Bären-Drama: Für manche ein gefundenes Fressen

Es war tatsächlich ein grausames Ereignis, das sich am vergangenen Wochenende im Zoo von Stralsund abspielte: Der Syrische Braunbär Balou griff aus heiterem Himmel seine Artgenossin Klara an, die mit ihm gemeinsam ein Gehege bewohnte. Vor den Augen der Zoobesucher ließ der Bären-Mann nicht mehr von ihr ab, bis sie völlig entkräftet zusammenbrach und starb.

Zooleitung und Tierpfleger stehen vor einem Rätsel und sind schockiert. Man hatte noch versucht, Balou mit Knallkörpern und Feuerlöschern von Klara abzulenken – doch vergeblich.

Der zehnjährige Balou und die neunjährige Klara lebten seit etwa einem Jahr in Stralsund zusammen. Er stammt aus der Schweiz, sie erblickte das Licht der Welt in Gotha. In Stralsund waren sie langsam aneinander gewöhnt worden und sollten für Nachwuchs sorgen.  Syrische Braunbären gehören zu den bedrohten Tierarten. Klara war zu Beginn sehr zurückhaltend und nervös gegenüber dem sehr selbstbewussten Balou gewesen. Nachdem die beiden  im Frühjahr schon einmal für einige Zeit voneinander getrennt wurden, schien Klara aber entspannter zu sein. Seitdem war man zuversichtlich, dass die beiden ein harmonierendes Bären-Paar würden.

Wie gesagt – ein schrecklicher Vorfall. Für manche Medien aber auch ein gefundenes Fressen. Die BZ spekuliert jetzt zum Beispiel, ob etwas Ähnliches auch passieren könnte, wenn demnächst Eisbär Knut und seine neue Gefährtin Gianna gemeinsam ins Eisbärengehege dürfen. „Kann Knut gefährlich für Gianna werden?“, lautet die BZ-Schlagzeile. Die Antwort sei mal dahingestellt. Eines aber dürfte sicher sein: Die Zeitung verkauft sich gut mit solchen unseriösen Spekulationen.