Seevögel sterben qualvoll

Viel ist in den letzten Tagen berichtet worden über die Ölpest im Golf von Mexiko. Noch immer ist es nicht gelungen, das ins Meer sprudelnde Öl einzudämmen. Die Umweltkatastrophe nimmt munter ihren Lauf – mit verheerenden Folgen für die im Meer bzw. an den Küsten von Louisiana, Mississippi und Alabama lebenden Tiere.

oelvogel_2Was Tier- und Umweltschützer dagegen tun können, ist nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Für die ölverschmierten Vögel in den Küstengebieten gibt es kaum Aussicht auf Rettung. Denn es geht nicht nur darum, ihr verklebtes Gefieder mit Chemikalien zu reinigen. Vielmehr haben die meisten von ihnen auch Öl geschluckt – eine tödliche Bedrohung für die Tiere: Es gelangt nämlich in Leber und Nieren. Die Vögel gehen oft jämmerlich draußen auf dem Meer zugrunde, bevor ihnen irgendjemand helfen kann.

Das Unglück mit der Bohrinsel kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn im Mississippi-Delta sind derzeit Pelikane, Austernfischer und Möwen mitten in der Brutsaison. Wenn die Ölpest nun herankommt, bedeutet das auch für diese Vögel eine akute Gefahr.

Von Ölkatastrophen in der Vergangenheit weiß man leider, dass nur ein ganz geringer Prozentsatz der Seevögel gerettet werden konnten. Mitarbeiter von Schutzstationen kämpfen zwar verzeifelt um jedes einzelne Tierleben, müssen aber leider zugeben, dass die wenigsten wieder gesund in die Freiheit entlassen werden können. Die überwiegende Mehrheit stirbt einen grauenvollen Tod.

Ein Sieg für den Kormoran?

kormoranEr ist zwar Vogel des Jahres 2010, aber immer wieder gibt er Anlass zu Streit: der Kormoran. Fischer und Angler beschweren sich regelmäßig, dass dieser Vogel die Fischbestände in Flüssen und Seen ausdünne. Fischzüchter beklagen, dass er ihnen großen wirtschaftlichen Schaden zufüge, weil er ganze Teiche – zum Beispiel die Karpfenteiche in Mittelfranken – leerfresse.

Jetzt hat es in Niedersachsen eine gerichtliche Auseinandersetzung um die Kormorane am Steinhuder Meer gegeben. Dabei sind die Fischer als Verlierer nach Hause gegangen. Sie hatten geklagt, die Tiere seien verantwortlich für den Verlust von großen Mengen von Aalen, Zandern, Hechten und Barschen. Deshalb wollten sie die Kormorane abschießen. Das Gericht entschied jedoch, der Abschuss sei nicht zulässig.

Ich finde, das ist ein gutes Zeichen für den Tier- bzw. Vogelschutz. Die Naturschützer halten die Vorwürfe der Fischereiverbände seit langem für übertrieben und auch für nicht bewiesen.  – Eine Chance haben die Fischer am Steinhuder Meer aber noch: Sie können beim Oberverwaltungsgericht Berufung einlegen.

Schon einen Kuckuck gehört?

Eigentlich wollte ich heute ja über die Kühe und Schafe in Island schreiben, die doch etwas mehr unter dem Vulkanausbruch zu leiden haben als die Reisenden, die nicht mehr von A nach B kommen, weil der Luftverkehr gesperrt  ist. Die Bauern in der Gegend um den Eyjafjallajökull müssen ihr Vieh in Sicherheit bringen, bevor es zu viel von der Vulkanasche frisst, die sich auf den Weiden in einer schmierigen Schicht abgesetzt hat. Die Asche enthält Fluorid, und dieser Stoff führt dazu, dass im Magen der Tiere Säure entsteht, die den Darm stark angreift. Dadurch kommt es zu Blutungen. Außerdem verbindet sich das Fluorid im Blut mit Kalzium. Das hat zur Folge, dass Knochen und Zähne spröde werden. Deshalb bringen die Bauern ihr Vieh in den Stall, verrammeln den so dicht wie möglich und füttern es mit sauberem Futter und Wasser.

Aber dann haben mich die Fotos zu dieser Meldung mit der widerlichen dicken Ascheschicht auf den sonst herrlich grünen Weiden und den in der Aschewolke herumirrenden Kühen so deprimiert, dass ich lieber über ein anderes Thema schreiben wollte. Eines, das zum Frühling passt, der endlich bei uns eingekehrt ist.

KuckuckUnd da bin ich sehr schnell beim Landesbund für Vogelschutz fündig geworden. Der hat zum dritten Mal seine Aktion „Schon gehört?  – Die Ankunft des Kuckucks“ gestartet, und ich finde, das ist eine gute Sache, an der man sich unbedingt beteiligen sollte. Worum geht es dabei? – Ganz einfach: Der LBV bittet darum, zu melden, wann und wo man den ersten Kuckuck dieses Jahres rufen gehört hat. Das kann man entweder per Telefon tun unter den beiden
Nummern 0 91 74/47 75 34 und 0 91 74/47 75 38 oder direkt online hier beim LBV.

Mit dieser Aktion will man herausfinden, ob und wie sich der Kuckuck an den Klimawandel anpassen kann. Viele Vögel kehren nämlich immer früher aus ihren Winterquartieren in Afrika zu uns zurück, auch die Arten, in deren Nester der Kuckuck für gewöhnlich seine Eier legt. Das birgt die Gefahr, dass der Kuckuck zu spät dran ist, um noch geeignete Nester zu finden.

Also: Draußen spazierengehen, dabei nicht Musik hören, sondern den wunderbaren Frühlingsgeräuschen der Natur lauschen – und wenn man das Glück hat, einen Kuckuck zu hören, das dem LBV melden! Viel Spaß!

Artenschutz vor der Haustür

lbv-sammlungNach der schrecklichen Meldung aus China zurück ins idyllische Franken. Heute mal wieder ein eher praktischer Tipp: Ab sofort und noch bis zum 21. März führt der Landesbund für Vogelschutz seine diesjährige Frühjahrs-Haus-und-Straßensamlung durch. Die hat inzwischen schon eine 30-jährige Tradition: 1980 hat der LBV in einigen Kreisgruppen damit angefangen. Mittlerweile hat sich dieses zarte Pflänzchen zu einer der erfolgreichsten bayernweiten Sammlungen für Natur- und Artenschutzprojekte sowie Umweltbildung entwickelt. In diesem Jahr wirbt nebenstehendes Plakat mit dem süßen Hamster für die Sammlung.

Für diese Sammlung engagieren sich viele Menschen in Bayern: In der Altersgruppe der 20- bis 40-jährigen war fast ein Viertel der Bevölkerung schon einmal mit der Sammeldose oder einer Freundesliste für den LBV Spenden unterwegs.

Ich glaube, das ist eine wichtige Sache für den Artenschutz in unserer unmittelbaren Umgebung, zu der jeder etwas beitragen kann. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo die internationale Artenschutzkonferenz noch tagt, müssten doch alle sehr motiviert sein, ihr eigenes Scherflein dazu beitragen zu können, oder?

Rekord bei der Stunde der Wintervögel

Zum Vogelzählen hatte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Dreikönigstag aufgerufen, und ich habe versucht, die Aktion auch durch eine Ankündigung hier in meinem Blog zu unterstützen. Ob´s was geholfen hat, weiß ich nicht, aber Tatsache ist: Noch nie haben sich so viele Menschen in einem deutschen Bundesland an einer Vogelzählung beteiligt wie bei dieser Aktion am 6. Januar 2010; 17 679 Bayern (doppelt so viele wie im Vorjahr) zählten 514 836 Vögel.

ErlenzeisigUnd was ist – abgesehen von diesen beeindruckenden Zahlen – dabei herausgekommen? Am meisten hat die Experten vom LBV überrascht, dass in diesem Winter unheimlich viele Erlenzeisige (ein Exemplar dieser Art ist auf nebenstehedem Foto zu sehen) nach Bayern kamen. Mit fast 30 000 Meldungen rückte der Erlenzeisig auf Platz 8 der Liste der „Top Ten“ der bayerischen Wintervögel auf. Man vermutet, dass dieser Vogel bei seinem Zug von Skandinavien nach Südwesten an den unüberwindlichen Alpen sozusagen hängenbleibt.

Und das sind die „Top Ten“ der Wintervögel auf der Häufigkeits-Rangliste: 1.Haussperling, 2.Kohlmeise, 3.Grünfink, 4.Amsel, 5.Feldsperling, 6.Blaumeise, 7.Buchfink, 8.Erlenzeisig, 9.Bergfink, 10.Rotkehlchen. Damit hat der Haussperling die Kohlmeise vom 1. Platz verdrängt. Wahrscheinlich haben mehr Menschen in ländlichen Gebieten an der Zählung teilgenommen; dort kommt der Spatz noch häufiger vor als in der Stadt. Offensichtlich ist für den LBV auch, dass Amseln, Kohl- und Blaumeisen von den vielen alten Bäumen in städtischen Bereichen profitieren. Dagegen kommen Haus- und Feldsperlinge nur noch in kleineren Städten und Dörfern häufig vor, wo es noch Wildkrautfluren, größere Gärten und Bauernhöfe gibt.

Und noch ein Ergebnis hat mich sehr verblüfft: Immer mehr Zugvögel trotzen dem Winter. So wurde bei der Zählung aus Kronach ein Schwarzstorch gemeldet – eine echte Sensation! Schwarzstörche überwintern normalerweise südlich der Sahara. Auch der Star, der früher als typischer Zugvogel galt, wurde oft gemeldet, vor allem aus den Weingebieten in Unterfranken, wo das Klima bekanntlich etwas milder ist. Sogar der Hausrotschwanz, dem früher niemand zutraute, den kalten Winter in Bayern zu überleben, wurde bei der Zählung 338-mal gemeldet. Im südlichen Oberbayern wurde ein Halsbandsittich gesichtet; diese ursprünglich tropischen Vögel haben den Winter bisher nur im warmen Rhein-Main-Gebiet überleben können.

Interessante Ergebnisse – das Zählen hat sich also auf jeden Fall gelohnt!

Vögel zählen am Dreikönigstag!

Am 6. Januar, dem Dreikönigstag, schlägt wieder die Stunde der
Wintervögel beim Landesbund für Vogelschutz. Der lbv hofft auf eine möglichst rege Beteiligung an der Aktion – so wie im vergangenen Jahr, als 12 000 Menschen 275 000 Vögel zählten. Je mehr Teilnehmer, desto besser. Deshalb möchte auch ich in diesem Blog für die Aktion die Werbetrommel rühren.

urn:newsml:dpa.com:20090101:091217-10-12689Der Zähltag soll nicht nur Aufschluss darüber geben, welche Wintervögel bei uns wo verbreitet sind (auf dem Bild links ist z.B. eine Drossel zu sehen), sondern längerfristig auch Erkenntnisse darüber liefern, ob und wie sich der Klimawandel auf den Vogelbestand wirkt.

Der lbv verlost unter allen Teilnehmern tolle Preise, beispielsweise ein Swarowski-Fernglas. Also, ran an die Ferngläser und mitgemacht! Mitmachen kann man hier.

Manche Tierliebe ist für die Katz´

Immer wenn es Herbst wird, schlagen sie wieder zu, die vermeintlichen Tierfreunde, die überall Vogelhäuschen aufstellen. Dorthinein  streuen sie Vogelfutter in rauen Mengen und sind überzeugt, mit dazu beizutragen, unsere Wildvögel über den Winter zu retten.

Allerdings berücksichtigen sie nicht, dass die Winter bei uns meist nicht mehr so streng sind. Längere Frostperioden, in denen der Boden gefroren oder dick von Schnee bedeckt ist, kommen hierzulande nur noch selten vor. Nur dann aber macht das Vogelfüttern Sinn.

VogelhausWer die Vögel unbedingt verwöhnen möchte, sollte folgendes bedenken: Vogelhäuschen, die fürs Auge schön aussehen, sind für die Tiere gar nicht so gut geeignet. Denn das Futter wird darin meist nass und gefriert leicht. Wenn die Vögel es dann fressen, werden sie krank. Außerdem besteht bei Vogelfutter, das auf einer Fläche ausgestreut ist, die Gefahr, dass die Vögel darin herumhüpfen und es durch ihren Kot verunreinigen. Krankheiten breiten sich auf diese Weise unter den Körnerfressern schnell aus.

Deshalb raten Tierschützer zu Futtersilos statt zu Vogelhäuschen – auch wenn die längst nicht so nett aussehen. Die Röhren haben aber den Vorteil, dass das Körnerfutter darin vor Nässe, Kälte und Verschmutzung geschützt ist, denn es gibt nur am unteren Ende einen kleinen Auslass, an dem die Vögel das Futter wegpicken.

Die meisten Menschen denken auch nicht daran, dass nicht alle Vogelarten nur Körner fressen. Amseln oder Rotkehlchen zum Beispiel ziehen Weichfutter vor. Für sie eignen sich Äpfel, die man in Holzgestelle stecken kann. Am leichtesten tut man sich bei der Wahl des  richtigen Futters bei Meisen: Die herkömmlichen Meisenknödel oder Meisenringe sind für diese Vögel gut geeignet.