Arteriosklerose bei Vögeln kommt öfter vor

Auf meinen Blog-Beitrag über Arteriosklerose bei Störchen hat sich heute Dr. Bernhard Neurohr, Veterinär im Tiergarten Nürnberg, bei mir gemeldet.

Er hat sich ziemlich gewundert, dass Arteriosklerose bei Vögeln etwas Neues sein soll. Gefäßverkalkung bei Vögeln komme immer wieder mal vor – besonders bei alten Tieren.

Das möchte ich meinen Lesern natürlich nicht vorenthalten. Ich hatte als Grundlage für meinen Beitrag eine Meldung der Deutschen Presseagentur, Landesdienst Bayern, herangezogen, die auch in der „Nürnberger Zeitung“ veröffentlicht wurde. Nachdem wir Journalisten davon ausgehen, dass solche Agenturbeiträge stimmen, habe ich die Meldung als Information verwendet.

Storchenleid und Storchenfreud

Freud und Leid liegen auch in der Tierwelt eng beeinander. Sogar innerhalb einer Tierart. Nehmen wir zum Beispiel mal die Störche. Die haben jetzt den traurigen Rekord geschafft, als erste Vogelart überhaupt an Arteriosklerose zu erkranken. Zumindest wurde an einem Jungstorch in Donauwörth erstmals eine schwere Gefäßverkalkung nachgewiesen. Das Tier ist verendet und wurde von der Freien Universität Berlin untersucht, die dabei obigen Befund feststellte – bislang absolut einmalig bei Vögeln. So weit, so schlecht.

Im Tiergarten Nürnberg dagegen geben die Störche Anlass zur Freude. Dort leben in diesem Jahr drei wilde Storchenpaare, die insgesamt vier Junge aufgezogen haben. Die wurden nun von Tiergartenmitarbeitern und der Feuerwehr in vereinten Kräften beringt. Jeweils an einem Bein wurde ein Ring angebracht, auf dem die Herkunft des Storches und eine Nummer eingraviert sind.

Wozu das gut ist? – Auf diese Art und Weise kann man die Wege der Zugvögel verfolgen. So wurde zum Beispiel ein junger Storch, der im Mai 1996 im Tiergarten aus dem Ei schlüpfte, im September 1997 bei seinem Flug in Cadiz (Spanien) gesichtet. Heute weiß man von ihm, dass er seit dem Jahr 2000 mit einem Partner in Süptitz bei Torgau in Sachsen regelmäßig Nachwuchs hat.

Im Nürnberger Tiergarten sammeln sich jedes Jahr viele Störche aus der ganzen Region vor ihrer „Abreise“ nach Afrika. Die Jungvögel aus dem Tiergarten schließen sich ihnen an. Bisher ist allerdings noch keiner von ihnen zur Brutzeit in den Tiergarten zurückgekehrt.