Tiere schlagen weiter zu

Das war wirklich ein kurzes Zwischenspiel von Marco! Nun bin ich vom Urlaub zurück und kann „Achtung, Wolf!“ wieder selbst betreuen. Leider habe ich diesmal keine Tiergeschichte aus Ramsau mitgebracht – ich glaube, meine intensive Begegnung mit dem Norovirus ist nicht unbedingt attraktiv genug, um hier darüber zu schreiben!

Sei´s drum, wenden wir uns interessanteren tierischen Begebenheiten zu! Da scheint sich ein Trend fortzusetzen, der schon vor ein paar Monaten begann und den ich hier schon mehrmals thematisiert habe: Immer öfter verbreiten die Medien Vorkommnisse, dass Tiere Menschen angreifen oder anderweitig bedrohen. So bot vor knapp einer Woche sogar am idyllischen Dachstein der tödliche Angriff eines Schwertwals auf seine Trainerin in einem Freizeitpark in Florida ausreichend Gesprächsstoff – und das, obwohl die Österreicher eigentlich ziemlich mit dem desaströsen Abschneiden ihrer Sportler bei den Olympischen Spielen beschäftigt waren. Aber mit Nachrichten aus der Tierwelt ist es wohl wie mit Sex: Sie gehen – medial betrachtet – immer.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100301-99-00781Kaum bin ich wieder zu Hause und in der Redaktion, kommt heute die nächste Meldung, die gut in oben genannte Rubrik passt: Im Zoo von Adelaide hat Seelöwe Tasco seinen Pfleger vor den Augen der Zoobesucher in den Arm gebissen. Aus Rache, wie es scheint. Das Tier soll laut Zooleitung deshalb so aggresiv reagiert haben, weil seine Gespielin in ein anderes Gehege verlegt worden war. Offenbar wollte sich Tasco an seinem Betreuer rächen, den er kurzfristig für einen männlichen Rivalen hielt. Im Gegensatz zur Trainerin in Orlando überlebte der australische Zoo-Angestellte und soll schon bald seine Arbeit wieder aufnehmen; die Bisswunde wurde mit 30 Stichen in einer Klinik genäht.

Tja, ich bin mal gespannt, was sich als nächstes tut in Sachen „Tiere schlagen zu“.

Attacken im Zoo

Vor ungefähr einem Monat habe ich hier schon mal darüber geschrieben, wie in Alice Springs (Australien) ein Siebenjähriger im Zoo ein Blutbad unter den Reptilien angerichtet hat.

Jetzt hört man aus einem anderen australischen Zoo, dem von Adelaide, von brutalen Zoobesuchern: Dort haben vier Teenager einen alten, fast schon blinden Flamingo beinahe totgeschlagen und damit für Schlagzeilen gesorgt. Die vier Jugendlichen, 17 bis 19 Jahre alt, misshandelten den Vogel vor den Augen anderer Zoobesucher aufs schwerste. Sie verletzten das Tier am Schnabel und an einem Auge und werden nun wegen Tierquälerei angeklagt. Ein Motiv, warum sie auf den Flamingo losgingen,  gaben sie nicht an. 

Tierärzte haben den Vogel glücklicherweise noch retten können, indem sie ihn in ein künstliches Koma versetzten und seine Wunden verarzteten. Der 75 Jahre alte (!!)Flamingo lebt schon seit den 1930er Jahren im Zoo von Adelaide, ist dessen ältester Bewohner und gilt als Wahrzeichen des Zoos. Entsprechend schockiert war die Öffentlichkeit, als der Vorfall bekannt wurde.

Manchmal drehen Zootiere aber den Spieß um und gehen ihrerseits zum Angriff über. So geschehen im Zoo von Frauenfeld in der Schweiz. Dort hat ein Schimpanse einen Zoobesucher in die Hand gebissen. Der zweijährige Sohn des Mannes hatte einfach die Sicherheitsabsperrung vor dem Affenkäfig nicht beachtet und war trotz Verbots ganz nahe ans Gitter des Schimpansenkäfigs herangegangen. Da fasste ein Affe durchs Gitter, packte das Kind und hielt es fest. Der Vater des Jungen versuchte daraufhin, den Kleinen wegzuziehen. Das quittierte einer der Schimpansen mit einem Biss in seine Hand. Der Zweijährige kam ohne Verletzung davon.