Den Wintervögeln schlägt wieder die Stunde

Das Jahr 2015 ist eine Woche alt, und ich bin wieder aus südlichen Gefilden zurück. Winter in Mittelitalien – der ist in der Regel nicht wirklich prickelnd: Für unsere Begriffe weder richtig kalt, noch viel wärmer als zu Hause in Mittelfranken. Und da ich mich bei Schnee und Eiseskälte im Gegensatz zu den meisten anderen Leuten „pudelwohl“ (besser gesagt vielleicht: „als Wolf in meinem eigentlichen Element“) fühle, habe ich mir die Wintermonate in „Bella Italia“ erspart.

WintermeiseDeutscher Winter – das bedeutet für mich als Tierliebhaberin auch so wunderbare Anblicke wie der auf nebenstehendem Foto, das in Heroldsberg (bei Nürnberg) aufgenommen wurde. Wintervögel aus nächster Nähe zu beobachten, das hat mir schon als kleines Mädchen riesigen Spaß gemacht. – Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch auf die neueste – inzwischen ist es schon die zehnte – Ausgabe der Aktion „Die Stunde der Wintervögel“ hinweisen, die der Landesbund für Vogelschutz in diesem Jahr von Freitag, 9. Januar, bis einschließlich Sonntag, 11. Januar, veranstaltet. Es geht also schon übermorgen los – bitte möglichst zahlreich bei der größten Vogelzähl-Aktion Bayerns mitmachen – und nicht doppelt zählen!!

Bolsena als Filmkulisse

In diesen Wochen um Ostern herum sieht man in Bolsena jede Menge Pilger aus allen möglichen Gegenden Italiens. Man gewöhnt sich an den Anblick dieser Gruppen, die in riesigen Bussen anreisen und meist von Priestern begleitet beziehungsweise geführt werden. Aber vor ein paar Tagen habe ich doch gestockt, als ich auf dem Weg zum Einkaufen diese Szene gesehen habe: Junge Männer in Priestergewändern filmten im Stadtteil Santa Cristina mit Videokameras eigenwillig kostümierte Gestalten. Zum Glück hatten Freunde, die gerade in Bolsena zu Besuch waren, einen Fotoapparat dabei und haben das Ganze für mich erst mal im Bild festgehalten.

Dann waren wir natürlich neugierig und sprachen die „Priester“ an. Sie erzählten uns, sie seien Mitglieder beim „Institut des fleischgewordenen Wortes“, einer Ordensgemeinschaft, die 1984 in Argentinien unter dem Namen „Instituto del Verbo Encarnado“ – abgekürzt IVE – gegründet wurde. Die Mitglieder sind Ordenspriester. Der Name IVE bezieht isch auf das Johannes-Evangelium, in dem es heißt: „Und das Wort ist Fleisch geworden…“ Ziel des Ordens ist es, mit allen Kräften das Evangelium zu verkünden. Die Mitglieder der Gemeinschaft sind in Pfarreien tätig, aber auch in Bildungszentren und anderen Weiterbildungseinrichtungen. Sie arbeiten außerdem mit Kindern und Jugendllichen und unterstützen ökumenische Projekte. Im Jahr 2001 wurde das „Internationale Seminar San Vitaliano Papa“ in Segni (Provinz Rom) eingerichtet, das zur Ausbildung von Priestern dient. 2012 ist das Seminar nach Montefiascone – ganz in der Nähe von Bolsena – umgezogen.

Das Video, das in Bolsena gedreht wurde, soll bei einer Veranstaltung morgen, am 1. Mai, der hier in Italien groß gefeiert wird, vorgeführt werden. Wir haben allerdings nicht ganz herausfinden können, worum es sich inhaltlich genau handelt. Aber jede Menge Spaß gemacht hat es allen Beteiligten auf jeden Fall – auch uns!

 

Das Kreuz mit dem Kreuz

Ich habe ja hier schon über die Feierlichkeiten anlässlich des bevorstehenden Osterfests in Bolsena geschrieben. Überall in der kleinen Stadt sind in der vergangenen Woche die Vorbereitungen zu spüren gewesen. Dabei geht es nicht um Ostereier, die hier praktisch keine Rolle spielen, und auch Osterhasen sind höchstens mal vereinzelt in der Süßwarenabteilung des Supermarktes zu finden. Nein – Ostern ist hier, zumal in der Nähe von Rom, vor allem ein kirchliches Fest.

Am Gründonnerstag fand bei der Abendmahlsfeier in der Basilika Santa Cristina die traditionelle Fußwaschung statt, und zwar mit den Erstkommunionkindern. Am Karfreitag abend dann war die große Karfreitagsprozession durch den Ort angesagt. Dabei stellen die Einwohner von Bolsena verschiedene Stationen der Passionsgeschichte in lebenden Bildern dar, mit Reitern der römischen Besatzer zu Lebzeiten Jesu und mit allen Figuren aus dem Neuen Testament, die bei der Passion eine wichtige Rolle spielen. Sie ziehen vom unteren Ortsteil hinauf zur Burg bzw. zur Kirche des Heiligen Salavtore. Schaulustige Einheimische, Touristen und Gläubige folgen dem Zug und verharren mucksmäuschenstill vor der Kirche, während drinnen eine Christusfigur abgenommen wird, die man anschließend in der Prozession mit durch den Ort trägt, ebenso wie eine Madonnenfigur. Dabei kommen die Träger zum Teil ziemlich ins Schwitzen, der eine oder andere muss auch abgelöst werden, weil er nicht mehr kann.

Dann zieht die Prozession durch die dunklen kleinen Gassen im Burgviertel, und überall schauen Menschen aus den Fenstern auf das Geschehen herab. Manche haben Kerzen in die Fenster gestellt, alle bekreuzigen sich, wenn „Jesus“ mit dem schweren Kreuz bei ihnen vorbeikommt und dabei manchmal – durchaus echt wirkend – ins Straucheln gerät. Weiter geht es über die Piazza San Giovanni, die Piazza Matteotti (den Hauptplatz von Bolsena) bis zur Basilika Santa Cristina. Vor dem Kirchenbau befindet sich ein großer freier, mit Mauern eingefasster Platz. Eine Seite grenzt direkt an einen Hügel an, auf dem drei Kreuze aufgebaut sind. Dort wird nun die Kreuzigungsszene nachgestellt. Zum „Todeszeitpunkt“ von Jesus erschüttern künstliche Donnerschläge die Umgebung, Blitze zucken über den Himmel, und die Erde bebt tatsächlich ein bisschen – die gewaltige Lautsprecheranlage leistet ganze Arbeit.

Am nächsten Tag in der Bar wird dann genau analysiert, ob die Veranstaltung sich von der im Vorjahr unterschieden hat, ob es die Organisatoren im letzten Jahr womöglich besser gemacht haben oder ob alles war wie immer. – Ich kann das nicht beurteilen, aber ich muss sagen: Es war ein beeindruckendes Spektakel, nicht nur aus touristischer Sicht, sondern weil man auch spürt, wie gläubig die Menschen hier sind und was ihnen Ostern bedeutet. In diesem Sinne: Buona Pasqua (Frohe Ostern)!

Olivenbaumzweige überall

Es ist Palmsonntag, eine Woche vor Ostern, und spätestens heute ist mir so richtig bewusst geworden, wie nahe Bolsena bei Rom und damit dem Weltzentrum der katholischen Kirche liegt: Die Karwoche hat begonnen, die „Heilige Woche“ im Jahreslauf der katholischen Kirche. An diesem Tag findet traditionell die Palmweihe statt. Sie soll daran erinnern, wie Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzog und die Menschen ihm dort als dem Messias mit Palmwedeln huldigten.

Während bei uns in Deutschland – soweit mir bekannt ist – Salweidenkätzchen bei der Palmweihe zum Einsatz kommen, sind es hier in Italien Olivenbaumzweige. Auf dem Hauptplatz von Bolsena, der Piazza Matteotti, wurden heute Morgen schon riesige Mengen davon in Kleinlastwagen angeliefert und auf Tischen verteilt. Jeder konnte sich davon nehmen, und als ich mir einen holte, wurde ich gleich aufgefordert, doch noch einmal zuzugreifen. Dabei hatte mir meine Vermieterin Germana schon heute früh einen Zweig vor die Tür gelegt…

Immer mehr Menschen trafen auf dem Platz ein, und dann begann dort der Gottesdienst mit der Palmweihe, bei der die Zweige mit Weihwasser besprengt werden. Dieser Zeremonie schloss sich die Prozession vom Platz über den Corso della Repubblica zur Basilika der Heiligen Christina an. Überall kamen die Verkäufer aus den am Sonntagvormittag geöffneten Geschäften und grüßten die vorbeiziehenden Menschen, die mit den Zweigen winkten. In der Basilika ging der Gottesdienst dann weiter, wobei die Passion mit verteilten Rollen vorgelesen wurde. Frauen aus der Gemeinde unterstützten die beiden Priester, die Kirche war noch voller als sonst. Schon die ganze Woche über kamen Pilger aus verschiedenen italienischen Regionen  – wie zum Beispiel Umbrien und den Marken – nach Bolsena. Und in den nächsten Tagen geht es ja erst richtig los mit den Osterfeierlichkeiten.

Der Palmsonntag wurde für mich aber auch noch aus einem anderen Grund ein richtig schöner Sonntag: Die Fußballmanschaft von Bolsena, Virtus Bolsena, gewann zu Hause gegen La Storta Calcio aus Rom mit 2:1  – dasselbe Ergebnis, das die SpVgg Greuther Fürth am Samstag, ebenfalls zu Hause, gegen Erzgebirge Aue erzielte!

Die "Bläih" in Bolsena

Es grünt und blüht, wohin man sieht: Bei meinen Spaziergängen in die Hügel über Bolsena kann ich richtig zuschauen, wie die Natur erwacht. Auch wenn das Wetter hier offenbar schlechter ist als zu Hause in Mittelfranken – die Pflanzenwelt schert sich wenig drum. Gestern ist mir auf einer Wanderung plötzlich der Duft von frisch gemähtem Gras in die Nase gestiegen, und ein Stück weiter habe ich einen Bauern beim ersten Heumachen des Jahres gesehen.

Als Liebhaberin der Fränkischen Schweiz habe ich mir gleich überlegt, wie es daheim wohl um die Kirschblüte steht. Ob sie schon begonnen hat? Hier ist es jedenfalls schon so weit: Pflaumen- und Pfirsichbäume blühen weiß und rosa. Und da fühle ich mich doch gleich heimisch und denke mir: „Gemmer naus in die Bläih!“ Durch meine langjährige Arbeit in der Lokalredaktion der „Nürnberger Zeitung“ bin ich diesbezüglich einfach geprägt: Beim Begriff „Bläih“ fällt mir sofort unser fränkischer Conférencier und Mundartdichter Egon Helmhagen ein, der früher jedes Jahr um diese Zeit in einer seiner „Plaudereien“ in der NZ einmal über die „Bläih“ geschrieben hat.

In Kalchreuth ist es wahrscheinlich noch nicht ganz so weit – hier kann ich jetzt schon „naus in die Bläih“ gehen. Und das werde ich jetzt gleich wieder machen!

Bratwürste in Bolsena

Letzte Woche habe ich hier ja schon darüber geschrieben, wie mich meine Vermieterin Germana kulinarisch verwöhnt. Zuletzt hat sie mir gekochte dicke Bohnen gebracht. Daraus habe ich mir „Pasta e fagioli“ gemacht, das vor allem im Norden Italiens sehr beliebte Gericht aus Nudeln und Bohnen. Es war so viel, dass es für zwei Abendessen gereicht hat.

Aber nicht nur Germana ist um mein leibliches Wohl besorgt – auch Freunde zu Hause in Nürnberg haben mir vor meiner Abfahrt nach Bolsena eine Art Notration mit auf die Reise gegeben: Nürnberger Bratwürste und Sauerkraut,  beides (getrennt) in Folie eingeschweißt. Die Päckchen muss man nur ins heiße Wasserbad geben und zehn Minuten lang darin erhitzen. Da es seit einigen Tagen hier in Mittelitalien fast winterlich kalt geworden ist, dachte ich mir: Das ist das richtige Essen bei diesen Temperaturen! Und so gab es gestern Abend bei mir zum ersten Mal kein italienisches Gericht, sondern „Broatwörscht mit Sauerkraut“. Ich war ein wenig skeptisch, wie die eingeschweißten Würste und das Kraut wohl schmecken würden – aber ich muss sagen: Ich war angenehm überrascht! Das Kraut war richtig würzig, die Würstchen auch. Allerdings werde ich die nächste Portion doch in der Pfanne braten, oder, wenn das Wetter besser ist, auf den Grill legen. Denn geschmacklich waren sie zwar äußerst passabel, aber es fehlte einfach die rösche Kruste.

In der Packung sind sechs Portionen enthalten – also für jeden Monat meines Aufenthalts in Bolsena eine (im August verzichte ich lieber darauf). Bei der köstlichen Küche hier in den Restaurants brauche ich auch nicht öfter Spezialiäten von zu Hause. Am Samstag gehe ich zum Beispiel mit Freunden mittags zum Essen. Sie haben verschiedene Fische aus dem Bolsena-See vorbestellt, außer dem schon erwähnten „coregone“ auch „anguilla“ (Aal), „pèrsico“ (Barsch), „tinca“ (Schleie) und die sardinenähnlichen kleinen „laterini“. Ich bin mal gespannt, was der Koch draus macht!

Mein neues Zuhause

So sieht es also aus, mein neues Zuhause in Bolsena: Auf dem Foto ist der Hauseingang zu sehen, meine Wohnung liegt im Hochparterre im rechten Flügel des Hauses (man sieht über den Palmen am Treppenaufgang rechts eines meiner beiden Wohnzimmerfenster).

Meine Vermieterin heißt Germana und ist das, was man sich im besten Sinne unter einer italienischen „mamma“ vorstellt: resolut und das Herz am rechten Fleck. Sie ist offenbar um mein leibliches Wohl besorgt: Ich habe schon frischen Spinat von ihr geschenkt bekommen, außerdem Salat, frische Eier und einen halben „Panettone“ (den berühmten italienischen Kuchen).  Nun bin ich damit beschäftigt, das alles nach und nach in meinen Speiseplan einzubauen. Schmeckt jedenfalls alles köstlich!

Als nächstes will ich auf meiner Terrasse (an der Rückseite des Hauses) verschiedene Blumen pflanzen (Zitronenbäumchen stehen schon dort) – doch dazu später mehr. Aus Nürnberg und Fürth bekomme ich auch die eine oder andere Nachricht. Sehr traurig bin ich über den Tod von Willy Prölß. Er war ja unter anderem auch ein wichtiges Mitglied beim Verein der Tiergartenfreunde, und wir haben immer einen guten Kontakt gehabt und gut zusammengearbeitet. Schade, dass ausgerechnet das die erste Nachricht aus Nürnberg war, die mich hier in Bolsena erreicht hat! – Ich hoffe demnächst auf bessere Neuigkeiten aus der Heimat!

Ich bin dann mal in Bolsena!

Ich bin dann mal in Italien: In meiner Arbeit bei der „Nürnberger Zeitung“ lege ich für ein Jahr eine Pause ein und verbringe Frühjahr, Sommer und Herbst in Bolsena. Und so sieht meine Wahlheimat aus: die kleine Stadt Bolsena, 110 Kilometer nördlich von Rom am wunderschönen Lago di Bolsena gelegen. Der mittelalterliche Ort hat ungefähr 4000 Einwohner, eine Burg, mehrere Kirchen – und immerhin 60 Bars, Cafés und Restaurants. Das ist selbst für jemanden wie mich, der sonst in Fürth lebt und an die Vorzüge der dortigen legendären Kneipendichte gewöhnt ist, ziemlich beeindruckend!

Der Ort ist von sanften Hügeln umgeben, Olivenhaine und dichte Eichenwälder prägen das Landschaftsbild. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen, bevor es zu warm wird, viele Wanderungen in dieser Gegend unternehmen kann. Der See selbst ist fast um ein Drittel größer als der Chiemsee, nur wesentlich tiefer. Er ist vulkanischen Ursprungs und gilt als der sauberste Binnensee Europas. Deshalb schwimmen jede Menge Fische darin herum, die in den Restaurants auf die köstlichste Art und Weise zubereitet werden, zum Beispiel der „Coregone“.

Natürlich gibt es in diesem „Dreiländereck“  – Toskana, Umbrien und Latium treffen am Lago di Bolsena aufeinander – auch herrliche Weine wie Merlot, den weißen „Est! Est! Est!“ und den süßen Dessertwein „Aleatico di Gradoli“. Manche Einwohner von Bolsena, die ich bei meinen früheren Besuchen dort kennengelernt habe, stellen, obwohl sie keine Weinbauern sind, auch ihren eigenen Wein her, füllen ihn in Mineralwasserflaschen ab und verschließen sie dann mit Kronkorken. Ich habe schon das eine oder andere Glas „aqua rossa“ genießen dürfen.

So – genug geschwärmt für den Anfang! Jetzt muss ich mich erst mal in den nächsten Tagen in der gleich unterhalb der Burg gelegenen Ferienwohnung einrichten, die ich bis in den Herbst hinein gemietet habe. Ich hoffe, dass ich im Laufe der kommenden Monate am Leben der Einwohner von Bolsena teilhaben kann, weniger als Touristin, sondern als eine von ihnen, an ihrem Alltag und ihren Festen – und davon gibt es hier am See jede Menge, so viel kann ich schon mal verraten!

Sie redete mit dem Vieh…

Die Greuther-Weiber – so heißt das Blog über die SpVgg Greuther Fürth aus weiblicher Sicht, in dem ich auch mitschreibe – waren in Italien im Urlaub. Am und im Lago di Bolsena gibt es natürlich nicht nur Fußballfans, sondern auch eine interessante Fauna und Flora. Wenn man ein Stück auf den See hinausschwimmt, kommt man zum Beispiel an eine Stelle, an der sehr schöne Wasserpflanzen vom Grund des vulkanischen Sees nach oben an die Wasseroberfläche wachsen. Keine ekligen Algen, sondern Pflanzen mit Stengeln und  Blättern, die dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht des sehr sauberen Gewässers zu bewahren. Da ich kein Pflanzenexperte bin, weiß ich leider nicht, um welche Gewächse es sich handelt.

Weiter draußen auf dem See habe ich bei einer meiner morgentlichen Schwimmtouren einen der ausschließlich im Bolsena-See lebenden Fische „getroffen“. Da ich zugegebenermaßen kein Fisch-Fachmann bin (wie Max Fischer, einer der Kommentar-Schreiber in meinem Blog, auch schon festgestellt hat), kann ich nicht sagen, was für ein Exemplar es war – Coregone, Tinca oder Ghiozzo. Jedenfalls sprang er in nur ganz geringem Abstand zu mir ein paarmal aus dem Wasser, drehte sich in der Luft um die eigene Achse und ließ sich dann wieder ins Wasser gleiten. Ein Aal, der auch im See vorkommt, war es jedenfalls nicht, das habe sogar ich als Laie erkannt.

Eines Nachmittags hatte ich auf dem See eine tierische Begegnung, die ich nicht so schnell vergessen werde. Gerade noch hatte ich zum wiederholten Mal das Stadtbild des  mittelalterlichen Ortes Bolsena bewundert, der in flirrender Nachmittagshitze am anderen Ufer zu erkennen war. Gar nicht so leicht, sich davon loszureißen! Als ich trotzdem beschlossen hatte, zurückzuschwimmen und umdrehte, glaubte ich zunächst, eine Fata Morgana vor mir zu sehen: Mitten auf dem Wasser lag ein brauner Jagdhund auf einem Surfbrett und schaute mir in die Augen. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, dass auch sein Herrchen auf dem Brett saß und mit seinem Hund über den See paddelte – fast lautlos, weshalb ich die Beiden vorher nicht gehört hatte.

Leider gibt es von diesen Erlebnissen keine Fotos – von einem anderen am Seeufer dagegen schon. Ein Schwanenpaar hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Nachmittag fast zur selben Zeit und an derselben Stelle seinen Ausflug zu unterbrechen, eine kleine Pause am Strand einzulegen und sich zu putzen – immer nur wenige Meter von dem Platz entfernt, wo die Liege mit dem Greuther-Weiber-Handtuch stand. Vielleicht wollten sich die Zwei den Kleeblatt-Fans an schließen? Ich habe versucht, mit ihnen schon mal Kontakt in dieser Richtung aufzunehmen (siehe Foto oben, das leider an einem gewittrigen Tag entstand). Die Farbe des Schwanen-Federkleides passt ja grundsätzlich schon mal gut, ein grünes Accesoire sollte sich noch finden lassen. – In Anlehnung an Konrad Lorenz – und da wäre ich dann thematisch wieder bei meinem Tier-Blog – könnte man das Foto auch „Konrad Lorenz 2.0“ nennen, meint einer meiner Blogger-Kollegen. Stimmt, ausnahmsweise muss ich ihm (fast) Recht geben.