Sie ist das Zootier des Jahres 2018

Sie ist zum „Zootier des Jahres 2018“ auserkoren worden: die Scharnierschildkröte (Foto: P. Widmann). Damit soll auf die Bedrohung ihrer Bestände in freier Wildbahn aufmerksam gemacht werden. Diesen Schildkröten machen mehrere, von Menschen herbeigeführte, Probleme zu schaffen: der internationale Wildtierhandel, die Nutzung als Nahrungsmittel oder für die Traditionelle Chinesische Medizin und die Reduzierung ihres Lebensraumes. Die Scharnierschildkröten zählen mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Wirbeltiergruppen überhaupt. Es ist ein Teufelskreis: Einige der asiatischen Arten (insgesamt gibt es 13 Arten dieser Schildkröte) sind schon so gut wie ausgerottet, und je seltener die Tiere werden, desto höhere Preise werden für sie auf dem Markt bezahlt.

Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP),  die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG), der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und die Gemeinschaft der Zooförderer (GDZ) wollen in den kommenden Monaten zwei Projekte finanziell unterstützen, die den Erhalt der Scharnierschildkröten zum Ziel haben.

Eines davon ist das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS), angesiedelt im Allwetterzoo Münster. Seit 2003 züchtet das IZS neun Scharnierschildkrötenarten und kann besonders bei der Zhous-Scharnierschildkröte Erfolge verbuchen: 70 Prozent des derzeit bekannten Weltbestandes wurden in Münster geboren. Das IZS gibt Tiere aus diesem Nachwuchs weiter, ebenso wie die Erfahrungen, die bei der Zucht gemacht wurden.

Das Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha ist das zweite unterstütze Programm und hat den Vorteil, direkt vor Ort angesiedelt zu sein. Das Zentrum hat unter naturnahen Bedingungen schon über 100 Jungtiere der Amboina-Scharnierschildkröte erfolgreich gezüchtet, die nun in einem geschützten Gebiet ausgewildert werden sollen. Die Unterstützung durch die Mittel aus der Kampagne „Zootier des Jahres“ soll für möglichst gute Erhaltungsbedingungen sorgen und das anschließende Erfolgs-Monitoring sichern. Im vergangenen Jahr kam immerhin ein mittlerer fünfstelliger Euro-Betrag durch die Partner der Kampagne zustande. Hoffen wir, dass das heuer mindestens genauso viel wird!

Tiergarten ist und bleibt ein Besuchermagnet

Da werden alle Zoo-Gegner wieder mal eines Besseren belehrt – Zoos sind kein Auslaufmodell, wie sie es gern hätten: Der Tiergarten Nürnberg konnte bei seinem Rücklick auf das vergangene Jahr in Bezug auf Besucherzahlen das drittbeste Ergebnis seiner Geschichte präsentieren. 1.135.515 Menschen haben den Zoo am Schmausenbuck 2017 besucht (Foto: Michael Matejka). Das sind 4,4 Prozent mehr als 2016 und 5,6 Prozent mehr als der Wert im Fünf-Jahres-Durchschnitt. Und dabei gab es 2017 nicht einmal eine besonders große Attraktion wie in den beiden Jahren, als es noch mehr Besucher waren: 2008 war Eisbärenbaby Flocke ein absoluter Publikumsmagnet, 2011 die Eröffnung der Lagune.

Bei der Pressekonferenz zur Jahresbilanz 2017, die die Zooleitung heute abgehalten hat, war auch das Thema Artenschutz ein Punkt, dem man viel Bedeutung beimaß. Mit vier ausgewilderten Habichtskäuzen stieg die Gesamtzahl des aufgezogenen Nachwuchses des Tiergarten-Zuchtpaares bei dieser Tierart auf 32 Jungvögel seit 2003. 14 dieser Jungen wurden an den Nationalpark Bayerischer Wald abgegeben, 13 in das Biosphärenreservat Wienerwald und in das Wildnisgebiet Dürrenstein (Österreich). Fünf weitere junge Habichtskäuze gingen an Zuchtstationen. Im Naturpark Zillertal konnten zur Blutauffrischung drei Steinböcke im
Bereich der Greizer Hütte ausgewildert werden. In der Sierra Cazorla wurde wieder ein Bartgeier des Tiergartens ausgewildert, allerdings starb er zwei Monate später. Die Obduktion ergab, dass er einen Leberschaden hatte – wodurch, ist bisher noch nicht bekannt, dazu laufen noch Untersuchungen. In diesem Reservat haben auch schon früher ausgewilderte Bartgeier die ersten zwei Jungvögel erfolgreich aufgezogen. Der 2013 aus dem Tiergarten beigesteuerte Geier hat seit kurzem einen Partner und mit diesem ein Nest gebaut.

Auch bei ganz anderen Tieren, nämlich den Zieseln, erprobt man Wiederansiedlungsprojekte bzw. versucht man, den Bestand zu erhalten. So wurden aus dem Tiergarten im vergangenen Jahr 22 Ziesel zu einer kleinen Restpopulation auf einen Golfplatz bei Karlsbad in Tschechien gebracht. Sie sollen die Zahl der dort ansässigen Tiere verstärken und für eine Blutauffrischung sorgen. Für die Wiederansiedlung des Wisents in Spanien stellte der Tiergarten Nürnberg vier Tiere zum Aufbau der Zuchtgruppen zur Verfügung. Und noch ein großes Freilandprojekt gibt es: Die Wiederansiedlung der Kulane in der zentralkasachischen Steppe von Altyn Dala. Dafür wurden Kulane aufwändig aus dem 1200 Kilometer entfernten Nationalpark Altyn Emel umgesiedelt.

Ich denke, diese Projekte zeigen alle eindrucksvoll, wie Zoos zum Artenschutz und zur Artenvielfalt einen großen Beitrag leisten können. Die Zoobesucher sehen diese Leistung  erst mal nicht – deshalb muss man immer wieder darauf hinweisen, dass auch das zur Arbeit von modernen Tierparks gehört. Ich freue mich, dass der Tiergarten Nürnberg dabei schon so gute Erfolge erzielt hat.

Kuh „Madel“ und ihr Star-Auftritt

Heute mal wieder – nach den letzten beiden Schreckensmeldungen hier im Blog – etwas zum Schmunzeln: Eine Geschichte, die ich beim Stöbern in Agenturmeldungen gefunden habe. Dass Kühe von Hindus als heilig Tiere verehrt werden, dürfte bekannt sein. Das kann unter bestimmten Umständen zu recht absurden Situationen führen. So ließ jetzt in Bremen eine hinduistische Gemeinde eine Baustelle, die für einen neuen Tempel in Frage kommt, erst einmal von einer Kuh begehen: Großer Bahnhof für Milchkuh „Madel“ vor Fernsehkameras und Medienauftrieb (Foto: dpa).

Für Madels Besitzer war es auch ein ungewohnter Auftritt. Sein Schützling hatte eine Blumengirlande um den Hals, und auf Madels Rücken lagen ein Tuch, Blüten und buntes Pulver. Dazu der Duft von Räucherstäbchen, der über die matschige Wiese zog. Der Hindu-Priester aus Indien betete und sang mit nacktem Oberkörper. Als „Madel“ auf die Wiese pinkelte, freute sich der Gemeindesprecher: Das gilt nämlich als gutes Zeichen. Schlecht wäre es der Tradition zufolge gewesen, wenn die Kuh weggelaufen wäre: Dann wäre der Ort als Bausplatz nicht geeignet. Der neue Tempel soll auf einem Grundstück der Bremer Heimstiftung gebaut werden und einen zwölf Meter hohen Turm bekommen. Wenn der Bau fertig ist, wird Madel höchstwahrscheinlich wieder ihren großen Auftritt haben. Denn auch bei der Einweihung eines Tempels muss eine Kuh dabei sein.

Schwedischer Zoo tötet Junglöwen

Dieses Löwenpaar im Tiergarten Nürnberg (Foto: dpa) ist schon alt und wird mit Sicherheit nicht mehr für Nachwuchs sorgen. Trotzdem bleibt es bis zum Tod im Tiergarten. Anders verfahren da skandinavische Zoos – überzählige Tiere werden da häufig einfach getötet. So auch in einem Zoo in Südschweden, der damit jetzt wieder für Schlagzeilen sorgt, weil dort über mehrere Jahre hinweg immer wieder junge Löwen getötet wurden – insgesamt neun gesunde Jungtiere, wie die Zooleitung einräumt.

Die Aggression in der Gruppe ist laut dem Zoodirektor zu groß geworden, da habe man sie eben töten müssen. Das war besonders heikel, weil die jungen Löwen schon Namen bekommen hatten und den Besuchern damit als Individuen bekannt waren. Für problematisch halte ich außerdem, dass die Löwenbabys dem Publikum noch stolz präsentiert wurden. Später dann waren sie plötzlich „Überschusstiere“ und passten nicht mehr in den Tierbestand des Zoos. Der Direktor argumentiert damit, dass es für eine Löwenherde wichtig sei, Junge zu bekommen, um natürliche soziale Verhaltensweisen auszubilden. Später habe man versucht, Platz in anderen Zoos und Tierparks für den Löwennachwuchs  zu finden, allerdings ohne Erfolg. Für die eineinhalb Jahre alten Löwen gab es nirgends Platz.

Zoos – das muss man zugeben – sind da in einem gewissen Dilemma: In der Wildnis verlassen Junglöwen die Familienherde spätestens dann, wenn die älteren Tiere sie nicht mehr akzeptieren. In einem Zoo geht das natürlich nicht; man kann den Nachwuchs nur an andere Zoos abgeben. Doch gerade männliche Tiere sind oft schwer zu vermitteln.

Ich kann zwar die Aufregung nicht verstehen, wenn skandinavische Zoos angegriffen werden, weil sie regelmäßig tote Zootiere vor den Augen des Zoopublikums sezieren. Darüber habe ich ja in meinem Blog auch schon geschrieben, zum Beispiel hier. Da kann ich nichts Schlimmes dran finden. Aber eine Tierart bewusst zu züchten, nur um den Nachwuchs dann schnell wieder umzubringen – das halte ich denn doch für übertrieben. Wozu gibt es das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP)? Mit dessen Hilfe kann sich jeder Zoo vorab informieren, wie es bei einer bestimmten Art mit Individuen in europäischen Zoos aussieht. Da wäre es bestimmt ersichtlich gewesen, dass man – zumindest männliche – Junglöwen später nicht loswerden kann. Da keimt bei mir dann schon der Verdacht, dass man nur mit niedlichen „Katzenbabys“ Besucher anlocken wollte und das Tierwohl hintangestellt hat. Was meint Ihr?

Grausame Tierquälerei in Australien

Diesen grausamen Anblick möchte ich meinen Lesern ersparen: In Australien ist ein Koala an einen Pfosten genagelt worden. Tierschützer haben das Foto dieser unsäglichen Tat  in sozialen Netzwerken verbreitetet – beispielsweise wurde es auf Facebook tausende Male geteilt – und damit Entsetzen ausgelöst. Ich bilde hier bewusst lieber ein Foto eines Koalas ab, dem es gut geht (Foto: dpa), um die Schönheit dieser Beuteltiere zu zeigen und die Frage aufzuwerfen, wie jemand drauf sein muss, um ein solches Tier derart teuflisch zu quälen.

Den Fall in Australien untersuchen jetzt die Tierschutzbehörden des Bundesstaats Queensland. Der tote Koala mit Blutflecken im Fell war in einem Aussichtspavillon im Brooloo Park nahe der Stadt Brisbane entdeckt worden. Wie das Tier gestorben ist – ob es schon tot war, bevor es an den Pfosten genagelt wurde -, soll noch geklärt werden. Australische Tierschützer haben sich zu dem Vorfall geäußert und meinten, diese Tat sei einfach krank. Dem kann ich mich nur anschließen. Den Tätern droht eine Strafe wegen Tierquälerei, Tierschützer fordern eine harte Strafe. Ich befürchte allerdings, dass man den oder die Täter gar nicht ermitteln wird.

Endlich geht es den Wilderern an den Kragen

Heute kann ich gleich mit einer weiteren erfreulichen Nachricht im neuen Jahr weitermachen: Es gibt Fortschritte bei der Ergreifung von Nashorn-Wilderern! DNA-Proben der Tiere werden jetzt dazu verwendet, diesen Verbrechern auf die Spur zu kommen und sie zu verurteilen. Ein wichtiger Schritt, wie ich finde – und ein überfälliger. Mir liegt das Thema Nashorn-Wilderei ja seit Jahren am Herzen, ich habe es immer wieder in meinem Blog behandelt, zum Beispiel hier und – weil auch schon Zoos, die Nashörner halten, entsprechende Maßnahmen zum Schutz ihrer Tiere ergriffen haben – hier. Wie dringend das Thema im Hinblick auf den Artenschutz ist, zeigt sich schon an folgender Zahl: Allein in Südafrika töten Wilderer jährlich rund 1000 Nashörner, um das Horn für die traditionelle Medizin zu Höchstpreisen nach Asien zu verkaufen. (Das dpa-Foto zeigt einen Ermittler im Krüger-Nationalpark neben einem von Wilderern getöteten Nashorn.)

Nun kann also eine Datenbank mit DNA-Proben von Nashörnern dazu beitragen, Wilderer zu überführen – und, was noch wichtiger ist, ihre Verurteilung sicherzustellen und sie für lange hinter Gitter zu bringen. Dank der DNA-Proben ist es beispielsweise möglich, die von den Wilderern verkauften Hörner mit getöteten Nashörnern in Verbindung bringen. Eine Methode, die in der Kriminalistik längst angewendet wird. Laut einem Bericht im Magazin „Current Biology“ wurden DNA-Proben bisher in ungefähr 120 Fällen vor Gericht als Beweise genutzt. In einem Fall konnten sogar zwei Hörner je einem getöteten Nashorn aus Südafrika zugeordnet werden.  Der Wilderer aus Mosambik wurde laut dem Bericht zu 29 Jahren Gefängnis verurteilt. Die DNA lässt sich offenbar aus jeder Gewebeprobe nehmen, sogar aus schon gemahlenem Horn, und anhand von speziellen Merkmalen mit einem bestimmten Tier in Verbindung bringen.

Gerade in Südafrika ist die Zahl der grausam getöteten Nashörner seit zehn Jahren regelrecht explodiert. Die bisherige Höchstzahl lag im Jahr 2015 bei 1175 erlegten Tieren – der reine Wahnsinn! Aber immerhin ist auch die Zahl der Festnahmen von Wilderern gestiegen:  680 waren es im Jahr 2016.  In ganz Afrika gibt Schätzungen zufolge noch 20.000 bis 25.000 Breit-  und Spitzmaulnashörner. Besonders die Spitzmaulknashörner sind vom Aussterben bedroht. – Allerhöchste Zeit also, dass etwas geschieht, um den Wilderern das Handwerk zu legen.

Super, dieses Leoparden-Baby!

Das ist doch mal eine wirklich erfreuliche Nachricht: Es gibt äußerst seltenen Nachwuchs im  ostungarischen Zoo Miskolc. Dort hat ein männlicher Persischer Leopard das Licht der Welt erblickt. Jetzt wurde das Jungtier erstmals den Fotografen und Kameraleuten präsentiert (Foto: dpa).

Der Persische Leopard ist eine vor allem in Vorderasien verbreitete Unterart des Leoparden – leider gilt er als stark gefährdet. In freier Wildbahn leben noch ungefähr 1000 Tiere, in Zoos werden etwa 100 gehalten. Das Leopardenbaby in Miskolc ist sozusagen ein Produkt des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP): Der Vater stammt aus einem anderen ungarischen Zoo, die Mutter wurde aus Lissabon nach Miskolc geholt. Nach der Geburt ihres Babys wollte sie niemanden an das Neugeborene heranlassen. Jetzt haben die Zoomitarbeiter feststellen können, dass das Kleine ein Männchen ist. Besucher des Zoos sollen das Jungtier ab Ende Januar zu Gesicht bekommen.

Was summt und pikst denn da?

Ich habe sie als Kind geliebt, die Bücher, in denen ein Tier Hauptfigur war, wie etwa „Kater Mikesch“ von Josef Lada oder „Biene Maja“ von Waldemar Bonsel. Erstaunlicherweise haben es ja nicht nur die klassischen Kuscheltiere in die Kinder- und Jugendliteratur geschafft, sondern gerade auch Insekten, Käfer und Spinnen. Genau die stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung der Internationalen Jugendbibliothek in München, die ich meinen Lesern ans Herz legen möchte. Noch sind ja die Weihnachtsferien nicht zu Ende, so dass der eine oder andere vielleicht sowieso einen Abstecher dorthin macht. Die Schau mit dem Titel „Summende Staatenbauer und pikende Plagegeister“ läuft aber bis Oktober – es bleibt also noch jede Menge Zeit dafür.

Die Ausstellung dreht sich um Bienen und Fliegen, Käfer, Ameisen, Spinnen und Zecken in Kinder- und Jugendbüchern sowie in Sachbüchern. Das beginnt zum Beispiel bei den Maikäfern in Wilhelm Buschs „Max und Moritz“, geht über den „Maikäfer“, der im Kinderlied fliegen soll, bis zum Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle (Foto: dpa) oder „Spyflugan Astrid“ von Maria Jönsson, dem schwedischen Bilderbuchpendantzu „Biene Maja“ oder den Roman „Käferkumpel“ von M.G Leonard.

In der Jahresausstellung wird außerdem krabbelndes Getier aus der Nonsensdichtung vorgestellt. Der Besucher kann täuschend echt aussehende Sachbuchillustrationen anschauen, und es geht um die Frage, wie Sechs- und Achtfüßler aufgrund ihrer Verhaltensweisen und Eigenschaften in der Fabel oder im modernen Kinderroman als Beispiel oder Symbol verwendet werden.

Weitere Infos zur Ausstellung in München (Öffnungszeiten etc.) findet Ihr hier.

Eisbären-Pech für den Berliner Tierpark

So hat sich Eisbär Wolodja im Berliner Tierpark Friedrichsfelde (Foto: dpa) das wohl kaum gewünscht: Fast elf Monate nach dem frühen Tod seines Söhnchens Fritz ist im Tierpark wieder ein Jungtier von ihm gestorben – knapp einen Monat nach der Geburt. Es hat zu wenig bei seiner Mutter Tonja getrunken. Tierpark-Direktor Andreas Knieriem – gerade noch zum „Berliner des Jahres 2017“ gekürt – hat das Eisbärenbaby, ein Weibchen, mit obduziert. Die Kleine ist an Dehydrierung gestorben. Ein Fehler der achtjährigen Eisbärenmutter ist bisher nicht erkennbar. Über die Überwachungskameras konnte man nicht erkennen, dass das Junge zu wenig trank. Der Tierpark Berlin hatte die Geburt des Eisbärenbabys am 7. Dezember 2017 bekannt gegeben. Die Begeisterung nach der Geburt war riesig, fast zehn Jahre nach dem Hype um Eisbär Knut und der Hysterie nach seinem Tod im Berliner Zoo im Westen der Stadt Berlin. Dort lebt er immerhin als Bronze-Plastik weiter.

Und schon kommt wieder die übliche Kritik an der Eisbärenhaltung in Zoos, diesmal vom Berliner Tierschutzverein. Dass mehr als 60 Prozent der Eisbärenbabys in deutschen Zoos in den vergangenen Jahren nur wenige Wochen alt geworden seien, spreche nicht für eine artgerechte Haltung. Diese Meinung halte ich für falsch, wie hier schon mal ausführlich dargelegt. Ich bin schon gespannt, wann Peta auf den Zug aufspringen wird – die brauchen halt immer ein wenig länger. Tierpark-Direktor Knieriem jedenfalls sieht weder Fehler bei der Haltung noch Anzeichen dafür, dass Tonja und ihr Partner Wolodja – mit acht und sechs Jahren beide im besten Alter – genetisch nicht miteinander harmonieren könnten. Deshalb sollen sie sich auch wieder paaren dürfen.

Leise und sauber durch den Tiergarten


Elektro-Fahrzeuge für den Tiergarten Nürnberg: Das war ein Pressetermin, der leider total unterging im zu Ende gehenden Jahr 2017. Dabei hatten alle möglichen Zoomitarbeiter und auch der Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg viel Zeit und Mühe investiert, um ihn noch vor Weihnachten auf die Reihe zu kriegen. Umso größer muss wohl die Enttäuschung gewesen sein, als keine Medienvertreter der Einladung folgten. Aber das ist typisch: Wenn bei einem Tiergarten-Termin keine süßen Tierbabys zu fotografieren oder filmen sind, kommt kein Medienvertreter. Falls sich nun meine Leser fragen sollten, warum ich denn nicht für die Nürnberger Zeitung hingegangen bin, kann ich das guten Gewissens beantworten: Ich wusste leider nichts davon. Aber ich möchte das Ganze wenigstens in meinem Blog nachholen.

Das Engagement des Vereins der Tiergartenfreunde für den Tiergarten im vergangenen Jahr war mit mehreren Projekten wie immer toll. Der Verein hat sich bei der Sanierung der Totenkopfaffen-Anlage ebenso finanziell beteiligt wie beim Kunstwerk „Für Vielfalt in Nürnberg“ von Christian Rösner an einer Nürnberger Hausfassade. Pünktlich zu Weihnachten schenkten die Tiergartenfreunde dem Zoo am Schmausenbuck drei elektrisch betriebene, umweltfreundliche Kleintransporter. Mit den emissionsfreien und fast lautlosen Fahrzeugen können die Tiergartenmitarbeiter umweltfreundlich große Lasten durch das Zoogelände transportieren oder technisch gut ausgerüstet zu medizinischen Einsätzen fahren. Zum „Weihnachtsgeschenk“ der Tiergartenfreunde gehören auch zwei alké-Elektrofahrzeuge mit Ladefläche und Planenaufbau, die den Tiergartenhandwerkern die Arbeit erleichtern. Für die Zootierärzte ist der kunterbunte Renault Kangoo Z.E. gedacht, ein Kastenwagen mit großem Laderaum oder bis zu fünf Sitzplätzen. Die Veterinäre können damit große medizinische Apparate wie Röntgen- oder Ultraschallgeräte zu den Tieren im Zoo transportieren, für Untersuchungen zu dem tiergarteneigenen Gut Mittelbüg in Schwaig bei Lauf fahren oder auch ins „Tucherland“ im Nürnberger Norden, wo Rotkopfschafe des Tiergartens gehalten werden. Ein weiterer Einsatzort ist der Tennenloher Forst in Erlangen, wo Przewalskipferde aus dem Tiergarten leben.

So – ich hoffe, mit diesem Blogbeitrag wird das Engagement der Tiergartenfreunde entsprechend gewürdigt und vielleicht auch einigen meiner Leser, die den Verein  noch nicht kannten, vorgestellt. Vielleicht möchte der oder die ein(e) oder andere ja im neuen Jahr auch selbst dem Verein beitreten? Das wäre sicher nicht der schlechteste Vorsatz, den man sich für 2018 vornehmen kann!