Kopf ab – soll das lustig sein?

GänsereitenIn Bochum-Wattenscheid gibt es eine alte Karnevalstradition am Rosenmontag: das „Gänsereiten“. Ein Brauch, der aus dem 16. Jahrhundert stammt, als man so etwas vielleicht noch lustig fand: Eine eigens zu diesem Zweck getötete Gans wird an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Wer das schafft, wird für ein Jahr zum „Gänsereiterkönig” ernannt. Die Gans wird anschließend verspeist.

Das Spektakel gibt es auch in anderen Städten, doch dort verwendet man längst  Attrappen statt der echten Tiere. Nur in Bochum-Wattenscheid hängt man an der echten toten Gans. Der Brauch wurde einst von spanischen Kriegern abgekupfert, als körperliches und psychisches Training für die Reiter: Sie sollten möglichst alle Skrupel verlieren, um in den Krieg ziehen zu können. In den Anfängen des „Gänsereitens“ riss man sogar einer lebenden Gans den Kopf ab. Das wurde aber schon im Jahr 1806 verboten.

Tierschützer fordern seit einiger Zeit, dass Gänse für diesen Karnevalsbrauch nicht getötet werden dürfen. Sie argumentieren auch damit, dass die Misshandlung von Tieren der Misshandlung von Menschen vorausgehe und vor allem dazu führe, bei jungen Leuten Gewalt zu verharmlosen. Gegner dieser Veranstaltung fordern die Stadt Bochum auf, dem Treiben Einhalt zu gebieten und dafür zu sorgen, dass vor allem Kinder das blutige Schauspiel nicht sehen sollten, weil es zu grausam sei. Mittlerweile wurde eine Petition gestartet, bei der man gegen das „Gänsereiten“ unterzeichnen kann. Wer das tun möchte, hat hier die Möglichkeit dazu.

Verblüffende Geschäftsidee

Auf der Suche nach bizarren Geschichten aus der Welt der Tiere habe ich folgendes gefunden: In Bochum hat sich ein Mann mit einer verblüffenden Geschäftsidee selbstständig gemacht – er entwickelt und baut Rollwagen für Tiere, vor allem für Hunde, mit denen sogar manche gelähmten Tiere wieder laufen können.

Früher war der Geschäftsmann Orthopädietechniker für Menschen. Auf die Idee mit den Rollwagen für Tiere kam er, als sein eigener Hund fußlahm wurde. Er wollte das Tier auf keinen Fall einschläfern und suchte im Internet, ob es nicht irgendwelche Hilfsmittel für derartige Fälle gibt. Tatsächlich fand er eine Firma, die Rollwagen für Tiere anbot. Aber die saß in den USA, und die Lieferzeit für einen solchen Wagen hätte Wochen gedauert. Also tüftelte der Mann selbst einen Wagen für seinen Hund aus.

So unwahrscheinlich es klingt – die Sache klappte, der Hund konnte sich mit Hilfe des Wagens wieder fortbewegen. Der Erfolg sprach sich herum, so dass er schließlich seinen bisherigen Beruf aufgab und seine Geschäftsidee weiter ausbaute. Inzwischen hat er Kunden aus ganz Deutschland, aus dem benachbarten Ausland, und sogar in die Türkei und nach Rumänien verschickt er seine Produkte. Die Nachfrage ist so groß, dass er gar nicht alle Aufträge annehmen kann. Bei jedem einzelnen Rollwagen und den Geschirren, die den Hunden um den Brustkorb gelegt werden, handelt es sich um Einzelstücke, für die eine passgenaue Anfertigung nötig ist. Deshalb muss man für einen solchen Rollwagen ganz schön tief in die Tasche greifen: Bis zu 600 Euro kostet so ein Exemplar. Aber den Tierfreunden ist es die Sache anscheinend wert.