Stunde der Wintervögel – die sechste!

Blaumeise
Bundesweit ist es bereits die sechste Auflage der „Stunde der Wintervögel“, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) vom 8. bis 10. Januar ausrufen. Auch diesmal geht es darum, eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dann zu melden. Der NABU hofft auch diesmal wieder auf eine rege Beteiligung bei dieser Mitmachaktion. Die verspricht heuer, besonders spannend zu werden. Denn die große Frage ist: Hat das bisher extrem milde Winterwetter Zugvögel zur Überwinterung in Deutschland verleiten können? Interessant ist auch, ob der Kaltlufteinbruch im Osten Deutschlands oder lautes Silvesterfeuerwerk Vögel dazu gebracht haben, den Ort zu wechseln. Es könnte also durchaus sein, dass eine Reihe von Vogelfreunden andere Vögel als 2015 beobachten werden.

Der Stieglitz, der zu den Finken gehört und zum Vogel des Jahres 2016 auserkoren wurde, verdient besondere Aufmerksamkeit, denn sein Bestand nimmt bei uns deutlich ab. Er ist aber häufig an Futterstellen anzutreffen. Bisher hat er es auf Rang 22 der häufigsten Wintervögel geschafft. NABU und LBV bitten darum, viele bunte Meter aus samenreichen Wildblumen anzulegen oder zu erhalten. Die Stunde der Wintervögel wird zeigen, ob die Aktion zu höheren Stieglitzbeständen führt. Und so funktioniert die Wintervogelzählung:  Von einem ruhigen Beobachtungsposten aus notiert man von jeder Art die höchste Anzahl, die während einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Ergebnisse meldet man dann bis zum 18. Janua via Internet unter:

www.stundederwintervoegel.de

Außerdem ist am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Telefonnummer 0800/1157-115 geschaltet.

Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2015 machten über 77.000 Tierfreunde mit und meldeten über zwei Millionen Vögel aus über 53.000 Gärten. Damals lag der Haussperling auf dem Spitzenplatz als häufigster Wintervogel, gefolgt von der Kohlmeise. Dann kamen auf Rang drei bis fünf Feldsperling, Blaumeise und Amsel. NABU und LBV wollen mit der Aktion nicht nur Daten erheben, sondern auch den Zählern die Natur vor ihrer Haustür näher bringen und sie dazu anregen, ihren Garten naturnah zu gestalten, damit sich Vögel dort ansiedeln. Zur „Stunde der Wintervögel“ stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten und Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung.

So, und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Zählen!

Stare sammeln sich vor dem Abflug

StareWer derzeit in Norddeutschland unterwegs ist, dem bietet sich vielerorts ein eindrucksvolles Naturschauspiel: In riesigen Schwärmen sammeln sich jetzt die Stare zum Vogelzug in den Süden. Viele Ornithologen lassen sich dieses Spektakel nicht entgehen. Die großen Schilfgebiete an den Küsten und Seen in Mecklenburg-Vorpommern sind Sammelplatz für Hunderttausende dieser Vögel. Dort treffen sich die heimischen Stare mit ihren Artgenossen aus Russland, Polen und anderen osteuropäischen Ländern, bevor sie im Oktober in ihre Winterquartiere weiterfliegen: an den Atlantik, nach Nordafrika sowie in den Mittelmeerraum.

Bevorzugte Sammelgebiete sind das Peenetal und andere Flüsse im Küstengebiet, Boddengewässer wie vor Zingst und die Seenlandschaften. Touristen in der Region Fischland-Darß-Zingst etwa haben beste Gelegenheit, die riesige Staren-Schwärme zu beobachten, aber auch an der Mecklenburgischen Seenplatte kann man das Schauspiel gut verfolgen. Die Stare, die aus Osteuropa eingetroffen sind, kommen auch, weil sie in Norddeutschland einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Die Vögel bevorzugen vor allem Beeren von der Eberesche und Holundersträuchern.

Drei kleine Uhus in einer Mulchmaschine

UhuEs gibt Tiergeschichten aus dem Alltag, die sind einfach schön. Das hier ist so eine: Ein Uhu-Vogelpaar baute sein Nest ausgerechnet im Einfülltrichter einer Mulchmaschine im Kompostwerk einer Firma in Nürnberg-Fischbach. Zum Glück entdeckte ein aufmerksamer Mitarbeiter die drei geschlüpften Jungen, bevor der Mulcher nach Monaten wieder in Betrieb genommen werden sollte. Er hielt sie für kleine Eulen, und weil sie völlig durchnässt waren und er nicht wusste, was er mit den Vögeln machen sollte, brachte er sie in den Nürnberger Tiergarten. Dort wurden sie bei der tierärztlichen Untersuchung als Uhus identifiziert. Das geschah Ende Mai dieses Jahres.

Nach der ersten Versorgung der kleinen Uhus wollten Tiergartenmitarbeiter die Jungvögel wieder zu ihren Eltern in der Kompostieranlage  zurückbringen, damit die sich um die Aufzucht kümmern konnten. Etwa fünf Meter neben dem ursprünglichen Nistplatz bauten die Zoo-Angestellten einen Ersatzhorst auf einem großen Haufen aus Baumstümpfen und einem privisorischen Dach. Nun begann das Warten, ob die Uhu-Eltern die veränderte Situation annehmen und ihren Nachwuchs weiter versorgen würden. Am nächsten Tag stellte man fest, dass sich die Eltern nachts um die Kleinen kümmerten. Tagsüber verschwanden sie allerdings wieder. Zehn Tage später verließ der erste junge Uhu das Nest, der nächste in der Nacht darauf. Der dritte blieb und wurde weiter von seinen Eltern versorgt: Sie brachten ihm Ratten zum Fressen.

Um die Aufzucht beobachten zu können, wurde eine Wildkamera am Horst montiert, um den ganzen Prozess zu dokumentieren. Die beiden Geschwister des „Nesthockers“ suchte man nicht, weil es auf dem Werksgelände und im angrenzenden Wald genügend Verstecke für die Jungvögel gab. Außerdem sollte die Uhu-Familie nicht gestört werden. Ein paar Tage später waren durch die Kamera wieder alle drei Uhus in der Nähe des Horsts zu beobachten; schließlich verließ auch der dritte Uhu das Nest. Tiergartenmitarbeiter beringten die Vögel im Alter von zirka acht Wochen, zwei Tage danach flogen die beiden älteren Geschwister aus, eine Woche später der jüngste. Die Tierärzte schätzen, dass die Uhus Mitte April geschlüpft waren.

Bei ausgewachsenen Uhus bringen die Männchen durschnittlich 1,9 Kilogramm auf die Waage, die Weibchen 2,6 Kilo. Uhus sind die größte Eulenart in Europa. In den 1930er Jahren waren diese Tiere beinahe ausgerottet, nur noch 50 Brutpaare lebten in ganz Deutschland. Ab 1965 bis Mitte der 80er Jahre wilderte man in Bayern etwa 330 Uhus aus, 15 davon aus dem Tiergarten Nürnberg. Mit Erfolg: Heute leben allein in Bayern wieder etwa 500 Brutpaare.

Vögel winterhärter als gedacht

Mir gehen so manche Floskeln in den Medien, den derzeit kalten Winter betreffend, ziemlich auf die Nerven: Begriffe wie „Sibirische Kälte“ treffen auf unsere Breiten einfach nicht zu. Und den allzu häufig verwendeten Satz „Der Winter hat Deutschland fest im Griff“ kann ich einfach nicht mehr hören. Zugegeben, es ist kalt draußen, auch etwas kälter als sonst bei uns üblich. Aber Kälte-Katastrophen spielen sich – Gott sei Dank! – anderswo ab, nicht hierzulande.

Hart ist der Winter ohne Frage für einige Tierarten. Um den Vögeln zu helfen, die sich bei über längere Zeit hinweg tiefgefrorenem Boden schwer tun bei der Futtersuche, stellen viele Menschen Futterhäuschen auf oder bringen in Gärten und auf Balkonen Meisenknödel an. Das ist im Augenblick durchaus sinnvoll.

Ornithologen beobachten, dass die Vögel dem Winter in Deutschland durchaus die Stirn bieten. Sie weichen der Kälte nicht aus, bleiben vielmehr in ihren Brutgebieten. Und das selbst im äußersten Nordosten Deutschlands, wo die Bedingungen besonders schwierig sind. In Mecklenburg-Vorpommern etwa lassen sich bei Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius immer noch Kraniche blicken. Ähnlich verhält es sich mit den Vögeln an der Nordsee (das dpa-Foto zeigt Austernfischer an einer Deichkante an der Ostküste der Insel Borkum). Aber die Vögel im Wattenmeer haben es wirklich schwer: Die Nordeeküste ist mittlerweile fast völlig vereist. Experten gehen davon aus, dass viele Wasservögel dort verenden.

Die Vögel sind wegen des anfangs milden Winters und dann wegen des bereits hohen Sonnenstandes in Deutschland geblieben – und das, obwohl sie normalerweise sehr schnell auf Kälteeinbrüche reagieren. Die Tiere haben auch einen Grund dafür, nicht in südlichere Gefilde auszuweichen: Für sie gilt es, die ersten im Brutgebiet zu sein. Außerdem wollen sie Energie sparen und diese nicht durch überflüssige weite Flüge verschwenden.

 

And the winner is …

And the winner is … Die Dohle hat es geschafft: Sie ist heute zum „Vogel des Jahres 2012“ gewählt worden und tritt damit die Nachfolge des Gartenrotschwanz an, der den Titel in diesem Jahr tragen darf.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben sich aus verschiedenen Gründen für die intelligente Dohle entschieden: Zunächst einmal, weil ihr Bestand gefährdet und sie in Teilen Deutschlands sogar auf der Roten Liste zu finden ist. Aber auch, weil der schwarz gefiederte Vogel als wahrer Künstler der Anpassung gilt. Einst war er Steppenbewohner, heute lebt er mitten in menschlichen Wohngebieten. Nicht zuletzt zeichnet die Dohle eine Eigenschaft aus, die vielen Menschen abhanden gekommen ist: Treue. Dohlenmännchen und -weibchen bleiben ein ganzes Leben lang zusammen und umsorgen außerdem ihre Jungen besonders liebevoll.

Das größte Problem der Dohle ist – wie bei vielen anderen Tieren auch: der Mensch. Denn er zerstört systematisch ihre Lebensgrundlagen, indem er zum Beispiel Grünflächen zubaut oder Gift auf Äckern versprüht. Und wenn die Dohlen einen Nistplatz suchen – vorzugsweise tun sie das auf Kirchtürmen -, dann treffen sie oft auf Hindernisse wie Gitter, die eigentlich Tauben fernhalten sollen. Auch bei der Sanierung von Gebäuden verschwinden meist Nischen oder Mauerlöcher, die für Dohlennester bestens geeignet wären.

Tja, mir bleibt nur noch, der Dohle zu gratulieren und zu hoffen, dass ihr der Titel „Vogel des Jahres“ auch etwas bringt. Eines müssen wir, im Gegensatz zu Oscar-Gewinnern, bei der Dohle jedenfalls nicht befürchten: eine rührselige, nicht enden wollende Dankesrede.

Wenn Tierfreunde es zu gut meinen

Wenden wir uns von den Pressemitteilungen des Herrn Schrollinger wieder für die (Tier-)Welt wichtigeren Themen zu. Dazu gehört die übertriebene Tierliebe mancher Menschen, die den Tieren letztlich schadet. Viele Tierfreunde meinen es beispielsweise zu gut, wenn sie glauben, jeder auf dem Boden gefundene Jungvogel brauche Hilfe. (Die junge Krähe auf dem Bild hat Rita Köhler für pixelio.de fotografiert.) Der Naturschutzbund NABU weist darauf hin, dass man solche Vogelkinder auf jeden Fall nicht unter menschlicher Obhut aufpäppeln, sondern in der freien Natur lassen sollte. Denn es handelt sich meist nicht um verletzte oder von ihren Eltern im Stich gelassene Tiere. Vielmehr verlassen einige Vogelarten ihr Nest schon, bevor sie fliegen können. Sie geben aber immer wieder sogenannte Standortlaute von sich, um sich bei ihren Eltern bemerkbar zu machen.

Dazu gehören Nestflüchter wie zum Beispiel Enten, Fasane und Kiebitze, außerdem verschiedene Singvögel wie Amseln. Amseljunge etwa hält es oft schon eine Woche, bevor sie flügge werden, nicht mehr in ihrem Nest, weil es ihnen dort zu eng wird. Sie werden aber trotzdem von ihren Eltern weiterhin gefüttert und betreut.

Erst wenn man ein Vogelkind längere Zeit aus sicherer Entfernung (um die Elternvögel nicht abzuschrecken) beobachtet und feststellt, dass es sich tatsächlich um ein verlassenes oder verletztes Tier handelt, braucht das Vogeljunge wirklich Hilfe. Die Betreuung sollte man aber Fachleuten überlassen.

Kuckuck ruft´s aus dem Wald

Heute möchte ich wieder einmal auf eine Aktion des Landesbundes für Vogelschutz hinweisen. Zum vierten Mal ruft der LBV alle Tierfreunde dazu auf, es zu melden, wenn sie den ersten Kuckuck hören.

Wer von der Aktion noch nichts gehört hat, fragt sich vielleicht, was das Ganze soll. Das ist schnell beantwortet: Der LBV möchte herausfinden, ob der Kuckuck in der Lage ist, sich an den Klimawandel anzupassen. In den letzten Jahren kehren nämlich die Vogelarten, denen der Kuckuck seine Eier zum Ausbrüten unterschiebt, aufgrund der Klimaerwärmung immer früher aus ihren Winterquartieren zurück. Für den Kuckuck besteht deshalb die Gefahr, dass er zu spät kommt, um noch geeignete Nester zu finden. Haben die anderen Vögel schon mit der Brut begonnen, wird es für die Kuckucksweibchen sehr schwierig, ihre Eier noch in die Nester der Zieheltern zu legen. Der Kuckuck muss sich also den Wirtsvögeln zeitlich anpassen, sonst hat er große Probleme mit seiner Fortpflanzung.

Um herauszubekommen, ob auch der Kuckuck schon auf die Klimaerwärmung reagiert, braucht der LBV die Hilfe von Tier- und Naturfreunden. Der LBV hat die Kuckucks-Aktion vor drei Jahren zum ersten Mal durchgeführt und in den letzten zwei Jahren wiederholt. Dabei stellte es sich heraus, dass auch der Kuckuck in drei aufeinanderfolgenden Jahren jeweils etwas früher zu uns zurückgekehrt ist – auch 2010, obwohl da der Winter in Bayern sehr lang dauerte. Um sicherzugehen, dass es sich bei der früheren Rückkehr nicht um einzelne „Ausreißer“ und zufällige Schwankungen handelt, ist aber eine Erfassung über einen längeren Zeitraum nötig. Aus diesem Grund macht der LBV auch in diesem Jahr mit der Aktion weiter.

Und so funktioniert es: Jeder kann mitmachen. Man teilt dem LBV einfach mit, wann und wo man heuer den ersten Kuckucksruf in Bayern gehört hat. Mitmachen kann man im Internet – einfach hier klicken und den Fragebogen ausfüllen. Oder man meldet den ersten Kuckuck per Telefon unter 0 91 74/47 75 34 oder -35 oder per Fax unter 0 91 74/47 75 75.

Im vergangenen Jahr wurden dem LBV 1200 rufende Kuckucke aus Bayern gemeldet. Ob es in diesem Jahr noch mehr werden?

 

Buchtipp: Wilde Tiere in der Stadt

buch 001Auch in diesem Jahr habe ich für alle Tierfreunde wieder einen Buchtipp zu Weihnachten. „Wilde Tiere in der Stadt“ heißt der wunderbare Band von Florian Möllers, der bei Knesebeck erschienen ist, gebunden, 176 Seiten, mit 140 farbigen Abbildungen (ISBN 978-3-86873-196-5). Er kostet 29,95 Euro.

Wenn man früher die Redewendung benutzte: Da sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“, dann meinte man einen Ort, wo absolut nichts los ist, irgendwo auf dem Land. Heute treffen sich Fuchs und Hase mitten in der Stadt – und nicht nur sie, wie der Naturfotograf Florian Möllers in seinem Buch anschaulich nachweist. Immer mehr wilde Tiere suchen sich ihren Lebensraum in Großstädten, erobern dieses für sie ursprünglich fremde Territorium erstaunlich rasch und geschickt. Das Wildschwein im Vorgarten, der Fuchsbau in der Reihenhaussiedlung: Nun ist es am Menschen, mit solchen Phänomenen umzugehen zu lernen.

Wer hätte schon gewusst, dass es in Berlin so viele Nachtigallen gibt wie in ganz Bayern zusammmengenommen? Dass auf dem Kölner Dom, dem Roten Rathaus in Berlin oder der Münchner Frauenkirche der Wanderfalke heimisch geworden ist? Dass Köln einen dichteren Brutvogelbestand vorweisen kann als der Amazonas-Urwald? Und vor allem, warum das alles so ist? Diese und noch viel mehr Zusammenhänge erläutert Josef H. Reichholf, der Leiter der Wirbeltierabteilung an der Zoologischen Staatssammlung München in einem ebenso informativen wie unterhaltsam zu lesenden Vorwort.

Florian Möllers hat für sein Buch nicht nur Innenstädte mit der Kamera durchstreift, sondern war auch in Parks und auf Friedhöfen, in Vorstädten und Stadtbrachen unterwegs. Seine oft verblüffenden Fotos zeigen, wie selbstverständlich das Stadtleben für manche Tiere schon geworden ist – viel selbstverständlicher, als wir Menschen uns das jemals hätten vorstellen können.

„Wilde Tiere in der Stadt“: Ein Buch zum Verschenken oder zum Sich-Selbst-Schenken.

Spatz gleichzeitig Gewinner und Verlierer

SpatzneuDer Spatz (hier auf einem Foto von Monika Graf) ist Gewinner, aber gleichzeitig auch Verlierer der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ des lbv.  Er konnte zwar seinen Spitzenplatz vom Vorjahr verteidigen, trotzdem ist die Anzahl der bei der Aktion gemeldeten Spatzen zurückgegangen. Fast 6500 Tierfreunde haben bei der mittlerweile sechsten Stunde der Gartenvögel in Bayern mitgemacht und 137 000 Vögel aus fast 4463 Gärten und Parks gemeldet. Das sind elf Prozent mehr als beim letzten Mal.

Auch wenn der Haussperling, meist der Einfachheit halber als „Spatz“ bezeichnet, an der Spitze geblieben ist: Bundesweit ist sein Bestand so stark zurückgegangen, dass bei der Zählung sogar lange Zeit die Amsel vor ihm lag und er sich erst gegen Ende der Aktion auf den ersten Platz vorschieben konnte. In München ist der Spatz sogar auf Rang 7 zurückgefallen.

Der Rauch- und Mehlschwalbe geht es auch nicht besser. Denn sogar in Unterfranken, das als Mehlschwalben-Hochburg gilt, wurden weit weniger Exemplare dieser Vögel gesichtet als noch im Vorjahr. Die Verantwortlichen der Aktion bei lbv und NABU haben außerdem erfreut eine Zunahme des Feldsperlings festgestellt, ebenso der Kohl- und Blaumeise.
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Seevögel sterben qualvoll

Viel ist in den letzten Tagen berichtet worden über die Ölpest im Golf von Mexiko. Noch immer ist es nicht gelungen, das ins Meer sprudelnde Öl einzudämmen. Die Umweltkatastrophe nimmt munter ihren Lauf – mit verheerenden Folgen für die im Meer bzw. an den Küsten von Louisiana, Mississippi und Alabama lebenden Tiere.

oelvogel_2Was Tier- und Umweltschützer dagegen tun können, ist nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Für die ölverschmierten Vögel in den Küstengebieten gibt es kaum Aussicht auf Rettung. Denn es geht nicht nur darum, ihr verklebtes Gefieder mit Chemikalien zu reinigen. Vielmehr haben die meisten von ihnen auch Öl geschluckt – eine tödliche Bedrohung für die Tiere: Es gelangt nämlich in Leber und Nieren. Die Vögel gehen oft jämmerlich draußen auf dem Meer zugrunde, bevor ihnen irgendjemand helfen kann.

Das Unglück mit der Bohrinsel kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn im Mississippi-Delta sind derzeit Pelikane, Austernfischer und Möwen mitten in der Brutsaison. Wenn die Ölpest nun herankommt, bedeutet das auch für diese Vögel eine akute Gefahr.

Von Ölkatastrophen in der Vergangenheit weiß man leider, dass nur ein ganz geringer Prozentsatz der Seevögel gerettet werden konnten. Mitarbeiter von Schutzstationen kämpfen zwar verzeifelt um jedes einzelne Tierleben, müssen aber leider zugeben, dass die wenigsten wieder gesund in die Freiheit entlassen werden können. Die überwiegende Mehrheit stirbt einen grauenvollen Tod.