müssen Katzen und Hunde bei Reisen in EU-Länder gechippt sein. Dann endet auch die Übergangsregelung, nach der eine Tätowierung als Kennzeichnung für die Tiere ausreichte.

Innerhalb der EU – mit Ausnahme von Großbritannien, Irland, Schweden und Malta – gelten seit 2004 einheitliche Vorschriften für das Mitnehmen von Haustieren auf Reisen. Reist man von Deutschland in ein anderes EU-Land, braucht man für Katze und Hund eine gültige Tollwut-Impfung, die Identifizierung mit einem Mikrochip und einen Heimtierausweis, in dem vom Tierarzt Impfung und Kennzeichnung des Tieres bestätigt sein müssen. Statt des Chips war übergangsweise auch eine Tätowierung zulässig; diese Frist läuft nun aus.

Der Deutsche Tierschutzbund rät Tierhaltern außerdem, ihre Hunde und Katzen vor der Reise zusätzlich beim Deutschen Haustierregister registrieren zu lassen, um das Tier wiederfinden zu können, wenn es verloren geht; die Registrierung ist kostenlos. Das Deutsche Haustierregister gibt Meldungen über vermisste oder gefundene Tiere an 700 angeschlossene Tierschutzvereine und über 500 Tierheime weiter, außerdem auch an andere deutsche und europäische Tierregister. Durch diese Vernetzung erhöhen sich die Chancen, ein vermisstes Tier wiederzubekommen.

Der Deutsche Tierschutzbund hat hier Tipps zum Reisen mit Haustieren zusammengestellt.

 

 

 

Stand da Flocke Modell?

Tja, der schönste Urlaub geht mal zu Ende. So auch meiner. Im Médoc war es einfach toll: Nicht nur der Rotwein, auch das Essen war ein Genuss, außerdem natürlich der Atlantik mit seinen herrlich langen und sauberen Sandstränden an der Côte d´Argent und die riesigen Pinienwälder dahinter, durch die wunderbare Fahrradwege führen.

Danke für die Anregung von „Dumba“ und „HeidiH“ zu meinem Abschieds-Beitrag vor dem Urlaub, einen Umweg zu machen und mal bei Flocke im „Marineland“ in Antibes vorbeizuschauen. Das wären allerdings Hunderte von Kilometern Umweg gewesen, vom äußersten Westen Frankreichs an die Côte d´Azur im Südosten. So weit geht meine Tierliebe denn doch nicht. (Und umwelttechnisch gesehen, wäre das ja auch höchst verwerflich!)

BlayeSo ein weiter Weg war auch gar nicht nötig: Bei einem meiner Ausflüge in die kleinen Dörfer und Städte des Médoc bin ich in Blaye eisbärenmäßig voll auf meine Kosten gekommen – nicht etwa in einem Zoo, sondern in einer Kunstausstellung, die auf der berühmten historischen Festungsanlage von Blaye noch bis zum 8. August zu sehen ist. Was – ist Flocke in so kurzer Zeit schon so bekannt geworden in ihrer neuen Heimat, dass sie bereits Künstlern Modell steht?,  dachte ich mir. Das Gemälde von Thierry Bisch fand ich jedenfalls sehr gelungen, und so habe ich mich eben damit ablichten lassen. Zugegeben, kein richtiger Ersatz für Flocke – aber immerhin!

Ich bin dann mal im Médoc

Wenn ich in den letzten Jahren in den Urlaub gefahren bin, habe ich mich meist bei Flocke, unserer berühmten Nürnberger Eisbärin, „abgemeldet“ – schließlich hatte ich sie seit ihrer Geburt im Nürnberger Tiergarten journalistisch begleitet, und man sorgt sich ja um so ein Tier, wenn man für einige Zeit weg ist. Jetzt ist Flocke weg, in Südfrankreich. Also melde ich mich bei meinen Lesern ab und kündige schon mal an, dass mein Kollege Marco Puschner ab und zu einen Beitrag für mein Blog schreiben wird – wenn er denn dazukommt: Er hat nämlich in der Lokalredaktion der NZ sozusagen die Fußball-WM am Hals. Je weiter die deutsche Nationalmannschaft kommt, umso mehr Arbeit hat Marco.

Also habe ich selbst schon ein bisschen vorgesorgt und einige Beiträge „auf Vorrat“ geschrieben, die dann nach und nach veröffentlicht werden. Denn ich will mir meine Leser ja nicht vergraulen, sondern bei der Stange halten.

Buch 001Zum Abschied habe ich mir auch noch etwas überlegt: Ich habe wieder mal einen Buchtipp für Tierfreunde. „Kamasutra kopfüber“ heißt der Band von Tobias Niemann, erschienen ist er bei C.H. Beck. Keine Sorge, „Achtung, Wolf!“ mutiert jetzt nicht zum Erotik-Blog, das überlasse ich weiterhin anderen Autoren. Alles, was bei mir erscheint, hat etwas mit Tieren zu tun – wie auch dieses Buch.

Es geht darin um „Die 77 originellsten Formen der Fortpflanzung“ im Tierreich, die der Diplombiologe Tobias Niemann zusammengestellt hat. Unheimlich witzig geschrieben, mit Zeichnungen des bekannten Illustrators Günter Mattei garniert, bietet die Lektüre jede Menge Spaß und gleichzeitig interessante Informationen über ein Kapitel der Biologie, das den meisten unbekannt sein dürfte. Oder haben Sie schon mal was von „Ganzkörperoralverkehr“ gehört, von weiblichen Tieren, die zwei Vaginae besitzen, oder von männlichen Tieren mit einem zweizipfeligen Penis? Auch die Jungfernzeugung ist im Tierreich – im Gegensatz zur Bibel – wissenschaftlich nachweisbar.

Mehr will ich nicht verraten. Wer mehr über solche beinahe unglaublichen Dinge wissen will, muss das Buch selber lesen.

So, und jetzt fahre ich in die Ferien. Nach Südwestfrankreich geht es diesmal. Nicht an die Côte d´Azur zu Flocke, sondern ins Médoc, eines der berühmtesten Rotwein-Gebiete der Welt. Au revoir!