Endlich geht es den Wilderern an den Kragen

Heute kann ich gleich mit einer weiteren erfreulichen Nachricht im neuen Jahr weitermachen: Es gibt Fortschritte bei der Ergreifung von Nashorn-Wilderern! DNA-Proben der Tiere werden jetzt dazu verwendet, diesen Verbrechern auf die Spur zu kommen und sie zu verurteilen. Ein wichtiger Schritt, wie ich finde – und ein überfälliger. Mir liegt das Thema Nashorn-Wilderei ja seit Jahren am Herzen, ich habe es immer wieder in meinem Blog behandelt, zum Beispiel hier und – weil auch schon Zoos, die Nashörner halten, entsprechende Maßnahmen zum Schutz ihrer Tiere ergriffen haben – hier. Wie dringend das Thema im Hinblick auf den Artenschutz ist, zeigt sich schon an folgender Zahl: Allein in Südafrika töten Wilderer jährlich rund 1000 Nashörner, um das Horn für die traditionelle Medizin zu Höchstpreisen nach Asien zu verkaufen. (Das dpa-Foto zeigt einen Ermittler im Krüger-Nationalpark neben einem von Wilderern getöteten Nashorn.)

Nun kann also eine Datenbank mit DNA-Proben von Nashörnern dazu beitragen, Wilderer zu überführen – und, was noch wichtiger ist, ihre Verurteilung sicherzustellen und sie für lange hinter Gitter zu bringen. Dank der DNA-Proben ist es beispielsweise möglich, die von den Wilderern verkauften Hörner mit getöteten Nashörnern in Verbindung bringen. Eine Methode, die in der Kriminalistik längst angewendet wird. Laut einem Bericht im Magazin „Current Biology“ wurden DNA-Proben bisher in ungefähr 120 Fällen vor Gericht als Beweise genutzt. In einem Fall konnten sogar zwei Hörner je einem getöteten Nashorn aus Südafrika zugeordnet werden.  Der Wilderer aus Mosambik wurde laut dem Bericht zu 29 Jahren Gefängnis verurteilt. Die DNA lässt sich offenbar aus jeder Gewebeprobe nehmen, sogar aus schon gemahlenem Horn, und anhand von speziellen Merkmalen mit einem bestimmten Tier in Verbindung bringen.

Gerade in Südafrika ist die Zahl der grausam getöteten Nashörner seit zehn Jahren regelrecht explodiert. Die bisherige Höchstzahl lag im Jahr 2015 bei 1175 erlegten Tieren – der reine Wahnsinn! Aber immerhin ist auch die Zahl der Festnahmen von Wilderern gestiegen:  680 waren es im Jahr 2016.  In ganz Afrika gibt Schätzungen zufolge noch 20.000 bis 25.000 Breit-  und Spitzmaulnashörner. Besonders die Spitzmaulknashörner sind vom Aussterben bedroht. – Allerhöchste Zeit also, dass etwas geschieht, um den Wilderern das Handwerk zu legen.

Rentieren geht es an den Kragen

Ich suche ja immer nach einem besonders schönen Tierfoto für meinen Weihnachts-Blogbeitrag. Im vergangenen Jahr hatte ich dieses Bild gefunden. Rentiere passen halt einfach gut zu Weihnachten. Auch obiges Foto mit diesen arktischen Hirschen (Foto: Britta Pedersen/dpa) sieht wieder wunderbar aus. Doch der schöne Schein trügt. Denn zumindest in Russland ist der Bestand der Rentiere durch Wilderei bedroht. Da schlägt jetzt die Tierschutzorganisation WWF Alarm. Auf der Taimyr-Halbinsel in Sibirien, die ans Polarmeer grenzt, soll sich die Anzahl der Tiere von rund 800.000 im Jahr 2000 auf aktuell 400.000 halbiert haben. Laut WWF Deutschland werden Rentiere dort wegen ihrer Geweihe und Zungen gewildert. Die Organisation schätzt, dass jährlich rund 100.000 Rentiere auf der Taimyr-Halbinsel niedergemetzelt werden. WWF-Mitarbeiter machen vor Ort immer wieder grausige Entdeckungen: Sie finden wahre Schlachtfelder mit getöteten Rentieren.

Die zermahlenen Geweihe finden hauptsächlich Abnehmer in China, wo sie für traditionelle Medizin verwendet werden. Offenbar reicht denen das pulverisierte Nashorn nicht mehr aus, nachdem die Strafen für gewilderte Nashörner verschärft wurden. In Sibirien kommt es bekanntermaßen häufig zu Wilderei. Der WWF fordert deshalb mehr Überwachung und höhere Strafen. Wenn die illegale Jagd nicht bald eingedämmt wird, werden Bilder mit riesigen Rentierherden in Nordsibirien bald der Vergangenheit angehören.

Hoffen wir mal – Weihnachten steht schließlich vor der Tür -, dass das nicht passiert! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/Euch ein schönes Fest und ein paar entspannte Tage!