Mops-Dame Edda, Teil 2

Darf eine Kommune ein Haustier einfach pfänden und dann im Internet verticken? Vor knapp drei Wochen habe ich hier schon über das Schicksal einer Mops-Dame namens Edda beziehungsweise Wilma geschrieben (Foto: dpa). Jetzt ist das Rechtsgutachten – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: ein Rechtsgutachten für einen Mops! – fertig, das die Stadt Ahlen in Auftrag gegeben hatte. Demnach hat es die Stadt nun schwarz auf weiß (und das auf 19 Seiten!), dass sie Edda pfänden und im Internet verkaufen durfte. Meiner Meinung nach ist das eine tierverachtende Haltung, weil hier ein Lebewesen rechtlich wie eine Sache behandelt wird.

Der Inhalt des Gutachtens ist zum Teil wirklich hanebüchen. Ein dreiköpfiges Team einer Anwaltskanzlei hat dafür den Fall rekonstruiert und kommt zu dem Ergebnis: Die Mops-Pfändung war zulässig, weil sich Eddas Frauchen hartnäckig geweigert habe, ihre Schulden zu bezahlen. Stattdessen kaufte sie Edda für teures Geld – angeblich für 2400 Euro. Die Anwälte bezweifeln auch, dass eine starke emotionale Bindung der Hundebesitzerin zu dem Mops bestanden habe; schließlich habe sie nicht einmal versucht, Edda zurückzubekommen.

Auf die Stadt Ahlen könnte wegen des juristischen Aufwands indessen einiges an Kosten zukommen. Noch steht nämlich die Rechnung der Anwälte aus. Und Eddas neues Frauchen, die den Namen der Mops-Dame in Wilma umänderte, hat Klage gegen die Stadt eingereicht. Die Frau verlangt den Kaufpreis von 690 Euro zurück und möchte außerdem Geld für die Tierarztkosten. Diese Forderungen soll nun dieselbe Anwaltskanzlei juristisch prüfen, die schon das Gutachten erstellt hat.

Immerhin eine gute Nachricht gibt es in der ganzen Geschichte zu vermelden: Edda/Wilma hat inzwischen ihre Augenoperation gut überstanden.

Ein Leben ohne Mops…

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, hat Loriot einmal gesagt. Nach diesem Motto leben immer mehr Menschen – der Mops ist zum Mode-Hund avanciert. Wohl auch deshalb sorgt das Schicksal von Mops-Dame Edda aus Ahlen in diesen Tagen für internationale Schlagzeilen – eine schier unglaubliche Geschichte!

Die etwa eineinhalbjährige Edda wurde gepfändet, weil ihre Besitzer hohe Schulden bei der Stadt haben. Ein Mitarbeiter der Kommune wollte den Hund dann über seinen privaten Ebay-Account für 750 Euro verkaufen: als gesunden Mops inklusive Stammbaum. Auf diesem Weg erfuhr auch Eddas Züchterin, dass die Mops-Dame verhökert werden sollte. Doch die erkannte die Hündin wegen ihrer Augenerkrankung auf dem Foto wieder. Sie hat angeblich dem städtischen Mitarbeiter 500 Euro für Edda geboten, aber der soll 2000 Euro verlangt haben. Gekauft hat den Hund schließlich eine Frau aus der Nähe von Wuppertal. Sie will die Stadt Ahlen jetzt wegen arglistiger Täuschung verklagen, sie möchte auch den Kaufpreis zurück und verlangt eine Kostenerstattung für die Behandlung der Mops-Dame. Denn die Hündin – die von ihrem neuen Frauchen Wilma genannt wird – musste sich mehreren teuren Augen-Operationen unterziehen.

Der Stadtkämmerer von Ahlen sagt laut Medienberichten, dass die Stadt etwas weniger als die auf Ebay angegebenen 750 Euro Verhandlungsbasis für den Hund bekommen habe. Das Geld sei in die Stadtkasse geflossen. Er beharrt außerdem darauf, dass die Pfändung der Mops-Dame völlig legal gewesen sei. Die Stadt Ahlen hat ihrerseits eine Versicherung und einen Anwalt eingeschaltet, die prüfen sollen, ob das Tier zum Zeitpunkt des Verkaufs krank war und ob Regressansprüche bestehen. Auch der Frage, ob Edda zu einem günstigeren Preis hätte behandelt werden können, geht die Kommune nach.

Meiner Meinung nach völlig zu Recht lehnen Tierschützer den Handel mit Tieren über Internet-Plattformen ab, weil auf diese Weise Lebewesen zu Waren degradiert werden. Was die Pfändung von Edda angeht, sind Juristen der Ansicht, dass so etwas bei wertvollen Tieren rechtlich zwar möglich sei. Doch in diesem Fall habe die Stadt Ahlen unverhältnismäßig gehandelt, weil es um einen Hund gehe, der einer Familie mit Kinder gehöre. Ich denke auch, dass in diesem Fall mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde.

„Wooferendum“ gegen den Brexit

Das finde ich mal wirklich originell: Mit einem „Wooferendum“ wollen Hundehalter mit ihren Tieren in London gegen den EU-Austritt des Landes demonstrieren. Unter dem Motto: „Brexit is a dog’s dinner“ (auf Deutsch etwa: Der Brexit ist ein Schlamassel) sollen die Hunde am kommenden Sonntag vor dem britischen Parlament eine Mahlzeit serviert bekommen. Die Organisatoren streben ein zweites Brexit-Referendum an. Die Hunde stehen nach ihren Vorstellungen für Millionen von Menschen in Großbritannien, denen gesagt wurde, dass ihre Stimme nicht zähle. Für die Demonstration soll auch ein Hunde-Pissoir mit Fotos der Brexit-Befürworter Nigel Farage und Boris Johnson aufgestellt werden. Die Vierbeiner werden also das tun, was wohl auch ihre Herrchen am allerliebsten täten: auf die beiden Politiker pissen.

Es ist nicht die erste Protestaktion dieser Art: Schon im Herbst letzten Jahres war eine beeindruckende Menge von Hundehaltern mit ihren Tieren in der Londoner Innenstadt auf die Straße gegangen (Foto: dpa). Gründer der „Wooferendum“-Initiative ist Daniel Elkan. Er und seine Mitstreiter befürchten, der für Ende März geplante Austritt Großbritanniens aus der EU könnte dazu führen, dass Tierärzte abwandern, außerdem könnten die Preise für Tierfutter steigen. Auch das Reisen mit Haustieren würde durch den Brexit schwieriger.

 

Wenn Orang-Utans fremdgehen

Bei Menschenaffen menschelt es mitunter ganz schön. Zum Beispiel bei den Orang-Utans im Zoo von Basel. Dort hat Vendel, ein verwegener Orang-Uran-Mann, kurzerhand bei den Paarungsplänen der Zooleitung dazwischengefunkt. Offenbar hat der 18-jährige Menschenaffe mit den unwiderstehlichen Backenwülsten die Orang-Utan-Dame Maja durch ein Gitter hindurch begattet. Dabei war sie doch als „Braut“ für einen anderen vorgesehen! Anscheinend wurde sie bei Vendel schwach, weil er ein sehr dominantes Orang-Männchen ist. Da die Paarung bei Orang-Utans kaum länger als eine Minute dauert, hat wohl niemand im Zoo die Deckung bemerkt. Der Vaterschaftstest (Foto: dpa) ergab jetzt jedenfalls, dass Vendel der Vater des Orang-Babys ist, das Maja im August vergangenen Jahres zur Welt brachte. Die Zooleitung war davon ausgegangen, ein anderer Zoo-Bewohner sei der glückliche Papa, nämlich der 14-jährige Budi.

Freud´ und Leid bei Nürnberger Affen

Da habe ich gerade erst vor zwei Tagen noch geschrieben, derzeit komme eine gute Nachricht nach der anderen aus dem Tiergarten Nürnberg. Und jetzt das: Heute musste das 46-jährige Gorillaweibchen Bianca (Foto: Tiergarten Nünberg), die viertälteste von insgesamt 240 in Europa lebenden Gorilladamen, eingeschläfert werden. Und das wiederum wenige Tage, nachdem die Damengruppe am Schmausenbuck mit dem Silberrücken Thomas einen neuen Chef bekommen hat – was ja auch eine gute Nachricht war. Heute zeigte sich aber, wie nah beieinander Trauer und Freude in einem Zoo liegen können. Denn kurz bevor die Meldung über Biancas Tod die Runde machte, hatte es frohe Kunde aus diesem Zoologischen Garten gegeben: Bei den Weißgesichtssakis erblickte Anfang der Woche ein Junges das Licht der Welt.

Fangen wir ausnahmsweise mit der traurigen Nachricht an – schon um der verstorbenen Gorilladame die ihr gebührende Ehre zu erweisen. Ihr Zustand hatte sich in den vergangenen Tagen zusehends verschlechtert. Bianca war seit einigen Jahren immer wieder in tierärztlicher Behandlung, seit fast zwei Jahren bekam sie Schmerztherapien wegen der altersbedingten Veränderungen ihres Bewegungsapparats. Vor einem halben Jahr  musste sie sich wegen Zahnproblemen einer Röntgenuntersuchung unterziehen, danach war eine Behandlung mit Antibiotika notwendig. Zwei Tage vor der Ankunft des neuen Gorillamanns Thomas diagnostizierten die Tierärzte bei Bianca eine deutliche Verschlechterung. Sie weigerte sich außerdem, Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Deshalb wurde sie zunächst von der Gruppe getrennt, in Narkose gelegt und mit Ultraschall untersucht. Das gab allerdings auch keinen Aufschluss über weitere Erkrankungen.

Die 1972 geborene Bianca kam 1973 als Einjährige aus Afrika zur Handaufzucht in den Tierpark Berlin. Nach Zwischenstationen in Rotterdam und Amsterdam, wo die Zucht nicht funktionierte, wurde Bianca im November 1992 in den Loro Parque auf Teneriffa abgegeben. Eine Vergesellschaftung mit dem damals neunjährigen Yaounde klappte weder dort noch – nach dem Umzug der beiden im Jahr 1997 – in der neu gestalteten Gorillaanlage des Nürnberger Tiergartens. Während Yaounde ein Jahr später nach Romagne (Frankreich) abgegeben wurde  – dort wurde er übrigens mehrfach Vater -, wurde aus Bianca, ihrer Artgenossin Lena, dem Silberrücken Fritz und dessen damaliger Partnerin Delphi eine neue Gruppe zusammengestellt. Im Lauf der Zeit integrierten sich zwei jüngere Weibchen – Louna und Habibu – erfolgreich, Hakuna Matata dagegen musste den Harem um Fritz wieder verlassen, weil es ständig zu Auseinandersetzungen mit ihr kam.

Nun zum Nachwuchs der Weißgesichtssakis im Naturkundehaus des Tiergartens: Das Kleine kam am Montag zur Welt. Seine Mutter ist die fünfjährige Marilia, die sich vorbildlich um ihr Baby kümmert (Foto: Tiergarten Nürnberg). Sie hat darin Erfahrung, weil sie mit ihrem Partner Kwinti schon in Chester ein Jungtier hatte und es auch aufzog. Mit diesem Kleinen kam das Paar im März dieses Jahres nach Nürnberg. Der zehnjährige Kwinti wurde im Park „La Vallée des Singes“ in  Romagne geboren und zog 2012 nach Chester um.

Die große Wanderung der Gnus

Nach den wenig erfreulichen Beiträgen über Klon-Affen und Tierversuche an Affen heute mal ein beeindruckendes Foto, das ein wunderbares Natur-Phänomen zeigt: Rund eine Million Gnus macht sich jedes Jahr um diese Zeit in Ostafrika auf den Weg in Richtung Nordwesten. Das dpa-Foto vermittelt einen sehr guten Eindruck davon, wie es ist, wenn Abertausende von Gnus losgaloppieren und Staubwolken hinter sich herziehen. Es handelt sich dabei um eine der größten Tierwanderungen der Welt.

Die großen, afrikanischen Antilopen ziehen das ganze Jahr über im Kreis durch Tansania und Kenia, um Gras auf den Weiden zu finden. Dabei folgen die Tiere immer dem Regen, der das Gras wachsen lässt. Im Frühjahr zieht die Gruppe vom Süden der Serengeti in Tansania erst in den Nordwesten und dann in Richtung Norden und erreicht etwa im Juli Kenia. Im Herbst kehren die Gnus nach Tansania zurück. Wenn sie im Januar wieder im Süden ankommen, werden Tausende von Jungtieren geboren. Und dann beginnt die Wanderung wieder von vorne. Woher die Gnus wissen, wann wo der Regen einsetzt, ist bisher nicht erforscht. Ich finde, das kann auch ruhig ihr Geheimnis bleiben.

Grausame Tierquälerei in Australien

Diesen grausamen Anblick möchte ich meinen Lesern ersparen: In Australien ist ein Koala an einen Pfosten genagelt worden. Tierschützer haben das Foto dieser unsäglichen Tat  in sozialen Netzwerken verbreitetet – beispielsweise wurde es auf Facebook tausende Male geteilt – und damit Entsetzen ausgelöst. Ich bilde hier bewusst lieber ein Foto eines Koalas ab, dem es gut geht (Foto: dpa), um die Schönheit dieser Beuteltiere zu zeigen und die Frage aufzuwerfen, wie jemand drauf sein muss, um ein solches Tier derart teuflisch zu quälen.

Den Fall in Australien untersuchen jetzt die Tierschutzbehörden des Bundesstaats Queensland. Der tote Koala mit Blutflecken im Fell war in einem Aussichtspavillon im Brooloo Park nahe der Stadt Brisbane entdeckt worden. Wie das Tier gestorben ist – ob es schon tot war, bevor es an den Pfosten genagelt wurde -, soll noch geklärt werden. Australische Tierschützer haben sich zu dem Vorfall geäußert und meinten, diese Tat sei einfach krank. Dem kann ich mich nur anschließen. Den Tätern droht eine Strafe wegen Tierquälerei, Tierschützer fordern eine harte Strafe. Ich befürchte allerdings, dass man den oder die Täter gar nicht ermitteln wird.

Einfach tierisch, das Jahr 2017!

Ohne einen Jahresrückblick geht es auch in diesem Blog nicht. Wer schon länger zu meinen Lesern gehört, kennt das ja schon. Lustige, erstaunliche oder fast unglaubliche – aber immer wahre! – Tiergeschichten aus dem zu Ende gehenden Jahr. In einer davon spielt das Stachelschwein auf diesem Foto (Foto: Kreispolizeibehörde Herford/dpa) die Hauptrolle. Das Tier hat die Feuerwehr ganz schön auf Trab gehalten. Erst war es bei einem Tierarzt in Nordrhein-Westfalen ausgebüxt. Auf der Straße wurde es von Passanten entdeckt, die bei der Feuerwehr anriefen. Die hatte alles andere als einen einfachen Einsatz: Es dauerte Stunden, bis der Ausreißer wieder eingefangen war. Immer, wenn jemand ihn zu fassen bekam, stellte er nämlich schnell seine Stacheln auf.

Kommen wir zum Thema Tiere und Flughäfen. Auf einem Flugplatz in Alaska, der nahe am Meer gelegen ist, tauchte plötzlich eine Robbe auf der Landebahn auf. Möglicherweise war sie während eines Schneesturms aus dem Wasser gekommen. Die Robbe konnte schließlich mit einem Schlitten in Sicherheit gebracht werden. In Japan ist es einem Pudel gelungen, den Zeitplan eines Flughafens durcheinanderzuwirbeln. Auch er wurde auf der Landebahn gesichtet, wo er hin- und herrannte, nachdem ihm die Flucht aus einer Transportbox gelungen war. Der Hund raste fast eine Dreiviertelstunde  herum, bis ihn endlich jemand erwischte. Bis zu diesem Augenblick durften einige Flugzeuge weder starten noch landen.

Das Thema monsterartige Tiere deckt folgende Meldung ab: In einem Museum in Genf gibt es eine Schildkröte mit zwei Köpfen. Sie heißt Janus und hat mit dieser Abnormität bereits recht lang überlebt; immerhin ist sie schon 20 Jahre alt. Dabei tun die beiden Köpfe meistens etwas anderes.  Beispielsweise versucht einer, dem anderen ein Salatblatt wegzuschnappen. Kein Aprilscherz, sondern immer mal wieder von Museumsbesuchern so beobachtet!

Zum Thema Tiere und Rekorde passt folgende Nachricht: Ein Kater namens Arcturus Aldebaran wurde im September zur größten Hauskatze der Welt gekürt. Er hat eine Körperlänge von 48,4 Zentimetern und lebt in einem Tierheim in den USA. Sein Mitbewohner Cygnus Regulus ging als Hauskatze mit dem längsten Schwanz in die Annalen ein: Buschig und 44,66 Zentimeter lang ist sein „bestes Stück“.

Den Rückblick auf das Nürnberger Tiergarten-Jahr 2017 liefere ich Euch demnächst in diesem Blog. Jetzt erst mal einen schönen Jahreswechsel und dann: alles Gute für 2018!

Der Killer der Wale

Kürzlich war ja das Stranden und die anschließende Rettung von Grindwalen an der neuseeländischen Küste ein großes Thema. Um einen Wal geht es auch im folgenden, allerdings um einen Cuvier-Schnabelwal, den norwegische Forscher an Land gezogen haben (Foto: Universität Bergen/dpa). Zunächst freuten Sie sich noch über die Sensation, dass das Tier so weit nach Norden – bis zur Insel Sotra westlich von Bergen -gezogen war, was diese Wale sonst nicht tun. Die Freude währte allerdings nur kurze Zeit, denn es folgte eine grausige Entdeckung: 30 Plastiktüten und massenhaft Mikroplastik waren im Magen des Wals.

Der Meeressäuger musste getötet werden – er schwamm immer wieder in Richtung Land. Cuvier-Schnabelwale kommen in nördlichen Gewässern normalerweise nicht vor, deshalb sollte der über zwei Tonnen schwere Kadaver für das Naturhistorische Museum in Bergen präpariert werden. In der marinebiologischen Station der Universität, wo die Obduktion vorgenommen wurde, entdeckten die Wissenschaftler den tödlichen Mageninhalt: Riesenmengen von Plastikmüll. Dafür war die Speckschicht des Wales auffallend dünn und sein Darm so gut wie leer. Das Tier war regelrecht abgemagert. Durch das viele Plastik war offenbar ein Pfropfen im Magen entstanden. Das Tier dürfte schreckliche Quälen gelitten haben.

Plastikmüll entwickelt sich langsam, aber sicher zum Fluch der Meere und zum Killer von Walen. Schon vor gut einem Jahr waren immer wieder Pottwale an der Nordseeküste gestrandet, von denen 30 zugrundegingen. In den Mägen der Meeressäuger befand sich ebenfalls massenhaft Plastik. Millionen Tonnen Plastikmüll verpesten jedes Jahr die Meere der Welt und sind für den Tod sowohl von Seevögeln als auch von Meeresbewohnern verantwortlich. Laut der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation rufen die giftigen Inhaltsstoffe im Plastik zum Beispiel Immunschwächen hervor. Möglicherweise sind sie auch an der Unfruchtbarkeit der Meeressäuger schuld. Wenn nicht bald etwas geschieht, werden wir alle unter dem zu leiden haben, was der Mensch ins Meer schmeißt und was davon zurückkommt.

Also: Keine Rede von Killerwalen, sondern vom Killer der Wale – dem Menschen.

A „Zar“ is born!

Man könnte meinen, der Fasching hat jetzt sogar schon im Tierreich Einzug gehalten. Dieses Raubkatzenbaby wäre demnach ein Tiger, der sich als Löwe verkleidet hat – oder umgekehrt. Im Ernst: Es handelt sich bei dem Tier um einen sogenannten Liger, eine Kreuzung  zwischen Löwe und Tiger. Er besitzt das beige Fell eines Löwen und hat im Gesicht die Zeichnung eines Tigers. Das seltene Exemplar hat in einem Wanderzoo bei Rostow am Dom (Südrussland) das Licht der Welt erblickt und heißt – typisch russisch – Zar. Das passt, denn seine Tiger-Mama heißt Prinzessin, sein Löwen-Vater Cäsar. Und als ob das ganze Arten-Kuddelmuddel nicht schon genug wäre, auch das noch: Eine Ziege aus dem Wanderzoo ist als Amme für den kleinen Zar eingesprungen und säugt ihn.

Liger gelten als die größten Raubkatzen der Welt. In der Wildnis kommen sie praktisch nicht vor, weil Tiger bekanntlich nur in Asien leben und Löwen in Afrika – abgesehen von den ganz wenigen Persischen oder Indischen Löwen. Solche wiederum kann man immerhin im Nürnberger Tiergarten sehen. Momentan soll es weltweit nur rund 20 Liger geben. Einer davon heißt Herkules und lebt – na klar, dort, woll alles „great“ ist seit Trump – in den USA. Er ist laut Guinness-Buch der Rekorde derzeit die größte Raubkatze der Welt: 418 Kilogramm bringt er auf die Waage und ist 3,33 Meter lang. Mal sehen, ob ihn der vor zweieinhalb Monaten in Russland geborene Zar nicht eines Tages verdrängt, wenn er erst mal erwachsen ist!