Culinartheater: „Ganz nach Wolfs Gusto“

Der Nürnberger Tiergarten ist nicht nur einer der schönsten Landschaftszoos, er gehört auch zu den Zoologischen Gärten mit einer richtig guten Gaststätte. Die „Waldschänke“ oben auf dem Schmausenbuck bietet qualitätvolle, teils fränkische, teils mediterran angehauchte Küche – weit mehr als übliche Zoo-Restaurant-Kost und natürlich alles „Bio“. Peter Noventa und seine Frau betreiben das urgemütliche, fränkische Fachwerk-Wirtshaus seit vielen Jahren. Peter Noventa ist aber mehr als ein hervorragender Gastronom, Wein- und Bierkenner. Der Nürnberger mit italienischen Wurzeln kennt sich außerdem bestens in der Kulturszene aus. Und er hat eine geniale Möglichkeit gefunden, Ess- und Trinkgenuss mit Kultur zu verbinden: Seit mittlerweile 22 Jahren macht er – immer an Freitag- oder Samstagabenden – sozusagen Theater ums Essen. Das nennt sich dann „Culinartheater“ (Foto: KH), bei dem Peter Noventa zeigt, dass er als Koch noch wesentlich mehr drauf hat als das, was er während des normalen Tiergartenbetriebs auf den Tisch bringt.

Die neueste Inszenierung, „Charme der Tiere“, ist ein äußerst amüsantes, schwungvolles Stück mit Musical-Charakter, das vor Kurzem Premiere feierte. Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese Musikkomödie mitzuerleben (Foto: KH). Erstmals war auch Noventas Tochter – gelernte Kostümbildnerin – in eine Culinartheater-Aufführung involviert: Originell und ungewöhnlich, was sie da aus dem Hut gezaubert hat. Und während im Stück ein Gag den nächsten jagte, folgte im Menue ein umwerfendes Gericht dem anderen. Einer der beiden Hauptgänge scheint direkt für mich kreiert worden zu sein: „Ganz nach Wolfs Gusto“ entpuppte sich als ein Rippenstück vom Biorind; dazu kam unter anderem „Polenta al Tartufo“ auf den Teller. Mehr möchte ich über die raffinierte Speisenfolge nicht nicht verraten. Schließlich soll es für alle, die demnächst das Culinartheater besuchen wollen, noch die eine oder andere Überraschung geben (ich sage nur: Dessert-Buffet!).

Das irrwitzige Stück um ein verwöhntes Bioschwein, eine übereifrige Legehenne, einen obskuren Tierflüsterer und eine allzu menschliche Honigbiene – hinter oder besser: in der übrigens ein urkomischer Abschluss-Knüller steckt, –  wird am kommenden Samstag wieder aufgeführt, danach am 30. November, 7. und 15. Dezember. Genauere Informationen, auch über andere Stücke im Spielplan des Culinartheaters, gibt es hier.

Kürbissafari im Tiergarten

Heute mal wieder ein Veranstaltungstipp von mir. Der 31. Oktober und damit Halloween naht unaufhaltsam. Aus diesem Anlass bieten ja auch immer mehr Zoos spezielle Veranstaltungen an. Im Nürnberger Tiergarten gibt es aber keine Grusel-Party, sondern eine Kürbissafari. Sie steht unter dem Motto: „Such und schätz!“ Und das funktioniert so: Erst muss man im Tiergarten eine Kürbis-Pyramide finden, dann die Zahl der aufgetürmten Kürbisse schätzen.

Wer richtig liegt, nimmt an einer Verlosung teil. Es gibt Preise wie zum Beispiel Eintrittskarten in den Tiergarten zu gewinnen, auch Lebkuchendosen in Form einer Litfaßsäule und Lupenkarten werden verlost. – Das Foto entstand im Herbst vergangenen Jahres: Panzernashorndame Sofie lässt sich Kürbisse schmecken, die nach dem letztjährigen Kürbisfest an die Zootiere verfüttert wurden (Foto: Tiergarten Nürnberg).

Was summt und pikst denn da?

Ich habe sie als Kind geliebt, die Bücher, in denen ein Tier Hauptfigur war, wie etwa „Kater Mikesch“ von Josef Lada oder „Biene Maja“ von Waldemar Bonsel. Erstaunlicherweise haben es ja nicht nur die klassischen Kuscheltiere in die Kinder- und Jugendliteratur geschafft, sondern gerade auch Insekten, Käfer und Spinnen. Genau die stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung der Internationalen Jugendbibliothek in München, die ich meinen Lesern ans Herz legen möchte. Noch sind ja die Weihnachtsferien nicht zu Ende, so dass der eine oder andere vielleicht sowieso einen Abstecher dorthin macht. Die Schau mit dem Titel „Summende Staatenbauer und pikende Plagegeister“ läuft aber bis Oktober – es bleibt also noch jede Menge Zeit dafür.

Die Ausstellung dreht sich um Bienen und Fliegen, Käfer, Ameisen, Spinnen und Zecken in Kinder- und Jugendbüchern sowie in Sachbüchern. Das beginnt zum Beispiel bei den Maikäfern in Wilhelm Buschs „Max und Moritz“, geht über den „Maikäfer“, der im Kinderlied fliegen soll, bis zum Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle (Foto: dpa) oder „Spyflugan Astrid“ von Maria Jönsson, dem schwedischen Bilderbuchpendantzu „Biene Maja“ oder den Roman „Käferkumpel“ von M.G Leonard.

In der Jahresausstellung wird außerdem krabbelndes Getier aus der Nonsensdichtung vorgestellt. Der Besucher kann täuschend echt aussehende Sachbuchillustrationen anschauen, und es geht um die Frage, wie Sechs- und Achtfüßler aufgrund ihrer Verhaltensweisen und Eigenschaften in der Fabel oder im modernen Kinderroman als Beispiel oder Symbol verwendet werden.

Weitere Infos zur Ausstellung in München (Öffnungszeiten etc.) findet Ihr hier.

Der Tiergarten feiert den Herbst

Da staunt selbst das Graue Riesenkänguru: Schon wieder gibt es eine Veranstaltung im Tiergarten Nürnberg anzukündigen. Diesmal ist es das Herbstfest, das der Zoo am Sonntag, 1. Oktober,  feiert – und zwar unter dem Motto „Erntedank“ und „Die Tiergartenabteilungen stellen sich vor“. An einer ganzen Reihe von Mitmach-Stationen erfahren die Besucher, wie der Tierpark am Schmausenbuck funktioniert. Sie haben auch Gelegenheit, selbst aktiv zu werden. Außerdem geht es an diesem Familientag um Produkte des zooeigenen Bio-Bauernhofs, der am Gut Mittelbüg in Schwaig bei Nürnberg angesiedelt ist.

Hier einige Höhepunkte des Herbstfest-Programms: Die Besucher können Beschäftigungsfutter für Zootiere selber basteln. Die Speisekammer des Tiergartens im Betriebshof wird ebenso vorgestellt wie landwirtschaftliche Geräte. Kinder dürfen sich auf der Hüpfburg und beim Baumklettern vor dem Dickhäuterhaus austoben. Die Zoo-Tierärzte stehen bei Fragen der Besucher Rede und Antwort. Ums Fressen und Gefressenwerden geht es beim Steinbockgehege – und um das Bauen für Tier und Mensch beim Raubtierhaus. Auf eine spannende Mitmachaktion können sich die Gäste freuen, wenn es heißt: „Dem Tiger auf der Spur“. weiter lesen

Giraffen brauchen dringend mehr Schutz!

Und wieder möchte ich meine Leser auf eine Veranstaltung im Nürnberger Tiergarten aufmerksam machen, die ich für äußerst interessant halte: Stephanie Fennessy, Ko-Direktorin der Giraffe Conservation Foundation kommt zu einem Vortrag dorthin. Am Donnerstag, 21. September, spricht sie um 19.30 Uhr im Naturkundehaus über Giraffen als Afrikas vergessene Riesen (Eintritt frei).

Giraffen rangieren bekanntlich unter Afrikas Tieren ganz weit oben in der Beliebtheit. Aber in den vergangenen Jahren ist ihr Bestand um schockierende 40 Prozent zurückgegangen. Mittlerweile leben nur noch rund 100 000 Tiere dieser Art auf dem schwarzen Kontinent. Die Giraffe Conservation Foundation (GCF) ist weltweit die einzige Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz der Giraffen in ganz Afrika widmet. Sie arbeitet mit großem Einfluss für den Schutz der Giraffen mit lokalen und internationalen Partnern zusammen. weiter lesen

Tierisch effizient!

Lange Zeit war mein Tier-Blog jetzt verwaist. Im Gegensatz zu meinem Kollegen Peter Viebig, Autor des NZ-Blogs „vipRaum“, der diesen privatisiert hat, weil er in Rente gegangen ist, werde ich aber noch ein paar Jahre bei der NZ arbeiten. In dieser Zeit will ich in „Achtung, Wolf!“ auch weiterhin über die Welt der Tiere und über Themen aus dem Bereich Zoologische Gärten – speziell aus dem Tiergarten Nürnberg – schreiben. Die tierische Zwangspause war auf eine mehrmonatige Erkrankung zurückzuführen, von der ich mich nun aber Gott sei Dank erholt habe.

Beginnen möchte ich mit einem Super-Tipp für alle Zoo-Freunde. Da gibt es am Samstag, 16. September, im Tiergarten Nürnberg eine von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, der Stadt Nürnberg, dem Bionicum und dem Zoo am Schmausenbuck gemeinsam konzipierte Veranstaltung unter dem Motto „Tierisch effizient“. Was kann man sich darunter vorstellen? Nun ja: Bekanntlich sind Tiere energieeffizient. Sie setzen Energie sparsam ein und passen sich an ihre Umgebungsbedingungen an. Ein Meister darin sind zum Beispiel Eisbären (auf dem Foto oben ist die Nürnberger Eisbärendame Vera, die Mutter von Flocke, zu sehen). Wie das alles funktioniert, erfahren die Zoobesucher an diesem Tag. Die Gäste erwartet ein abwechslungsreiches Programm, dazu gibt es tolle Gewinnspiele. weiter lesen

Cacib – zum Gähnen oder doch interessant?

Das Messezentrum Nürnberg ist an diesem Wochenende wieder einmal auf den Hund gekommen: Zum 43. Mal geht dort die „Cacib“ über die Bühne, bei der 3500 Rassehunde um die Gunst der Preisrichter buhlen. Wohl weniger die Vierbeiner selbst als ihre Herrchen und Frauchen streben für ihre Lieblinge ein Schönheitszertifikat an – nämlich das „Certificat d´Aptitude au Championat International de Beauté“. Wenn ein Hund vier dieser Zertifikate hat, steht ihm der Titel „Internationaler Schönheits-Champion“ zu. – Ich finde das genauso zum Gähnen wie das Tier auf dem Foto. Aber auch für diese Veranstaltung gilt natürlich: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Immerhin werden bei der Cacib auch die schönsten Mischlingshunde ausgezeichnet, das stimmt mich dann doch versöhnlich. Und: Die Wettbewerbe machen letztlich nur einen Teil der Messe rund um den Hund aus. Der Verband für das deutsche Hundewesen wirbt auf der Cacib für eine kontrollierte Züchtung, denn die Dunkelziffer nicht registrierter Züchter ist nach wie vor viel zu hoch. Für die „besten Freunde des Menschen“ wird bei der Veranstaltung, die noch bis einschließlich Sonntag dauert, alles nur Erdenkliche geboten – von nützlichem Zubehör bis zum gesunden Fressen. Besucher können sich außerdem auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen, bei dem Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Die Rettungshundestaffel Franken zeigt, was ihre speziell ausgebildeten vierbeinigen Mitglieder so alles können. Sie spüren zum Beispiel vermisste Personen innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf. Und die Staffel gewinnt mit ihren einnehmenden Auftritten bei jeder Cacib immer wieder neue Förderer und Mitglieder.

Für alle, die hingehen möchten: Hier ist das Programm und alles Wissenswerte über die Cacib zu finden.

Wie kommt die „Lebende Krippe“ am Tiergarten-Eingang an?

Anfangs dachte ich: Oh je, warum hat der Tiergarten Nürnberg seine „Lebende Krippe“ mit Schafen, Maria, Josef und Hirten nur woandershin verlegt? Früher war sie ganz hinten auf dem Zoogelände, beim Kinderzoo, zu finden – sehr stimmungsvoll! Seit vergangenem Jahr hat sie einen neuen Platz gleich im Eingangsbereich, hinter den Toren. Das hat mir gar nicht gefallen, als ich davon hörte. Doch ich habe meine Meinung geändert, nachdem ich mir die Sache selber angeschaut hatte.

Der neue Standort hat den Vorteil, dass die Besucher näher an das Krippen-Szenario heranrücken können als im Kinderzoo, wo der Krippenstall doch ein ganzes Stück weit von der Gehege-Absperrung entfernt lag. Auch alle Besucher, denen der Weg bis zum Kinderzoo bei Kälte, Schnee oder Eis zu weit war, haben es nun leichter. Das Ambiente passt jedenfalls: Gegenüber der Krippe stehen ein paar Buden, die denen auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt ähneln. Außerdem sorgt der große Christbaum im Eingangsbereich für festliche Stimmung.

Ich finde es immer wieder nett, dass Mitarbeiter aus den  verschiedensten Bereichen des Zoos am Schmausenbuck ihre Adventswochenenden und sogar ein paar Stunden am Heiligen Abend opfern, um bei dem Krippenprojekt mitzumachen. Maria wird in diesem Jahr von Corinna Heinke dargestellt, Josef von Wolfgang Scheffler und der Hirte von Andreas Haller. Besonders gutmütige Ouessantschafe gehören ebenfalls zum Krippen-„Personal“. (Das Skandal-Schaf Rosi durfte hingegen an so einem „biblischen Ort“ nicht mitmischen.) Last but not least: Zoopädagoge Christian Dienemann gibt bei verschiedenen Veranstaltungen den Weihnachtsmann.

Die „Lebende Krippe“ und der Adventsmarkt öffnen an den Samstagen und Sonntagen im Advent von 11 Uhr bis 15.30 Uhr ihre Pforten. Auch am 24. Dezember kann die „Lebende Krippe“ von 11 bis 15.30 Uhr bewundert werden. Der traditionelle Lichterzug findet am Samstag, 10. Dezember, ab 16.30 Uhr statt (Treffpunkt am Haupteingang). Zur Waldweihnacht lädt die evangelische Kirchengemeinde St. Nikolaus/St. Ulrich (Mögeldorf) mit dem Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Auferstehungskirche (Zabo) ein, und zwar am Sonntag, 18. Dezember, ab 16 Uhr am Haupteingang. Kinder können bei beiden Veranstaltungen Laternen mitbringen – bitte keine Taschenlampen, damit keine Tiere geblendet werden!

Mich würde interessieren, was meine Blog-Leser über den Umzug der „Lebenden Krippe“ vom Kinderzoo in den Eingangsbereich denken.

Was leuchtet da im Tiergehege?

hyazinthara_mit_kuerbisKinder lieben es, manche Erwachsenen nervt es einfach nur – wie dem auch sei: Auch bei uns in Deutschland kommt längst niemand mehr an Halloween vorbei. Der Tiergarten Nürnberg will von dem Riesengeschäft, das mit dem Grusel-Event gemacht wird, ebenfalls profitieren. Deshalb heißt es am 31. Oktober von 10 bis 16 Uhr: „Wer findet Hokkaido und Co. im Landschaftszoo?“ Jeder Zoobesucher kann unter diesem Motto auf Kürbissuche im Tiergarten gehen. Bei der „Kürbis-Safari“ gilt es, die orangefarbenen Früchte in verschiedenen Tiergehegen – wie zum Beispiel bei den Hyazinth-Aras auf diesem Foto – zu entdecken. Die Fundorte sind auf einer Teilnahmekarte zu verzeichnen, die man sich am Eingang abholt. Bei richtigem Eintrag ergibt sich ein Lösungswort. Am Ende des Tiergartenrundgangs wirft man die Karte in eine Box am Ausgang. Zu gewinnen gibt es Jahres-, Familien- und Tageskarten für den Zoo am Schmausenbuck.

„Horror-Clowns“, die ihr Unwesen treiben, haben in diesem Jahr im Vorfeld des Halloween-Festes für Grauen gesorgt. In Nürnberg haben einige Geschäfte darauf reagiert und Clowns-Masken aus dem Sortiment genommen. Eine harmlosere Grusel-Variante, die große wie kleine Kinder begeistert, ist der Brauch, an Halloween Kürbisse auszuhöhlen und Fratzen in die Schale zu schnitzen. Davon hat man sich im Tiergarten anregen lassen. Die leuchtenden Früchte sind gleichzeitig eine willkommene Abwechslung und ein interessantes Spielzeug für die Zootiere. So macht auch ihnen Halloween Spaß.

Raubkatzen: Die Ausstellung zum Buch

KatzenausstellungIch hatte vor ein paar Monaten meinen Lesern bereits das Buch „Raubkatzen in menschlicher Obhut“ ans Herz gelegt. Nun gibt es im Naturkundehaus des Nürnberger Tiergartens sozusagen die Ausstellung zum Buch: Katerina Mirus präsentiert dort bis Sonntag, 8. Mai, großformatige Raubkatzenfotos. Der Tiergarten hatte auch schon den Bildband unterstützt. Darin behandelt die Autorin verschiedene Aspekte der Raubtierhaltung in Zoos, im Zirkus und in privater Haltung. Sie geht dabei unter anderem auf Themen wie Zucht und Artenschutz ein. Die Fotos hat Katerina Mirus in mehreren europäischen Zoos aufgenommen, darunter auch im Tiergarten Nürnberg. In der Ausstellung sind ausgewählte Bilder und Textausschnitte des Fotobands zu sehen. Und: Man kann das Buch natürlich auch kaufen: beim Kiosk „Haubentaucher“ am Eingang des Tiergartens; es kostet 29,99 Euro. – Ich wünsche Katerina Mirus mit ihrer Ausstellung viel Erfolg!