Frühlingsfest im Tiergarten

Am kommenden Sonntag steigt das diesjährige Frühlingsfest im Tiergarten Nürnberg. Dabei geht es diesmal laut Veranstaltungsmotto „künstlerisch“ zu. Der Nürnberger Tiergarten wurde am 5. Mai 1939 am Schmausenbuck eröffnet (der vorherige Alte Tiergarten befand sich im Luitpoldhain). Am 5. Mai kann der Zoo also auch sein 80-jähriges Bestehen feiern. Heute leben dort über 5000 Tiere aus mehr als 300 Arten. Der Tiergarten beherbergt aber auch viele Kunstwerke: Skulpturen, Mosaike oder Installationen, die als Kunst im öffentlichen Raum von verschiedenen Künstlern aus verschiedenen Zeiten überall auf dem Zoogelände zu finden sind.

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Glückwunsch nach Hannover!

Eine hocherfreuliche Nachricht aus dem Zoo Hannover: Dort sind drei Sibirische Tigerbabys zur Welt gekommen. Das Foto zeigt einen Blick in die Wurfhöhle, wo Tiger-Mama Alexa ihre Drillinge säugt (Foto: Zoo Hannover/dpa). Ein besonders wertvoller Nachwuchs, denn Sibirische Tiger gelten als stark bedroht, auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden sie als gefährdet eingestuft. Noch sind die Jungtiere nicht für die Besucher zu sehen: Sie leben mit ihrer Mutter zurückgezogen in einer Wurfhöhle, wo das Geschehen in der Kinderstube von einer Videokamera aufgenommen und den Zoobesuchern in Ausschnitten gezeigt wird. Die drei Tigerbabys in Hannover haben die ersten zwei kritischen Wochen bereits überstanden. Das ist für den Zoo umso wichtiger, als im vergangenen Jahr zwei Tigerbabys kurz nach der Geburt gestorben waren.

Sibirische Tiger werden auch im Tiergarten Nürberg gehalten. Das Paar Katinka und Samur hatte im Jahr 2015 Nachwuchs: die beiden Kater Aljoscha und Volodya. Und wie ich gerade erfahre, ist Aljoscha der Vater von den Drillingen in Hannover. Da hat er sich ja mächtig ins Zeug gelegt, unser Nürnberger Buu!

Heute ist Welt-Pinguintag

Fast hätte ich es übersehen: Heute ist Welt-Pinguintag! Dieses Datum wurde dafür auserkoren, weil an diesem Tag die Adéliepinguine nach vielen Monaten auf See in ihre Brutkolonie an Land zurückkehren. Pinguine sind nicht nur ungemein beliebt und gehören in Zoologischen Gärten zu den absoluten Lieblingstieren (Foto: dpa). Nein, sie sind angesichts von Erderwärmung und Klimawandel auch wichtige Indikatoren für funktionierende oder nicht funktionierende Ökosysteme. „Wenn es einem Pinguin gut geht in seiner Umgebung, ist das Ökosystem weitestgehend in Ordnung“, so hat es der Pinguinforscher Klemens Pütz anlässlich des Welt-Pinguintages in einem Radio-Interview auf den Punkt gebracht.

Immer schwieriger wird es für Pinguine, die weit im Süden leben. An der antarktischen Halbinsel etwa ist die Temperatur innerhalb eines halben Jahrhunderts um fünf Grad angestiegen, mit der Folge, dass es dort nun öfter regnet und im Sommer nicht mehr schneit. Das wirkt sich wiederum auf die Meeresströmung aus und auf die Tierwelt im Meer, in der sich die Pinguine ihre Nahrung erjagen. Und so zieht Pütz zum Welt-Pinguintag eine aus meiner Sicht äußerst bedenkliche Bilanz: Man gehe davon aus, dass heute elf der 18 Pinguinarten weltweit unterschiedlich stark bedroht sind.

Alpaka-Wanderungen – ein sinnvoller Trend?

Alpakas und Lamas haben sich hierzulande, fernab ihrer Heimat, zu regelrechten Modetieren entwickelt. Überall in Deutschland trifft man auf Weiden mit diesen aus Lateinamerika stammenden Neuweltkamelen (Foto: dpa). Etwa 15.000 Lamas und Alpakas leben nach Schätzungen des Tierschutzbundes in Deutschland. Und Lama-Wanderungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Ich stehe solchen Trends eher kritisch gegenüber und frage mich, ob diese Tiere bei uns von der Mehrzahl der Privatbesitzer tatsächlich artgerecht gehalten werden. Meiner Meinung nach können Zoos das einfach besser. Mit meinen Zweifeln bin ich übrigens nicht allein – auch der Deutsche Tierschutzbund ist in dieser Hinsicht skeptisch. Er warnt davor, dass die Tiere bei falscher Haltung und Behandlung schnell eine Fehlgeprägung entwickeln können. Wenn das passiert, betrachten die Tiere Menschen als Artgenossen und spucken sie an, und es kann zu Rangkämpfen kommen. Ein solches Verhalten kann laut Tierschutzbund später nicht mehr korrigiert werden. Am Ende droht solchen Tieren die Einschläferung.

Es mag ja ganz nett sein, mit einem Lama oder Alpaka durch eine schöne Gegend zu wandern. Aber ich frage mich, ob das wirklich unbedingt notwendig ist, wenn man mal „runterkommen“ möchte. Das geben die meisten Leute, die schon einmal eine Lama-Wanderung gemacht haben, als hauptsächlichen Grund an, warum sie sich dafür entschieden haben. Ich finde, es ist ein Armutszeugnis, wenn man das nicht mehr aus eigener Kraft schafft!

Tiere anschauen und danach austoben

Für Besucher mit Kindern ist der Tiergarten Nürnberg jetzt noch attraktiver geworden, denn außer Tiere anschauen können sie jetzt im Zoo noch mehr spielen und toben. Zu Beginn der Osterferien wurde der dritte Jako-o Kinderspielplatz eröffnet. Er befindet sich im oberen Teil des Tiergartens, in unmittelbarer Nähe der Bartgeier-Großvoliere. Vorschüler vom „Haus für Kinder“ in Nürnberg-Zerzabelshof durften die neuen Spiel- und Klettergeräte zum Hangeln, Balancieren, Schaukeln und Klettern als erste testen (Foto: Matejka). Jako-o ist seit fast 20 Jahren Partner des Tiergartens und auch verantwortlich für die beiden Spielplätze am Jako-o Kinderzoo und in der Nähe der Luchse. Der neue Spielplatz ist etwa 1000 Quadratmeter groß und bietet nicht nur Spielgeräte, sondern auch eine Sandsteinmauer zum Klettern am Rand des Spielplatzes. Nun gibt es also auf jeder der drei Ebenen des Zoos am Schmausenbuck einen Platz zum Austoben für die Kinder.

Jetzt sind Nanuq und Vera ein Paar

Nanuq heißt der neue, elf Jahre alte und sehr imposante Eisbärenbulle im Tiergarten Nürnberg. Der Name stammt aus der Sprache der Inuit und bedeutet so viel wie „Meister des Eises“. Nanuq kommt aus dem Zoo Hannover, wo er zuletzt neun Jahre lang gelebt hat; geboren ist er im Wiener Tiergarten Schönbrunn. In Hannover lebte er zuerst mit seinem Bruder Arktos und dem gleichaltrigen Sprinter aus Rhenen (Niederlande) zusammen. Als das Weibchen Milana aus Moskau dazukam, zeigte sie nur Interesse an Sprinter – Nanuq musste zuschauen, wie die beiden sich blendend verstanden. Nun hat er mit Vera endlich auch ein Weibchen „abbekommen“. Er zeigt sich Vera gegenüber sehr freundlich, die beiden spielen und baden miteinander (Foto: Tiergarten Nürnberg).

Nun hoffen alle, dass es zwischen den beiden auch zur Paarung kommt. Bisher hatte Vera ja ausschließlich Felix als Partner, den Vater der in Nürnberg geborenen Eisbärin Flocke. Auch die Jungtiere Gregor, Aleut und Charlotte hatte Felix in Nürnberg gezeugt. Sollte Vera von Nanuq erfolgreich gedeckt werden, würde man sie nach dem jetzigen Stand der Planung ein letztes Mal Mutter werden lassen – die Polarbärin hat mit ihren 16 Jahren ein Alter erreicht, in dem das Thema Nachwuchs langsam aber sicher nicht mehr an erster Stelle steht. Auf jeden Fall soll die auch beim Publikum äußerst beliebte Bärin ihren Alterssitz in Nürnberg haben. Möglicherweise bekäme sie dann ein oder mehrere ältere Weibchen als Gefährtin(nen), damit sie ihren Lebensabend nicht einsam und allein verbringen muss.

Aber das ist im Moment noch alles Zukunftsmusik. Jetzt freuen wir uns erst einmal über den neuen, wirklich imposanten Eisbärenmann Nanuq – und möglicherweise niedliche Eisbärenbabys im nächsten Frühjahr!

Wenn Gorillas trauern

Nach der großen Aufregung um die erfreuliche Besuchsbilanz der im VdZ organisierten Zoos heute ein Thema, das die Gemüter wieder beruhigen dürfte: ein hochinteressantes Forschungsergebnis aus Ruanda und dem Kongo zum Thema Gorillas. Diese Menschenaffen haben besondere Riten entwickelt, um mit toten Artgenossen umzugehen. Wissenschaftler haben beobachtet, dass die Tiere sich manchmal stundenlang um einen gestorbenen Artgenossen versammeln, an ihm riechen, ihn berühren oder an ihm lecken (Foto: dpa). Eigentlich wäre ja zu erwarten, dass die Art des Abschiednehmens intensiver ist, wenn der tote Gorilla ein Gruppenmitglied war. Doch das muss nicht zwangsläufig so sein, wie die Forscher im Fachjournal „PeerJ“ schreiben.

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Zoos bleiben ein Erfolgsmodell

Das werden Zoo-Gegner gar nicht gern hören: Im vergangenen Jahr gab es einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen in den Zoos, die im Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) organisiert sind. Man kann also durchaus vom „Erfolgsmodell Zoo“ sprechen, denn der VdZ hat immerhin 71 Zoos als Mitglieder. Die meldeten für das Jahr 2018 insgesamt 43,6 Millionen Besucher, was ein Plus von über sechs Prozent im Vergleich zu 2017 (41,0 Millionen) bedeutet. Mit dem neuen Ergebnis wurde übrigens auch ein Fünf-Jahres-Rekord aufgestellt. Zu den guten Aussichten für das laufende Zoo-Jahr dürfte unter anderem das Berliner Eisbären-Baby beitragen, das in diesen Tagen auf den Namen Hertha – passend zum führenden Fußballverein in der Hauptstadt – getauft wurde (Foto: John McDougall, afp).

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Bizarr, bizarr!

Sie sehen fast aus, als seien sie künstlich: knallbunt und bizarr geformt. Aber es sind echte Tiere, die jetzt von Forschern auf Madagaskar entdeckt wurden: zwei Riesenstabschrecken. Auch ihre Größe ist beeindruckend. Sie erreichen über 20 Zentimeter Körperlänge und gehören damit zu den größten Insekten der Welt. Ihr Aussehen ist eigentlich schon seit 15 Jahren bekannt, die Wissenschaftler konnten aber jetzt erst nachweisen, dass es sich bei den Schrecken um eigene Arten handelt. Präsentiert werden die Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift „Frontiers in Ecology and Evolution“ (Fotos: Frank Glaw/SNSB-ZSM/dpa).

Das Besondere an den neuen Arten, die „Achrioptera manga“ und „Achrioptera maroloko“ benannt wurden: Im Gegensatz zu anderen Stabschrecken tarnen sich die Männchen nicht als unscheinbare Äste, sondern zeigen sich auffallend farbenprächtig. Das wundert auch die Forscher, weil die wichtigste Überlebensregel für Stabschrecken eigentlich lautet: Mach´dich  unsichtbar, sonst wirst du gefressen! Nun vermuten die Wissenschaftler, dass die Schrecken vielleicht mit der Blätternahrung Pflanzengifte aufnehmen, die sie in ihrem Körper bunkern und mit ihrer Farbenpracht die Fressfeinde davor warnen, dass sie ungenießbar sind. Die beiden neuen Arten sind allerdings hauptsächlich nachts aktiv, deshalb macht die auffällige Färbung eigentlich gar nicht viel Sinn.

Und genau das ist es, was ich an der Tierwelt so liebe: Sie lässt sich nicht immer und überall enträtseln, manches bleibt einfach geheimnisvoll – toll!

Endlich: Ein neues Zuhause für Charlotte

Endlich hat das lange Warten auf einen Platz in einem anderen Zoo ein Ende: In Absprache mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP ist die vier Jahre alte Eisbärin Charlotte vom Tiergarten Nürnberg in den Zoo Hannover umgezogen, wo sie nach fünfstündigem Transport gut angekommen ist (Foto: Tiergarten Nürnberg). Charlotte erblickte im November 2014 im Tiergarten das Licht der Welt und ist die jüngste Tochter von Vera. Deren erstes Baby, Flocke, hatte es zu einiger Berühmtheit gebracht, weil Vera die Kleine nicht selbst großzog und sie deshalb von Tierpflegern hochgepäppelt wurde. In ihrem neuen Zuhause im Zoo Hannover leben nun außer Charlotte die Eisbärin Milana sowie Sprinter und Nanuq, zwei Bullen. Nanuq wird bald von Hannover nach Nürnberg übersiedeln und hier mit Charlottes Mutter Vera zusammentreffen.