Die Spannung steigt im Eisbärengehege

Noch haben wir Sommer, aber langsam steigt die Spannung im Tiergarten Nürnberg: Wird Eisbärin Vera im Winter wieder Mutter? Bei den kommentierten Fütterungen erklären die Pfleger den Besuchern, dass sie Vera seit einiger Zeit verstärkt an die Wurfhöhle gewöhnen. Dort, in den Sandsteinfelsen, die Teil der Eisbärenanlage sind, hatte die Eisbärendame im Jahr 2007 Flocke und 2010 die Zwillinge Gregor und Aleut zur Welt gebracht.
Die Chancen, dass Vera erneut trächtig ist, stehen recht gut: Sie wurde im Frühjahr von Felix gedeckt und wollte kurz danach nichts mehr von ihm wissen – in diesem Fall ein gutes Zeichen. Seitdem leben die beiden im Aquapark Tür an Tür, aber trotzdem getrennt. Dabei war der Bulle – Vater von Flocke, Gregor und Aleut – noch bis Juni brünftig und sozusagen „im Liebesrausch“.
Felix bewohnt nun die größere Anlage, Vera die kleinere, von der aus sie Zugang zur Höhle hat. Sie zieht sich immer wieder dorthin zurück. Die Tiergartenmitarbeiter wissen allerdings nicht, ob Vera tatsächlich Mutterfreuden entgegenblickt. Denn bei Eisbärinnen nistet sich – wer meine Blogbeiträge regelmäßig liest, weiß es längst –  das Ei erst Ende August, Anfang September in der Gebärmutter ein; die Tragzeit dauert zwei bis drei Monate. Wenn die Babys dann zwischen November und Januar geboren werden, wiegen sie gerade mal ein bis zwei Pfund. Deshalb sieht man Eisbärinnen auch nicht an, ob sie Babys im Bauch haben oder eben nicht. – Wir werden uns also gedulden und abwarten müssen. Schaun wir mal, was der Winter im Tiergarten bringt!

Die Wiederkehr des Einhorns

Vor über einem Jahr habe ich hier schon einmal über das letzte Einhorn geschrieben – respektive über das Tier, das der Legende nach dieses Fabelwesen sein soll: die Oryx-Antilope. Im Profil sehen ihre Hörner nämlich aus wie ein einziges Horn. Schon damals gab es Erfreuliches über diese Tiere zu berichten, die in freier Wildbahn bereits ausgestorben waren und durch Nachzuchten in menschlicher Obhut doch noch als Art erhalten werden konnten. Ein neues Auswilderungsprojekt für diese Tiere in einem Naturpark in Abu Dhabi lief damals gut an.

Jetzt hat sich der Bestand der einst von unserer Erde fast schon verschwundenen Antilopenart weiter erholt. Sie hat sich auf der Roten Liste gefährdeter Arten von der Kategorie „Vom Aussterben bedroht“ erst bis zu „Stark gefährdet“ und nun noch weiter bis zu „Gefährdet“ verbessert. Nachdem Oryx-Antilopen fast 40 Jahre lang von Menschen gezüchtet wurden, ist ihre Zahl wieder auf weltweit 1000 Exemplare gestiegen. Erste Auswilderungsprojekte gab es 1982 in Oman, später in Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien.

Das klingt wie ein Wunder, denn noch nie hat sich bisher eine Tierart auf der Roten Liste um drei Kategorien hocharbeiten können. Man könnte beinahe meinen, es gibt sie doch, die Zauberkraft der Einhörner.

Ein Silberstreifen am Horizont

urn:newsml:dpa.com:20090101:101208-99-02602Sie zählen zu den Tierarten auf unserer Erde, die am stärksten vom Aussterben bedroht sind: die Berggorillas. In den letzten Jahren gab es eigentlich immer nur neue Hiobsbotschaften, wenn es um ihren Bestand ging. Der nahm nämlich stetig ab. Trotzdem ging die Jagd auf diese faszinierenden Tiere ebenso weiter wie die Zerstörung ihres Lebensraums durch Abholzen von Bäumen.

Jetzt können Tierschützer endlich einmal eine gute Nachricht über diese Menschenaffen vermelden: Bei der neuesten Zählung von afrikanischen Berggorillas im Grenzgebiet zwischen Kongo, Ruanda und Uganda sind sie auf 480 Exemplare gekommen – das sind immerhin 100 Tiere mehr als bei der letzten Zählung dort, die  im Jahr 2003 stattfand.

Solche Zählungen werden mit sehr großem Aufwand durchgeführt, so dass man von einem korrekten Ergebnis ausgehen kann. Diesmal haben sechs Gruppen von Experten die Regenwälder der Vulkanberge des Virunga-Massivs auf einer Strecke von über 1000 Kilometern durchkämmt. In das Ergebnis der Zählung sind außer den Tieren, die direkt gesichtet wurden, auch eingesammelte Dungproben eingegangen. Auf diese Weise konnte man mit Hilfe von DNA-Tests die Tiere identifizieren.

So positiv die neue Zählung von Tierschutz-Organisationen wie etwa dem WWF bewertet wird: Jetzt darf man sich nicht auf der etwas verbesserten Situation ausruhen. Nach wie vor muss alles Menschenmögliche unternommen werden, um Wilderei und Abholzung der Regenwälder einzudämmen, damit sich der Berggorilla-Bestand weiter erholen kann. Denn weltweit schätzt man die Zahl der Berggorillas gerade mal auf 780 Tiere. Mehr als der berühmte Silberstreifen am Horizont ist die neueste Gorilla-Zählung im Virunga-Massiv also nicht.

Wer rettet die unentdeckten Arten?

urn:newsml:dpa.com:20090101:101025-11-10297Es ist faszinierend, wie riesig die Artenvielfalt der Tiere  im Regenwald des Amazonas-Gebietes ist. In einem Zeitraum von zehn Jahren haben Forscher dort rund 1200 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt, von deren Existenz vorher niemand etwas geahnt hatte.

Eine dieser Tierarten ist der hier abgebildete, wunderbar gezeichnete und gefärbte Frosch, dem die Experten den Namen „Ranitomeya amazonica“ gegeben haben. Auch ein Papagei mit Glatzkopf gehört zu den neu erforschten Arten. Das Problem ist nur: Der Lebensraum dieser Tiere und Pflanzen, der Regenwald, wird vom Menschen durch Rodung immer weiter zerstört – und das immer schneller. Wissenschaftler vermuten, dass es im Amazonas-Gebiet noch andere bislang unbekannte Arten gibt. Doch durch das Schrumpfen der Regenwaldflächen werden manche dieser Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.

Natur- und Tierschützer warnen zwar regelmäßig vor den Auswirkungen der Regenwald-Zerstörung und starten Projekte zur Rettung des Waldes. Doch mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist das wohl nicht …

Arterhaltung durch künstliche Besamung?

Die kleinsten Nashörner der Welt, die Sabah-Nashörner, sind vom Aussterben bedroht. Nun will man die Art in einer Zuchtstation auch mit Hilfe künstlicher Besamung retten.

SumatranashornWeltweit soll es nur noch 50 Exemplare dieser Nashorn-Art geben. Diese alarmierende Zahl hat das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gemeldet. Sabah-Nashörner leben im Regenwald in Malaysia. Ihr angestammter Lebensraum wird langsam, aber sicher von Menschen zerstört: Die legen dort eine Ölpalm-Plantage nach der anaderen an. Die Plantagen zerschneiden die Regenwaldgebiete und trennen dadurch immer wieder einzelne Tiere von ihren Artgenossen. Außerdem besteht der Verdacht,  dass die Verwendung von Pestiziden in den Plantagen die Fruchtbarkeit der Nashörner beeinträchtigt.

Nun soll – quasi in letzter Sekunde – eine Zuchtstation in Malaysia die Rettung bringen. Dort wollen Forscher des Berliner Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und Fachleute aus dem Zoo Leipzig gemeinsam dafür sorgen, dass sich die letzten noch existierenden Sabah-Nashörner vermehren. Möglicherweise wird das nur noch durch künstliche Besamung möglich sein. Die Berliner Forscher haben mit der künstlichen Befruchtung von Nashörnern in jüngerer Vergangenheit schon mehrmals weltweit für Furore gesorgt. Allerdings waren das Zoo-Nashörner, zum Beispiel die Breitmaulnashorn-Dame Lulu im Zoo von Budapest.