Warmer Sommer: Katastrophe für Walrosse

urn:newsml:dpa.com:20090101:100914-10-11311Die ersten Folgen des Klimawandels bzw. der Erderwärmung werden derzeit in Alaska deutlich: Weil ihnen sozusagen das Eis unterm Hintern wegschmilzt, suchen jetzt Tausende von Walrossen Zuflucht an Land. Nach Expertenschätzungen sind es bis zu 20000 von diesen im Meer lebenden, riesigen Säugetieren, die sich nun in Scharen an den Stränden des Nordpolarmeeres und der Beringstraße drängen.

Das Problem ist, dass die Walrosse jetzt riesige Strecken zwischen ihren Futterquellen und den Ruheplätzen zurücklegen müssen. Denn die Tiere suchen ihre Nahrung, z.B. Krebse, Muscheln und Schnecken, in einer Wassertiefe bis zu 250 Metern. Normalerweise ruhen sie nach der Futtersuche auf Eisschollen draußen auf dem Meer aus. Doch diese Schollen sind wegen der zu hohen Temperaturen im Sommer geschmolzen. Also müssen die Tiere bis an Land schwimmen, um einen Schlafplatz zu finden.
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Hut ab vor den Pfuhlschnepfen!

pfuhl.JPGIch kann immer wieder nur staunen, zu welchen Leistungen Tiere fähig sind. Forscher aus Alaska haben jetzt wieder schier Unglaubliches über die Pfuhlschnepfe herausgefunden. Bisher wusste ich gar nichts von der Existenz eines Vogels dieses Namens. Nun weiß ich, dass er von allen Vögeln am weitesten fliegen kann.
Bis zu neun Tage sind diese Tiere ohne Pause in der Luft unterwegs, wenn sie sich von Alaska bis Neuseeland auf die Reise machen. In dieser Zeit fressen sie nichts und schlafen sie nicht – und legen dabei bis zu 11 700 Kilometer zurück. Damit halten Pfuhlschnepfen länger durch als der sibirische Brachvogel, den man bisher für den Weltrekordler im Pausenlos-Fliegen gehalten hat: Für die Strecke von Australien nach China (rund 6500 Kilometer) braucht er drei bis fünf Tage.
Um die Reise der Pfuhlschnepfen zu überwachen, haben Wissenschaftler einigen Tieren Minisender eingepflanzt oder umgeschnallt. Mit Hilfe der Geräte ließ es sich nachweisen, dass die Schnepfen in fünf bis neun Tagen zwischen 7000 und 11 700 Kilometer weit flogen. Dabei nehmen sie den Weg über das offene Meer. Würden sie an der Küste von Asien entlangfliegen, könnten sie Zwischenstopps einlegen – allerdings wäre dann die Strecke noch länger. Die Forscher vermuten auch, dass die Vögel Energie sparen, wenn sie an einem Stück durchfliegen. Würden die Tiere über Land fliegen und Pausen einlegen, wären sie dabei auch durch Krankheiten oder den Angriff von Raubvögeln gefährdet.