Serengeti darf nicht sterben!

Das hat man nun davon: Da bloggt man einmal über den großen Bernhard Grzimek – anlässlich seines 100. Geburtstags , den er am 24. April gehabt hätte -, und schon flattert einem ein Spendenaufruf ins Haus: Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt möchte Geld, um „Grzimeks Erbe“ bewahren zu können – unter dem Motto „Serengeti darf nicht sterben“. Übrigens: „Serengeti“ bedeutet so viel wie „weite Ebene“, der Name stammt aus der Sprache der Massai.

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt führt die Arbeit des berühmten Zoodirektors, Verhaltensforschers und Naturschützers Grzimek weiter. In Ostafrika bemüht sie sich, mit den dort lebenden Menschen gemeinsam Lösungen für ökologische und wirtschaftliche Probleme zu finden, um das Weltnaturerbe Serengeti zu erhalten.

Klar, dass ich diese Arbeit toll finde und auch unterstützen möchte. Vielleicht kann ich ja auch mit diesem Blog ein bisschen dazu beitragen. Aber ich fürchte, das wird  nicht reichen.

Ich lese mir den Prospekt so durch, den mir die Gesellschaft geschickt hat. Sehe die Fotos von Grzimek, seinem Sohn Michael, den Löwen und der riesigen Gnuherde, lese das 50 Jahre alte Grzimek-Zitat „Wenn ein Löwe im rötlichen Morgenlicht aus dem Gebüsch tritt und dröhnend brüllt, dann wird auch Menschen in fünfzig Jahren das Herz weit werden“, und denke: Stimmt genau. Bei mir wird dann nicht nur das Herz weit, sondern auch der Geldbeutel.

Aktuelle Fernsehtipps: Freitag, 5. Juni, 20.15 Uhr, Hessischer Rundfunk: „Ein Platz für Tiere: Gnuantilopen in der Serengeti“ – Samstag, 6. Juni, 16.30 Uhr, WDR: „ARD exclusiv: Grzimeks Vermächtnis: Serengeti darf nicht sterben“ – Sonntag, 7. Juni, 14 Uhr, Hessischer Rundfunk: „Legenden: Bernhard Grzimek“.

Danke, Bernhard Grzimek!

Eigentlich hätte ich auf diesem Weg gern ihm selbst noch gratuliert: Bernhard Grzimek würde heute seinen 100. Geburtstag feiern – wenn er noch leben würde. Doch er starb bereits im Jahr 1987. Die Deutsche Post ehrt ihn jetzt mit einer Sondermarke. Die zeigt ihn so typisch, dass ich sie jedem anderen Foto vorziehe.

„Guten Abend, meine lieben Freunde“: Mit diesem Satz und seiner unverkennbaren, leicht gepresst wirkenden Stimme hat er jede seiner beliebten Fernsehsendungen „Ein Platz für Tiere“ eingeleitet. Und: Immer hatte er ein Tier auf der Schulter sitzen oder neben sich auf dem Moderationstisch, auf sich herumklettern, um den Hals gelegt oder sonstwo – das konnte je nach Tierart variieren. Den Zoofachleuten der Gegenwart stehen die Haare zu Berge, wenn man sie auf dieses Phänomen anspricht. Es sei nicht tiergemäß und kein gutes Vorbild, schimpfen sie – aber es war eben das unverwechselbare Markenzeichen von Grzimeks Sendung und entsprach dem damaligen Zeitgeist. Das hat zum Beispiel Loriot erkannt, der Grzimek die inzwischen weltberühmte Steinlaus sozusagen auf den Leib zeichnete.

Über Bernhard Grzimek hat es in diesen Tagen jede Menge Beiträge in unterschiedlichen Medien gegeben. Seine Verdienste als Direktor des Frankfurter Zoos wurden ebenso gewürdigt wie seine tollen Tierfilme und sein Engagement für den Tierschutz.  Deshalb muss ich hier nicht noch mal alles wiederholen, was eh schon gesagt ist.

Lieber möchte ich noch etwas Persönliches anfügen: Seine Sendung war die einzige, die ich mir als Kind im Fernsehen anschauen durfte. Und ich hing von der ersten bis zur letzten Sekunde vor der Glotze, verpasste nie eine Folge. Grzimek hat mein Interesse für Tiere geweckt, und ohne ihn würde ich weder für die NZ über den Nürnberger Tiergarten schreiben noch hätte ich jemals mit diesem Blog begonnen.

Fernsehtipp: Hier noch zwei Tipps für alle, die nichts über Grzimek lesen oder sehen wollen, sondern Werke von ihm: Im Fernsehen ist morgen, 25. April, um 12.03 Uhr im Ersten Programm der Film „Kein Platz für Wilde Tiere“ zu sehen, mit dem Grzimek im Jahr 1956 auf die Gefährdung der afrikanischen Wildnis aufmerksam machte; der Film bekam 1956 den Goldenen Bären. – Außerdem bringt das Erste am Samstag, 2. Mai, ebenfalls um 12.03 Uhr den Klassiker „Serengeti darf nicht sterben“ aus dem Jahr 1959, bei dem Grzimek Regie führte und mit dem er 1960 den Dokumentarfilm-Oscar gewann.