Usutu-Virus macht Amseln den Garaus

Dieser Sommer war für Amseln in Deutschland eine Katastrophe: Hunderttausende sind einem exotischen Virus zum Opfer gefallen. Usutu-Virus heißt der tödliche Erreger, der ursprünglich nur in Afrika vorkam und erstmals im Jahr 2001 außerhalb Afrikas auftrat – und zwar im Wiener Raum. In Deutschland grassiert er vor allem in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Naturschützer sind alarmiert. In manchen Gegenden im Rhein-Neckar-Raum hört man kaum noch eine Amsel singen, so sehr hat das Virus ihre Zahl schon dezimiert. Im vergangenen Jahr war es den Schätzungen des Naturschutzbundes (Nabu) zufolge für den Tod von ungefähr 300 000 Amseln verantwortlich. Heuer hat sich der Erreger noch weiter verbreitet und schlug auch im Maintal bei Frankfurt und Hanau zu, ebenso wie in Nordrhein-Westfalen.

Das Virus wird durch weibliche Stechmücken auf Vögel übertragen: Ihr Stich macht die Tiere krank. Es sind hauptsächlich Amseln betroffen, aber auch Sperlinge, Stare und Eisvögel. Je mehr Stechmücken es in einer Gegend gibt, desto größer ist die Gefahr für die Vögel. Deshalb werden in den betroffenen Regionen Mücken schon durch Aktionsgemeinschaften bekämpft. Bisher hat man den Erreger ausschließlich in Vögeln gefunden, in anderen Tieren nicht. Man weiß bislang nur von einer einzigen Infektion eines Menschen, von der aber der betroffene Mann, ein Blutspender aus Groß-Gerau, selbst gar nichts bemerkt hatte.

Außer dem Kampf gegen die Schnaken lässt sich offenbar kaum etwas gegen das Usutu-Virus unternehmen. Vogelexperten hoffen, dass die Tiere mit der Zeit immun gegen den tödlichen Erreger werden.