PETA – einmal mehr unglaublich!

delfinphilippkahWieder einmal geben sie eine Pressemitteilung heraus, und wieder einmal merken sie gar nicht, wie sie sich selbst ein Ei damit legen: die Tierrechtler von PETA. Diesmal kritisieren die „Überführung“ von vier Delfinen aus Nürnberg und Duisburg auf die Ferieninsel Lanzarote. Vor einer Woche waren die Großen Tümmler Noah und Kai aus dem Tiergarten sowie Darwin und Diego aus dem Zoo Duisburg auf die Kanareninsel Lanzarote geflogen worden. Dort sollen die vier in einer „Junggesellen“-Gruppe zusammenleben. Für PETA-Vertreter ist der Umzug in den Rancho Texas Park gleichbedeutend mit einem Transport „von einem Gefängnis ins nächste“.

PETA zufolge kämpfen Tierschützer auf Lanzarote seit zwei Jahren gegen ein Delfinarium in dem Park. Die Organisation hatte dem Tiergarten und dem Duisburger Zoo vor wenigen Wochen einen eigenartigen Vorschlag unterbreitet und vorgeschlagen, die Delfine in ein betreutes Meeresgehege umzusiedeln. Ein solches könne auf der griechischen Insel Lipsi entstehen. Bei dieser Einrichtung handelt es sich um eine abgezäunte Meeresbucht, die aber erst realisiert werden müsste. Die Idee, solche Schutzräume im Meer zu schaffen, ist nicht neu. So hat das Dolphin Research Centre (DRC) bereits vor einiger Zeit eine derartige Zone geschaffen. Pikanterweise hat PETA in der Vergangenheit schon gegen das DRC quergeschossen. Außerdem müssten die Delfine auch in dieser beschützten Bucht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teilnehmen. PETA kritisiert aber gerade, „dass die Meeressäuger unter dem Vorwand des EEP hin- und hergeschoben werden“. Tiere, die im EEP erfasst sind, kann man jedoch gar nicht auswildern!

Weiter prangert PETA an: Statt sich „ihre Artgenossen selbst auszusuchen, werden die Delfine in dem spanischen Freizeitpark in eine Sozialstruktur gepresst“. Dabei übersehen die Aktivisten allerdings eines: Auch frei lebende Tümmler gehören Sozialstrukturen an, die sie nicht auswählen können. Die Tiere werden vielmehr dort hinein geboren, so wie wir Menschen in eine Familie hinein geboren werden. Oder bei der Jagd auf ihre Beutetiere – auch da sind Delfine auf eine bestimmte Gruppe von Artgenossen angewiesen. In der Mitteilung von PETA ist vieles unvollständig, verdreht dargestellt oder so hingebogen, dass es irgendwie für die selbsternannten „Tierschützer“ passt. Folgender Satz ist allerdings korrekt: „Im Ozean schwimmen Delfine täglich bis zu 150 Kilometer und tauchen mehrere hundert Meter tief.“ Dazu kann ich nur eines sagen: Sie tun das nicht aus purem Vergnügen, sondern lediglich, um zu überleben. Das ist mittlerweile bekannt – aber wohl noch nicht bis zu PETA durchgedrungen!

Wieder machen zwei Delfine aus Nürnberg die Fliege

delfine_lanzaroteIm Netz schwirrte die Meldung schon am Samstag herum: Die beiden Delfine Noah und Kai aus der Lagune im Tiergarten Nürnberg sind nach Lanzarote umgezogen. Mit im Flieger: die zwei Großen Tümmler Diego und Darwin aus dem Zoo Duisburg. In ihrer neuen Heimat auf der spanischen Insel, dem Rancho Texas Park, werden sie nun alle vier in einer „Junggesellen-WG“ leben. Der Umzug erfolgte in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Die vier Delfine wurden von zwei Tierpflegern aus Nürnberg und Duisburg begleitet. Außerdem waren eine Tierärztin und drei Trainer aus Lanzarote mit an Bord der Chartermaschine. Das vertraute Pflegepersonal wird noch eine Zeitlang bei den Großen Tümmlern aus Deutschland bleiben, um ihnen die Eingewöhnung in der neuen Umgebung zu erleichtern. Der Rancho Texas Park  ist ein modernes, neu gebautes Delfinarium. Mit dieser Einrichtung pflegen die beiden deutschen Zoologischen Gärten schon jetzt Kontakt, der künftig noch vertieft werden soll. In dem Tierpark auf der beliebten Ferieninsel wird – ebenso wie in Nürnberg und Duisburg – bei der Delfinhaltung Wert auf wissenschaftliche Forschung und Information der Besucher gelegt.

Übrigens ist keiner der vier Tümmler-Junggesellen ein Wildfang, sie wurden vielmehr alle in europäischen Delfinarien geboren: Noah kam im November 1993 in Nürnberg auf die Welt, Kai im August 2010 im Delfinarium Harderwijk (Niederlande); er lebte seit Juni 2013 in Nürnberg. Diego und Darwin sind Nachzuchten des Zoos Duisburg aus dem Jahr 2011. Vor kurzem erst hat der Tiergarten Nürnberg die beiden Großen Tümmler Arnie und Naomi abgegeben, die man nun an der Algarve besuchen kann.

Auf der Internetseite Isla Sin Corrupción wurden Fotos von der Landung des Flugzeugs in San Bartolomé gezeigt, dazu war folgender Text zu lesen:

CUATRO DELFINES LLEGAN EN AVIÓN A LANZAROTE. Acaban de llegar al aeropuerto lanzaroteño de Guacimeta (San Bartolomé), en el vuelo BBD254 de un avión de carga procedente de Nuremberg (Alemania), cuatro delfines que irán destinados al parque temático del Rancho Texas (Tías). Los delfines han llegado en cajas completamente cerradas. En las fotografías que adjuntamos se observa la descarga de esos estanques especiales en los que han volado los delfines hasta nuestra isla.

Ein typischer Peta-Vorschlag!

delfinlaguneDas ist mal wieder so ein Vorschlag, bei dem man sich sofort denkt: typisch Peta – einfach unsinnig! Die Tierschutzaktivisten haben dem Nürnberger Tiergarten jetzt 100.000 Euro angeboten, wenn der Zoo seine Delfinlagune schließt. Einfach lächerlich, diese Idee! Was soll ein Zoologischer Garten mit einem Jahresetat von 13 Millionen schon mit dieser Summe groß anfangen? Allein die von Peta geforderte Umsetzung der Delfine in eine geschützte Meeresbucht würde ein Vielfaches kosten – ganz abgesehen von folgender, nicht ganz unwichtiger Tatsache: So eine betreute Einrichtung existiert bislang gar nicht!

Kein Wunder also, dass die Tiergartenleitung nicht auf das Angebot eingeht. „Eine Gruppierung, die uns regelmäßig anzeigt, ist für uns kein Gesprächspartner“, zitiert nordbayern.de den stellvertretenden Zoochef Helmut Mägdefrau. Er verweist darauf, dass sich der Tiergarten auch nicht – wie von Peta behauptet – in einer prekären finanzielle Situation befinde. Mägdefrau führt außerdem Zahlen an, die für sich sprechen: An Wochenenden besuchen bein gutem Wetter oft 15.000 Zoogäste die Lagune, sie ist also bei vielen Zoobesuchern äußerst beliebt.

Anfang dieser Woche hatte Peta dem Duisburger Zoo der ebenfalls Große Tümmler hält, ein ähnliches Angebot unterbreitet. In beiden Fällen dürfte das Geld laut den Tierschutzaktivisten ausschließlich zur Verbesserung der Situation bereits vorhandener Zootiere verwendet werden. Die Summen, die von den Tierrechtlern geboten werden, stammen angeblich von privaten Spendern.

Wieder einmal unerträglicher Unsinn!

OrcaSo, das ist heute mein 1111. Beitrag in diesem Tierblog. Da wollte ich etwas ganz Besonderes schreiben. Nun kommt aber wieder einmal das Wal- und Delfinschutz-Forum, kurz WDSF, mit einer seiner unsäglichen „Pressemitteilungen“ über die Agentur ods daher und behauptet darin so hanebüchenen Unsinn, dass ich aktuell reagieren muss. Dass – wie inzwischen durch Medienberichte bekannt sein dürfte – SeaWorld die Zucht von Orcas einstellt, nimmt WDSF-Frontmann Jürgen Ortmüller zum Anlass, wieder mal den Tiergarten Nürnberg und den Duisburger Zoo wegen der Delfinhaltung und -nachzucht anzufgreifen. Neue Argumente hat er natürlich nicht, aber er agiert halt nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Wenn SeaWorld, einer der größten Betreiber von Aquarien und Delfinarien, keine Orcas mehr züchtet, setzt das die beiden genannten Zoos nämlich keineswegs „unter Zugzwang“, wie Ortmüller verbreitet. Die Gründe, die SeaWorld zu diesem Schritt bewogen haben, kann und will ich hier nicht analysieren. Ob man sich dort aber, wie Ortmüller meint, unbedingt „dem erheblichen“ Druck von Tierschützern gebeugt hat, wage ich zumindest zu bezweifeln. An die Meldung über Seaworld hängt Ortmüller den gebetsmühlenartig und schon gefühlte millionen Mal wiederholten Satz an: „Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) fordert seit Jahren auch die Beendigung der Delfinhaltung in den beiden deutschen Zoos in Nürnberg und Duisburg und der Orcahaltung im Loro Parque auf Teneriffa.“

Und dann kommt wieder die üblich volle Breitseite: „Ebenso wichtig ist, dass die Haltung und die weitgehend vergeblichen Nachzuchtbemühungen von Delfinen in den Zoos in Nürnberg und Duisburg nun umgehend beendet werden. Mit mehr als 100 frühzeitig verstorbenen Meeressäugern sind die beiden Zoos der größte Delfinfriedhof Europas.“ Die Fälle der toten Delfinbabys werden wie immer hochgespielt (und wahrscheinlich auch hochgerechnet). Außerdem wird mit keiner Silbe erwähnt, dass auch in freier Natur bei erstgebärenden Delfinmüttern die Rate der toten Jungtiere hoch ist. Unter den Teppich gekehrt wird natürlich auch die Tatsache, dass in Zoos und manchen Delfinarien die Tiere ein Alter erreichen, wie sie es „in Freiheit“ nie und nimmer tun. Dass vor allem in Duisburg eine sogar erfogreiche Nachzucht gelingt, bestreitet das WDSF sowieso.

Und dann bringt Ortmüller selbstverständlich – und ebenfalls zum gefühlt millionsten Mal – wieder den Baumangel an der Nürnberger Lagune aufs Tapet, für den der Tiergarten gar nichts kann. Außerdem fordert er, dass die Reparaturkosten, die für defekte Leitungen unterhalb des Delfinariums in Duisburg und das marode Hallendach benötigt wird, „besser für ein Projekt der Umsiedlung in Meeresbuchten verwendet werden“ sollte. Wieder tut er so, als könnte man die Tiere einfach so umsetzen. Das ist einfach falsch!

Es ist inhaltlich einfach nicht haltbar, was das WDSF hier wieder einmal an die Medien weitergibt. Am schlimmsten aber ist, dass wahrscheinlich eine Reihe meiner Kollegen diesen Quatsch ungefiltert weiterverbreitet.

Tiergarten unter Deutschlands „Top Ten“

TiergartenbesucherWährend der Duisburger Zoo heute die traurige Pflicht hatte, den Tod eines seiner erst vor kurzem geborenen Delfinbabys bekanntzugeben, herrschte im Tiergarten Nürnberg eitel Freude und Sonnenschein: Das schöne Wetter des vergangenen Jahres brachte dem Zoo am Schmausenbuck bei den Gästezahlen das viertbeste Ergebnis in seiner Geschichte und zeigt, dass er zu den „Top Ten“ der deutschen Zoos gehört. 1.124.737 Besucher waren es, und damit 52.984 mehr als 2014. Selbst der Fünf-Jahres-Schnitt (1.074.000) wurde um 60.905 überschritten. Das beste Jahr hatte der Tiergarten mit Eisbärin Flocke 2008 erzielt. 1.281.286 Besucher waren es damals.

Um dem ewigen Genöle, das schon im Vorfeld im Netz zu lesen war, den Wind aus den Segeln zu nehmen, hier noch ein Hinweis zur Zählung, soeziell zu den Dauerkartenbesitzern. Deren Zahl ist ebenfalls wieder gestiegen: um 17 Prozent auf 7656. Und die Besitzer werden nicht bei jedem Besuch erfasst, sondern man rechnet bei ihnen 20 Besuche pro Jahr ein. Dabei hat die Umfrage, wie oft sie im Jahr mit ihrer Dauerkarte kommen, im Durchschnitt 34,62 Besuche ergeben.

Schlechtes Wetter – weniger Besucher im Tiergarten, schönes Wetter – viele Besucher. Eine Binsenweisheit eigentlich. Doch Zoogegner stellen sie stets als Ausrede hin, als bloßes Schutzargument. In Wirklichkeit seien rückläufige Gästezahlen ein Ausdruck des immer deutlicheren Desinteresses an Zoos, womöglich gar ein stummer Protest gegen „Tiergefangenschaft“. Im Fall des Nürnberger Tiergartens kommt dann meist noch die Behauptung, die Leute würden nicht mehr kommen, weil sie die Lagune bzw. die Delfinhaltung  ablehnen.

Langjährige Erfahrung zeigt aber: Das Wetter ist bei der Frage, gehen wir heute in den Zoo oder lieber woanders hin, der Faktor Nummer eins. Was nicht heißen soll, dass Tierparks nur auf Sonnenschein und Wärme setzen dürfen. Sie müssen vielmehr ständig daran arbeiten, dass ein Zoobesuch in guter Erinnerung bleibt. Sie müssen regelmäßig etwas Neues bieten – und wenn es so anscheinend Nebensächliches ist wie eine ansprechende Toilettenanlage oder schöne Pflanzen vor einem Gehege. Denn nur, wer am Ausgang sagt, schön war’s, der kommt auch wieder – und vielleicht auch öfter.

Mein persönlicher Tipp: Der Nürnberger Tiergarten als Landschaftszoo ist gerade auch im Winter bei Schnee besonders schön und einen Besuch wert.

Weltsensation in Duisburg

Das dürfte Delfinariumsgegner überall auf der Welt ganz schön aus dem Konzept bringen: Im Duisburger Zoo gibt es eine denkwürdige Premiere. Dort erblickten innerhalb von drei Wochen drei Delfinbabys das Licht der Welt. In Deutschland hat es so etwas noch niemals vorher gegeben. Die drei Kälber sind laut Angaben des Zoos gesund. Sie durften allerdings bisher nicht fotografiert werden. Heute fand eine Pressekonferenz statt, bei der auch Fotografen anwesend waren. Dabei entstand u. a. dieses Foto, das Delfinkuh Delphi und ihre Tochter Dörte zeigt.

Irgendwie finde ich es verwunderlich: Stirbt ein Delfin in einem Delfinarium, werden wir in den Zeitungsredaktionen mit Meldungen der verschiedenen Presseagenturen regelrecht überschwemmt. Von diesem Erfolg in der Delfinhaltung habe ich zumindest bis heute keine Zeile gefunden – sonst hätte ich ja hier im Blog darüber geschrieben. Gut, ich war vor kurzem einige Tage im Urlaub – vielleicht ist mir da auch etwas entgangen. Die folgenden Informationen habe ich – mangels Agenturmeldungen – dem online-Portal „Der Westen“ der WAZ-Mediengruppe entnommen.

Die drei Jungtiere sind keine Drillinge, sondern haben drei verschiedene Mütter – aber denselben Vater. Für den Duisburger Zoo, der ähnlich wie der Tiergarten Nürnberg wegen der Delfinhaltung unter Dauerbeschuss steht, ist das Ganze natürlich ein Triumph. Die Zooleitung spricht von einer „sehr erfolgreichen Entwicklung der Delfinhaltung“.  Die Tümmlerbabys wurden bereits am 20. August, 27. August und 5. September geboren. Mit ihnen ist die Zahl der Großen Tümmler in Duisburg auf neun angestiegen, sieben davon sind in Duisburg geboren. Zwei der drei Mütter waren ebenfalls schon in dem nordrheinwestfälischen Zoo zur Welt gekommen, zwei von ihnen haben außerdem bereits Erfahrung mit dem „Kinderkriegen“.

Nach Angaben des Zoos werden alle drei Jungtiere von ihren Müttern bisher gut versorgt; die Kinderstube befindet sich wegen des noch nicht ausgebildeten Immunsystem der Kleinen im Quarantänebereich des Delfinariums. Eine Delfinmutter mit Kind ist aber von der Besuchertribüne aus schon zu sehen.

So, jetzt bin ich mal gespannt, was die Nachrichtenagenturen aus der für heute in Duisburg angesetzten Pressekonferenz machen – und natürlich, wie die Delfinariumsgegner reagieren.