Auf geht´s, Igel zählen!

Ich bin schon da! Das hat der Igel bekanntlich im Märchen vom Hasen und vom Igel immer gerufen. Er könnte es aber auch in diesen Wochen rufen: Denn die Igel haben ihren Winterschlaf beeendet und lassen sich zur Freude aller Tierfreunde wieder verstärkt blicken. Interessant dabei ist folgendes Phänomen: Die Igelmännchen kommen als erste aus ihren Winterquartieren, die Weibchen sind eher Langschläfer.

Der Landesbund für Vogelschutz ruft jedenfalls jetzt, nach Frühlingsbeginn, wieder zum Igel-Zählen auf. Ab sofort und dann bis in den Spätherbst hinein können Igel – auch tote, die man ja leider auch immer wieder findet – auf www.igel-in-bayern.de gemeldet werden. Das LBV-Projekt „Igel in Bayern“ läuft schon seit 2015 und hat zum Ziel, mehr über die Stacheltiere herauszufinden. In den vergangenen zwei Jahren war die Resonanz groß, es wurden mehr als 60 000 Igel gemeldet. Ergebnis der bisherigen Beobachtungen: Igel haben in unserer Zeit beeindruckende  Überlebensstrategien entwickelt und sogar in dicht besiedelten Gebieten und Großstädten eine Nische gefunden. Doch ihre Gesamtsituation sieht weniger rosig aus. Denn Baumaßnahmen, Straßenverkehr und der Einsatz von Gift machen den Tieren das Leben schwer.

Die Kohlmeise hat das Rennen gemacht

KohlmeiseVor drei Wochen habe ich meine Leser hier gebeten, bei der „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen. Nun sind die Ergebnissse des Landesbundes für Vogelschutz da, und die will ich natürlich weitergeben. Also: The winner is …  die Kohlmeise! Wieder, muss man dazu sagen, denn im vergangenen Jahr war sie es auch schon, die am häufigsten in Bayerns Gärten gesichtet wurde. Sie hat von den guten Brutbedingungen im langen Sommer 2015 profiiert, teilen der LBV und der Naturschutzbund Nabu mit. In Bayern machten in diesem Jahr 26.000 Teilnehmer bei der Aktion mit. Sie zählten insgesamt 700.000 Vögel, im Durchschnitt 40 Vögel pro Garten.

Außerdem interesssant für (Hobby-)Ornithologen: Der Fichtenkreuzschnabel ist bei der Zählung so oft aufgetaucht wie noch nie zuvor. Und auch beim Erlenzeisig ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr feststellt worden – er kam in Bayern auf 45.000 „Treffer“. Der Stieglitz erreichte mit 11.000 Sichtungen ebenfalls ein ungewöhnlich hohes Ergebnis. Wie schon in den letzten Jahren waren es in Bayern auch wieder mehr Silberreiher, die hier den Winter verbrachten: mindestens 700.

 

Stunde der Wintervögel – die sechste!

Blaumeise
Bundesweit ist es bereits die sechste Auflage der „Stunde der Wintervögel“, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) vom 8. bis 10. Januar ausrufen. Auch diesmal geht es darum, eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dann zu melden. Der NABU hofft auch diesmal wieder auf eine rege Beteiligung bei dieser Mitmachaktion. Die verspricht heuer, besonders spannend zu werden. Denn die große Frage ist: Hat das bisher extrem milde Winterwetter Zugvögel zur Überwinterung in Deutschland verleiten können? Interessant ist auch, ob der Kaltlufteinbruch im Osten Deutschlands oder lautes Silvesterfeuerwerk Vögel dazu gebracht haben, den Ort zu wechseln. Es könnte also durchaus sein, dass eine Reihe von Vogelfreunden andere Vögel als 2015 beobachten werden.

Der Stieglitz, der zu den Finken gehört und zum Vogel des Jahres 2016 auserkoren wurde, verdient besondere Aufmerksamkeit, denn sein Bestand nimmt bei uns deutlich ab. Er ist aber häufig an Futterstellen anzutreffen. Bisher hat er es auf Rang 22 der häufigsten Wintervögel geschafft. NABU und LBV bitten darum, viele bunte Meter aus samenreichen Wildblumen anzulegen oder zu erhalten. Die Stunde der Wintervögel wird zeigen, ob die Aktion zu höheren Stieglitzbeständen führt. Und so funktioniert die Wintervogelzählung:  Von einem ruhigen Beobachtungsposten aus notiert man von jeder Art die höchste Anzahl, die während einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Ergebnisse meldet man dann bis zum 18. Janua via Internet unter:

www.stundederwintervoegel.de

Außerdem ist am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Telefonnummer 0800/1157-115 geschaltet.

Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2015 machten über 77.000 Tierfreunde mit und meldeten über zwei Millionen Vögel aus über 53.000 Gärten. Damals lag der Haussperling auf dem Spitzenplatz als häufigster Wintervogel, gefolgt von der Kohlmeise. Dann kamen auf Rang drei bis fünf Feldsperling, Blaumeise und Amsel. NABU und LBV wollen mit der Aktion nicht nur Daten erheben, sondern auch den Zählern die Natur vor ihrer Haustür näher bringen und sie dazu anregen, ihren Garten naturnah zu gestalten, damit sich Vögel dort ansiedeln. Zur „Stunde der Wintervögel“ stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten und Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung.

So, und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Zählen!

Das Drama muss ein Ende haben!

Afrikanische Elefanten gehören zu meinen absoluten Lieblingstieren – sie sind einfach ungeheuer beeindruckend; irgendwie strahlen sie für mich etwas Majestätisches aus. Umso unglaublicher finde ich es, dass jedes Jahr über 10 000 (!) von diesen wunderbaren Tieren wegen ihrer wertvollen Stoßzähne von gewissenlosen Wilderern regelrecht niedergemetzelt werden.

Allein im Norden Kameruns wurden im vergangenen Frühjahr laut WWF in einem Zeitraum von nur wenigen Wochen über 350 Elefanten von kriminellen Banden getötet – aus Profitgier, weil der Handel mit Elfenbein nach wie vor ein äußerst lukratives Geschäft ist: In China und Japan werden bis zu 1600 Euro für ein Kilo des „weißen Goldes“ gezahlt (ein Stoßzahn wiegt 12 bis 15 Kilo). Der Elfenbeinhandel blüht. So wurden erst jetzt wieder, am Wochenende, in Hongkong vom Zoll vier Tonnen geschmuggeltes Elfenbein sichergestellt.

Der WWF will diesem kriminellen Treiben nicht länger tatanlos zusehen und hat eine Initiative zur Rettung afrikanischer Elefanten gestartet, die ich in meinem Blog gerne vorstellen möchte. Die Naturschutzorganisation warnt davor, dass die Wilderer in Kamerun täglich näher in Richtung des Lobe-Nationalparks vorrücken. Im länderübergreifenden Schutzgebiet Tri-National de la Sangha leben die äußerst seltenen Waldelefanten, die nun auch von professionellen Wilderer-Banden bedroht sind.

Der WWF hat eine Art „Überlebensplan“ für die Tiere erarbeitet. Er will in diesem Nationalpark mehr Wildhüter als bisher auf Patrouille schicken und sie besser mit Funk- und GPS-Geräten ausrüsten. Nur eine ausreichende Anzahl von Wildhütern mit guter Ausstattung ist in der Lage, Wilderer dingfest machen. Außerdem unterstützt der WWF die Ausbildung von Artenschutzspürhunden, die das Elfenbein erschnüffeln, wenn es über die Grenzen gebracht werden soll. Über 20 WWF-Nationalbüros fordern schärfere Gesetze gegen Wilderei und illegalen Elfenbeinhandel. Die Mitarbeiter machen sich in den Hauptabnehmerländern wie China oder Thailand dafür stark, die Nachfrage nach Elfenbein zu unterbinden. Ziel ist es, den Handel zu einem äußerst riskanten und wenig Profit bringenden Geschäft werden zu lassen.

Für dieses Programm benötigt der WWF finanzielle Unterstützung. Weitere Informationen darüber gibt es hier. – Ich denke, das ist eine gute Sache.

 

 

 

Überfahrene Kröten bitte melden!

Nun beginnt bei uns wieder die Zeit der Amphibienwanderungen: Die Zeit, in der Kröten und Frösche von ihrem Winterquartier zum Laichgewässer aufbrechen. Dabei werden jedes Jahr unzählige Tiere beim Überqueren von Straßen getötet – trotz der Bemühungen von Tierschützern,  Straßen und andere Gefahrenstellen zu untertunneln und die Tiere auf sicheren Wegen zu leiten.

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (lbv) startet jetzt ein neues Projekt: Er möchte die Anzahl und die Fundorte von überfahrenen Kröten und Fröschen auf  Bayerns Straßen erfassen, um einen besseren Überblick über das Ausmaß der Todesfälle und nicht gesicherte Wanderstrecken zu erhalten. Die Naturschützer rufen alle Kraftfahrer auf, diese Tiere zu melden. Die Registrierung erfolgt online. Außerdem appelliert der lbv an alle Kraftfahrer, auf den entsprechend gekennzeichneten Strecken vorsichtig und langsam zu fahren, damit es zu möglichst wenig Unfällen mit Kröten kommt.

Ich hoffe, dass möglichst wenig Tiere überfahren werden und wünsche dem lbv Erfolg für sein neues Zähl-Projekt. Hier geht es zum Online-Meldeformular für Totfunde des lbV.

"Fahrtziel Natur-Award"

Umweltschützer lassen sich immer wieder neue Aktionen einfallen, um immer mehr Menschen für ihre Ziele zu interessieren und zu zeigen, dass unsere Welt ohne Naturschutz und das Engagement dafür nicht mehr lange funktionieren kann. Eine solche Aktion ist der „Fahrtziel Natur-Award“, ein Wettbewerb, den die drei Verbände BUND, NABU und VCD im Jahr 2009 zusammen mit der Deutschen Bahn ins Leben gerufen haben.

Und darum geht es beim „Fahrtziel Natur-Award“: Er soll dazu beitragen, dass nachhaltige Mobilitätslösungen und touristische Projekte in verschiedenen Schutzgebieten immer besser verknüpft werden. In dieser Hinsicht bereits funktionierende Konzepte werden ausgezeichnet, um andere Schutzgebiete zur Nachahmung zu animieren.

SteinadlerNun stehen die Projekte fest, die heuer ins Finale für den „Fahrtziel-Award“ kommen: der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen und der Naturpark Lüneburger Heide. Die Mitarbeiter des Landesbundes für Vogelschutz (lbv)  hat durch seine bekannten Adlerführungen (im Bild ist ein Steinadler zu sehen), durch nachhaltige Besucherkonzepte und das Organisieren von Schutzmaßnahmen maßgeblich dazu beigetragen, dass das Schutzgebiet Allgäuer Hochalpen in diese Spitzen-Dreiergruppe vorstoßen konnte.
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Eine Stunde für unsere Gartenvögel

HaussperlingDer Landesbund für Vogelschutz ruft vom 7. bis 9. Mai wieder zur  „Stunde der Gartenvögel“ auf. Wie das geht? Ganz einfach: Man zählt am 7., 8. oder 9. Mai eine Stunde lang die Gartenvögel in seiner Umgebung und meldet das Ergebnis an den LBV.  Auf dem Bild rechts  ist ein Haussperling zu sehen (Foto: Nadine Wolf).

Diese bayern- und bundesweite Langzeitstudie, die der LBV zusammen mit dem NABU organisiert,  soll dazu beitragen, dem Wandel im Bestand unserer heimischen Vögel auf die Spur zu kommen. Der ergibt sich zwangsläufig durch veränderte Umweltbedingungen. Und die Zählung bietet die Grundlage für konkrete Hilfsaktionen, bevor es zu spät ist. Im vergangenen Frühjahr ist infolge der Zählung zum Beispiel ein Spatzen-Schutzprojekt in München gestartet worden.

Beim Zählen lernt man nicht nur eine Menge über unsere heimische Vogelwelt. Als Belohnung fürs Mitmachen gibt es auch viele Preise zu gewinnen. – Ich finde, eine Stunde Zeit zu investieren, das ist das Mindeste, was man man tun kann für die Vogelwelt direkt vor unserer Haustür. Je mehr Teilnehmer mitmachen, umso repräsentativer ist das Ergebnis!

Schon einen Kuckuck gehört?

Eigentlich wollte ich heute ja über die Kühe und Schafe in Island schreiben, die doch etwas mehr unter dem Vulkanausbruch zu leiden haben als die Reisenden, die nicht mehr von A nach B kommen, weil der Luftverkehr gesperrt  ist. Die Bauern in der Gegend um den Eyjafjallajökull müssen ihr Vieh in Sicherheit bringen, bevor es zu viel von der Vulkanasche frisst, die sich auf den Weiden in einer schmierigen Schicht abgesetzt hat. Die Asche enthält Fluorid, und dieser Stoff führt dazu, dass im Magen der Tiere Säure entsteht, die den Darm stark angreift. Dadurch kommt es zu Blutungen. Außerdem verbindet sich das Fluorid im Blut mit Kalzium. Das hat zur Folge, dass Knochen und Zähne spröde werden. Deshalb bringen die Bauern ihr Vieh in den Stall, verrammeln den so dicht wie möglich und füttern es mit sauberem Futter und Wasser.

Aber dann haben mich die Fotos zu dieser Meldung mit der widerlichen dicken Ascheschicht auf den sonst herrlich grünen Weiden und den in der Aschewolke herumirrenden Kühen so deprimiert, dass ich lieber über ein anderes Thema schreiben wollte. Eines, das zum Frühling passt, der endlich bei uns eingekehrt ist.

KuckuckUnd da bin ich sehr schnell beim Landesbund für Vogelschutz fündig geworden. Der hat zum dritten Mal seine Aktion „Schon gehört?  – Die Ankunft des Kuckucks“ gestartet, und ich finde, das ist eine gute Sache, an der man sich unbedingt beteiligen sollte. Worum geht es dabei? – Ganz einfach: Der LBV bittet darum, zu melden, wann und wo man den ersten Kuckuck dieses Jahres rufen gehört hat. Das kann man entweder per Telefon tun unter den beiden
Nummern 0 91 74/47 75 34 und 0 91 74/47 75 38 oder direkt online hier beim LBV.

Mit dieser Aktion will man herausfinden, ob und wie sich der Kuckuck an den Klimawandel anpassen kann. Viele Vögel kehren nämlich immer früher aus ihren Winterquartieren in Afrika zu uns zurück, auch die Arten, in deren Nester der Kuckuck für gewöhnlich seine Eier legt. Das birgt die Gefahr, dass der Kuckuck zu spät dran ist, um noch geeignete Nester zu finden.

Also: Draußen spazierengehen, dabei nicht Musik hören, sondern den wunderbaren Frühlingsgeräuschen der Natur lauschen – und wenn man das Glück hat, einen Kuckuck zu hören, das dem LBV melden! Viel Spaß!

Vögel zählen am Dreikönigstag!

Am 6. Januar, dem Dreikönigstag, schlägt wieder die Stunde der
Wintervögel beim Landesbund für Vogelschutz. Der lbv hofft auf eine möglichst rege Beteiligung an der Aktion – so wie im vergangenen Jahr, als 12 000 Menschen 275 000 Vögel zählten. Je mehr Teilnehmer, desto besser. Deshalb möchte auch ich in diesem Blog für die Aktion die Werbetrommel rühren.

urn:newsml:dpa.com:20090101:091217-10-12689Der Zähltag soll nicht nur Aufschluss darüber geben, welche Wintervögel bei uns wo verbreitet sind (auf dem Bild links ist z.B. eine Drossel zu sehen), sondern längerfristig auch Erkenntnisse darüber liefern, ob und wie sich der Klimawandel auf den Vogelbestand wirkt.

Der lbv verlost unter allen Teilnehmern tolle Preise, beispielsweise ein Swarowski-Fernglas. Also, ran an die Ferngläser und mitgemacht! Mitmachen kann man hier.