Spannende Doku über Delfine

Spätestens seit „Flipper“ gehören Delfine zu den beliebtesten Tieren überhaupt. Doch darüber, wie sie in Freiheit leben, ist noch immer nicht sehr viel bekannt. Das liegt vor allem daran, dass es Tauchern im offenen Meer nur schwer möglich ist, die Tiere über längere Zeit zu beobachten.

Deshalb möchte ich meinen Lesern einen Film ans Herz legen, der am Dienstag, 28. Mai, um 19.30 Uhr auf ARTE zu sehen ist: „Adoptiert von Delfinen. Tümmler und ihre Familiengeheimnisse“.  Darin gibt der renommierte Unterwasserfilmer Ulf Marquardt Einblick in das Leben der Delfine. Er hat dafür mit der Schweizer Biologin Angela Ziltener und ihrem Tauchpartner Michael Stadermann zusammengearbeitet. Die beiden betreiben das Forschungsprojekt „Dolphin Watch – Natural Underwater Science“ in Hurghada (Ägypten).

Für den Film hat Ulf Marquardt die zwei Forscher acht Wochen lang bei ihren Tauchgängen in den Korallenriffen vor Hurghada begleitet und ihre Arbeit dokumentiert. Dabei kam es zu vielen überraschenden Begegnungen und Erfahrungen. Die Delfine gewöhnten sich schnell an die Taucher und hießen sie schon bald mit Begrüßungspfiffen willkommen. So entstanden packende Filmaufnahmen aus dem Alltag der Tümmler: Delfine beim Fressen oder Spielen, bei ihren Liebesspielen und bei Kämpfen mit einer fremden Delfingruppe. Im Gegensatz zu den meisten anderen im Fernsehen ausgestrahlten Dokus werden die Tiere in diesem Film nicht vermenschlicht. Es ist ein spannender Naturfilm, in dem Delfine den Zuschauern sehr nahe kommen.

Eisbären als Fernsehstars

Der ganz große Hype um Eisbär Knut ist zwar vorüber, und auch das Flocke-Fieber hat sich längst gelegt. Trotzdem geht von den Polarbären für viele Menschen eine besondere Faszination aus. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Fernsehsendungen über Eisbären immer wieder hohe Einschaltquoten erreichen.

Auch in dieser Woche gibt es an zwei Abenden Fernsehbeiträge über Eisbären im Programm, die durchaus sehenswert sein dürften:

Heute, am 14. März, zeigt die ARD um 20.15 Uhr im Ersten in der Reihe „Erlebnis Erde“ die Folge „Eisbären hautnah“. Der berühmte britische Tierfilmer John Downer, für seine außergewöhnlichen Tieraufnahmen bereits zurecht mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, hat drei Jahre lang eine Eisbärenfamilie in Spitzbergen (Norwegen) filmisch begleitet. Um von den Tieren nicht bemerkt zu werden und so nah wie möglich an die Eisbären heranzukommen, hat er alle möglichen Tricks angewandt. So arbeitete er zum Beispiel mit ferngesteuerten Kameras, die als Eisscholle getarnt waren. Damit gelangen ihm spektakuläre Bilder von der Eisbärenmutter und ihren Jungen.

Auch „arte“ widmet sich dem Thema Eisbären. Am Mittwoch, 16. März, strahlt der Sender um 19.30 Uhr den Film „Herrscher des Nordens“ aus. Die Dokumentation geht der Frage nach, ob die Polarbären durch den Klimawandel wirklich so stark bedroht sind, wie Tierschützer und Umweltaktivisten es befürchten. Führt die Eisschmelze im Nordpolarmeer tatsächlich zum Aussterben der Weißen Riesen? Oder schaffen es diese Tiere, durch Anpassung neue Überlebensstrategien zu entwickeln? Wie sinnvoll sind die Pläne, die Eisbären zu retten, indem man sie in die kältere Antarktis umsiedelt?  – Im Sommer 2010 startete eine Expedition unter der Leitung von Falk Mahnke an die Nordküsten Spitzbergens, um das Leben der Eisbären zu ergründen. Die Forscher haben Überraschendes herausgefunden und stellen es in dieser Dokumentation vor.

Tier-Boom im Fernsehen – woher kommt der nur?

Tiere, Tiere, Tiere: Das deutsche Fernsehen ist so tierisch drauf wie nie zuvor. Nehmen wir uns mal eine Programmzeitschrift für, sagen wir: Mittwoch, 12. März, vor und fangen vormittags an. Dann können wir uns bis abends nahtlos eine zoologische Doku-Soap nach der anderen reinziehen,  denn auf jedem Kanal kommt irgendeine Wiederholung einer schon erfolgreich gelaufenen Reihe.

Probieren wir das also mal in chronologischer Reihenfolge: 10.05 Uhr: „Panda, Gorilla & Co.“. 11.10 Uhr: „Pinguin, Löwe & Co.“, das ich aber nicht zu Ende sehen kann, wenn ich um 11.30 Uhr den Anfang von „Grzimeks Erbe in Asien“ nicht verpassen will. 12.55 Uhr: „Menschen, Tiere und Doktoren“. 14.15 Uhr: „Heupferd, Blattlaus, Pfauenauge“. Dann muss ich mich zwischen „Nürnberger Schnauzen“ um 15.15 Uhr und – zeitgleich – „Verwunschenes Naturparadies“ entscheiden. 16.05 Uhr: „Flockes Tagebuch“ in „Wir in Bayern“, das Gott sei Dank nur zwei, drei Minuten lang dauert. Denn um 16.10 Uhr beginnt schon „Eisbär, Affe & Co.“. 17.00 Uhr: Ein neues „Menschen, Tiere und Doktoren“. 17.05 Uhr: „Giraffe, Erdmännchen & Co.“. 17.10 Uhr: „Nashorn, Zebra & Co.“. 17.35 Uhr: „Auf nach Afrika! Abenteuer wilde Tiere“. Nach kurzer Pause (endlich kann ich mal aufs Klo) um 19.50 Uhr: „Tierisch, tierisch“. Das dauert glücklicherweise nur bis 20.15 Uhr. Zeit zum Umschalten auf „Expeditionen ins Tierreich“. 21.15 Uhr: „Der Bulle von Tölz“. Ach Quatsch, das hat ja gar nichts mit Tieren zu tun, hat nur einen tierischen Namen.

Das ist mitnichten ein besonderer Fernsehtag. Ich könnte das praktisch täglich so machen. Und wenn ich in einem Privatsender gelandet bin, habe ich sogar noch die Chance auf eine tierische Werbung zwischendurch. Denn da machen jetzt Biber und Elefanten für Autos Werbung, Jack Russell-Terrier für die Telekom – von der üblichen Tierfutter-Werbung ganz abgesehen. Und wenn mir das alles noch nicht reicht, gehe ich ins Kino, da  läuft „Unsere Erde“, „Knut und seine Freunde“ oder auch „Bären“.

Und jetzt möchte ich von Euch/Ihnen wissen: Wie erklärt Ihr Euch/Sie sich diesen Tier-Boom? Ich wäre froh, wenn ich dazu ein paar Meinungen in Kommentaren bekommen könnte.