So tierisch war das Jahr 2016

Der tierische Jahresrückblick ist in meinem Blog mittlerweile schon zur lieben Gewohnheit geworden. Ich muss mich da bei meinen Kollegen von den Presseagenturen bedanken, die auch eine Menge Material zusammengetragen haben. Für meine Leser habe ich die schönsten und komischsten Geschichten herausgepickt. Über das eine oder andere Ereignis habe ich schon im Laufe des Jahres geschrieben, manches klingt schier unglaublich – aber alles ist wahr.

Erst vor ein paar Wochen spielte sich die dramatische Rettungsaktion um ein Eichhörnchen in München ab. Der kleine Nager steckte in einem Gullydeckel fest, weil er zu viel Speck angesetzt hatte. Man sieht: Tiere können sehr menschliche Probleme haben. Zum Glück wurde dem Eichhörnchen sein Übergewicht nicht zur tödlichen Falle. Es wurde befreit!

Ähnlich anrührend ist das, was Faultier in Ecuador auf der Straße erlebt hat. Es klammerte sich verängstigt an einen Pfosten – warum, ist nicht bekannt. Die Polizei machte ihrem Ruf als Freund und Helfer alle Ehre und rettete das niedliche Tier. Später ließ man es in einem Wald wieder frei.

Ein großes Abenteuer dürfte Krake Inky erlebt haben, der spurlos aus einem Aquarium in Neuseeland verschwunden war. Laut Vermutung der Mitarbeiter in dem Aquarium hatte sich Inky eines Nachts durch ein Abflussrohr verdünnisiert – ein Rohr, das in den Pazifischen Ozean führt. Die Angestellten sahen am nächsten Morgen die nasse Spur auf dem Boden, die bis zu dem Rohr führte. Ob die Geschichte ein gutes Ende genommen hat, weiß niemand. Inky ist nicht wieder aufgetaucht.

Viele Menschen haben sich im zu Ende gehenden Jahr auch für den Wombat Derek interessiert, ein verwaistes Beuteltier-Baby in Neuseeland. Weil seine Mutter gestorben war, suchte man per Internet einen „Wombat-Kuschler“. Der Sieger durfte nach Neuseeland fliegen und dort für ein paar Tage Dereks Ersatz-Mama spielen. Und wenn wir schon bei niedlichen Tieren sind: In diese Rubrik gehören auch die ebenfalls elternlosen Fuchswelpen in Niedersachsen, für die es Rettung in einer Einrichtung für wilde Tiere gab.

Noch ein tierisches Happy-End: Zwei Papageien, die in einem Loch in der Außenwand eines Wohnhauses in Düsseldorf gebrütet hatten, sahen dieses Loch plötzlich verschlossen. Jemand hatte es mit Bauschaum gefüllt. Die Vogel-Eltern pickten und hackten so lange an der Fassade herum, bis sie ihre Küken befreien konnten.

Wie eng Freud´und Leid auch in der Tierwelt zusammenliegen, zeigte sich in der Stuttgarter Wilhelma. Dort feierte man erst den 50. Geburtstag von Hannibal, dem wohl ältesten Zwergflusspferd der Welt  – sechs Wochen später starb er dann. Sein Alter kann man getrost als „biblisch“ bezeichnen, denn es entsprach ungefähr 140 Menschenjahren.

Im Karlsruher Zoo fand Papagei Douglas eine neue Bleibe. Er wurde einst durch den Film „Pippi in Taka Tuka Land“ berühmt, in dem er allerdings Rosalinda hieß. Seine Berühmtheit nützte ihm jedoch wenig: Weil es in einem schwedischen Zoo keinen Platz für ihn gab, sollte er eingeschläfert werden. Karlsruhe zeigte sich gnädig.

Weil mit dem Ende des alten Jahres ja auch ein neues beginnt, zum guten Schluss hier noch etwas Zukunftsweisendes: Die Orang-Utan-Damen Sinta und Conny in der Wilhelma setzen in Sachen Liebe auf Video-Dating. So wurden sie mit Männchen in Hamburg und Belgien verkuppelt. Ob das nun ein Fortschritt ist, wenn Tiere es den Menschen gleichtun, oder eher eine Gefahr – die Zukunft wird es zeigen. Deshalb: Auf die Zukunft, auf das Jahr 2017!!!

Der tierische Jahresrückblick

ErdmaennDie Erdmännchen haben zwar im Tiergarten Nürnberg im zu Ende gehenden Jahr keine Schlagzeilen gemacht. Trotzdem gehören sie zu den beliebstesten Zootieren überhaupt, und deswegen habe ich für meinen traditionellen Jahresrückblick dieses Foto ausgewählt. Auch, weil es so etwas Erwärmendes hat, nicht nur temperaturtechnisch gesehen. – Nun aber mal zu den harten Fakten. Der Tiergarten war 2015 mit außergewöhnlich vielen Tierbabys gesegnet: Charlotte, Aljoscha, Volodya, Kang-Ju, Ayana, um nur die attraktivsten Publikumsmagneten zu nennen:

  • Eisbärenmädchen Charlotte gehört mit ihrem Geburtstag am 21. November 2014 streng genommen noch zu den Vorjahresbabys. Doch erst im März 2015 kommt sie zum ersten Mal mit Mama Vera aus der Wurfhöhle und stellt sich dem Publikum vor. Ein echter Wonneproppen!
  • Groß ist die Freude, als am 6. Juli die Tigerzwillinge Aljoscha und Volodya das Licht der Welt erblicken. Vor dem Raubtierhaus bilden sich Besucherschlangen.
  • Bei den Schneeleoparden stellt sich mit Kang-Ju und Ayana nur ein paar Wochen später Nachwuchs ein.
  • Die im Juni geborenen beiden Kleinen Pandas (auch Katzenbären genannt) werden bald zu Halbwaisen: Ihre Mutter Patna liegt eines Tages tot im Gehege – Herzversagen! Die Babys wachsen und gedeihen per Handaufzucht trotzdem gut.

Außer den Geburten gab es auch eine Reihe von Neuzugängen im Tiergarten. So sind seit April  zum ersten Mal überhaupt im Zoo am Schmasuenbuck Fischkatzen zu sehen, und zwar im früheren Gehege der Brillenbären. Besser gesagt, ein Fischkater. Er wartet immer noch auf eine Partnerin. Ein neuer Tiergartenbewohner ist auch Sofie. Die neunjährige Panzernashorndame kam im Oktober für Seto Paitala, die in Nürnberg geborene „Weißfüßige“. Sonst hätte es Inzucht mit Seto Paitalas Vater Ropen geben können. Nun hofft man, dass sich Ropen und Sofie gut verstehen und die bedrohte Tierart zu erhalten helfen.

Für überregionales Presse-Interesse sorgte der Tiergarten 2015 aber mit Bewohnern, die plötzlich vom oder im Erdboden verschwanden. Schaf Rosi wird im Mai nach München ins Bordell entführt, von der Polizei aufgespürt und schließlich zurückgebracht. Anders die Präriehunde, die nach dem Winterschlaf nicht mehr aus ihrem unterirdischen Höhlensystem auftauchten. Spätere Suchaktionen mit Baggern brachten auch keinen Erfolg. Ein chinesischer Muntjak, der mit den Panzernashörnern in einer WG lebte, suchte im Juni das Weite. Warum und wohin, bleibt sein Geheimnis.

So, und nun wünsche ich meinen Lesern und allen Tieren einen schönen Jahreswechsel ohne zu lautes Böllern und ein wunderbares 2016!