MSC-Siegel – eine Mogelpackung?

Ist das blau-weiße MSC-Siegel des Marine Stewardship Council, das auf Verpackungen von Fisch und Meeresfrüchten zu finden ist und für nachhaltige Fischerei stehen soll, eine Mogelpackung? Diesen Vorwurf erhebt jedenfalls eine Reihe von  internationalen Umwelt- und Meeresschutzorganisationen – darunter auch Greenpeace und die Deutsche Stiftung Meeresschutz. Sie haben in einem Schreiben an den MSC wachsende Bedenken am Zertifizierungsverfahren vorgebracht und verlangen strengere Bewertungskriterien. Ihr Vorwurf: Der MSC soll zum Beispiel umstrittene Fischereien als nachhaltig zertifiziert haben. Mit schlimmen Folgen, nämlich dem Fang von Tausenden gefährdeter und bedrohter Tiere. Außerdem hätten die Fangmethoden irreparable Schäden in den Lebensräumen angerichtet. Die Verbraucher würden mit dem Siegel in die Irre geführt.

Die Umweltschützer kritisieren, dass eine Reihe von Schwachstellen im MSC-Verfahren schon seit einiger Zeit bekannt seien, vom MSC aber nichts dagegen unternommen werde. Der MSC hingegen verweist darauf, dass für dieses und das nächste Jahr eine Überarbeitung seines Standards geplant sei. Und er betont, dass Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit auch immer umsetzbar bleiben müssten. Wenn man Anforderungen stelle, die nur die besten fünf Prozent der weltweiten Fischereien je erfüllen könnten, würde das nicht helfen, die Ozeane langfristig zu schützen.

Die Kritik der Umweltschützer richtet sich auch gegen die Zukunftspläne des MSC: Der Anteil an Fisch mit MSC-Siegel soll weltweit ansteigen, von 12 Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2020. Im Klartext bedeutet das eine Ausweitung der zertifizierten Betriebe.

Meiner Meinung nach begibt sich der MSC mit solchen Plänen auf ganz dünnes Eis. Es wirkt auf jeden Fall so, als würden Ansprüche, die man bei 1997 bei der Gründung noch hatte, ohne Not heruntergeschraubt. Wenn das der Fall sein sollte, kann man auch ganz auf so ein Siegel verzichten.

Glückliche bayerische Kühe!

Na toll: Deutsche Kühe produzieren so viel Milch wie nie zuvor, vermeldet der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Zwischen Oktober 2011 und Oktober 2012 lieferte eine Kuh im Schnitt 8237 Kilogramm Milch, das sind 64 Kilo mehr als im Jahr davor und sogar 400 Kilo mehr, als  die Jahresleistung noch vor fünf Jahren betrug. Diese Leistung wird tatsächlich in Kilogramm gemessen, wobei ein Kilogramm Milch fast genau einem Liter entspricht.

Übrigens schneiden die ostdeutschen Kühe dabei besser ab als die westdeutschen. An der Spitze liegen die Kühe in Thüringen, die durchschnittlich 9180 Kilo Milch pro Jahr geben, während die bayerischen Kühe mit 7349 Kilo die schwächsten Milchlieferanten sind.

So weit die Zahlen aus Sicht des Verbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Der führt diese Entwicklung darauf zurück, dass in Deutschland immer größere Kuhherden gehalten werden und damit eine professionellere Betreuung der Tiere möglich sei. Die landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen haben im Schnitt 279 Kühe im Stall stehen, während es bei den Bauern in Bayern im Schnitt nur 38 Tiere sind.

Gegen diese Sichtweise läuft – meiner Meinung nach zu Recht – der Tierschutzbund seit Jahren Sturm. Er kritisiert, dass die meisten der auf Höchstleistung gezüchteten Kühe das ganze Jahr über im Stall gahalten werden. Denn unter natürlichen Bedingungen auf der Weide können die Tiere gar nicht so viele Nährstoffe aufnehmen, wie es für solche Milchmengen nötig wäre. Außerdem bekommen die Kühe mit der größten Leistung öfter Erkrankungen am Euter und leiden häufiger unter Stoffwechselstörungen und Klauenschäden. Vom Tierschutzgedanken her am schärfsten zu verurteilen ist die Tatsache, dass Kühe, die am meisten Milch geben, am frühesten geschlachtet werden: Die Milchleistung sinkt nämlich ganz schnell mit dem Alter. So haben laut Tierschutzbund Kühe, die bis zu 50 Liter Milch am Tag liefern, nur eine Lebenserwartung von vier Jahren.

Man kann den Milchbericht also auch anders als nur auf Leistung bezogen lesen. Dann käme man zu dem Ergebnis: In Bayern leben die glücklichsten Kühe.

 

 

Luxus für Mops und Co.

Von wegen Krise! Schaut man sich an, was die Deutschen gerade jetzt im Weihnachtsgeschäft für ihre Haustiere kaufen, kann man sich nur die Augen reiben. Luxusartikel vor allem für Hunde und Katzen boomen wie schon lange nicht mehr.

Dabei zeichnet sich offenbar ein neuer Trend ab: Früher gab es derartige Produkte nur in sogenannten Tier-Boutiquen zu kaufen, mittlerweile sind sie auch im normalen Zoofachhandel im Kommen. Da werden etwa Katzen-Kratzbäume für knapp 1490 Euro angeboten oder Hochzeitskleider für Hunde, die genauso teuer sind wie die für menschliche Bräute. Auch wenn die teuersten Stücke nicht unbedingt wirklich gekauft werden, dienen sie dazu, Kunden anzulocken, die dann einen anderen, etwas preisgünstigeren Artikel kaufen, mit dem der Handel aber immer noch ein Riesengeschäft macht.

Ausgehmäntel für Hunde, Strickpullover mit speziellen Motiven, Parkas mit Fellkragen, Strasshalsbänder – das sind nur einige Beispiele für ein Angebot, das man normalerweise im gehobenen Modefachhandel für Damen oder Herren findet, neuerdings aber immer öfter im Zoofachhandel. Parallel dazu entdecken auch berühmte Modedesigner Tiere als Zielpublikum für sich – man denke nur an Harald Glööckler, der mit seinen verrückten Kreationen für Hunde unglaublich erfolgreich ist.

Hunde bringen tierischen Umsatz

Schon gehört? Am Sonntag, 5. Juni, ist der „Tag des Hundes“. Zumindest wird er vom Verband für das Deutsche Hundewesen, VDH, begangen. Man mag davon halten, was man will – der VDH legt auf jeden Fall ziemlich interessante Zahlen vor, welche wirtschaftlich wichtige Rolle Hunde in Deutschland spielen. Beschäftigen wir uns heute also ruhig einmal mit einem tierisch-wirtschaftlichen Thema!

Hundehalter geben immerhin 50 bis 100 Euro pro Monat für ihre Vierbeiner aus. Da in Deutschland rund 5,3 Millionen Hunde leben, kommt da ein ganz hübsches Sümmchen zusammen. Nehmen wir nur mal das Hundefutter: Laut Gesellschaft für Konsumforschung haben Hundebesitzer im vergangenen Jahr dafür 834 Millionen Euro hingeblättert – mehr als für Babynahrung, für die nur 556 Millionen ausgegeben wurden.

Und mit dem Futter allein ist es ja nicht getan. Herrchen – vor allem aber Frauchen – verwöhnen ihre Lieblinge auch großzügig mit Zubehör. Mit Hundespielzeug, Leinen, Körbchen und ähnlichem haben die Händler 2010 einen Umsatz von 155 Millionen Euro eingefahren – Tendenz steigend, denn sie haben dabei gegenüber 2009 über drei Prozent Zuwachs verbuchen können. Rechnet man alle Ausgaben zusammen, die irgendwie mit der Hundehaltung zusammenhängen – etwa auch das Geld, das Hundebesitzer in Hundesalons zur Schönheitspflege ihrer Lieblinge lassen (siehe obiges Foto) -,  ergibt sich die stolze Summe von fünf Milliarden Euro. Noch eine andere Zahl: Die Umsätze aus der Hundehaltung beliefen sich im vergangenen Jahr auf 0,2 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes. Zum Vergleich, nur damit man sich eine Vorstellung der Größenordnung machen kann: Die gesamte Land- und Forstwirtschaft brachte es auf 0,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Zum Schluss noch die Kosten, an die jeder gleich denkt, wenn von Hundehaltung die Rede ist: die Hundesteuer. Die deutschen Kommunen haben 2010 insgesamt 285 Millionen Euro an Hundesteuer eingesäckelt. Auch nicht schlecht.