Bärenpark statt Auswilderung

Der Schwarzwald bekommt einen neuen Wolf- und Bärenpark: Am kommenden Wochenende wird dieser Park in dem beschaulichen Ort Bad Rippoldsau-Schapbach eröffnet. Die neue Einrichtung soll möglichst viele Touristen anlocken.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100831-10-11281Das wäre vielleicht noch keine interessante Meldung für dieses Tierblog. Interessant wird die Angelegenheit aber durch folgende Nachricht: Als erste Bewohnerin ist die Braunbärin Jurka eingezogen. Wir erinnern uns: Jurka ist die Mutter von Bruno, dem Bären, der vor gut vier Jahren in Oberbayern erschossen wurde, weil er den Menschen zu nah auf die Pelle gerückt war. Auch die anderen beiden Söhne von Jurka, JJ1 und J2, wurden aus diesem Grund getötet. 

Jurka, die 14-jährige Bärendame, stammt ursprünglich aus Slowenien. Sie lebte zuletzt in einer Auffangstation in Italien. Dort wollte man sie auf die Rückkehr in ein Leben in der Wildnis vorbereiten. Doch das Vorhaben ist misslungen: Jurka ist mittlerweile zu sehr auf Menschen geprägt. Ließe man sie frei, würde sie mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit wieder die Nähe von Menschen aufsuchen und damit eine Gefahr darstellen. Letztlich wäre ihr wohl das gleiche Schicksal beschieden wie ihren drei Söhnen.

Deshalb hat nun ein ein siebenköpfiges Team von Fachleuten Jurka aus dem Trentino/Italien Jurka in den neuen Bärenpark gebracht. Der Park soll eine Auffangstation für ehemalige Wildtiere sein, die nicht mehr ausgewildert werden können. Jurka kann sich nun erst einmal  in ihrer neuen Umgebung eingewöhnen. Sie soll aber nicht lang allein bleiben. Als nächstes sollen drei Bären in dem Park einziehen, die früher im Zirkus aufgetreten sind. Man darf gespannt sein, wie Jurka mit diesen Artgenossen zurechtkommt.

Wilbär, du alter Schwede!

Wilbär und seine Mutter Corinna schmusen zwar noch in der Stuttgarter Wilhelma. Doch aus dem zärtlichen Spiel könnte schnell bitterer Ernst werden: Eisbärenmütter verbeißen ihren Nachwuchs oder vertreiben ihn, wenn er erwachsen wird. In freier Natur bekommen sie in der Regel alle zwei Jahre Junge. Da trennen sich die Mütter von ihren Söhnen oder Töchtern, um sich wieder auf ein neues Baby vorzubereiten. Corinna hatte Wilbär im Dezember 2007 zur Welt gebracht.

Nun soll Wilbär nach Schweden auswandern, in einen Bärenpark. Noch in diesem Monat wird er die Reise nach Orsa antreten. Dort hat man auch schon eine Partnerin für ihn ausgeguckt: das Eisbären-Mädchen Ewa. Mal sehen, ob die beiden sich auch mögen und verstehen.

Da haben wir im Nürnberger Tiergarten direkt Glück, dass Flocke im Gegensatz zu Wilbär eine Handaufzucht ist und daher von Vera getrennt gehalten wird. Sonst müsste unser Lieblingseisbär womöglich auch bald auf Reisen gehen. Und das wollen wir doch alle nicht, oder?