Cacib – zum Gähnen oder doch interessant?

Das Messezentrum Nürnberg ist an diesem Wochenende wieder einmal auf den Hund gekommen: Zum 43. Mal geht dort die „Cacib“ über die Bühne, bei der 3500 Rassehunde um die Gunst der Preisrichter buhlen. Wohl weniger die Vierbeiner selbst als ihre Herrchen und Frauchen streben für ihre Lieblinge ein Schönheitszertifikat an – nämlich das „Certificat d´Aptitude au Championat International de Beauté“. Wenn ein Hund vier dieser Zertifikate hat, steht ihm der Titel „Internationaler Schönheits-Champion“ zu. – Ich finde das genauso zum Gähnen wie das Tier auf dem Foto. Aber auch für diese Veranstaltung gilt natürlich: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Immerhin werden bei der Cacib auch die schönsten Mischlingshunde ausgezeichnet, das stimmt mich dann doch versöhnlich. Und: Die Wettbewerbe machen letztlich nur einen Teil der Messe rund um den Hund aus. Der Verband für das deutsche Hundewesen wirbt auf der Cacib für eine kontrollierte Züchtung, denn die Dunkelziffer nicht registrierter Züchter ist nach wie vor viel zu hoch. Für die „besten Freunde des Menschen“ wird bei der Veranstaltung, die noch bis einschließlich Sonntag dauert, alles nur Erdenkliche geboten – von nützlichem Zubehör bis zum gesunden Fressen. Besucher können sich außerdem auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen, bei dem Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Die Rettungshundestaffel Franken zeigt, was ihre speziell ausgebildeten vierbeinigen Mitglieder so alles können. Sie spüren zum Beispiel vermisste Personen innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf. Und die Staffel gewinnt mit ihren einnehmenden Auftritten bei jeder Cacib immer wieder neue Förderer und Mitglieder.

Für alle, die hingehen möchten: Hier ist das Programm und alles Wissenswerte über die Cacib zu finden.

Hässlich? Ich finde ihn süß!

Er heißt Walle, ist vier Jahre alt,  kommt aus Chico in Kalifornien, hat einen seltsam überdimensionierten Kopf im Verhältnis zu seiner Körpergröße, kurze Beine, breite Füße und bewegt sich eher watschelnd voran wie eine Ente, nicht wie ein Hund: Der Beagle-Boxer-Basset Hound-Mischling wurde in Kalifornien zum „Hässlichsten Hund der Welt“ gekürt.  – Hässlich? Also ich weiß nicht, mir gefällt das Tier richtig gut. Aber wer kann schon den unergründlichen Gedankengängen von Preisrichtern bei Hunde-Schönheitswettbewerben – oder wie in diesem Fall: Hässlichkeits-Wettbewerben – folgen? Ich jedenfalls nicht.

Für Walle und sein Frauchen hat sich die Teilnahme am Beauty-Contest zweifellos gelohnt. Die beiden haben schon mal 1500 US-Dollar Preisgeld eingeheimst. Und das ist erst der Anfang: In den nächsten Tagen und Wochen wird Walle mit seiner Besitzerin von einer Fernseh-Show zur nächsten weitergereicht – sicherlich auch nicht ohne Honorar. Walle hat sich übrigens gegen 29 Mitbewerber durchgesetzt. Darunter waren vor allem Chinesische Schopfhunde mit faltig-brauner, nackter Haut (die finde ich auch richtig hässlich!); der Vorjahressieger war ebenfalls ein Chinesischer Schopfhund gewesen. Über Walle soll einer der Preisrichter gesagt haben, der Hund sehe aus, als sei er aus Teilen verschiedener Hunde und noch anderer Tiere zusammengesetzt.

Na und? Also, ich würde Walle nehmen, wie er ist. Aber über Geschmack lässt sich eben nun mal nicht streiten, das wissen wir ja schon lange.

Es geht auch ohne Schlitten

Hundeschlittenrennen haben eine Tradition in Ländern wie Alaska, Grönland, Sibirien oder Norwegen. Dort wurden schon vor Christi Geburt die ersten Schlittenhunde gezüchtet. Ihre hautsächliche Eigenschaft ist der unbedingte Wille, über lange Strecken unter extremen klimatischen Bedingungen zu laufen und dabei einen Schlitten zu ziehen.

Aber unsere Welt hat sich seitdem verändert. Schlittenhunde verschiedener Rassen werden heutzutage überall gehalten, selbst in Ländern, in denen es auch im Winter fast sommerlich bleibt. So zum Beispiel in Kalifornien. Dort hat sich in Costa Mesa, südöstlich von Los Angeles, eine regelrechte Hundeschlitten-Kultur herausgebildet: Wöchentlich finden dort in einem Park Rennen statt. Statt Schlitten ziehen die Hunde kleine Wagen, Roller oder Fahrräder. Das Hobby, dem viele Schlittenhunde-Besitzer frönen, nennt sich „Urban Sledding“. Dabei kommen vor allem Schlittenhunde der Rassen Alaskan Malamutes und Samojeds zum Einsatz.

Klar, diese Hunde sind so veranlagt, dass sie sich möglichst viel bewegen und dabei richtig verausgaben müssen. Außerdem besitzen sie die Fähigkeit, durch regelmäßiges Training äußerst exakt auf Kommandos der Schlittenhundeführer reagieren zu lernen. Und so eigenartig die Bilder von Schlittenhunden unter der Sonne Kaliforniens auch anmuten mögen – vielleicht ist „Urban Sledding“ in einigen Jahren angesichts der Erderwärmung gar nichts Besonderes mehr, sondern der Normalfall?

Oscar für Tiere – nein danke!

Dass Jack-Russell-Terrier meine Lieblingshunde sind, habe ich ja in meinem Blog schon verraten, etwa hier. Deshalb werde ich natürlich auf jeden Fall in den Film „The Artist“ gehen, in dem Jack Russell Uggie mitspielt. Uggie ist allerdings ein Rauhhaar-Jack-Russell, ich persönlich ziehe Glatthaar-Jacks vor. Aber egal.

Der knapp zehnjährige Uggie stammt aus dem Tierheim. Dort hat ihn sein Trainer vor Jahren rausgeholt und Erstaunliches mit dem nur acht Kilo schweren Hündchen zustandegebracht. Bei den französischen Filmfestspielen in Cannes hat Uggie sogar schon den „Palm-Dog Award“ bekommen, eine tierische Auszeichnung, die sich auf die in Cannes verliehene „Goldene Palme“ bezieht.

Nachdem „The Artist“ bereits bei den diesjährigen „Golden Globes“ abgesahnt hat und die als richtungsweisend für die „Oscars“ gelten, gibt es nun eine Kampagne in der Internet-Gemeinde: Uggie soll einen Oscar kriegen für seine tolle schauspielerische Leistung, auch wenn er „nur“ ein Tier ist. Oscars für Tiere aber sind – zumindest bislang – noch undenkbar. Deshalb kämpft nun die Bewegung „Consider Uggie“ dafür, dass sich das ändert.

In den USA gibt es zwar (fast) nichts, was es nicht gibt. Also halte ich es auch nicht für ausgeschlossen, dass der Tier-Oscar doch noch eingeführt wird. Aber – bei aller Tierliebe – halte ich das für Humbug. Meiner Meinung nach reicht es völlig aus, wenn Uggie demnächst das „Goldene Halsband“ gewinnt, einen von der Zeitung „Dog News Daily“ gestifteten Preis, für den Uggie bereits nominiert ist. Die Entscheidung darüber fällt 13 Tage vor der Oscar-Verleihung, die am 26. Februar über die Bühne geht. Mal sehen, was sich die Uggie-Fans bis dahin noch so einfallen lassen.

Nelly kennt sich mit Fußball aus

Die Frauen-Fußball-WM ist zu Ende und damit auch die Zeit der Tier-Orakel, mit Hilfe derer das Siegerteam der einzelnen Begegnungen vorhergesagt werden sollte. Alle möglichen Zoos und Aquarien hatten sich dazu Aktionen mit verschiedenen Tierarten ausgedacht, um so für ihre jeweilige Einrichtung möglichst viel Werbung zu machen. Ich hatte hier ja schon über die Sea Life Aquarien geschrieben, die einen Nachfolger für Krake Paul suchten, der bei der Männer-Fußball-WM 2010 in Deutschland mit allen seinen Voraussagen richtig gelegen hatte.

Diesmal jedoch war der mit publikumsträchtigen Aktionen sehr geschickt agierenden Aquarienkette kein vergleichbarer Erfolg mehr beschieden. Das Rennen um das am besten orakelnde Tier machte eine ganz andere Tierart:  Sieger wurde eine Elefantenkuh aus dem Serengeti-Park in Hodenhagen (Niedersachsen). Nelly heißt das erst eineinhalbjährige Elefanten-Mädchen, das zwar bei den zwei Spielen des Halbfinales falsch lag,  sonst aber richtig tippte und auch auf Japan als Weltmeister gesetzt hatte. Zur Belohnung für ihren sportlichen Sachverstand bekam Nelly heute eine riesige Bananenstaude.

Wer ist so gut wie Paul?

Er hat bei der Fußball-WM 2010 von sich reden gemacht und wurde weltberühmt: Krake Paul, der den Ausgang der deutschen Spiele und des Finales mit seinen Orakeln richtig vorhergesagt hat. Nun beginnt bald die Frauen-Fußball-WM, aber Paul kann nicht mehr orakeln, denn er ist seit Oktober letzten Jahres tot.

Was tun? Einen richtigen Nachfolger für Paul gibt es bisher nicht. Da haben sich die geschäftstüchtigen deutschen Sea Life Center den Wettbewerb „Wer kann Paul?“ ausgedacht, in typisch neu-deutscher Werbesprache. Und so funktioniert das Ganze: An jedem der acht deutschen Standorte der Sea Life Aquarien tippt ein Krake an den Spieltagen mit deutscher Beteiligung den Ausgang der Spiele, später dann die Ergebnisse der Final-Begegnungen. Besucher der Aquarien können das Spektakel immer um 11 Uhr live miterleben, außerdem kann man die Kraken-Tipps im Internet verfolgen.

Am Ende gewinnt der Krake mit den meisten richtigen Tipps den Wettbewerb. Ob er dann Paul heißt oder wie immer seine Belohnung sonst aussieht – darüber wurde im Vorfeld noch nichts bekannt.

"Fahrtziel Natur-Award"

Umweltschützer lassen sich immer wieder neue Aktionen einfallen, um immer mehr Menschen für ihre Ziele zu interessieren und zu zeigen, dass unsere Welt ohne Naturschutz und das Engagement dafür nicht mehr lange funktionieren kann. Eine solche Aktion ist der „Fahrtziel Natur-Award“, ein Wettbewerb, den die drei Verbände BUND, NABU und VCD im Jahr 2009 zusammen mit der Deutschen Bahn ins Leben gerufen haben.

Und darum geht es beim „Fahrtziel Natur-Award“: Er soll dazu beitragen, dass nachhaltige Mobilitätslösungen und touristische Projekte in verschiedenen Schutzgebieten immer besser verknüpft werden. In dieser Hinsicht bereits funktionierende Konzepte werden ausgezeichnet, um andere Schutzgebiete zur Nachahmung zu animieren.

SteinadlerNun stehen die Projekte fest, die heuer ins Finale für den „Fahrtziel-Award“ kommen: der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen und der Naturpark Lüneburger Heide. Die Mitarbeiter des Landesbundes für Vogelschutz (lbv)  hat durch seine bekannten Adlerführungen (im Bild ist ein Steinadler zu sehen), durch nachhaltige Besucherkonzepte und das Organisieren von Schutzmaßnahmen maßgeblich dazu beigetragen, dass das Schutzgebiet Allgäuer Hochalpen in diese Spitzen-Dreiergruppe vorstoßen konnte.
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Wahl-Werbung und Forschung mit Kuh

Ich finde ja die Niederländer in manchen Bereichen (natürlich nicht im Fußball!!!) sehr fortschrittlich. Dabei denke ich etwa an ihre Haltung gegenüber Homosexuellen, Drogen oder auch Abtreibung.

Nun beweisen unsere Nachbarn im Westen wieder einmal, dass sie uns oft einen Schritt voraus sind. Nicht nur, dass es in den Niederlanden eine „Partei für die Tiere“ gibt, die sich für einen respektvollen Umgang mit Tieren und der Natur stark macht – nein, die lässt sich auch noch eine originelle Werbung für die Parlamentswahl am 9. Juni einfallen: In der Nähe des Amsterdamer Flughafens wurde auf einem Kornfeld der schon von weitem erkennbare Kopf einer Kuh gesät, nebst dem Slogan: „Wähl´ jetzt die Partei für die Tiere“. Und das auf einer Fläche von 35 000 Quadratmetern, womit die Partei auch gleich einen Weltrekord im Guinness-Buch anstrebt.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100528-10-11833Das passt ganz gut zu einer zweiten Nachricht zum Thema Kuh: Ein Forscher aus Niedersachsen hat jetzt ein Computerprogramm zur Entschlüsselung der Kuh-Sprache entwickelt. Die ungefähr 700 „Muh“-Laute, die er in Kuhställen aufgenommen hat, lassen sich seiner Ansicht nach auf  zehn verschiedene Bedeutungen reduzieren. Die hat der Forscher gespeichert, und Bauern können das Blöken ihrer Kühe nun damit vergleichen und ihnen ihre Bedürfnisse leichter erfüllen – etwa Hunger, Durst, zu pralles Euter etc.

Also, wenn ich einer Partei für Tiere angehören würde, wäre mein nächster Schritt klar: Eine Beschwerde bei diesem Forscher, weil er Kühe für dumm verkauft und ihnen nicht mehr als zehn verschiedene Signale zutraut.

Kein Titel von Eros Ramazotti!

„Hera Nuova Dolce Vita“ – das ist nicht etwa ein neuer Titel von Eros Ramazotti. Ich will meine Leser gar nicht allzu lange raten lassen, was es denn dann sein könnte – schließlich ist es ziemlich heiß draußen, und Überanstrengung soll man da ja tunlichst vermeiden. Also: Es handelt sich um den Namen einer Weltmeisterin – einer tierischen. Einer Hündin, genauer gesagt. Sie hat am Wochenende bei den Dobermann-Weltmeisterschaften im thüringischen Apolda gesiegt. Trägt zwar einen italienischen Namen, gehört aber einem Slowaken. Und hängte die männliche Konkurrenz eindrucksvoll ab. Bravo,oder, um beim Italienischen zu bleiben, brava!

Dabei genügte Schönheit bei weitem nicht, um den begehrten Titel zu erringen: Die insgesamt 56 Hunde aus 17 Ländern mussten Fähigkeiten unter Beweis stellen wie zum Beispiel Fährtensuchen oder Schutzdienst. Deutschland war mit sechs Teilnehmern vertreten und landete mit der Hündin „Chakka vom Main-Dreieck“ auf Platz drei.

Tja, und jetzt heißt es doch noch: Gehirnzellen aktivieren und überlegen, warum diese WM wohl in Apolda stattfand.  – Na?

Hier die Lösung: Dobermänner haben ihren Namen von Carl Friedrich Louis Dobermann (1834-1894), eigentlich ein Steuereintreiber aus Apolda, der streunende Hunde einfing und um 1870 die ersten Dobermann-Exemplare züchtete. Er strebte eine wachsame Rasse an, die sich als Haus- und Hofhund oder Polizeihund eignet. Vor 110 Jahren gründete sich dann in der thüringischen Kreisstadt der weltweit erste Dobermann-Verein.