Endlich haben die Qualen ein Ende

Das ist mal ein Riesenerfolg für Tierschützer und passt wunderbar zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April: Durch jahrelange Proteste haben Tierschützer es geschafft, dass das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen seine Versuche an Affen endgültig eingestellt hat.  Einem als Pfleger arbeitenden Tierschützer war es gelungen, die Affenversuche und die Haltung der Tiere im Herbst 2014 heimlich zu filmen. Dadurch kamen Aufnahmen ans Licht, die zum Beispiel Affen mit Gehirnimplantaten zeigen. Eines der Tiere ist mit blutverschmiertem Kopf zu sehen, einem anderen Affen läuft Spucke oder Erbrochenes aus dem Mund. Gegen die unhaltbaren Zustände hatten Tierschützer immer wieder Demonstrationen und Mahnwachen veranstaltet. Ein Durchhaltevermögen, das sich wirklich gelohnt hat!

Neue Hoffnung für Orang-Utans

Orang

Manchmal wollen Menschen Tieren helfen, übersehen dabei aber, dass sie genau dadurch neue Probleme schaffen. Das hier ist ein Beispiel dafür: Orang-Utans (Foto: Serge Wich/Science Advances/dpa) sind die einzigen Großen Menschenaffen, die es überhaupt noch in Asien gibt. Wenn Orangs dort aus Auffangstationen freigelassen werden, besteht die Gefahr, dass durch Paarung mit Tieren aus dem Freiland Mischlinge entstehen, die nur eine geringe Überlebenschance haben. Damit haben sich jetzt Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig befasst. Sie machen darauf aufmerksam, dass diese Menschenaffen ausschließlich in ihrer Herkunftsregion freigelassen werden dürfen.

In Indonesien ist seit Jahren der natürliche Lebensraum der Orang-Utans durch Abholzung und Wilderei in Gefahr. Der Orang-Utan-Bestand schmilzt dahin. Orangs leben auf der Insel Borneo und auf der ungefähr 1200 Kilometer entfernten Insel Sumatra. Laut WWF gibt es auf Borneo noch rund 54.000 Tiere. Nach einer neuen Studie sollen auf Sumatra doppelt so viele Orang-Utans leben wie bisher angenommen, nämlich über 14.600. Das hat ein Forscherteam der Universität von Liverpool herausgefunden. Die Affen leben nämlich auch in höher gelegenen Berggebieten und in Waldgebieten, wo Holz geschlagen wird. Borneo-Orang-Utans haben im Lauf von etwa 176.000 Jahren drei geografisch isolierte Unterarten mit bestimmten Merkmalen herausgebildet, was sich aber nur durch DNA-Tests sicher feststellen lässt.

Solche Tests haben die Wissenschaftler nun auch bei Auswilderungen von Orang-Utans in den Tanjung Puting Nationalpark im Süden der Insel Borneo angewandt, wo öfter Affen einer nicht in der Region heimischen Unterart freigelassen wurden. Die Paarung mit den Freiland-Tieren blieb natürlich nicht aus. Mit negativen Folgen für den Nachwuchs: Der war der schwächer war als andere Jungtiere, brachte selbst weniger Babys zur Welt oder auch Junge, die früher starben oder oft krank wurden. Es kann sogar dazu kommen, dass durch diese Kreuzungen die schlechten Eigenschaften vererbt werden. Langfristig würde das dazu führen, das die Population schrumpft. Allerdings muss das nicht passieren – die Fortpflanzung mit Artgenossen aus einer anderen Unterart kann auch gut funktionieren. Man spricht dann von „Hybrid-Vitalität“.

Zurzeit sind in den Auffangstationen auf Borneo und Sumatra rund 1500 Orang-Utans für die Auswilderung bereit. Vorher sollen aber noch Gentests durchgeführt werden, damit es nicht mehr zur Kreuzungen zwischen verschiedenen Unterarten kommen kann. Wenn die Forscher das durchsetzen, kann man neue Hoffnung für die Zukunft dieser wunderbaren Tiere schöpfen.

Das ist brandgefährlich für Orang-Utans!

OrangSie gehören sowieso schon zu den bedrohten Tierarten. Jetzt wurden Orang-Utans in Indonesien auch noch durch verheerende Waldbrände gefährdet, sowohl in Schutzgebieten als auch in freier Wildbahn. Eine Feuerwalze hat das Land mit beißendem Rauch überzogen und ganze Lebensräume der Menschenaffen praktisch zerstört. Auf der Insel Borneo kämpfen Tierschützer in einer Rettungsstation seit Tagen um das Überleben ihrer Schützlinge. Inzwischen haben zwar Regenfälle wenigstens den Smog gemindert, der durch die Waldbrände entstanden war, auch die Luft wurde etwas besser. Aber über 500 Orang-Utans sind mit Atemwegserkrankuungen in einem Reha-Zentrum in der Provinz Kalimantan in Behandlung.

Ein solches Phänomen ist für uns hierzulande kaum vorstellbar: In Indonesien wüten seit zwei Monaten Tausende von Bränden. Zum großen Teil wurden sie  von Menschen gelegt: zum Zweck der Brandrodung. Damit entsteht Platz für neue Ölpalmen- oder Industrieholz-Plantagen. In Kalimantan und auf der benachbarten Insel Sumatra zerstörten die Wald- und Torffeuer bisher 1,7 Millionen Hektar Wald. Auf Sumatra sind auch andere Tiere wie Sumatra-Tiger und Sumatra-Elefanten bedroht. Zwar treten dort jedes Jahr während der Trockenzeit Brände auf, heuer ist es aber wegen El Nino besonders schlimm – die diesjährige Katastrophe wird als die verheerendste seit 1997 eingeschätzt.

Man befürchtet, dass in den Wäldern auch Orang-Utans verbrannt sind. Veterinäre, Kletterer und Techniker mit Betäubungspfeilen sind nun im Einsatz, um in Not geratene Affen aufzuspüren. Orangs, die aus dem Feuer gerettet wurden, sind oft unterernährt, dehydriert und haben panische Angst vor Menschen. Die Mitarbeiter der Orang-Utan-Station können nicht verstehen, dass es immer noch kaum Fortschritte bei der Brandbekämpfung gibt, obwohl diese Feuer seit rund 20 Jahren etwa zur gleichen Zeit wieder ausbrechen.

Dieser Frage kann ich mich nur anschließen. Ich frage mich auch, warum die vielen Brandrodungen nicht gestoppt werden können. Aber vielleicht will man das ja gar nicht wirklich, aus wirtschaftlichen Gründen?

Gibbons: die Tierstars des Jahres 2015

Unglaublich, wie die Zeit dahinfliegt. Das neue Jahr ist schon wieder fünf Wochen alt. Für mich heißt das: Allerhöchste Eisenbahn, einen Beitrag zum „Gibbon-Jahr 2015“ zu schreiben, das die WAZA (World Association of Zoos and Aquariums) ausgerufen hat. Bei Facebook bin ich auf einen interessanten Text über diese Affen gestoßen, verfasst von Andreas Jakesch, veröffentlicht in der Gruppe Die Besten Zoos der Welt:

Gibbons sind eine Familie der Primaten und beschreibt baumbewohnende Primaten, die in Südostasien leben. Gibbons sind die Schwestergruppe der Menschenaffen und werden daher auch als kleine Menschenaffen bezeichnet. Gibbons erreichen eine Kopfrumpflänge von bis zu 90 cm und einem Gewicht von bis zu 13 kg. Der Siamang ist dabei die größte Art. Gibbons sind tagaktive Waldbewohner die streng territorial leben. Ihre Reviere können bis zu 50 ha groß sein. In den Revieren lebt jeweils ein Paar mit seinem Nachwuchs. Gibbons leben monogam. Ihre Hauptnahrung sind reifes Obst und andere pflanzliche Kost. Tierische Kost nehmen sie nur selten zu sich. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Indien, Myanmar, China über Indochina und Malaysia bis nach Java und Borneo. Ihr bevorzugter Lebensraum ist der Tropische Regenwald. Aufgrund von Bejagung und dem massiven Verlust ihres Lebensraumes, sind alle Arten vom Aussterben bedroht.

Gibbons werden in Vier Gattungen unterteilt.
# Symphalngus – einzige Art ist der Siamang
# Nomascus – Schopfgibbons – 7 Arten
# Hoolock – einzige Art ist der Weißbrauengibbon
# Hylobates – Kleine Gibbons – 7 Arten

In unseren Zoos (Deutschland, Österreich und die Schweiz):

Derzeit kann man in unseren Zoos acht Arten der Gibbons sehen. Mit 37 Haltungen ist der Weißhandgibbon die häufigste Art. Die weiteren Arten sind der Siamang (12 Haltungen), Nördlicher Weißwangengibbon (4), Kappengibbon (3), Borneogibbon (2), Südlicher Gelbwangengibbon (2), Silbergibbon (1), Carpenter-Weißhandgibbon (1), und der Schlankgibbon (1).

Für Fans von Tiergärten finde ich besonders den letzten Absatz sehr informativ und übersichtlich, denn Zoobesuche lassen sich damit gut planen. Doch so viel Spaß es auch machen mag, diese Tiere live und aus nächster Nähe zu sehen und vielleicht auch zu riechen, sollte man dabei eines nicht vergessen: Alle Gibbonarten gelten als in ihrem Bestand gefährdet oder bedroht. Auch deshalb will der Weltzooverband in diesem Jahr die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diese Affen lenken. Dabei kann man ihn nur unterstützen.

Baby-Boom in Hellabrunn

Als ich vor kurzem über den Eisbären-Nachwuchs im Münchner Tierpark Hellabrunn geschrieben und zugegeben habe, dass ich ein wenig neidisch bin, weil wir im Tiergarten Nürnberg auch in diesem Jahr keine Eisbärenbabys haben, da hat der eine oder andere meiner Leser das irgendwie in den falschen Hals bekommen. Doch auch bei der neuesten Meldung aus diesem Münchner Zoo über ein neugeborenes Orang-Utan-Baby muss ich zugeben: Es wäre schon schön, wenn wir in Nürnberg auch so ein niedliches Tierkind hätten! Am Schmausenbuck wurde die Orang-Utan-Haltung allerdings schon vor einigen Jahren eingestellt; dort gibt es jetzt nur noch Gorillas, keine anderen Menschenaffen mehr. Orang-Utans gehören zu den am stärksten bedrohten Affenarten überhaupt, ihre natürliche Heimat ist Indonesien.

Die glückliche Mutter in München ist das schon 38 Jahre alte Sumatra-Orang-Utan-Weibchen namens Matra; ihr Baby hat vor einer Woche das Licht der Welt erblickt. Die Gruppe ist damit auf sieben Tiere angewachsen. Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Ich freue mich, dass es in München bei der Nachzucht dieser Menschenfaffenart geklappt hat und dass das Kleine gesund und munter ist. Ich finde es nur schade, dass wir in Nürnberg schon so lange keine Menschenaffen-Babys mehr hatten.

Es ist bereits das fünfte Baby der Affendame in Hellabrunn, sie hat also im Umgang mit Nachwuchs mittlerweile viel Erfahrung. Entsprechend rührend kümmert sie sich um das noch namenlose Junge, das sich Tag und Nacht an seine Mutter klammert. Matra war ihren Pflegern schon vor Wochen wegen ihres extrem dicken Bauches aufgefallen. Dicke Bäuche sind allerdings bei Orang-Utans wegen ihrer rein pflanzlichen Nahrung ganz normal: Die Tiere sind dadurch immer ziemlich aufgebläht.

Wie viel Freiheit darf es denn sein?

Tiere, die aus dem Zoo ausbüxen: Das passiert immer wieder – auch im Nürnberger Tiergarten -, und die Medien stürzen sich regelrecht auf diese Ereignisse, die gern als Flucht interpretiert werden. Kommen sie doch der Überzeugung so manches Journalisten entgegen, Zootiere würden schrecklich darunter leiden, dass sie ihr Dasein in viel zu enge Gehege eingesperrt fristen müssen. In Wirklichkeit stecken oft ganz andere Gründe hinter den „Ausbruchsversuchen“. Die den meisten Tieren angeborene Neugierde zum Beispiel. Oder auch Menschen, wie die Zoobesucher, die kürzlich in Nürnberg Tigerdame Katinka so lange gereizt haben, bis die Raubkatze (zum Glück nur) fast die Mauer am Wassergraben überwunden hätte.

Jetzt ist der Osnabrücker Zoo wegen seines Mantelaffenweibchens Lubaya in die Schlagzeilen geraten. Die Affendame hat ihr Gehege verlassen und macht jetzt die unmittelbare Umgebung des Tierparks unsicher. Wobei  „unsicher“ nicht das richtige Wort ist, denn von Lubaya geht keinerlei Gefahr aus. Immer wieder wird sie von Anwohnern gesehen, die dann beim Zoo anrufen – mal in einem Garten, mal auf einem Dach. Die Verantwortlichen des Tierparks planen von sich aus keine große Suchaktion oder gar Jagd, weil sie fürchten, Lubaya damit nur zu verschrecken und weiter von ihrem Zuhause wegzutreiben.

Denn – und das vergessen viele, vor allem auch die Medien – der Zoo ist für das Affenweibchen längst zur Heimat geworden. Auch wenn diese Affenart ursprünglich aus Afrika stammt, hat sie doch mit ihrem Ursprungsland nichts mehr am Hut. Zootiere werden heututage in der Regel schon im Zoo geboren, Wildfänge gibt es – zumindest in Europa – nicht mehr. Und in ihrer Heimat könnten diese Tiere in den meisten Fällen höchstens kurze Zeit überleben. Sie sind weder daran gewöhnt, sich lebenslang ihr Futter selbst zu beschaffen, noch haben sie gelernt, sich gegen Feinde zu wehren. Und wenn sie in freier Wildbahn krank werden, kommt nicht – wie im  Zoo – der Tierarzt, um sie wieder gesund zu machen.

Man geht deshalb davon aus, dass Lubaya über kurz oder lang ihren Ausflug von selbst beenden und in den Zoo zurückkehren wird. Verhungern muss sie draußen nicht, denn Pflanzen und Obst findet sie derzeit noch in den umliegenden Gärten. Und auch die Temperaturen kann sie – noch – gut aushalten. Dass Lubaya „die Flucht“ überhaupt gelungen ist, liegt übrigens daran, dass die Mantelaffen im Osnabrücker Zoo nicht hinter Gittern, sondern in einem weitläufigen Gehege gehalten werden. Also genau so, wie es immer gefordert wird. Aber zu viel Freiheit im Zoo – das scheint einigen Leuten dann auch wieder nicht recht zu sein. Ein Problem, mit dem sich Zoologische Gärten und Tierparks tagtäglich auseinandersetzen müssen. Und eine Frage, die man sich auch am Welttierschutztag am morgigen 4. Oktober stellen sollte.

Lebenswichtige soziale Netzwerke

Wer sagt denn, soziale Netzwerke existieren erst seit Beginn des digitalen Zeitalters und funktionieren nur über Twitter, Facebook usw. ? Weit gefehlt! Völlig daneben liegt auch, wer annimmt, sie seien vom Menschen erfunden. Nein, es gibt auch verschiedene Tierarten, die schon vor langer Zeit soziale Netzwerke entwickelt haben. Für manche von ihnen ist es sogar lebenswichtig, gut in sozialen Netzwerken eingebunden zu sein. Sind sie es nämlich nicht, kann ihr Überlebenskampf noch viel härter werden, als er es für die meisten Tiere in freier Wildbahn sowieso schon ist.

Ein Beispiel gefällig? – Nehmen wir dafür die neuesten Ergebnisse von Wissenschaftlern der Universität St. Andrews in Schottland her, die sich den sozialen Verbänden bei Totenkopfaffen gewidmet haben. Die Forscher haben vor kurzem herausgefunden, dass diejenigen Gruppenmitglieder am schnellsten an unbekannte Futterquellen herankommen, die am besten sozial vernetzt sind. Für die Versuche arbeiteten die Wissenschaftler mit den „Bossen“ zweier Totenkopfaffen-Gruppen: Die beiden Affen bekamen jeweils ein verschlossenes Gefäß mit Futter präsentiert und wurden dann in unterschiedlichen Methoden trainiert, dieses Behältnis zu öffnen.

Nach der Schulung kehrten die Alpha-Tiere in ihren Affenstaat zurück (frei nach dem „Dschungelbuch“; leider steht unter dem YouTube-Video fälschlicherweise „Affenstall“ statt „Affenstaat“, wie es im Lied heißt, und der Name des Affenkönigs ist auch falsch geschrieben, richtig wäre Louie, nicht Lui). Die Forscher konnten genau folgende Abläufe beobachten: Die Gruppenmitglieder, die über die vielfältigsten sozialen Verbindungen verfügen, sind rascher in der Lage, sich die Technik von ihrem Chef abzuschauen und selbst anzueignen, als die Äffchen, die eher Randfiguren im Verbund sind. Und noch etwas stellten die Biologen fest. Etwas, das ich als Aufmunterung für diejenigen unter meinen Lesern betonen möchte, die – wie ich selbst – nicht mehr die Jüngsten sind: Das Alter der Affen spielte bei den Experimenten überhaupt keine Rolle!!! Dieser Aspekt des Studienergebnisses wundert mich allerdings überhaupt nicht. Ähnliches beobachte ich tagtäglich in meiner näheren Umgebung.

Eine neue "Haremsdame"

Diese junge Gorilladame heißt Louna. Sie ist heute im Tiergarten Nürnberg angekommen und soll dort in die Gorillagruppe eingewöhnt werden.

Louna ist sechs Jahre alt und kommt aus dem „Pongoland“ im Zoo Leipzig. Ihre Eltern Gorgo und Bebe leben mittlerweile im Darwineum des Rostocker Zoos. In Leipzig stimmte die Chemie zwischen Louna und dem neuen Haremschef der dortigen Gorillagruppe nicht. Nun soll Louna im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP langfristig in die Zuchtpläne des Tiergartens Nürnberg integriert werden.

Derzeit ist das Gorillaweibchen allerdings noch nicht geschlechtsreif. Sie soll aber den Grundstein für einen neuen Harem bilden, der später einmal am Schmausenbuck für Nachwuchs sorgen soll. Chef der Nürnberger Gorillas ist der alte Silberrücken Fritz, der in diesem Jahr 50 Jahre alt wird. Mit dem Weibchen Hakuna Matata, mit dem Fritz eigentlich Nachwuchs in die Welt setzen sollte, paart sich Fritz schon seit einigen Jahren nicht mehr – er hat vielmehr eine Art „Vater-Tochter-Beziehung“ zu ihr entwickelt. Hakuna wird deshalb bald in eine Zuchtgruppe in einem anderen Zoo umziehen. Im Tiergarten leben außerdem noch die beiden älteren Gorillaweibchen Lena und Bianca.

Die Besucher des Nürnberger Tiergartens können die neue Gorilladame aus Leipzig zunächst noch nicht sehen. Sie muss sich in Ruhe und hinter den Kulissen an ihre neue Umgebung gewöhnen. Als sie heute aus der Transportkiste kletterte, inspizierte sie gleich ihr neues Zuhause. Sie entwickelte auf jeden Fall schon einmal einen gesunden Appetit und ließ sich das Gemüse schmecken, mit dem sie nach der Reise belohnt wurde.

 

 

Forscher entdecken neue Affenart

Gott sei Dank! Nach der niederschmetternden Liste der 100 am stärksten bedrohten Arten gibt es heute eine ausgesprochen gute Nachricht: Forscher haben im Kongo eine neue Affenart entdeckt – erstmals wieder seit 28 Jahren in Afrika (Foto: Maurice Emetshu, Plos One/dpa) . Sie besitzen eine grau-blonde Mähne, ein blasses Gesicht, schwarzes und bernsteinfarbenes Fell, sind bis zu 65 Zentimeter groß und gehören zu den Meerkatzen: die bisher unbekannten Affen, denen man den wissenschaftlichen Namen Cercopithecus lomamiensis gegeben hat, weil man im Lomami-Becken auf die ersten Exemplare gestoßen ist.

Die Entdeckung ist auf einen Zufall zurückzuführen. Während einer Expedition im Kongo sahen die Biologen den ersten Affen dieser Art, ein junges Weibchen, im Haus eines Lehrers. Die Einheimischen nannten das Tier Lesula, ein Name, der den Forschern vorher noch nie untergekommen war. Der Lehrer hatte den Affen in seine Obhut genommen, nachdem die Mutter des Tieres im Wald getötet worden war.

Das Forscherteam übernahm den Affen und machte sich auf die Suche nach Artgenossen. Zuerst fanden sie noch einige in Gefangenschaft, dann das erste Exemplar in freier Wildbahn: in den immergrünen Feuchtwäldern im Osten des Kongo. Die Biologen trafen meist auf Gruppen von bis zu fünf Tieren, denen jeweils ein erwachsenes Männchen angehörte.

Weil die Affen den schon vorher bekannten Eulenkopf-Meerkatzen (Cercopithecus Hamlyni) ähnlich sehen, hat man die neu entdeckte Art genetisch untersucht, um zu überprüfen, ob es sich auch wirklich um eine andere Art handelt. Es stellte sich heraus, dass es eine Schwesterart der Eulenkopf-Meerkatze ist. Diese besitzt ein dunkleres Fell und ein dunkles Gesicht, außerdem einen weißen Strich auf der Nase.

Und nun gibt es bei der ganzen schönen Geschichte doch noch einen Haken: Kaum ist die neue Art entdeckt, gehört sie schon wieder zu den von Menschen bedrohten Arten: Sie ist wegen uneingeschränkter Jagd auf Buschfleisch gefährdet.

Was bringen solche Studien?

Wer sich kalorienarm ernährt, lebt gesünder. Lebt er deshalb aber auch länger? Darauf hat die Wissenschaft bisher keine Antwort – zumindest, was diese Frage in Bezug auf Menschen betrifft. Bei Affen dagegen hat man jetzt herausgefunden, dass eine jahrelange Diät sich nicht positiv auf die Lebenserwartung auswirkt.

US-Wissenschaftler haben eine 23 Jahre lang dauernde Studie mit Rhesusaffen abgeschlossen. Die Primaten wurden über diesen Zeitraum auf Diät gesetzt. Bei Mäusen und Ratten hatten solche Versuche vorher tatsächlich schon mehrmals eine lebensverlängernde Wirkung. Nun wollten die Forscher herausfinden, ob es sich bei Primaten – also den nächsten Verwandten des Menschen – auch so verhält.

Im Duchschnitt werden in Gefangenschaft lebende Rhesusaffen bei herkömmlicher Fütterung 27 Jahre alt, manche können auch ein Alter von 40 Jahren erreichen. Bei der Langzeitstudie bekamen sowohl ältere als auch jüngere Rhesusaffen eine Kost mit 30 Prozent weniger Kalorien. Auf ihre Lebensdauer wirkte sich das jedoch nicht aus – weder Männchen noch Weibchen wurden älter als die normal gefütterten Tiere.

Gesundheitliche Vorteile brachte die Diät den Affen allerdings schon: Sie bekamen später als ihre Artgenossen Alterskrankheiten, und auch Krebs trat bei ihnen seltener auf.

Eine derartige Studie ist allerdings noch nicht aussagekräftig. Das räumen die Wissenschaftler indirekt auch ein, indem sie darauf hinweisen, dass eine weitere Studie mit Rhesusaffen noch nicht abgeschlossen sei, deren erste Ergebnisse aber darauf hindeuten, dass eine Kalorienreduktion das Leben der Affen durchaus verlängert. – Wir müssen uns also darauf einstellen, dass die Forschung in diesem Bereich noch lange Zeit weiterlaufen wird. Ob die Resultate solcher Studien wirklich irgendwem weiterhelfen, wage ich allerdings zu bezweifeln.