Mali sagt: Frohe Weihnachten!

Lange habe ich gesucht, um ein weihnachtliches Tierfoto zu finden, das mir gefällt. Nun habe ich es endlich! Nicht zu kitschig, trotzdem irgendwie richtig stimmungsvoll. Dieses weiße Rentier heißt Mali und lebt mit acht anderen Rentieren in Rheinland-Pfalz bei privaten Haltern. Normalerweise hat es Auslauf in einem 6000 Quadratmeter großen Gehege. Aber manchmal dürfen die Tiere auch in den Garten oder sogar ins Haus  – und wenn es nur ist, um an einem „Weihnachtsgeschenk“ zu schnuppern.

Ich wünsche meinen Blog-Lesern ein tierisch schönes Fest. Und nicht vergessen: In den sogenannten Rauhnächten nach Weihnachten können Tiere sprechen. Diese Gelegenheit sollte man auf keinen Fall versäumen!

Ein schweinisch schönes Fest!

Ein Weihnachtsfest ohne Tiere – unvorstellbar! Ochs und Esel an der Krippe, die sind klassisch und gehören dazu wie das Jesuskind, Maria und Josef. Nicht zu vergessen Schafe und der Hütehund der Hirten. Und dann kommen am Dreikönigstag ja auch noch die Kamele dazu. Ich persönlich mag besonders gern fränkische oder bayerische Krippen, die in eine der Heimatregion nachempfundene Miniaturlandschaft hineingebaut sind. Da spielt sich die Weihnachtsgeschichte fast immer auf einem Bauernhof ab, deshalb wuselt auch noch jede Menge anderes Getier um den Stall herum: Pferde, Hühner, Gänse, Katzen, Hunde – und sogar Schweine.

In diesem Zusammenhang möchte ich eine Marzipan-Ausstellung in Hamburg empfehlen, die das Schwein als klassisches Weihnachtstier deklariert. Zu Recht, finde ich. Denn wie der Hamburger Historiker Burkhard Jodat, Kurator der Ausstellung im Altonaer Museum, bin auch ich der Meinung, dass das Schwein als Weihnachtstier allgemein zu wenig Beachtung findet. Da haben es die Nordeuropäer und Norddeutschen etwas besser als wir, denn dort wird das Borstenvieh traditionell enger mit Weihnachten in Verbindung gebracht. Das Schwein ist, wie der Ausstellungsmacher sehr einleuchtend ausführt, ein besonderes Tier: Während andere Nutztiere auf dem Bauernhof Milch, Eier oder Wolle liefern, ist das Schwein selbstlos: Es schenkt sich uns selbst – und das nicht nur zu Weihnachten. Zu Weihnachten wurden allerdings in früheren Zeiten die Vorratskammern geplündert, die man nach den Schlachtungen im Herbst mit Schweinefleisch und Würsten gefüllt hatte. Und: Im 19. Jahrhundert, so erfährt man in der Ausstellung ebenfalls, gab es sogar Weihnachtsbäume, die mit Würsten statt Schmuck behängt wurden.

Die Ausstellung dreht sich natürlich auch um das Glücksschwein, das zur Jahreswende wieder Hochkonjunktur hat. Der alte Brauch hat sich übrigens folgendermaßen entwickelt: Auf Schützenfsten durften die Gewinner einen Ochsen oder einen Pferd als Trophäe mit nach Hause nehmen, die Verlierer dagegen bekamen als Trostpreis nur ein Ferkel. So ist schließlich die Redensart „Schwein gehabt“  entstanden. Aus dem echten Ferkel wurde mit der Zeit der schweinische Glücksbringer aus Marzipan.

Wer also in der Zeit zwischen den Jahren Gelegenheit hat, Hamburg zu besuchen, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen: „Marzipan. Das Brot der Engel“ im Altoaner Museum, Museumstr. 23, 22765 Hamburg. Sie läuft bis zum 5. Januar 2014.

Angst vor dem Islamischen Opferfest

Das Islamische Opferfest steht wieder einmal bevor. Was für Muslime ein wichtiger Feiertag ist, bedeutet für viele Tiere die reinste Qual. Denn gläubige Muslime bringen dieses „Opfer“ auf eine wirklich unmenschliche Art und Weise dar: Sie schächten Rinder und Schafe – und vor dem Durchtrennen von Halsschlagader, Luft- und Speiseröhre werden die Opfertiere nicht einmal betäubt. Das bedeutet Höllenqualen vor dem Tod, mit Schmerzen, wie man sie sich überhaupt nicht vorstellen kann – und das minutenlang, denn die Tiere sterben bei dieser Schlacht-Methode beileibe nicht sofort.

Auch dieses Jahr haben Tierschützer Muslime dazu aufgefordret, die Opfertiere vor dem Schächten wenigstens zu betäuben, um ihnen das Schlimmste zu ersparen. Zwar ist in Deutschland rituelles Schlachten sowieso verboten – doch Traditionalisten in den Religionsgemeinschaften halten sich nicht daran; vielleicht wissen sie nicht einmal etwas von diesem Verbot. Es gibt außerdem die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen zu beantragen.

Das Opferfest, das in diesem Jahr zwischen dem 15. und 18. Oktober stattfindet, sollte für Muslime auch Anlass sein, den Tieren gegenüber Barmherzigkeit walten zu lassen. Wenn das Schächten aus religiösen Gründen schon sein muss – was spricht dann bitteschön gegen das Betäuben (außer, dass das natürlich etwas kostet)? Die Tierschützer führen als Argument für eine Betäubung auch an, dass weder im Koran noch in der Sunna des Propheten das Schlachten von Tieren ohne Betäubung verlangt wird.

Trotz des Appells von Tierschutzorganisationen werden sicherlich in Hinterhöfen, Garagen oder Lagerräumen auch in diesem Jahr wieder unzählige Tiere am Opferfest dran glauben müssen. Wer so etwas mitbekommt, sollte sich allerdings nicht einfach nur abwende und sich in Mitleid für die Tiere ergehen – und das war´s dann. Vielmehr ist jeder Tierfreund aufgefordert, etwas dagegen zu unternehmen. Es gibt immerhin die Möglichkeit, die Polizei zu informieren – denn das Schächten ohne Betäubung ist in Deutschland ganz klar ein Verstoß gegen geltende Gesetze. Und an die hat sich jeder zu halten, der bei uns lebt – egal, welcher Religion er angehört!

Ein Silberstreif am Horizont?

In Asien wird am 10. Februar das Neujahrsfest gefeiert. Das Fest, das sich nach dem Lauf von Sonne und Mond richtet und jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt, bedeutet für einige Tierarten nichts Gutes. Denn nach wie vor ist es zu diesem Fest Brauch, Medizin und Glücksbringer zu verschenken, die aus den Körperteilen von Tieren hergestellt sind – noch dazu aus Körperteilen von gefährdeten Tierarten.

Die traditionelle chinesische Medizin wird aus diesen tierischen „Zutaten“ hergestellt, und teure Produkte aus exotischen Tieren sind höchst beliebt. Dabei werden nicht nur Familienmitglieder mit Neujahrsgaben bedacht. Auch so mancher Angestellte macht seinem Chef ein teures Geschenk, in der Hoffnung, auf der Karriereleiter schneller nach oben zu klettern. Pasten aus Tigerknochen, Pulver aus Schuppentieren, Amulette aus Schildkrötenpanzern – das sind nur einige Beispiele für Neujahrsgeschenke. Die Käufer lassen durchaus umgerechnet Hunderte von Euro springen. Dafür geht es Tieren in den Wäldern Asiens an den Kragen, besonders Tigern, Schlangen, Leoparden, Schildkröten, Schuppentieren und Kragenbären.

Die Wildtierprodukte sind zwar illegal, aber sie werden von hervorragend organisierten Schmugglerringen vertrieben; vor allem von Thailand aus nach Vietnam und China blüht der Handel. Weltweit gibt es einen boomenden Schwarzmarkt, auf dem in manchen Jahren Geschäfte von über 20 Milliarden Euro abgewickelt werden. Man schätzt, dass ein Viertel des nach dem Artenschutzabkommen Cites verbotenen Handels mit Wildtieren in Asien über die Bühne geht.

Nun beginnen aber die chinesischen und vietnamesischen Behörden einzuschreiten. Sie haben in den letzten Monaten eine beträchtliche Menge an illegalen Tiertransporten beschlagnahmt, Hunderte von Kobras oder Schildkröten von Lastwagen oder auf dem Flughafen von Bangkok befreit. Immerhin: erste Schritte, um den skrupellosen Schmugglern das Handwerk zu legen. In Südchina hat man äußerst medienwirksam Tierschmuggler verhaftet. Offenbar hat das schon dazu geführt, dass die Zahl an Wildtier-Bestellungen, die von China nach Thailand aufgegeben werden, rückläufig ist. Die chinesischen und thailändischen Behörden kooperieren mittlerweile auch in dieser Angelegenheit, deshalb geht man davon aus, dass die Schmuggler in diesem Jahr deutliche Einbußen bei ihren Geschäften machen.

Mag sein, dass das erst ein kleiner Silberstreif  am Horizont ist. Aber immerhin, ein Anfang ist gemacht. Nun müssen die Behörden allerdings an der Sache dranbleiben, wenn wirklich etwas erreicht werden soll.