Altersresidenz für Elefanten

Das ist eine tolle Idee: Im Karlsruher Zoo ist Europas erste „Seniorenresidenz“ für Elefanten eröffnet worden. Als „Senior“ gelten Elefanten in diesem Fall ab einem Alter von 40 Jahren. Das Gehege mit mehr als 3000 Quadratmetern Außenfläche soll bis zu fünf alten, alleinstehenden Asiatischen Elefantendamen aus Zoos oder Zirkussen ein Zuhause bieten. Nicht nur Zoos können also „überzählige“ alte Elefantenkühe dort unterbringen, sondern auch Zirkusse, die aus der Elefantenhaltung aussteigen. Bisher leben im Karlsruher Zoo schon die aus einem DDR-Staatszirkus stammende, 36 Jahre alte Jenny (Foto: dpa) und die 52-jährige Nanda, die ebenfalls aus einem Zirkus kam. Auch die bundesweit älteste Elefantendame Rani, die im Februar mit 63 Jahren starb, lebte im Karlsruher Zoo.
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Endlich klappt es bei den Kropfgazellen

Kropfgaz.JPGDer Trubel um Flocke hat sich weitgehend gelegt, auch wenn es immer wieder Spaß macht, dem Teenager am Schmausenbuck zuzuschauen. Aber auch andere Tiermütter haben schöne Kinder. Die Kropfgazellenmutter säugt derzeit Zwillinge, die am 23. Juni 2008 geboren wurden.

Nun sind Kropfgazellen nicht unbedingt Publikumsmagneten und gehören auch nicht zu jenen „Leittieren“ oder „Flaggschiff-Arten“, wie es Tiergarten-Chef Dag Encke nennt, über die sich ein Zoo besonders definiert. Aber dennoch sind die Tiergarten-Verantwortlichen froh, dass es wieder aufwärts geht mit den Kropfgazzellen. Die kleine Antilopenart aus dem Vorderen Orient, die schon seit 1977 im Tiergarten gehalten wird (damals wurden zwei Paare aus dem Zoo Zürich übernommen wurde), hat sich nämlich seither in ihrem Bestand nicht wesentlich vergrößert. Nach einem Gehegeumbau scheint es endlich mit der Züchtung zu klappen, denn schon im Vorjahr wurde ein Jungtier aufgezogen.

Die Kropfgazellen hatten lange auch Probleme, weil ihre eigentlich schön und saftig aussehende Wiese mit Darm-Parasiten belastet war, auf die die Tiere empfindlich reagiert haben. Nun verhindert ein neuer fester Boden neuerliche Infektionen und Mutter Gazelle muss sich nicht ständig in medizinische Behandlung begeben, sondern kann sich auf den Nachwuchs konzentrieren.

Für den Papa ging es übrigens zurück in eine Junggesellenherde in Karlsruhe, er würde die Aufzucht stören. Ein anderer Bock wird im Winter kommen, um ebenfalls bei der Vergrößerung der Nürnberger Gruppe mitzuhelfen. Da nur 90 Tiere der Gazellenart in europäischen Zoos leben, sieht der Tiergarten in der Zucht eine wichtige Aufgabe. Und Flocke kann sich freuen: Auch wenn der andere Nachwuchs oft in den Medien etwas kürzer kommt, sie ist nicht der einzige Teenager im Tiergarten.

Stolz wie ein Pfau

pfau.jpg„Stolz wie ein Pfau“ sagt man ja üblicherweise. Wie es zu dieser Redensart kommt, konnte ich kürzlich bei meinem Besuch im Karlsruher Zoo  richtig nachvollziehen. Als ich dort gemeinsam mit vielen Besuchern zuschaute, wie die beiden alten Elefantendamen auf der Freianlage von ihrem Pfleger mit Wasser abgespritzt wurden, fühlte sich ein anderer Zoobewohner offensichtlich nicht genügend beachtet: ein Pfau. Kurzerhand marschierte er an die Stelle des Geheges, wo das Publikum beste Sicht auf ihn hatte und legte los. Er entfaltete die ganze Pracht seiner Schwanzfedern und schlug mit ihnen das berühmte fächerförmige Rad, bei dem man die schillernden Federn mit den blau irisierenden „Augen“ so gut bewundern kann.

In dieser Macho-Pose stolzierte er ein paar kleine Tippelschrittchen hin und her und drehte sich mal ein wenig nach der einen, mal nach der anderen Seite – gerade so, als wollte er den Besuchern, die sofort Fotoapparate, Handys und Kameraus zückten, ideale Bedingungen bieten. Das Schauspiel hielt so lange an, wie die Elefanten von ihrem Pfleger betreut wurden. Offenbar konnte es der Pfau nicht ertragen, dass andere Tiere als er im Mittelpunkt des Interesses standen und produzierte sich dementsprechend.

Übrigens dienen die Pfauen-„Augen“ eigentlich dazu, Feinde abzuschrecken: Die sollen denken, die Augen gehörten zu großen Säugetieren. Ein Pfauen-Hahn kann die Schwanzfedern außerdem in laut rasselnde Bewegung versetzen,  um Feinde in die Flucht zu schlagen. Und dann sollen sie auch noch die „Angebetete“ beeindrucken. Es gibt sogar die Theorie, dass Pfauen-Hennen umso mehr Nachwuchs kriegen, je mehr Augen das Männchen auf seinen Schwanzfedern vorweisen kann.

Ja, so geht es zu auf dem tierischen Jahrmarkt der Eitelkeit. Vorsicht ist dabei allerdings geboten: Sonst ergeht es einem schnell wie dem Frosch in der römischen Fabel, der sich vor lauter Stolz so weit aufblies, bis er schließlich platzte.  

Hippo-Fieber in Karlsruhe

hippos1.jpgBei meinem Besuch im Karlsruher Zoo habe ich ein Highlight entdeckt: das „Dickhäuterhaus“ mit Elefanten (zwei alten Kühen, aber bestens drauf!)  und Flusspferden. Da ist mir wieder bewusst geworden, wie sehr im Nürnberger Tiergarten diese liebenswerten Kolosse fehlen.

Das Paar in Karlsruhe heißt Platsch und Käthi. Obwohl beide schon 22 Jahre alt sind, bieten sie dem Besucher noch eine Menge für sein Geld. Noch nie habe ich in einem Zoo so lebhafte Hippos gesehen wie in Karlsruhe. Im Freigehege hinter dem „Dickhäuterhaus“ haben sie eine kleine Wasserlandschaft. Dort scheinen sie sich pudelwohl zu fühlen, stehen nicht träge im Wasser herum, sondern schwimmen und amüsieren sich sichtlich.

Als ich da war, entschlossen sich Platsch und Käthi, Jagd auf eine Graugans zu machen. Der Vogel war wohl zufällig im Gehege gelandet und wollte auch ein kleines Bad nehmen. Platsch und Käthi tauchten unter, um ganz knapp vor der Gans wieder an die Oberfläche zu kommen und sie gehörig zu erschrecken. Die Gans flatterte aufgeregt weg, beruhigte sich dann und landete wieder auf dem Wasser. Da begannen Platsch und Käthi, sie von zwei Seiten zu beobachten und einzukesseln. „Die Gans isch in dr Falle!“, schrie ein kleiner – offenbar aus der Schweiz kommender – Bub neben mir. Und tatsächlich machten sich die beiden Flusspferde daran, den Wasservogel in die Zange zu nehmen. In welche Richtung er auch zu entkommen versuchte – immer war ein Flusspferd da und versperrte ihm den Weg. Fast wie beim Hasen und dem Igel.

hippos2.jpgDas Ganze ging dann doch gut aus: Die Gans flatterte unversehrt – wenn auch deutlich entnervt – davon. Und die beiden Dickhäuter konnten sich auf ihr „Abendbrot“ freuen, das ihnen kurz danach im Inneren des Hauses serviert wurde. Die vielen Besucher hatten eine Riesenfreude, zu verfolgen, wie ganze Gemüse- und Heuberge im Bauch von Platsch und Käthi verschwanden.

Schade, dass wir in Nürnberg dieses Vergnügen nicht mehr haben. Wenn ich an unseren alten Webbi zurückdenke, der war ja auch ein echter Publikumsliebling. Pläne für Umbau und Neugestaltung des alten Nilpferdhauses gibt es zwar längst, aber bis zur Umsetzung dürfte es noch eine ganze Weile dauern. Das liebe Geld fehlt halt wieder einmal.  

"Eiskühe" im Karlsruher Zoo

eisk_he.jpgJeder Urlaub geht mal zu Ende, auch meiner. Die Arbeit hat mich wieder – frei nach Goethes „Faust“.

Gott sei Dank ist diesmal ja im Tiergarten nichts Schlimmes vorgefallen, so dass Marco Puschner auch nicht so viel Arbeit mit meiner Vertretung hatte wie früher schon.

Ich war tatsächlich im Karlsruher Zoo und habe mir u.a. die Eisbären-Anlage angeschaut. Da zurzeit auf diesem Zoogelände gleich drei große Baustellen im Gange sind, kam ich zuerst von hinten an das Gehege heran – und war doch ziemlich verblüfft, als ich folgendes sah: zwei Eisbären, die auf einer Wiese friedlich grasten wie Kühe! Nun weiß ich schon, dass auch Eisbären ab und zu Grünzeug für eine ausgewogene Ernährung brauchen. Aber dieses Bild fand ich doch ziemlich ungewöhnlich, deshalb möchte ich es hier zeigen.

Das große weiße Ding auf dem Foto ist übrigens der „künstliche Eisberg“, mit dem der Zoo Karlsruhe ziemlich viel Reklame macht, seit die neue Eisbären-Anlage eröffnet wurde. Also ich weiß ja nicht – besonders beeindruckt hat mich der „Eisberg“ nicht, war er doch schon ganz schön veralgt und fleckig. Vielleicht müsste man ihn mal generalreinigen. Auch sonst – hoffentlich nimmt mir das in Karlsruhe niemand übel – muss ich doch sagen: Das Eisbären-Gehege im Nürnberger Tiergarten finde ich viel schöner, vor allem auch abwechslungsreicher für die Tiere.

eisberg.jpgDie Karlsruher Eisbären heißen Vitus, Nika (beide im Jahr 2000 geboren) und Larissa (Jahrgang 1990). Auf der anderen Seite des „Eisbergs“ sieht ihre Anlage ziemlich zubetoniert aus, wie man auf dem zweiten Foto sieht. Der hier abgebildete Bär hat vermutlich Geräusche aus dem Pfleger-Eingang gehört, den man links sieht. Er ist nämlich immer wieder neugierig hingelaufen, kam aber natürlich nicht durch das Gitter hindurch. Die rechteckige Öffnung im künstlichen Felsen (rechts) ist der Zugang ins Innengehege für die Bären.

Wie finden Sie/findet Ihr die Eindrücke aus Karlsruhe? Ich würde mich sehr über andere Meinungen freuen.