Kralle, Schnute oder Balou?

Wie soll der kleine Lippenbär im Berliner Zoo heißen? Darüber sollen jetzt die Fans des vor drei Monaten geborenen Tierbabys bis zum 3. April  über Facebook abstimmen. Zur Auswahl stehen drei Namen: Kralle (wegen der langen Krallen, die Lippenbären haben), Schnute (weil die Bären eine ganz charakteristische Schnauze besitzen) oder Balou (wie der Bär aus dem Dschungelbuch). Das noch namenlose Jungtier durfte jetzt zum ersten Mal im Freigehege des Berliner Zoos spielen. Dabei grub das drei Monate alte Männchen mit seinen schon angesprochenen Krallen wild in der Erde. Seine Mutter, die den Namen Kaveri trägt, kümmert such vorbildlich um ihren Nachwuchs und überwacht jeden Schritt, den der Kleine macht.

Lippenbären leben in freier Wildbahn in Indien und Sri Lanka, vereinzelt auch in Bangladesch, Bhutan und Nepal. Ihr Lebensraum reicht von den tropischen Feuchtwäldern bis hin zu feuchten Grasländern und Laubwäldern. Sie ernähren sich hauptsächlich von Termiten, lieben aber auch süße Früchte, Blüten und Honig. Ihre langen Krallen setzen sie geschickt ein, um Termitenbauten aufzubrechen. Ihre Beute saugen sie dann mit gespitzten Lippen auf – daher die Bezeichnung Lippenbär. Das kleine Exemplar in Berlin wird noch von der Mutter gesäugt, ist aber sehr temperamentvoll und klettert schon auf Seilen und Baumstämmen herum. Seine Mutter beißt er manchmal in die Schnauze – was wohl als Liebkosung zu verstehen ist.  Kaveri und ihr Nachwuchs sind jetzt jeden Tag im Außengehege zu beobachten – oder auf einem Video. Man darf gespannt sein, was sich der Zoo anlässlich der Namensgebung einfallen lässt.

P.S.: Es ist entschieden: Wie mir Leserin heidi_z freundlicherweise mitgeteilt hat, heißt der Kleine Balou. Gefällt mir, kann ich da nur sagen, denn das war ja auch mein Favorit!

Zum Tod von Eisbärenbaby Fritz

Das dürfte wieder Wasser auf die Mühlen von Zoo-Gegnern und Tierschutzaktivisten sein: Im Berliner Tierpark ist Eisbärenbaby Fritz vier Monate nach seiner Geburt an einer Leberentzündung gestorben. Ich höre schon die Peta-Leute, wie sie zum zigsten Mal ein Ende der Eisbärenhaltung in Zoos fordern. Fritz war der Sohn von Tonja (sieben Jahre) und Wolodja (fünf Jahre) und am 3. November 2016 zur Welt gekommen – zusammen mit einem Zwilling, der allerdings nicht überlebte. Es handelte sich um den ersten Eisbärennachwuchs im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde seit 22 Jahren, das wurde natürlich groß gefeiert. Mutter Tonja kümmerte sich liebevoll um ihr Baby, alles schien gut zu laufen. Der Kleine, der bislang nur über eine Webcam zu sehen war, sollte noch in diesem Monat der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Doch am vergangenen Wochenende gab es erste Anzeichen für gesundheitliche Probleme bei Fritz, und am Montag lag er apathisch im Stall. Die Tierärzte und Pfleger entschieden, dass man den Kleinen von seiner Mutter trennen müsse, um ihn untersuchen zu können. Fritz wurde ins benachbarte Leibniz-Institut gebracht und dort durchgecheckt. Zunächst brachten die Untersuchungen allerdings kein Ergebnis. Man stellte schlechte Leberwerte fest, gegen die Fritz ein Antibiotikum bekam, außerdem verabreichte man ihm Schmerzmittel. Am Montagabend wurde sein Atem unregelmäßig. Der kleine Eisbär starb gegen 20 Uhr. Es wurde eine Obduktion angeordnet, um die Todesursache herauszufinden.

So traurig der Tod des Eisbärenbabys ist – in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten dieser Tiere sterben viele Polarbären einen wesentlich schlimmeren Tod: Sie krepieren regelrecht, weil ihnen aufgrund der Klimaerwärmung das Eis unter dem Hintern wegschmilzt und sie deshalb nur unter schwierigsten Bedingungen auf Robbenjagd gehen können. Die Folge: Sie verhungern jämmerlich oder schleppen sich monatelang völlig abgemagert auf der Suche nach Nahrung weiter. Ich habe hier ja auch das bekannte Foto von Kerstin Langenberger gezeigt und über das Problem geschrieben. Damals gab es zwar im Netz viel Aufregung, doch leider folgten dem virtuellen Aufschrei keine Taten, sprich Kehrtwende in der internationalen Umweltpolitik. Da sollte sich Peta mal so engagieren wie bei den vielen lächerlichen Aktionen gegen Zoos.

Berliner Bärin Schnute ist tot

SchnuteGute zwei Jahre nach ihrer Gefährtin Maxi ist nun auch die Berliner Bärin Schnute gestorben. Sie wurde am Sonntag im Alter von 34 Jahren eingeschläfert. Ich habe in meinem Blog das Schicksal der beiden Berliner Stadtbärinnen ja immer verfolgt, zuletzt hier, deshalb möchte ich der Vollständigkeit halber auch den Tod von Schnute vermelden.

Schnute – und vor ihrem Tod auch Maxi – lebte in einem Gehege im Köllnischen Park und hatte seit langem schon gesundheitliche Probleme. Die Bärin litt vor allem auch an einer schmerzthaften Arthrose. Ein Tierschützer hatte zuletzt gefordert, Schnute einschläfern zu lassen. Zuvor hatte es auch Pläne gegeben, dass Schnute in einen Bärenpark umziehen sollte – das wollte man dem betagten Tier dann aber doch nicht mehr zumuten. Auch wenn die Haltung von Schnute längst nicht mehr zeitgemäß war – die meisten Berliner liebten sie heiß und innig und werden jetzt bei der Nachricht vom Tod ihres Wappentiers traurig sein.

Diese Event-Kultur nervt einfach!

Kohlweiss
Es gibt immer neue Schnapsideen, die aus einer Hochzeit einen unvergesslichen „Event“ machen sollen. Als ob das Ereignis an sich nicht schon unvergesslich genug wäre! Ein Unternehmen hat sich folgendes ausgedacht, um den „schönsten Tag im Leben“ noch schöner zu machen: Warum zur Feier des Tages nicht einen Schwarm weißer Schmetterlinge aufsteigen lassen? Das soll angeblich besonders romantisch sein.

Auf ihrer Internetseite wirbt die Firma damit, dass sie lebendige (gezüchtete) Kohlweißlinge für romantische Momente bei Trauungen, Geburtstagen oder Taufen verschickt. Dazu werden spezielle Thermoboxen verwendet, und die Schmetterlinge würden zuvor in gekühlter und dunkler Umgebung in einen Ruhezustand versetzt. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamen die Tiere nämlich ihren Stoffwechsel – das machen sie auch in der Natur so.

Gegen diese Geschäftsidee schlägt jetzt der Tierschutzverein Berlin Alarm. Der lehnt den Versand lebender Tiere generell ab. Schließlich sei es nicht gesichert, ob die Kühlkette beim Verschicken tatsächlich eingehalten werde. Völlig ungeklärt sei auch, was passiere, wenn ein Paket mit Schmetterlingen verloren gehe oder wenn es wieder einmal einen Poststreik gebe.

Das Unternehmen langt übrigens ganz schön hin, was die Preise für die Kohlweißlinge anbelangt: Die kleinste Bestellmenge, 25 Falter, schlagen immerhin mit 185 Euro zu Buche, 200 Stück kosten dann stolze 755 Euro. Bestimmt findet es genügend Bekloppte, die das ohne mit der Wimper zu zucken bezahlen. Schöne neue Event-Welt, kann ich da nur sagen!

Happy Birthday, Tierpark Friedrichsfelde!

Friedrichsfelde
Heute feiert der Tierpark Friedrichsfelde im ehemaligen Ostberlin seinen 60. Geburtstag. So etwas wie ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk waren vier Sibirische Tigerbabys, die Tigerin Aurora Ende April zur Welt brachte. Der Zoo wurde zu DDR-Zeiten am 2. Juli 1955 im Beisein von Staatspräsident Wilhelm Pieck eröffnet. Erste Bewohner waren ein Storch und ein Kamel, die aus dem Zoo in Halle stammten.

Die Entwicklung ging dann recht schnell weiter, etwa mit der Eisbärenanlage und dem im Jahr 1963 eröffneten Alfred-Brehm-Haus, in dem Löwen und Tiger präsentiert wurden. Später folgte eine Tropenhalle. Kurz vor der Wende kam noch ein Elefantenhaus mit Freianlage dazu. Danach gab es Überlegungen, den „Ost-Zoo“ ganz zu schließen, was dann aber doch nicht umgesetzt wurde: Der Tierpark war nämlich äußerst beliebt. Neuer Direktor wurde Bernhard Blaszkiewitz, der den Gründungsvater, Tierparkdirektor Heinrich Dathe, 1991 ablöste. Er war gleichzeitig Direktor des Berliner Zoos. In Friedrichsfelde ließ er neue Tieranlagen errichten, war aber umstritten wegen seiner oft  ruppig wirkenden Äußerungen, vor allem den Medien gegenüber. Blaszkiewitz blieb bis Frühjahr 2014 Zoochef.

Im Vergleich zum Zoo im einstigen West-Berlin ist Friedrichsfelde ein riesiger Flächenzoo: Er ist der größte Landschaftstiergarten Europas und umfasst 160 Hektar, die Platz für 7500 Tiere bieten. Der Tiergarten Nürnberg, der ja auch als Landschaftszoo gilt, hat knapp 70 Hektar. In Sachen Besucher ziehen der Nürnberger Tiergarten und der Tierpark Friedrichsfelde in etwa gleich: Rund eine Million Besucher sind es durchschnittlich pro Jahr (in Nürnberg etwas wenig mehr). In Friedrichsfelde mangelt es allerdings an ausländischen Touristen, die offenbar den Berliner Zoo vorziehen.

Zum Tierpark-Jubiläum ist von großer Feststimmung leider nicht die Rede. Denn Friedrichsfelde gilt unter Fachleuten längst als unrentabel. Der Tierpark wird mit rund 5,5 Millionen Euro jährlich vom Land unterstützt, während der Zoo im Westteil Berlins mittlerweile ohne Zuschüsse zurechtkommt. Einige Gehege stammen noch aus DDR-Zeiten und sind zum Teil altmodisch eingezäunt. Kritisiert wird eine Reihe von Dingen, etwa die nicht mehr zeitgemäße Energieversorgung, die zu wenigen und nicht besonders ansprechenden Spielplätze, die Unübersichtlichkeit der Anlage, die unzureichende Gastronomie.

Es gibt jetzt einen neuen gemeinsamen Direktor für den Zoo Berlin und den Tierpark Friedrichsfelde: Andreas Knieriem, von Beruf Tierarzt und vorher Leiter des Münchner Tierparks Hellabrunn. Er hat angekündigt, den früheren DDR-Zoo von Grund auf umzukrempeln. Ihm schwebt zum Beispiel eine Afrika-Lodge vor oder Himalaya-Gipfel für Bergtiere. Das alles unter dem neuen Motto „Ab in die Wildnis – Abenteuer erleben“. Dafür rechnet er mit Kosten in Höhe von 92 Millionen Euro – Geld, das nicht vorhanden ist, aber irgendwoher kommen soll. Vielleicht kann ja der Verein der Freunde der beiden Hauptstadtzoos einen Teil beitragen; jedenfalls steht er den Plänen aufgeschlossen gegenüber. Als erstes steht jetzt die Sanierung des Raubtierhauses an. Auf jeden Fall lehnt Knieriem jeden Schließungsplan für Frierichsfelde ab. Er ist überzeugt davon, dass für die Hauptstadt und die Metropolregion Berlin ein Zoo nicht ausreicht.

Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Vor allem müssen es aber zwei Zoos mit ganz unterschiedlichem Konzept sein. Knieriem sollte darauf achten, dass sich die beiden Einrichtungen nicht zu ähnlich werden. Und er muss aufpassen, dass in Friedrichsfelde nicht eine Art Vergnügungspark mit angeschlossenem Zoo entsteht. Damit kann man zwar mehr Geld machen – aber so etwas würde gerade zu Friedrichsfelde überhaupt nicht passen.

Wozu braucht Knuts Mutter eine Ethik-Kommission?

ARCHIV - Der kondensierende Atem der Eisbärin Tosca ist am 29.01.2011 im Zoologischen Garten in Berlin bei strahlendem Sonnenschein zu sehen. Foto: Kay Nietfeld/dpa (zu dpa "Mutter von Eisbär Knut soll eingeschläfert werden" vom 23.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++Tosca (siehe Foto), die Mutter des berühmten Eisbären Knut, ist eingeschläfert worden. Für diese Entscheidung wurde zum ersten Mal im Berliner Zoo eine Ethik-Kommission einberufen, bestehend aus Tierärzten, Tierschutzbeauftragten, Kuratoren und Pflegern. Diese Kommission hatte die Entscheidung, die fast 30 Jahre alte Eisbärin einzuschläfern, in den letzten Tagen getroffen. Tosca war mittlerweile blind, taub und hatte keinen Geruchssinn mehr. So konnte sie nicht einmal mehr selbstständig ihr Futter finden. Deshalb wollte man der Eisbären-Seniorin unnötiges Leid ersparen.

Eine Entscheidung, die in einem Zoo eigentlich zum Alltag gehört. Gut, Eisbären sind besondere – auch umstrittene – Zootiere, aber das mit der Ethik-Kommission halte ich doch für reichlich übertrieben. Warum muss man das so hoch hängen? Ist doch klar, dass Tierärzte, Pfleger und Direktion in so einem Fall gemeinsam beraten, was das Beste für das Tier ist – und entsprechend handelt man dann.

Der Medien-Hype um Toscas Sohn Knut mag die Zooleitung dazu bewogen haben, mit der Ethik-Kommission an die Medien zu gehen. Auch die Kritik am früheren Zoodirektor, der mit seinen oft herzlos wirkenden Statements über seine Zootiere und über Zoos im Allgemeinen ein schlechtes Bild abgab. Aber eine Ethik-Kommission für Tiere ist in meinen Augen zu viel der Ehre. Und ich bin wirklich eine große Tierfreundin!

Tosca soll nun in das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gebracht werden, wo Pathologen den Grund ihrer Krankheit untersuchen sollen.  Da frage ich mich auch: Was soll schon der Grund gewesen sein – Tosca war einfach altersschwach! In freier Wildbahn werden Eisbärenweibchen 25 bis 30 Jahre, also hatte sie ein stolzes Alter erreicht. Tosca wurde 1986 in Kanada geboren, gehörte später zum Staatszirkus der DDR und kam 1998 in den Berliner Zoo. Dort lebt jetzt nur noch eine Eisbärin, ebenfalls eine „alte Dame“: die 30-jährige Katjuscha. Da Eisbären Einzelgänger sind, kann sie ihren Lebensabend gut allein im Zoo verbringen – vielleicht sogar besser, als wenn es manchmal zu Streit zwischen den Tieren kommt. Das war in der Vergangenheit manchmal der Fall gewesen.

Knut ist seit vergangenem Jahr übrigens auch wieder in Berlin: Im Naturkundemuseum in der Invalidenstraße kann man ihn als Präparat bewundern.

Unterirdischer Zoo-Krimi

Morgen ist Valentinstag. Vielleicht sucht der eine oder andere ja noch ein Geschenk. Ich hätte da einen Tipp – einen tierischen natürlich: Erdmännchen sind ungemein beliebt bei den Zoobesuchern auf der ganzen Welt, und Leseratten lieben Krimis. Warum also nicht beides kombinieren und Erdmännchen zu kriminalistischen Ermittlern machen? Auf diese Idee ist Moritz Matthies (ein Pseudonym, das nicht verraten wird) gekommen. Er hat das  halbstarke Erdmännchen Ray zu seinem Krimihelden erkoren. Schon zum zweiten Mal darf der einen Fall lösen.

„Voll Speed“ ist der Titel der umwerfend komischen Geschichte, die sich im Berliner Zoo abspielt, teils auch inm Labyrinth der Kanäle darunter. Ray und sein genialer, aber schüchterner Bruder Rufus klären eine mysteriöse Geschichte auf, in der es im doppelten Sinn um „Speed“ geht. Wegen einer gefährlichen Droge sind einige Zoobewohner außer Rand und Band, und das detektivische Brüderpaar geht – für Erdmännchen ja nicht so außergewöhnlich – im Untergrund auf Spurensuche: Nicht nur im Bau des Erdmännchenclans, sondern mit Hilfe eines Speed-Bootes auch auf den unterirdischen Wasserstraßen des Zoos und der Umgebung. Dort lauert allerdings, von einer menschlichen Wasserleiche mal abgesehen, eine Gefahr: das mit den Erdmännchen verfeindete Rattenvolk.

Im Buch gibt es übrigens auch einen Menschen, dem Ray vertraut und der mit auf Verbrecherjagd gehen darf. Detektiv Phil beherrscht die Erdmännchensprache und erinnert sonst ziemlich stark an ein großes literarisches Vorbild: Philip Marlowe, die berühmte Romanfigur von Raymond Chandler, dessen Rolle Humphrey Bogart in „The Big Sleep“ gespielt hat. Wer diese Figur mochte, gerne in den Zoo geht und ein Fan des Romans und Films „Der dritte Mann“ mit der Verfolgungsjagd durch die Kanalisation der Stadt Wien ist, der wird auch „Voll Speed“ am liebsten nicht mehr aus der Hand legen – und vielleicht auch unbedingt den ersten Erdmännchen-Krimi „Ausgefressen“ von Moritz Matthies noch lesen wollen. (Die Erdmännchen-Krimis von Moritz Matthies sind bei Fischer erschienen.)

PS.: Noch ein tierischer Tipp für den Valentinstag: Der Tiergarten Nürnberg lädt am 14. Februar alle Paare dazu ein, mit einem Erinnerungsfoto an ein gemeinsames Rendezvous im Tiergarten zu kommen. Jedes Paar, das an der Tiergarten-Kasse ein solches Foto vorlegt, kann den Zoo am Schmausenbuck zum halben Preis besuchen.

Was passiert mit der Berliner Stadtbärin Schnute?

Die Berliner Stadtbärin Maxi (Foto) ist an altersbedingtem multifaktoriellen Organversagen gestorben – so das Ergebnis der Obduktion. Mit ihren 27 Jahren ist Maxi ungewöhnlich alt geworden, in freier Wildbahn bringen es diese Tiere nur auf sechs bis acht Jahre. Maxi lebte mit ihrer Mutter Schnute (32 Jahre!) von Geburt an in einem Bärenzwinger im Köllnischen Park mitten in Berlin. Das war schon einmal  Thema in diesem Blog im vergangenen November.

Bärenmutter Schnute hat den Verlust ihrer Tochter offenbar relativ gut verkraftet. Was nun aus Schnute als einzig verbleibendem Bären im Berliner Stadtzwinger wird, ist offen. Tierschützer hatten sich in den vergangenen Jahren immer wieder für einen Umzug der beiden Tiere und gegen ihre Haltung im Bärenzwinger eingesetzt. Schnute und Maxi sollten – dafür plädierten die Bärenschützer – in eine Auffangstation gebracht werden und ihren Lebensabend in einem weitläufigen naturnahen Gehege verbringen. Um dies zu erreichen, gründeten Tierschutzvereine aus ganz Deutschland das Berliner Bärenbündnis. Bereits mehrfach haben Bärenauffangstationen angeboten, Schnute und Maxi aufzunehmen, doch bislang wurde dies immer mit einem Verweis auf das hohe Alter der Tiere von den Verantwortlichen abgelehnt. Ob Schnute jetzt – nach dem Tod von Maxi – in einen Bärenpark kommt, bleibt abzuwarten. Wenn ja, soll eine Gedenktafel an den Bärenzwinger erinnern und an die Tiere, die hier gelebt haben.

In Berlin sind Bären bekanntlich als Wappentier oft zu sehen, deshalb gibt es seit 1928 als kleine Anlage und seit 1939 offiziell den Stadtzwinger im Köllnischen Park in Berlin-Mitte, in dem lebendige Bären gehalten werden. Nach dem Schock um den plötzlichen Tod von Stadtbärin Maxi hatte das Märkische Museum (das am Rande des Parkgeländes liegt) vorgeschlagen, die Bärendame präparieren zu lassen und sie in einer Ausstellung seinen Besuchern zu präsentieren; dieser Plan ist inzwischen vom Tisch.

Wohin mit Schnute und Maxi?

In Berlin begegnet man auf Schritt und Tritt dem Berliner Bären in allen Variationen. Das Wappentier der Stadt ist bei den Einwohnern aber auch in Form von echten Tieren besonders beliebt. In der Hauptstadt leben nicht nur in den beiden Zoos Bären. Es gibt auch die zwei Stadtbären – respektive Stadtbärinnen – Schnute und Maxi.

Die beiden alten Bärendamen haben schon 31 bzw. 26 Jahre auf dem Buckel und leben seit 1986 in einem Zwinger im Köllnischen Park, in der Nähe des Märkischen Museums. Der Bärenzwinger ist noch viel älter als die Tiere. Er stammt aus dem Jahr 1939. Tiergehege aus dieser Zeit entsprechen nicht den Anforderungen, die der Tierschutz heute stellen würde. Und so fordern Tierschützer eine artgerechtere Unterbringung von Schnute und Maxi in einer neuen Anlage. Sie haben sich zum „Berliner Bärenbündnis“ zusammengeschlossen, das Freiheit für Schnute und Maxi fordert.

Doch der Berliner Bezirk Mitte hat kein Geld und muss sparen. Deshalb gibt es Pläne, die zwei Braunbären ganz abzugeben. Zur Diskussion steht ein Park in Mecklenburg. Diese Überlegungen haben wiederum den Verein der Berliner Bärenfreunde auf den Plan gerufen. Sie räumen zwar ein, dass der Zwinger zu klein ist, möchten aber trotzdem, dass Schnute und Maxi bleiben, wo sie sind. Schließlich seien sie seit Jahrzehnten an ihre Umgebung gewöhnt. Sie seien auch zu alt für einen Umzug, man könne ihnen zum Beispiel keine Narkose mehr zumuten.

Das Bärenthema hat sich längst zum Politikum entwickelt, die Emotionen auf beiden Seiten kochen hoch. Der Bezirksbürgermeister befindet sich in einem Dilemma. Denn egal, wie die Entscheidung ausfällt – immer wird es auf einer Seite erboste Kritik daran geben.

Knut lebt als Denkmal weiter

Knut ist zwar seit eineinhalb Jahren tot, aber im Berliner Zoo lebt der berühmte Eisbär ab sofort weiter – als Bronze-Statue. Die wurde heute in dem Zoo im Rahmen einer Einweihungsfeier am Bärenfelsen enthüllt. Geschaffen hat das Kunstwerk der aus der Ukraine stammende, in Nürnberg lebende Bildhauer Josef Tabachnyk. Ich habe hier im Blog schon mal kurz darüber geschrieben.

Tabachnyk nennt sein Kunstwerk „Knut, der Träumer“, denn es stellt einen sinnierenden Eisbären dar, der auf einer „Eisscholle“ aus weiß-grauem Granit liegt.  Der Künstler hat acht Monate lang daran gearbeitet und ist froh, dass das Projekt nun beendet ist. Er ist gespannt, wie die Statue bei den Zoobesuchern ankommt. Finanziert wurde das Knut-Denkmal über Spenden.

Bei der Einweihungsfeier hat Zoodirektor Blaszkiewitz vor einem Totenkult um Knut gewarnt und darauf hingewiesen, dass es Unterschiede zwischen einem toten Menschen und einem toten Tier gibt. Einige Knut-Fans reagierten darauf ziemlich wütend. Sie unterbrachen die Rede des Zoodirektors mehrmals mit Zwischenrufen.