Richtig nett: Bartagamen

BartagameUteFünf Tage frei gehabt, und heute vormittag gleich ein Termin im Tiergarten Nürnberg – das nenne ich Glück! Im Naturkundehaus des Zoos am Schmausenbuck wurde ein neues Großterrarium eingerichtet, in dem jetzt drei Bartagamen leben. Sie werden auch im Zooschulunterricht eingesetzt, weil sich das friedliche, ruhige Wesen dieser Reptilien bestens dafür eignet, um sie Kindern und Jugendlichen hautnah zu zeigen. Heißt: Man bekommt  in der Zooschule nicht nur ihre Biologie erklärt, sondern darf sie auch mal anfassen. Diese Gelegegenheit habe ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen (siehe Foto).

Die drei Exemplare im Naturkundehaus stammen aus Privathaltung und sind über die Auffangstation des Tiergartens dorthin gelangt. Eines der beiden Weibchen musste seinem Besitzer weggenommen werden: Er hielt es an eine Schnur geleint im Garten. Noch immer kann man bei diesem Tier deutlich sichtbare Spuren davon am Brustkorb erkennen, der sich wegen der Einschnürung gar nicht richtig entwickeln konnte.

Die Zoopädagogen vermitteln aber auch, welche hohen Ansprüche diese oft als anspruchslos bezeichneten Echsen an ein Terrarium stellen, wenn man sie privat halten möchte. So luxuriös wie im Tiergarten muss es dann aber doch nicht unbedingt sein: Das neue Großterrarium dort wurde von Zoomitarbeitern extra für die Bartagamen gebaut. Der hohe Glaskubus hat in der – einem Sandsteinfelsen nachempfundenen – Rückwand eine Heizung. In den warmen Nischen oder auf den Vorsprüngen liegen die Bartagamen besonders gern.

Bis zu 60 Zentimeter Länge können die ursprünglich aus Australien stammenden Echsen erreichen. Je nach Stimmung und Umgebungstemperatur können sie ihre Färbung verändern: von hell- bis dunkelbraun. Es gibt neue wissenschaftliche Literatur, in der beschrieben wird, dass diese Tiere in der Lage sind, das Geschlecht zu wechseln – und zwar aufgrund der Temperatur. „Bart“agamen heißen sie deshalb, weil sie einen Bart aus stachelförmigen Schuppen besitzen, die sich von der Unterseite des Kopfes über den hinteren Teil des Unterkiefers bis zur Kehle ausdehnen. Mir persönlich gefallen vor allem die kleinen Füßchen. Auf jeden Fall sind das richtig sympathische Tiere, die man bei einem Tiergartenbesuch keinesfalls versäumen sollte!