Ein Tag für Papageienfreunde

Am nächsten Samstag kommen Papageienfreunde im Tiergarten Nürnberg voll auf ihre Kosten: Dort findet von 9 bis 16 Uhr in der „Waldschänke“ der vierte Nürnberger Papageientag statt (Foto: Harald Hofmann). Die Veranstaltung ist für Papageienbesitzer gedacht, es geht dabei um Fragen der Papageienhaltung und des Trainings von Papageien, außerdem um die richtige Ernährung, das Fortpflanzungsverhalten dieser beliebten Vögel und um den Artenschutz. Das Ganze läuft in Form eines Seminars ab, für das noch Restplätze vorhanden sind. Die Kosten betragen inklusive Tiergarteneintritt 59 Euro. Weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist, muss man sich anmelden; das ist hier möglich. Der Erlös der Veranstaltung fließt als Spende in Artenschutzprojekte

Rede und Antwort stehen an diesem Tag die Verhaltenstierärztin Daniela Zurr, René Wüst von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), Gerd Britsch von der Vogel- und Reptilienpraxis Karlsruhe, Jürgen Hirt, Mitarbeiter beim Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz (BNA), Fritz Karbe von der Exotenpraxis Nürnberg und Hermann Kempf von der Exotenpraxis Augsburg.

Experte zur Kampagne „Silent Forest“

Ich habe ja vor ein paar Wochen schon darüber geschrieben, dass auch der Tiergarten Nürnberg an der Artenschutzkampagne „Silent Forest“ des Europäischen Zooverbands (EAZA) teilnimmt. Passend zu diesem Thema gibt es demnächst einen Vortrag, und zwar von Simon Bruslund, dem Vogelkurator des Heidelberger Zoos. Er spricht am Donnerstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Naturkundehaus des Tiergartens über den Rückgang der Singvögel im südostasiatischen Tropenwald.

Das dürfte ein äußerst interessanter Abend werden, denn Brusland will sowohl auf die problematische Situation der tropischen Singvögel in Südostasien eingehen, als auch die betroffenen Vogelarten vorstellen und mögliche Gegenmaßnahmen nennen, die Zoos ergreifen können. Der Vogelexperte wird außerdem erklären, wie derzeitige Schutzprojekte die Wissenschaftler dauerhaft beim Schutz verschiedener bedrohter Vogelarten unterstützen, etwa des oben abgebildeten, stark gefährdeten Bali-Stars (Foto: dpa). Außerdem wird Bruslund die Arbeit des europäischen Zooverbands erläutern und auf dessen Artenschutzkampagnen und politische Einflussnahme innerhalb und außerhalb Europas eingehen. In Asien selbst wird durch verschiedene Bildungsangebote bei den dortigen Zoobesuchern ebenfalls Interesse für das Thema geweckt.

Der Nürnberger Tiergarten wird, um auf die Silent-Forest-Kampagne optisch aufmerksam zu machen, bis Ende Februar unter dem Vordach des Delfinariums einen „Vogelmarkt“ aufbauen.

Tiergarten braucht Vogelkäfige für „Silent Forest“

Eine Reihe von deutschen Zoos macht schon mit, jetzt beteiligt sich auch der Nürnberger Tiergarten an der Artenschutzkampagne „Silent Forest“ des Europäischen Zooverbands (EAZA). Der Tiergarten sucht zu diesem Zweck gebrauchte Vogelkäfige. Die Behausungen sollen aufgehängt werden, um ein sichtbares Zeichen für die Kampagne zu setzen, die asiatischen Singvögeln zugute kommt. Von den rund 850 in den Regenwäldern Asiens lebenden Vogelarten stehen viele kurz vor der Ausrottung. Vor allem in Südostasien werden täglich Tausende von Singvögeln gefangen und auf großen Vogelmärkten verkauft. Nicht selten fristen die Tiere ihr Dasein in viel zu kleinen Käfigen – ob als Haustiere oder Teilnehmer an Gesangswettbewerben – und können das nur wenige Tage überleben (Foto: Silent Forest, EAZA).

Durch den breit angelegten Vogelfang sind die meisten Singvogelarten aus den Wäldern verschwunden. Von der Stille, die deswegen dort herrscht, leitet sich der Name „Silent Forest“ ab. Die Kampagne soll die Lage der asiatischen Singvögel in ihrem Lebensraum verbessern, indem sie darüber informiert und Verständnis für die Bedrohung der Vögel weckt. Außerdem wird im Rahmen der Aktion für Artenschutzprojekte gesammelt, um Schulmaterial für die lokale Bevölkerung zu entwickeln. Es werden Zuchtstationen in Asien und in Zoos aufgebaut, die bei der Kampagne mitmachen, auch Forschungs- und Wiederansiedlungsprojekte sind geplant.

Wer gebrauchte – gern auch kaputte – Vogelkäfige abzugeben hat, kann eine Mail an den Zoopädagogen Christian Dienemann schicken, und zwar unter folgender Adresse: zooschule@stadt.nuernberg.de

Babyboom bei den Flamingos

Und noch eine gute Nachricht aus dem Nürnberger Tiergarten: In diesem Jahr hat es wieder einmal mit der Nachzucht von Flamingos geklappt. Am Schmausenbuck werden zwei Arten gehalten: Chilenische und Rote Flamingos. Insgesamt sind in diesem Sommer neun Jungvögel geschlüpft – acht bei den Chilenischen Flamingos, einer bei den Roten Flamingos. Auf dem Foto sieht man sehr gut, wie sich der Nachwuchs von den ausgewachsenen Flamingos unterscheidet: Das Federkleid ist bei den Jungen noch grau gefärbt (Foto: Eduard Weigert). Das charakteristische Flamingo-Rosa entwickelt sich erst mit der Zeit durch entsprechende Nahrung, die dafür vor allem karotinhaltig sein muss. Derzeit leben am Stelzvogelweiher des Tiergartens zehn männliche und 16 weibliche erwachsene Rote Flamingos, außerdem 15 männliche und 19 weibliche Chilenische.

Die Flamingohaltung hat in Nürnberg eine lange Tradition, denn schon im Alten Tiergarten im Luitpoldhain gab es seit 1929 Rote Flamingos. Nach dem Umzug des Zoos an den Schmausenbuck im Jahr 1939 kamen Chilenische Flamingos hinzu. Seit fast 80 Jahren haben die Stelzvögel ihr angestammtes Revier am Vorderen Weiher des Tiergartens. Aber erst 1978 funktionierte dort die Aufzucht des ersten Roten Flamingos, ein Jahr später folgte der erste Chilenische. Bei Flamingos schlüpfen in Nürnberg längst nicht jedes Jahr Küken. Warum das so ist, kann niemand genau sagen. Offenbar hat aber der lange, heiße Sommer heuer die Fortpflanzung dieser Vögel begünstigt. Und weil das Wetter jetzt ja immer noch außerordentlich mild ist, sollte jeder, der es möglich machen kann, dem Tiergarten einen Besuch abstatten und das strahlende Rosa der Flamingos in der Herbstsonne bewundern.

Pro oder kontra Katzensteuer?

Dieses dpa-Foto ist schon über fünf Jahre alt. Aufgenommen wurde es 2011 in Brandenburg. Die Kinder, die das selbstgemalte Schild damals an einer Futterstelle für Vögel aufgestellt haben, haben schon damals auf ein Problem aufmerksam gemacht, was nun in der Diskussion hochkocht: Sind Katzen daran schuld, dass es in öffentlichen Grünanlagen und Gärten immer weniger Singvögel gibt? Jagen Katzen, die als Freigänger draußen unterwegs sind, inzwischen so viele Vögel, dass man von staatlicher Seite einschreiten und eine Katzensteuer erheben sollte? Quasi als Wiedergutmachung für den entstandenen Schaden in der natürlichen Umgebung, zu der eben auch Wildvögel in bestimmter Anzahl gehören?

Natürlich war schon der erste Aufschrei von Katzenbesitzern zu vernehmen, die den Befürwortern einer Katzensteuer wiederum unterstellen, so etwas hätten sich nur Hundebesitzer ausdenken können. Weil die für ihre Vierbeiner auch vom Fiskus zur Kasse gebeten werden und schon lange finden, dass – nach dem Gleichheitsgrundsatz – auch Katzenbesitzer zahlen müssten. Eine Art Neid-Debatte, wie gerade wir in Deutschland sie gern führen. Immerhin gibt es hierzulande nach Schätzungen rund 13 Millionen Katzen. Der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass mindestens zwei Millionen davon auf der Straße leben; dazu zählen auch Parks oder Industriebrachen.

Ist also eine Katzensteuer berechtigt? Politiker trauen sich in Wahljahren naturgemäß nicht an ein solch emotionsgeladenes Thema heran. Es könnte sie schließlich eine Menge Wählerstimmen kosten. Andere Interessenvertreter haben solche Ängste nicht. So spricht sich etwa der Deutsche Jagdverband für eine Katzensteuer aus. Mit dem Argument, die zweieinhalb Millionen besitzerlosen und unterernährten Katzen würden die Artenvielfalt gefährden. Katzenbesitzer müssten einfach mehr Verantwortung übernehmen. Wenn eine Kastrations- und Meldepflicht für Katzen – wie sie zum Beispiel die Stadt Paderborn 2008 eingeführt hat und weitere 430 Kommunen in Deutschland so oder ähnlich inzwischen haben – nicht den gewünschten Erfolg bringe, dann müsste eben die Politik mit der Katzensteuer eingreifen.

Der Tierschutzbund fordert wegen der zunehmenden Zahl von Katzen in Tierheimen und auf der Straße längst die bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Diese Tiere sind für die explosionsartige Fortpflanzung der Straßenkatzen schließlich mit verantwortlich. Der Tierschutzbund setzt sich deshalb für ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen ein. Der Naturschutzbund Deutschland, Nabu, setzt auf Kastrationspflicht, erteilt aber der Katzensteuer eine Absage. Eine der Hundesteuer ähnliche Katzensteuer hält man dort für politisch und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Dass Katzen besonders junge Vögel jagen, liege in ihrer Natur als Raubtier begründet.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat das Thema vor kurzem erneut aufs Tapet gebracht – und Katzenfreunde auf die Palme. Klar: Die Sache polarisiert wie wenige andere. In den sozialen Netzwerken schlägt die Diskussion natürlich auch hohe Wellen. – Und wie ist die Meiung der Leser dieses Blogs? Sind Sie für oder gegen die Katzensteuer?

Tier mit Seltenheitswert

eisenteGar nicht so einfach, ein Foto von ihr aufzutreiben, das man im Internet und honorarfrei veröffentlichen darf! Die Eisente („Clangula hyemalis“)  ist zum Seevogel des Jahres 2017 gekürt worden und löst damit den Basstölpel (Morus bassanus) ab. Die Meldung wollte ich eigentlich schnellstmöglich über mein Blog verbreiten, doch es war kein geeignetes Foto zu finden. Deshalb zeige ich ausnahmsweise eine Darstellung aus einem alten Buch, das meine Kollegin aus dem Foto-Archiv besorgt hat (danke, Kerstin Braun!). Die Eisente gehört zu den kleineren Enten und erreicht eine Körpergröße von 36 bis 47 Zentimetern. Besonderes Kennzeichen der Männchen sind die langen Federspieße am Schwanz und ihre melodischen Rufe.

Die Eisente ist in Nordosteuropa und Westsibirien zu Hause und kommt nur als Gast nach Deutschland. Bei uns macht der farbenfrohe Meeresvogel jedes Jahr an der Ostseeküste Halt, wo bis zu 315 000 Eisenten überwintern. Den Bestand in den Brutgebieten schätzt man auf 1,6 Millionen Vögel, er hat in den vergangenen Jahren dramatisch abgenommen. Das wird an folgenden Zahlen deutlich: Im Jahr 2002 waren es noch 4,6 Millionen, also 3 Millionen mehr. Die Gründe für den Rückgang dürften die üblichen sein. Stellnetze in der Fischerei, die Muschelfischer entziehen den Enten einen Großteil der Nahrung, der Schiffsverkehr wird immer dichter, Offshore-Windanlagen zerstückeln größere Lebensräume. Und zu allem Unglück wird das Tier auch noch in Russland, Finnland und Dänemark gejagt.

Bleibt zu hoffen, dass die Eisente jetzt nicht auch noch ein Opfer der Vogelgrippe wird – wer weiß, wie schnell und weit sich die noch ausbreitet.

Wo sonst findet man ein solches Blau?

p09082016tm2bm_tg_hyazinth_ara_2Der „Sommer“ 2016 hatte diesen Namen eigentlich gar nicht verdient, doch nun werden wir durch einen wunderbaren Spätsommer für den entgangenen Genuss mehr als entschädigt. Mein Tipp für diese Tage: Ein Besuch im Tiergarten Nürnberg. Denn der Zoo am Schmausenbuck ist gerade in dieser Jahreszeit attraktiv, vor allem, wenn man während der Woche hingehen kann – da ist natürlich weniger Betrieb. Für Besucher, die nicht nur auf die großen Zootiere wie Löwen, Tiger, Gorillas, Giraffen, Nashörner, Eisbären etc. fixiert sind, dürfte besonders ein Abstecher zu den Hyazinth-Aras interessant sein. Die Voliere befindet sich direkt neben dem Menschenaffenhaus. Dort kann man zwei Jungvögel beobachten, die vor einigen Wochen das Nest verlassen haben. Farblich lässt sich der Nachwuchs, der im Juni geschlüpft ist, kaum noch von den Eltern unterscheiden. Nur auf der Schnabeloberseite ist ein heller Streifen zu sehen, den erwachsene Tiere verlieren. Bei den Jungen handelt es sich um ein Weibchen und ein Männchen.

Zu den Lieblingsspeisen von Hyazinth-Aras gehören Nüsse, und da ganz besonders Paranüsse. Die sehr harte Schale knacken die Papageien mit ihren kräftigen Schnäbeln mühelos. Hyazinth-Aras leben monogam. Meist bleiben sie ihr ganzes Leben mit einem Partner zusammen, bis dieser stirbt. Als Brutstätten bevorzugen sie Baumhöhlen. Dort legt das Weibchen zwei bis drei Eier ins Nest, das es während der gesamten Brutzeit bewacht, während das Männchen sich um das Futter kümmert. Die Brutzeit beträgt etwa 24 Tage, die Aufzucht der Jungvögel etwa 90 Tage. In ihrer brasilianischen Heimat hat sich der Bestand dieser Tiere wieder leicht erholt. Der von Naturschützern geforderte Schutz und das Anpflanzen von Nahrungs- und Bruthöhlenbäumen haben sich also gelohnt.

Pinguine zum Spaß für Badegäste?

Pinguin
Da taucht wieder mal das Thema auf, das die Emotionen hochkochen lässt: Dürfen Tiere nur zum Spaß von Menschen gehalten werden? In diesem Fall geht es um Humboldt-Piguine im „Spreewelten-Bad“ in Lübbenau (Brandenburg), die in einer 400 Quadratmeter großen Anlage leben (das Foto zeigt einen Pinguin mit Tierpflegerin Laura Schäfer). In diesem „Erlebnisbad“ wird u.a. mit der Attraktion „Schwimmen mit Pinguinen“ geworben, was es in Europa sonst nirgends gibt. Wobei die Besucher gar nicht wirklich mit den Tieren schwimmen. Die Badegäste sind vielmehr in einem Außenbecken von den Pinguinen lediglich durch eine Plexiglasscheibe getrennt und können direkt an die Scheibe heran, um möglichst nahe an die im und unter Wasser schwimmenden Tiere zu kommen. Es geht genau genommen also um Blick-, nicht um Körperkontakt.

Die Pinguine von Lübbenau scheinen sich dort ganz wohlzufühlen – zumindest vermehren sie sich wie die Karnickel (die mir den Gebrauch der Redewendung verzeihen mögen), so dass es für die vielen Tiere zu eng wird. Für zehn junge Pinguine, die im vergangenen Jahr geschlüpft sind, wurde deshalb ein neues Zuhause gesucht und mittlerweile gefunden. Jetzt haben sie den schönen Spreewald (kann ich zumindest für einen Kurzurlaub nur empfehlen!) verlassen und die Reise nach Tschechien angetreten. Dort sollen sie allerdings nicht bleiben. Ihr nächstes Ziel ist die Türkei: In Antalya sollen sie in einer Hotel-Freizeitanlage untergebracht werden, um auch dort für die Unterhaltung der Gäste zu sorgen. Es gab in den letzten Jahren übrigens auch schon Pinguin-Nachwuchs aus Lübbenau, der nach Philadelphia (USA) und Südkorea geschickt wurde.

In der Türkei gibt es bekanntlich auch Hotelanlagen, wo Delfine zum Amusement von Touristen gehalten werden. Das wurde und wird – meiner Meinung nach zu recht – von Tierschützern heftig kritisiert. Ich habe aber noch nicht gehört, dass sich bei den Pinguinen darüber aufregt. Gehört wohl wieder in die Rubrik „doppelte Moral“ von gewissen Leuten…

Die Kohlmeise hat das Rennen gemacht

KohlmeiseVor drei Wochen habe ich meine Leser hier gebeten, bei der „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen. Nun sind die Ergebnissse des Landesbundes für Vogelschutz da, und die will ich natürlich weitergeben. Also: The winner is …  die Kohlmeise! Wieder, muss man dazu sagen, denn im vergangenen Jahr war sie es auch schon, die am häufigsten in Bayerns Gärten gesichtet wurde. Sie hat von den guten Brutbedingungen im langen Sommer 2015 profiiert, teilen der LBV und der Naturschutzbund Nabu mit. In Bayern machten in diesem Jahr 26.000 Teilnehmer bei der Aktion mit. Sie zählten insgesamt 700.000 Vögel, im Durchschnitt 40 Vögel pro Garten.

Außerdem interesssant für (Hobby-)Ornithologen: Der Fichtenkreuzschnabel ist bei der Zählung so oft aufgetaucht wie noch nie zuvor. Und auch beim Erlenzeisig ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr feststellt worden – er kam in Bayern auf 45.000 „Treffer“. Der Stieglitz erreichte mit 11.000 Sichtungen ebenfalls ein ungewöhnlich hohes Ergebnis. Wie schon in den letzten Jahren waren es in Bayern auch wieder mehr Silberreiher, die hier den Winter verbrachten: mindestens 700.

 

Kopf ab – soll das lustig sein?

GänsereitenIn Bochum-Wattenscheid gibt es eine alte Karnevalstradition am Rosenmontag: das „Gänsereiten“. Ein Brauch, der aus dem 16. Jahrhundert stammt, als man so etwas vielleicht noch lustig fand: Eine eigens zu diesem Zweck getötete Gans wird an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Wer das schafft, wird für ein Jahr zum „Gänsereiterkönig” ernannt. Die Gans wird anschließend verspeist.

Das Spektakel gibt es auch in anderen Städten, doch dort verwendet man längst  Attrappen statt der echten Tiere. Nur in Bochum-Wattenscheid hängt man an der echten toten Gans. Der Brauch wurde einst von spanischen Kriegern abgekupfert, als körperliches und psychisches Training für die Reiter: Sie sollten möglichst alle Skrupel verlieren, um in den Krieg ziehen zu können. In den Anfängen des „Gänsereitens“ riss man sogar einer lebenden Gans den Kopf ab. Das wurde aber schon im Jahr 1806 verboten.

Tierschützer fordern seit einiger Zeit, dass Gänse für diesen Karnevalsbrauch nicht getötet werden dürfen. Sie argumentieren auch damit, dass die Misshandlung von Tieren der Misshandlung von Menschen vorausgehe und vor allem dazu führe, bei jungen Leuten Gewalt zu verharmlosen. Gegner dieser Veranstaltung fordern die Stadt Bochum auf, dem Treiben Einhalt zu gebieten und dafür zu sorgen, dass vor allem Kinder das blutige Schauspiel nicht sehen sollten, weil es zu grausam sei. Mittlerweile wurde eine Petition gestartet, bei der man gegen das „Gänsereiten“ unterzeichnen kann. Wer das tun möchte, hat hier die Möglichkeit dazu.