Achtung, Kampfmarder!

Die Welt wird wirklich immer verrückter – jetzt drehen auch noch die Marder durch. Dabei sehen sie doch so niedlich aus! Doch der Schein trügt. Neuerdings begnügen sie sich nicht mehr mit Autos, nein, nun greifen sie rotzfrech sogar Menschen an. So geschehen im idyllischen Maikammer an der schönen Weinstraße (Rheinland-Pfalz). Dort musste eine ältere Dame erleben, wie gefährlich ein Einkaufsbummel sein kann. Als sie aus einem Geschäft herauskam, hatte ihr der Marder aufgelauert. Er brachte sie zu Fall und biss gleich mehrmals zu: ins Bein und in die Rippen.

Wer nun glaubt, dieser Kampfmarder hätte sich von einem Mann, der dem Opfer zu Hilfe eilte, vertreiben lassen, der irrt. Das Tier stürzte sich als nächstes auf den Karren zweier Briefträgerinnen, die unglückseligerweise in der Nähe waren. Der Mann wollte den wildgewordenen Beißer endgültig in die Flucht schlagen. Stattdessen nahm sich der Marder aber den Mann vor. Nur ein Besen, den der Angegriffene schwang, konnte das Tier schließlich besiegen – das Ganze nahm dann ein tödliches Ende für den aggressiven Nager.

Der Kadaver soll nun untersucht werden. Vielleicht handelt es sich ja um einen Fall von Tollwut – diese Erklärung wäre mir persönlich immer noch lieber als die Vorstellung, die – außer für Autos – harmlosen Tiere könnten plötzlich zu bösartigen Monstern mutieren.

Tiere schlagen weiter zu

Das war wirklich ein kurzes Zwischenspiel von Marco! Nun bin ich vom Urlaub zurück und kann „Achtung, Wolf!“ wieder selbst betreuen. Leider habe ich diesmal keine Tiergeschichte aus Ramsau mitgebracht – ich glaube, meine intensive Begegnung mit dem Norovirus ist nicht unbedingt attraktiv genug, um hier darüber zu schreiben!

Sei´s drum, wenden wir uns interessanteren tierischen Begebenheiten zu! Da scheint sich ein Trend fortzusetzen, der schon vor ein paar Monaten begann und den ich hier schon mehrmals thematisiert habe: Immer öfter verbreiten die Medien Vorkommnisse, dass Tiere Menschen angreifen oder anderweitig bedrohen. So bot vor knapp einer Woche sogar am idyllischen Dachstein der tödliche Angriff eines Schwertwals auf seine Trainerin in einem Freizeitpark in Florida ausreichend Gesprächsstoff – und das, obwohl die Österreicher eigentlich ziemlich mit dem desaströsen Abschneiden ihrer Sportler bei den Olympischen Spielen beschäftigt waren. Aber mit Nachrichten aus der Tierwelt ist es wohl wie mit Sex: Sie gehen – medial betrachtet – immer.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100301-99-00781Kaum bin ich wieder zu Hause und in der Redaktion, kommt heute die nächste Meldung, die gut in oben genannte Rubrik passt: Im Zoo von Adelaide hat Seelöwe Tasco seinen Pfleger vor den Augen der Zoobesucher in den Arm gebissen. Aus Rache, wie es scheint. Das Tier soll laut Zooleitung deshalb so aggresiv reagiert haben, weil seine Gespielin in ein anderes Gehege verlegt worden war. Offenbar wollte sich Tasco an seinem Betreuer rächen, den er kurzfristig für einen männlichen Rivalen hielt. Im Gegensatz zur Trainerin in Orlando überlebte der australische Zoo-Angestellte und soll schon bald seine Arbeit wieder aufnehmen; die Bisswunde wurde mit 30 Stichen in einer Klinik genäht.

Tja, ich bin mal gespannt, was sich als nächstes tut in Sachen „Tiere schlagen zu“.