Was summt und pikst denn da?

Ich habe sie als Kind geliebt, die Bücher, in denen ein Tier Hauptfigur war, wie etwa „Kater Mikesch“ von Josef Lada oder „Biene Maja“ von Waldemar Bonsel. Erstaunlicherweise haben es ja nicht nur die klassischen Kuscheltiere in die Kinder- und Jugendliteratur geschafft, sondern gerade auch Insekten, Käfer und Spinnen. Genau die stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung der Internationalen Jugendbibliothek in München, die ich meinen Lesern ans Herz legen möchte. Noch sind ja die Weihnachtsferien nicht zu Ende, so dass der eine oder andere vielleicht sowieso einen Abstecher dorthin macht. Die Schau mit dem Titel „Summende Staatenbauer und pikende Plagegeister“ läuft aber bis Oktober – es bleibt also noch jede Menge Zeit dafür.

Die Ausstellung dreht sich um Bienen und Fliegen, Käfer, Ameisen, Spinnen und Zecken in Kinder- und Jugendbüchern sowie in Sachbüchern. Das beginnt zum Beispiel bei den Maikäfern in Wilhelm Buschs „Max und Moritz“, geht über den „Maikäfer“, der im Kinderlied fliegen soll, bis zum Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle (Foto: dpa) oder „Spyflugan Astrid“ von Maria Jönsson, dem schwedischen Bilderbuchpendantzu „Biene Maja“ oder den Roman „Käferkumpel“ von M.G Leonard.

In der Jahresausstellung wird außerdem krabbelndes Getier aus der Nonsensdichtung vorgestellt. Der Besucher kann täuschend echt aussehende Sachbuchillustrationen anschauen, und es geht um die Frage, wie Sechs- und Achtfüßler aufgrund ihrer Verhaltensweisen und Eigenschaften in der Fabel oder im modernen Kinderroman als Beispiel oder Symbol verwendet werden.

Weitere Infos zur Ausstellung in München (Öffnungszeiten etc.) findet Ihr hier.

Cacib – zum Gähnen oder doch interessant?

Das Messezentrum Nürnberg ist an diesem Wochenende wieder einmal auf den Hund gekommen: Zum 43. Mal geht dort die „Cacib“ über die Bühne, bei der 3500 Rassehunde um die Gunst der Preisrichter buhlen. Wohl weniger die Vierbeiner selbst als ihre Herrchen und Frauchen streben für ihre Lieblinge ein Schönheitszertifikat an – nämlich das „Certificat d´Aptitude au Championat International de Beauté“. Wenn ein Hund vier dieser Zertifikate hat, steht ihm der Titel „Internationaler Schönheits-Champion“ zu. – Ich finde das genauso zum Gähnen wie das Tier auf dem Foto. Aber auch für diese Veranstaltung gilt natürlich: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Immerhin werden bei der Cacib auch die schönsten Mischlingshunde ausgezeichnet, das stimmt mich dann doch versöhnlich. Und: Die Wettbewerbe machen letztlich nur einen Teil der Messe rund um den Hund aus. Der Verband für das deutsche Hundewesen wirbt auf der Cacib für eine kontrollierte Züchtung, denn die Dunkelziffer nicht registrierter Züchter ist nach wie vor viel zu hoch. Für die „besten Freunde des Menschen“ wird bei der Veranstaltung, die noch bis einschließlich Sonntag dauert, alles nur Erdenkliche geboten – von nützlichem Zubehör bis zum gesunden Fressen. Besucher können sich außerdem auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen, bei dem Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Die Rettungshundestaffel Franken zeigt, was ihre speziell ausgebildeten vierbeinigen Mitglieder so alles können. Sie spüren zum Beispiel vermisste Personen innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf. Und die Staffel gewinnt mit ihren einnehmenden Auftritten bei jeder Cacib immer wieder neue Förderer und Mitglieder.

Für alle, die hingehen möchten: Hier ist das Programm und alles Wissenswerte über die Cacib zu finden.

Raubkatzen: Die Ausstellung zum Buch

KatzenausstellungIch hatte vor ein paar Monaten meinen Lesern bereits das Buch „Raubkatzen in menschlicher Obhut“ ans Herz gelegt. Nun gibt es im Naturkundehaus des Nürnberger Tiergartens sozusagen die Ausstellung zum Buch: Katerina Mirus präsentiert dort bis Sonntag, 8. Mai, großformatige Raubkatzenfotos. Der Tiergarten hatte auch schon den Bildband unterstützt. Darin behandelt die Autorin verschiedene Aspekte der Raubtierhaltung in Zoos, im Zirkus und in privater Haltung. Sie geht dabei unter anderem auf Themen wie Zucht und Artenschutz ein. Die Fotos hat Katerina Mirus in mehreren europäischen Zoos aufgenommen, darunter auch im Tiergarten Nürnberg. In der Ausstellung sind ausgewählte Bilder und Textausschnitte des Fotobands zu sehen. Und: Man kann das Buch natürlich auch kaufen: beim Kiosk „Haubentaucher“ am Eingang des Tiergartens; es kostet 29,99 Euro. – Ich wünsche Katerina Mirus mit ihrer Ausstellung viel Erfolg!

Wale in Münster "gestrandet"

Wer in diesen Herbsttagen noch ein paar Urlaubstage nehmen kann und sich für Meerestiere interessiert, dem sei eine Ausstellung in Münster empfohlen: „Wale – Riesen der Meere“ heißt sie und ist im Museum für Naturkunde zu sehen. An 900 Ausstellungsstücken sind Evolution, Anatomie, Lebensraum und Fortpflanzung der Meeressäuger für den Besucher nachzuvollziehen.

Die Ausstellungsmacher haben zwei Jahre Zeit in die Vorarbeiten zu der gigantischen Schau investiert – und eine Menge Geld: Eine Million Euro hat die Ausstellung laut Veranstalter gekostet. Präsentiert werden zum Beispiel lebensechte Walmodelle, Abgüsse von Urwal-Skeletten oder das Modell eines Blauwal-Herzens. Außerdem gibt es jede Menge Fotos und Grafiken, und die Beucher bekommen seltenes Videomaterial zu sehen. Gezeigt werden auch Filmaufnahmen der National Geographic Society von tauchenden Pottwalen oder kämpfenden Buckelwalen. Eine spezielle Lichtinstallation vermittelt den Eindruck, wie die Wale in den Tiefen der Ozeane leben. Das Modell des Wal-Herzens ist für die Besucher begehbar, und man kann im Innern den „Herzschlag“ des Wals hören.

Die Ausstellung im Museum für Naturkunde in Münster, Sentruper Straße 285, dauert bis zum 3. November. Sie hat täglich außer Montag geöffnet, und zwar jeweils von 9 bis 18 Uhr. Eintritt für Erwachsene: 5,50 Euro.

Ein zoo-besessener Fotograf

Na, Halloween gut überstanden? Kein angetrocknetes Ei an der Haustür, das man heute mühsam abkratzen muss? Kein abgerolltes Klopapier, das als weißes Endlos-Band den Vorgarten verschönert und nun von spitzen Fichtennadeln oder dornigen Rosen abgezogen werden muss? Gut – dann können wir ja wieder zum Alltag übergehen.

Auch mir bleibt leider nichts anderes übrig. „Leider“ deshalb, weil ich nach einem verlängerten Wochenende in Berlin wieder zurück bin, wie immer absolut begeistert von dieser Stadt. „Treue“ Leser, wie wir sie in der Zeitung nennen würden (und ich übernehme das jetzt mal für mein Blog), wissen, dass ich auf Reisen fast immer auch einen Zoo besuche. Diesmal hat die Zeit dafür allerdings nicht gereicht, denn neben all dem, was Berlin so zu bieten hat, war ich auch noch zu einer Geburtstagsfeier eingeladen, die einen Tag lang dauerte.

Den Berliner Zoo, der mit Eisbär Knut Schlagzeilen machte, kannte ich schon von früheren Berlin-Besuchen her, deshalb hätte mich diesmal sowieso nur der Tierpark Friedrichsfelde interessiert. Doch wie gesagt, ich hatte nicht genügend Zeit. Aber ich habe den idealen Mittelweg zwischen Kulturprogramm und Tierpark gefunden: Eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie mit Fotos von Friedrich Seidenstücker. Dieser geniale Fotograf (1882-1966) ist genauso gern in den Zoo gegangen wie ich – wahrscheinlich noch lieber und vor allem viel, viel öfter. Seine Zoo-Fotos sind mittlerweile Kult. Seidenstückers Spezialität: Bilder, auf denen er Zoo-Tiere und Zoo-Besucher gleichzeitig eingefangen hat, zum Beispiel Menschen, die sich beinahe verrenken, um ein bestimmtes Tier vor die Kamera zu bekommen. Besondere Berühmtheit hat sein Foto „Tochter und Papa“ erreicht, das ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Es entstand um das Jahr 1955 und zeigt zwei Berliner Originale: die Flusspferde Boulette und Knautschke.

Für alle, die demnächst eine Reise nach Berlin vorhaben: Die Ausstellung läuft noch bis zum 6. Februar 2012 in der Berlinischen Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, und ist täglich außer Dienstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Erich Guttenbergers Tierwelt

Es gibt natürlich viele gute Gründe, den Nürnberger Tiergarten zu besuchen – nicht nur Flocke (Achtung: die ist nicht mehr lange da!), die drei Tiger-Kinder, das kleine Nashorn-Mädchen oder den kürzlich  durch die internationale Artenschutzkonferenz bekannt gewordenen Zagros-Molch.

ErichGuttenJetzt gibt es noch einen guten Grund mehr: Im Naturkundehaus des Tiergartens ist eine Ausstellung des bekannten Nürnberger Fotografen Erich Guttenberger zu sehen (bis 2. Mai): „Tiergarten-Tiere von 1970 bis 1999“. Warum dieses eigenwillige „1999“, wird sich vielleicht mancher fragen, warum nicht die gerade Zahl 2000? – Die Antwort ist ganz einfach: Erich Guttenberger hat von 1970 bis 1999 für die „Nürnberger Zeitung“ gearbeitet und ging dann in den Ruhestand. In dieser Zeit hat er viel im Tiergarten fotografiert, vor allem Tiermütter mit ihren nur wenige Tage alten Babys.
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