Hunde würden Obama wählen

In wenigen Tagen entscheidet sich, wer der nächste US-Präsident wird: Bleibt Barack Obama im Amt, oder wird er von Mitt Romney abgelöst? Während noch spekuliert wird, ob der „Frankenstorm“ Sandy letztlich den Wahlausgang entscheiden könnte, spielt sich im Internet ein „tierischer“ Wahlkampf ab: Haustierfreunde haben auf Facebook unter dem Titel „Pet Lovers for Obama“ eine erfolgreiche Kampagne für Obama gestartet, die schon über 42 000 „Gefällt mir“-Angaben hat.

Der Präsident punktet bei den Tierliebhabern aber auch durch geschickt inszenierte Auftritte seiner Familie mit dem „First Dog“, einem Portugiesischen Wasserhund namens Bo, über den ich in diesem Blog auch schon geschrieben habe, zum Beispiel hier.

Zum Geburtstag von Bo im Oktober hat das Weiße Haus eine nette Mischung von Fotos und Videos aus Bo´s vergangenem Amtsjahr ins Netz gestellt. Eines der Fotos zeigt Obama zusammen mit seinem Hund in der Präsidentenlimousine. Dazu erschien ein Text, der übersetzt etwa folgendermaßen lautet: Wie fürsorgliche Besitzer ihre Hunde transportieren.

Damit wird auf die Herzlosigkeit Mitt Romneys Hunden gegenüber angespielt: In den achtziger Jahren hatte der seinen Hund Seamus während einer Urlaubsfahrt zwölf Stunden lang in eine Kiste auf dem Autodach eingesperrt. Dieser Vorfall hat Romney viel Ärger eingebracht und sich auch schon bei den vergangenen republikanischen Vorwahlen negativ ausgewirkt. Im jetzigen Wahlkampf wurde der Autodach-Skandal wieder aus der Mottenkiste hervorgeholt. Die Initiative mit dem Namen „Dogs against Romney“ prangert an, dass Romney Hunde quält und dass diese Botschaft weiterverbreitet werden soll.

Werden also Hunde eine ausschlaggebende Rolle bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen spielen? Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint das durchaus möglich.

 

 

 

Tierischer Jahresrückblick

Auf Jahresrückblicke stößt man derzeit allüberall – leider nicht nur gerade jetzt, da das Jahr wirklich zu Ende geht, sondern schon seit Anfang Dezember. Was danach noch passiert ist, konnte eben nicht mehr in solchen Jahresrückblicken erscheinen. – Sei´s drum!

Auch ich möchte für meine Blog-Leser einen Blick zurück werfen – nicht im Zorn, sondern auf  Tiere, die im ablaufenden Jahr Schlagzeilen gemacht haben.

First DogDa hätten wir zunächst das wichtigste Tier des Jahres: Wer sonst könnte das sein als der „First Dog“ in den USA? Bei seiner Wahl zum US-Präsidenten hatte Barack Obama seinen beiden Töchtern Malia und Sasha versprochen, dass sie einen Hund bekommen würden. Wochenlang fieberte die ganze Welt mit, welche Hunderasse es sein würde, für die sich die Präsidentenfamilie entscheiden würde. Die US-Medien berichteten fast täglich über den neuesten Stand der Dinge. Schließlich gab man einem Portugiesischen Wasserhund den Vorzug. Er heißt „Bo“. Im April zog er ins Weiße Haus ein. Der schwarze, wuschelige Hund eroberte im Sturm die Herzen der Menschen.

Das verschlafenste Tier des Jahres ist für mich ein Dachs, der betrunken mitten auf der Straße seinen Rausch ausschlief. Dabei schlummerte er so tief, dass ein Autofahrer ihn für tot hielt. Der Mann alarmierte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, wachte der Dachs endlich auf, war aber immer noch beschwipst.  Es stellte sich heraus, dass er zu viele überreife Kirschen gefressen hatte, die von einem Kirschbaum gefallen waren. Die Geschichte trug sich in Goslar (Niedersachsen) zu.

Der Unglücksrabe des Jahres unter den Tieren ist für mich ein kleiner Igel, der in Emsdetten (Nordrhein-Westfalen) mit einem Sahnebecher auf dem Kopf durch die Fußgängerzone irrte. Das Tierchen hatte offenbar die Reste aus dem Becher ausschlecken wollen und war dann in dem Gefäß steckengeblieben. Die Polizei konnte den Igel schließlich befreien.

Dann wäre da noch das diebischste Tier des Jahres. Nein, es handelt sich nicht um eine Elster, sondern um einen Fuchs. Der hat auch nicht die Gans gestohlen – aber so um die 200 Schuhe. Die klaute er nachts aus Gärten und Hauseingängen in Föhren (Rheinland-Pfalz) und schleppt sie anschließend in seinen Bau. Ob der Fuchs ein Schuh-Fetischist ist oder aus welchem anderen Grund er Nacht für Nacht auf Diebestour ging, konnte bis zum heutigen Tag nicht geklärt werden.

Droht jetzt eine "Bo-mania"?

Das hat gerade noch gefehlt! Jetzt löst Bo, der neue Hund im Weißen Haus, eine Welle der Begeisterung für seine Rasse aus: Der Portugiesische Wasserhund, den bislang kaum jemand kannte, droht sich zum neuen Modehund zu entwickeln. Doch bisher gibt es weltweit nur etwa 1000 Exemplare. Die wenigen Züchter können sich bereits vor Anfragen kaum retten.

Tierschützer rund um den Globus sprechen bereits Warnungen aus: Finger weg von dieser Rasse, denn sie ist zumindest für Großstadtmenschen ohne eigenes Haus und Garten komplett ungeeignet. Die wuscheligen Vierbeiner, die ein wenig an Pudel erinnern, brauchen nämlich jede Menge Auslauf. Schön finden sie es auch, wenn Herrchen und Frauchen ihnen einen Swimmingpool oder ein anderes Gewässer bieten können. Denn sie schwimmen für ihr Leben gern. Einst wurde diese Rasse von Fischern in Portugal gehalten. Die Hunde trieben ihren Besitzern Fische ins Netz oder bewachten auch mal den Fang.

Man kann nur an die Vernunft der Menschen appellieren: Schafft jetzt keinen solchen Hund an, wenn ihr ihm nicht optimale Bedingungen bieten könnt! Sonst werden die Tierheime bald überrannt von „Bos“, die ihre Besitzer wieder zurückgeben wollen, weil sie – zu spät – merken, dass das doch nicht der geeignete Hausgenosse ist. Und noch eine Gefahr besteht: Dass obskure Hundezüchter hier das Geschäft ihres Lebens wittern und „Wasserhunde“ züchten, was das Zeug hält.

Obwohl, wenn ich mir es recht überlege, vielleicht könnte ich mir da auch ein zweites Standbein….

Große Tiere unter sich

Da hat Barack Obama aber ganz schön bedripst dreingeschaut: Als Bo, der neue First Dog Amerikas, im Weißen Haus eintraf, stand plötzlich nicht mehr „Mr President“ im Rampenlicht, sondern der Vierbeiner. Und Omaba schien sich eine Zeitlang wie das fünfte Rad am Wagen zu fühlen – eine Rolle, die er irgendwie nicht gut draufhat.

Der Portugiesische Wasserhund sprang unterdessen wild über den Rasen (hier zu sehen), auf der Suche nach einem Baum. Immerhin: Dieses Problem erkannte Obama sofort und sprach es auch gleich in die bereitgehaltenen Mikrofone hinein. Konnte er doch so seine Kompetenz in Hundefragen beweisen.

Eines aber hat die First Lady viel besser begriffen als ihr Mann: Wenn man mit einem Hund zusammen aufs Bild oder vor die Kamera möchte, bückt man sich am besten zu dem Tier hinunter. Doch nicht jeder macht sich gern klein: Dazu gehört eine innere Größe, die nicht jeder besitzt.

Und das ist er, der First Dog

Diesen Augenblick haben Tierfreunde in aller Welt und natürlich vor allem die beiden Töchter von Barack Obama seit Monaten herbeigesehnt: Malia und Sasha haben endlich den lang versprochenen Hund bekommen. Es ist, wie in diesem Blog schon mehrmals angekündigt (zuletzt hier), ein Portugiesischer Wasserhund. Morgen, Dienstag, soll er ins Weiße Haus einziehen.

„Bo“ heißt das sechs Monate alte Hundekind und ist ein Geschenk von Senator Edward Kennedy und seiner Frau. Die beiden halten selbst auch diese Rasse. Bo soll die Herzen der Obamas im Sturm erobert haben und schon sehr gut auf das hören, was man ihm befiehlt. Er ist schwarz, hat eine weiße Brust und weiße Pfoten und einen kleinen weißen Flecken an der Schnauze. Man kann ihn sich zum Beispiel auch hier anschauen.

„Bo“ haben ihn Malia und Sasha angeblich genannt, weil ihre Cousins eine Katze haben, die auch so heißt. Bo soll auch schon einmal probeweise das Weiße Haus besucht haben und alle mit seinem für so einen kleinen Hund bemerkenswert guten Benehmen verblüfft haben. Nicht einmal eine Pfütze hat er auf den wertvollen Teppichen hinterlassen – ein Missgeschick, das kleinen Hunden sonst häufig passiert.