Und hier ist Tiergartenzeitung Nummer 14!

Sie ist da, die neue – mittlerweile 14. Nummer der – Tiergartenzeitung. Zweimal im Jahr erscheint sie und wird vom Tiergarten Nürnberg zusammen mit Nürnberger Journalisten erstellt (auch ich bin Mitglied der Redaktion). Klar, dass es bei der neusten Ausgabe der kleine Panzernashorn-Junge Sanjai mit seiner Mutter Sofie auf die Titelseite geschafft hat. Auf einer Doppelseite in der Mitte wird übersichtlich dargestellt, wie der Tiergarten Nürnberg weltweit vernetzt ist, in welche Zoos Tiere von Nürnberg abgegeben werden, woher Tiere nach Nürnberg kommen, wie Forschung im Tiergarten mit internationalen Partnern funktioniert usw.

Um Vernetzung geht es auch, wenn ein Tierarzt aus Kasachstan in Nürnberg den Umgang mit Kulanen trainiert, die wieder in der zentralkasachischen Steppe heimisch werden sollen. Wie im Tiergarten Grundlagenforschung betrieben wird, zeigt ein Beispiel mit Berberaffen, die lernen, die richtigen Wege zum Futter zu finden. Natürlich kommen auch Geschichten über Tiere nicht zu kurz, im Porträt wird diesmal der Riesenseeadler vorgestellt. Viele Zoobesucher fragen immer wieder, wie Zootiere zu ihrem Namen kommen – in der Tiergartenzeitung gibt es die Antwort darauf. Das 12 Seiten starke Blatt schließt mit einem Artikel über ein Inklusionsangebot im Tiergarten: Von Künstlern gestaltete Tierfiguren vermitteln Blinden und sehbehinderten Besuchern Erkenntnisse über Zootiere.

Im Verbreitungsgebiet der „Nürnberger Zeitung“ und der „Nürnberger Nachrichten“ lag die Tiergartenzeitung heute der Tageszeitung bei. Für alle Leser meines Blogs, die weiter weg wohnen: Hier findet man sie im Internet.

Skandal in Kanada

Ich bin eigentlich ein großer Fan von Kanada und der liberalen, toleranten Politik in diesem Land – gerade im Vergleich zu den USA. Zu den Dingen, die ich in Kanada ablehne, gehört allerdings die kommerzielle Robbenjagd, die nur die Interessen der Industrie befriedigt. In diesem Jahr ist es besonders schlimm: Die Jagdsaison wurde mit Erlaubnis der Regierung Trudeau statt – wie vorgesehen – am 7. April schon vergangene Woche eröffnet. Dabei wäre auch der 7. April schon ein sehr früher Beginn der Jagdsaison gewesen – eigentlich gilt nämlich bis Mitte April ein Jagdverbot. Das Einknicken der Regierung vor dem Kommerz bedeutet also, dass die Jäger wesentlich länger als sonst Jagd auf ausgewachsene Sattelrobben machen.

Der Zeitpunkt Mitte April war bislang so gewählt, damit die Robbenmüter ihre Babys in Ruhe zur Welt bringen und säugen können. Es war eine der ohnehin wenigen Schutzmaßnahmen, die es in Kanada für die Robben gibt. Der vorverlegte Zeitpunkt hat grausame Folgen für die Robbenbabys: Werden ihre Mütter während der Gebär- und Stillphase getötet, verhungern sie jämmerlich. Sie haben allein keinerlei Chance zu überleben. Was da in diesen Tagen passiert, ist also nur als Skandal zu bezeichnen, der unbedingt gestoppt werden muss.

Der International Fund for Animal Welfare (IFAW), von dem ich auch obiges Foto verwendet habe, hat einen internationalen Aufruf gestartet, um die kanadische Regierung zum Umdenken aufzufordern. Ich möchte mich in meinem Blog gerne dieser Aktion anschließen und dafür werben, die Petition zu unterzeichnen.

Ein echter Siegertyp

Über das vor gut vier Wochen im Tiergarten Nürnberg geborene Panzernashorn-Baby habe ich hier ja schon ausführlich geschrieben. Heute mal ein kurzer Zwischenstand: Der kleine Bulle namens Sanjai wächst und gedeiht prächtig. Mittlerweile bringt er schon 99 Kilogramm auf die Waage und hat damit über die Hälfte seines Geburtsgewichts (60 Kilogramm) zugelegt. Der Kleine macht seinem Namen, den die Tierpfleger ihm gegeben haben,  alle Ehre: Sanjai ist ein in Indien beliebter männlicher Name und bedeutet so viel wie „Der Siegreiche“. Wie ein echter Siegertyp erobert er bei den milden Frühlingstemperaturen derzeit sein Freigehege. Mama Sofie lässt ihn natürlich trotzdem nicht aus den Augen. Für den Zoo am Schmausenbuck ist Sanjai ein Glücksfall: Gerade in dieser Jahreszeit, in der es die Menschen ins Grüne hinauszieht, kann er mit dem Nashorn-Racker eine echte Sensation bieten. Auch bei den Mähnenwölfen hat sich bekanntlich Nachwuchs eingestellt, den man als Besucher keinesfalls versäumen sollte. Na dann: Ich wünsche allseits einen schönen Tag im Tiergarten!

Kralle, Schnute oder Balou?

Wie soll der kleine Lippenbär im Berliner Zoo heißen? Darüber sollen jetzt die Fans des vor drei Monaten geborenen Tierbabys bis zum 3. April  über Facebook abstimmen. Zur Auswahl stehen drei Namen: Kralle (wegen der langen Krallen, die Lippenbären haben), Schnute (weil die Bären eine ganz charakteristische Schnauze besitzen) oder Balou (wie der Bär aus dem Dschungelbuch). Das noch namenlose Jungtier durfte jetzt zum ersten Mal im Freigehege des Berliner Zoos spielen. Dabei grub das drei Monate alte Männchen mit seinen schon angesprochenen Krallen wild in der Erde. Seine Mutter, die den Namen Kaveri trägt, kümmert such vorbildlich um ihren Nachwuchs und überwacht jeden Schritt, den der Kleine macht.

Lippenbären leben in freier Wildbahn in Indien und Sri Lanka, vereinzelt auch in Bangladesch, Bhutan und Nepal. Ihr Lebensraum reicht von den tropischen Feuchtwäldern bis hin zu feuchten Grasländern und Laubwäldern. Sie ernähren sich hauptsächlich von Termiten, lieben aber auch süße Früchte, Blüten und Honig. Ihre langen Krallen setzen sie geschickt ein, um Termitenbauten aufzubrechen. Ihre Beute saugen sie dann mit gespitzten Lippen auf – daher die Bezeichnung Lippenbär. Das kleine Exemplar in Berlin wird noch von der Mutter gesäugt, ist aber sehr temperamentvoll und klettert schon auf Seilen und Baumstämmen herum. Seine Mutter beißt er manchmal in die Schnauze – was wohl als Liebkosung zu verstehen ist.  Kaveri und ihr Nachwuchs sind jetzt jeden Tag im Außengehege zu beobachten – oder auf einem Video. Man darf gespannt sein, was sich der Zoo anlässlich der Namensgebung einfallen lässt.

P.S.: Es ist entschieden: Wie mir Leserin heidi_z freundlicherweise mitgeteilt hat, heißt der Kleine Balou. Gefällt mir, kann ich da nur sagen, denn das war ja auch mein Favorit!

Rettet die Haselmaus!

In einigen Ländern steht sie schon auf der Roten Liste, weil sie vom Aussterben bedroht ist. In Deutschland gibt es auf einem Hektar Land auch nur noch drei bis vier Exemplare. Die Rede ist von der Haselmaus, die jetzt von der Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2017 gekürt wurde. Ich finde es schade, dass man die niedlichen Nager so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Das liegt nicht nur daran, dass sie mittlerweile so selten geworden sind, sondern auch daran, dass sie über die Hälfte des Jahres verschlafen. Die ersten Vertreter der Art kommen in diesen Tagen aus ihren Nestern, in denen sie sich seit Oktober verkrochen hatten.

Die Haselmaus ist hauptsächlich aus Mangel an Lebensraum so sehr bedroht. Sie lebt vor allem im Wald und am Waldrand oder in Baumkronen. Weil durch die intensive Landwirtschaft die Übergangsbereiche zwischen Feld und Wald kaum noch stehen bleiben, hat die Haselmaus ein Problem. Diese Tiere halten sich nämlich meist in Sträuchern oder Hecken auf. Dort zeigen sie sich als wahre Akrobaten: Mit ihrem Schwanz halten sie sich an Zweigen fest und hangeln sich daran weiter. In Hecken und Sträuchern gibt es auch genügend Futter und kaum Fressfeinde. Die kleinen Tiere haben ihren natürlichen Feinden keine Schutzmechanismen entgegenzusetzen und können sich auf freien Flächen nicht verstecken. Ihnen fehlen zunehmend auch Baumhöhlen für den Winterschlaf. Auf die Haselmaus wirkt sich außerdem der Klimawandel negativ aus: Es wird immer früher im Jahr warm, so dass die Tiere zu früh aus dem Winterschlaf aufwachen – ein fast sicheres Todesurteil, denn bei zu niedrigen Temperaturen finden sie nichts zu fressen.

Haselmäuse gehören in Europa zu den geschützten Arten. Die nachtaktiven Tiere sind ungefähr so groß wie ein Daumen. Es wird in der nächsten Zeit entscheidend sein, dass die Haselmaus genügend Nahrung findet und ihr Lebensraum geschützt wird – sonst gibt es keine Zukunft für die possierlichen Tiere. Immerhin tun manche Organisationen etwas für das bedrohte Wildtier. So hat zum Beispiel die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein Grünbrücken gebaut, die den Mäusen über stark befahrene Straßen helfen. Auch die Übergangszonen zwischen Wald und Feld versucht man stärker zu schützen.  Wer der Haselmaus beim Überleben helfen will, kann selbst etwas tun, beispielsweise als freiwilliger Helfer beim Aufhängen von Nistkästen. Oder man richtet seinen eigenen Garten extra für die Haselmaus ein: mit Hecken und Sträuchern, die man möglichst wild wuchern lässt.

Auf geht´s, Igel zählen!

Ich bin schon da! Das hat der Igel bekanntlich im Märchen vom Hasen und vom Igel immer gerufen. Er könnte es aber auch in diesen Wochen rufen: Denn die Igel haben ihren Winterschlaf beeendet und lassen sich zur Freude aller Tierfreunde wieder verstärkt blicken. Interessant dabei ist folgendes Phänomen: Die Igelmännchen kommen als erste aus ihren Winterquartieren, die Weibchen sind eher Langschläfer.

Der Landesbund für Vogelschutz ruft jedenfalls jetzt, nach Frühlingsbeginn, wieder zum Igel-Zählen auf. Ab sofort und dann bis in den Spätherbst hinein können Igel – auch tote, die man ja leider auch immer wieder findet – auf www.igel-in-bayern.de gemeldet werden. Das LBV-Projekt „Igel in Bayern“ läuft schon seit 2015 und hat zum Ziel, mehr über die Stacheltiere herauszufinden. In den vergangenen zwei Jahren war die Resonanz groß, es wurden mehr als 60 000 Igel gemeldet. Ergebnis der bisherigen Beobachtungen: Igel haben in unserer Zeit beeindruckende  Überlebensstrategien entwickelt und sogar in dicht besiedelten Gebieten und Großstädten eine Nische gefunden. Doch ihre Gesamtsituation sieht weniger rosig aus. Denn Baumaßnahmen, Straßenverkehr und der Einsatz von Gift machen den Tieren das Leben schwer.

Schwerer Schlag gegen die Wildtiermafia!

Folgende gute Nachricht passt hervorragend zu meinem letzten Beitrag, deswegen möchte ich sie – in gekürzter Form – vom WWF übernehmen:

Innerhalb nur weniger Tage haben Zollfahnder und Strafvollzugsbehörden in Asien und Afrika große Mengen an Nashorn und Elfenbein sichergestellt und damit die perfekte Vernetzung und die mannigfaligen Verbindungen der Wildtiermafia zwischen Thailand, Vietnam, Gambia, Malawi und Kamerun nachgewiesen. In Thailand stießen die Beamten bei einer Routine-Untersuchung in zwei Koffern auf 21 Nashorn-Hörner mit einem Gesamtgewicht von 50 Kilogramm. Die Koffer hatten zwei Thailänderinnen dabei, als sie aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba geflogen kamen. Der Wert des Fundes wird auf fünf Millionen Dollar geschätzt, damit ist es einer der größten während der letzten Jahre.

Erst wenige Tage zuvor wurden in Thailand in einem Container 422 Elefanten-Stoßzahnteile konfisziert – 33 Kilogramm Elfenbein! Die Fracht kam aus Malawi. Beamte durchsuchten die Container, weil Malawi seit einigen Jahren als wichtiger Teil der internationalen Elfenbein-Schmuggelroute bekannt ist. Auch in Hanoi ist den Zollbeamten ein Schlag gegen die Wildtiermafia gelungen. Am Noi Bai-Flughafen wurden in zwei Koffern 118 Kilogramm Nashorn-Horn sichergestellt. Die Kofferbesitzer kamen aus Kenias Hauptstadt Nairobi. Außerdem glückte afrikanischen Behörden ein Coup gegen den Elfenbeinhandel. In Kamerun fanden Kontrolleure in einem LKW 159 Stoßzähne. Drei Männer konnten verhaftet werden; sie waren offenbar auf dem Weg nach Norden, um das Elfenbein nach Nigeria zu schmuggeln.

Trotz dieser Erfolge bleibt die Lage der für die Wildtiermafia interessanten Tierarten in Afrika dramatisch. So wurden innerhalb von nur 24 Stunden (!) in Südafrika Anfang dieses Monats zum Beispiel 13 Nashörner getötet. Die erfolgreiche Strafverfolgung und Aufdeckung des verbotenen Handels mit Elfenbein und Nashorn-Horn ist auch nur ein Teil der Anti-Wildereiarbeit – genauso wichtig ist es, den Tod der Tiere für medizinischen Irrglauben und Statussymbole zu verhindern. Da haben Organisationen wie der WWF noch viel zu tun und verdienen jede nur mögliche Unterstützung bei ihrer Arbeit.

Nashörner ohne Horn – ist das die Zukunft?

So weit ist es jetzt schon gekommen: Nach dem grauenhaften Anschlag auf ein Nashorn im Zoo von Thoiry bei Paris reagiert nun der tschechische Zoo Dvur Kralove  und schneidet aus Angst vor Wilderern seinen Nashörnern die Hörner zurück. Der Zoo hält insgesamt 21 Nashörner. Bei Paris hatten Unbekannte – für mich sind es Wahnsinnige! – vor einer Woche ein seltenes Breitmaulnashorn in seinem Gehege erschossen, um an sein Horn heranzukommen, es abzusägen und zu stehlen. Damit hofften sie, auf dem asiatischen Schwarzmarkt einen guten Preis für aus Nashorn hergestellte vermeintliche Wundermittel zu erzielen.

„Ein Nashorn ohne Horn ist immer noch besser als ein totes Nashorn“, sagte eine Sprecherin des Tierparks Dvur Kralove laut dpa-Bericht. Die Hornkürzung werde unter Narkose vorgenommen und sei für die Tiere völlig schmerzlos, außerdem sei das Horn nicht lebensnotwendig. Es soll sogar in der Natur hin und wieder vorkommen, dass ein Horn abbricht, ohne dass es den Tieren schadet. Mit dem Zoo Dvur Kralove tauscht übrigens der Nürnberger Tiergarten immer wieder Tiere aus. Auf obigem Foto ist allerdings nicht ein Nashorn zu sehen, bei dem das Horn zurückgeschnitten wurde, auch kein Breitmaulnashorn, sondern der Panzernashornbulle Albrecht, als er im  Januar 2001 anlässlich der Tiergarten-Inventur in Nürnberg für die Medien vermessen wurde. Albrecht rieb sich sein Horn immer an den Sandsteinfelsen an seinem Gehege ab – so wie auch andere Nashörner in Nürnberg (früher waren es noch Breitmaulnashörner, die am Schmausenbuck inzwischen nicht mehr gehalten werden). Übrigens: Auch Natal, der älteste Nashornbulle von Dvur Kralove, wetzt sein Horn selbst ab.

Ich halte von der Maßnahme in dem tschechischen Zoo überhaupt nichts. Erstens, weil man damit Verbrechern nachgibt, statt Verbrechen zu bekämpfen. Zweitens, weil man die Nashörner nicht nur verunstaltet, sondern auch in ihrer Unversehrtheit verletzt. Wenn sich ein Nashorn sein Horn selbst abwetzt, ist das doch etwas ganz anderes!

Bitte recht freundlich!

Er ist wieder da und hinterlässt unübersehbar seine Spuren: der Biber. In Nürnberg wurden die ersten Rückkehrer im Jahr 2010 gesichtet. Die Biber sind seitdem zunehmend im Stadtgebiet heimisch geworden – sogar mitten in der Innenstadt an der Pegnitz. In anderen Städten ist es ähnlich. In Nürnberg sind sie derzeit vor allem im Faberwald im Stadtteil Eibach aktiv. Doch wie das so ist, wenn Tiere dem Menschen sehr nahe rücken, gibt es da gleich ein paar Probleme. Der Biberbeauftragte für Nürnberg-Süd wird deshalb im Faberwald nun eine Kamera aufstellen. Denn die Sicherheit in diesem Naherholungsgebiet könnte durch das Stollensystem, das die Biber angelegt haben, in Gefahr sein. Die Kamera wurde von der zuständigen Behörde genehmigt.

Die Biber im Faberwald machen ihrem Beinamen“Baumeister“ momentan alle Ehre. Das zeigt ein verzweigtes Stollensystem, in das sich die Nager bei Gefahr oder Störungenschnell zurückziehen können. Die Kamera soll dazu dienen, die einzelnen Tiere zu identifizieren, mehr über ihre Bautätigkeit zu erfahren und die Tiefe der Stollen einzuschätzen. Mithilfe der Aktion soll der Biberbestand auch an dieser Stelle erhalten werden, aber gleichzeitig will man Schäden am reichen Baumbestand des Faberwaldes so gering wie möglich halten. Klingt alles duchaus plausibel – ist aber heutzutage gar nicht so einfach. Denn in einem solchen Erholungsgebiet dürfen schließlich keine Aufnahmen mit Überwachungskameras (wie etwa an Bahnhöfen oder anderen sicherheitsrelevanten Orten) gemacht werden. Fotos oder Filme aus dem Faberwald, auf denen Menschen erkennbar sind, die dann womöglich veröffentlicht oder weiterverwertet werden – das wäre nicht zulässig. Deshalb ist die Kamera gezielt auf die Wasserfläche und den direkt angrenzenden Uferbereich gerichtet, also dorthin, wo Menschen sich normalerweise nicht hinbegeben.

Für das Bibermanagement arbeiten in Nürnberg der Service öffentlicher Raum (SöR), das städtische Umweltamt, die Untere Naturschutzbehörde, das Wasserwirtschaftsamt und der Bund Naturschutz (BN) Bayern zusammen, um praktikable Lösungen für ein gutes Miteinander zwischen Mensch und Biber zu ermöglichen. Die Ergebnisse des geplanten Monitoring am Faberweiher sollen in das Management mit einfließen. Wird sicher interessant, was dabei herauskommt!

Alles Gute zum Zehnten, Hennes!

Nach dem traurigen Thema meines letzten Beitrags hier mal wieder was zum Schmunzeln. Es geht um den Geißbock Hennes, der in Köln ebenso Kult ist wie Willy Millowitsch oder der Dom. Angeblich reagiert Hennes sogar auf den rheinischen Dialekt seiner Tierpflegerin im Kölner Zoo. Am 10. März wird Hennes VIII. zehn Jahre alt. Auch wenn ich als Greuther-Weib und Fan der SpVgg Greuther Fürth Hennes als Maskottchen des 1. FC Köln nicht hundertprozentig toll finden kann, muss ich als Tierfreundin doch zugeben: Der Geißbock ist ein sehr sympathisches Wahrzeichen sowohl seines Vereins als auch seiner Stadt.

Der jetzige Hennes hat seinen Zusatz „VIII.“ nicht von ungefähr. Es war im Jahr 1950, als der 1. FC Köln auf den Geißbock kam. Der erste Hennes soll allerdings nur zur Hälfte ein „kölsche Jong“ gewesen sein: Seine Mutter stammte aus Thüringen. Die Geiß kam über einen Kölner Zirkus, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in Thüringen seine Zelte aufgeschlagen hatte, an den Rhein. Mitarbeiter hatten das völlig verängstigte Tier gefunden und nach Hause mitgenommen. 1949 brachte die Ziege einen Bock zur Welt, den der Zirkus dem Verein ein Jahr später zum Geschenk machte – wie sich das für Köln gehört, bei einer Karnevalssitzung. Der damalige Trainer Hennes Weisweiler wurde Namenspate. Damit konnte Hennes I. sozusagen inthronisert werden. Es waren noch lustige Zeiten damals im Profi-Fußball: Hennes war höchstpersönlich bei fast allen Auswärtsspielen dabei und reiste manchmal sogar im Mannschaftsbus mit. Später – und das ist so bis zum heutigen Tag – durfte er nur noch bei Heimspielen dabei sein.

Da die Lebenszeit von Geißböcken begrenzt ist, folgte bald Hennes II., der III. und so weiter. Glück brachte dem Verein vor allem Hennes IV. Als er „regierte“, schaffte der FC Köln das Double: Er wurde Deutscher Meister und holte den DFB-Pokal. Unter Hennes VII. stieg der Verein viermal auf und ab. Kein Wunder, wenn man weiß, dass er bei zwei Heimspielen gar nicht persönlich ins Stadion durfte, weil gerade die Maul- und Klauenseuche grassierte. Das Hennes-Double aus Pappe konnte das Original eben nicht ersetzen.

Das heutige Geburtstagskind Hennes VIII. hat dem Verein bisher sportliche Stabilität beschert. Er ist das erste Maskottchen in der Vereinsgeschichte, das ein eigenes Häuschen im Kölner Zoo bewohnen darf. Und er bekam sogar eine Partnerin: Anneliese. Hennes ist allerdings gar kein richtiger „Bock“ – er ist kastriert. Als Anneliese trotzdem eines Tages trächtig war, hat Hennes Größe bewiesen und die Sache so genommen, wie sie eben war. Warum sollte es nicht auch bei Tieren Patchwork-Familien geben? Doch Anneliese starb vor kurzem – jetzt ist Hennes also auch noch alleinerziehender Vater. Und so endet die Geschichte leider doch nicht so lustig, wie sie begonnen hat.