Sanjai wird jetzt Schotte

 
Er war doch gerade erst noch so ein süßes Nashörnchen – kaum zu glauben, dass Sanjai nun schon zwei Jahre alt ist und langsam erwachsen wird. Und da ist es bei Nashörnern nicht viel anders als bei Menschen: Immer öfter hatte der Panzernashorn-Jungbulle in letzter Zeit Zoff mit seiner Mutter Sofie. Das ist in diesem Alter völlig normal, aber es ist auch der Zeitpunkt, an dem man Mutter und Nachwuchs trennen muss. Deshalb hat Sanjai jetzt den Tiergarten Nürnberg verlassen. Nach zweitägiger Reise ist er in seinem neuen Zuhause angekommen: im Zoo von Edinburgh, wohin er im Rahmen des Europäischen Arterhaltungsprogramms (EEP) vermittelt wurde. Alle Beteiligten sind froh, dass der Transport gut über die Bühne gegangen ist. Der drohende Brexit bringt für die Zoologischen Gärten auf dem europäischen Kontinent und die in Großbritannien viele Unsicherheiten mit sich, so dass die Zoos anstehende Tiertransporte möglichst noch vor Ende März durchführen. Vorher musste Sanjai noch eine Reihe von tiermedizinischen Untersuchungen über sich ergehen lassen, zum Beispiel einen Tuberkulose-Test, außerdem parasitologische und bakteriologische Kotuntersuchungen.
Zwei Gabelstabler waren nötig, um die 1,7 Tonnen schwere Transportkiste mit dem 985 Kilo wiegenden Sanjai in einen Lastwagen zu hieven. Die Wilhelma Stuttgart hatte dem Tiergarten Nürnberg eine geeignete Kiste geliehen, eine holländische Firma übernahm den Transport. Sanjai musste nicht sehr lange für den Transport trainiert werden – er stieg anstandslos vom Stall in die Kiste, nachdem er seit eineinhalb Wochen vorher einmal täglich in der Kiste sein Futter bekam. Zwei seiner Pfleger fuhren in einem Begleitauto nach Edinburgh mit, damit Sanjai auch unterwegs bei Bedarf Bezugspersonen hatte, die er kennt und denen er vertraut. 

„Wooferendum“ gegen den Brexit

Das finde ich mal wirklich originell: Mit einem „Wooferendum“ wollen Hundehalter mit ihren Tieren in London gegen den EU-Austritt des Landes demonstrieren. Unter dem Motto: „Brexit is a dog’s dinner“ (auf Deutsch etwa: Der Brexit ist ein Schlamassel) sollen die Hunde am kommenden Sonntag vor dem britischen Parlament eine Mahlzeit serviert bekommen. Die Organisatoren streben ein zweites Brexit-Referendum an. Die Hunde stehen nach ihren Vorstellungen für Millionen von Menschen in Großbritannien, denen gesagt wurde, dass ihre Stimme nicht zähle. Für die Demonstration soll auch ein Hunde-Pissoir mit Fotos der Brexit-Befürworter Nigel Farage und Boris Johnson aufgestellt werden. Die Vierbeiner werden also das tun, was wohl auch ihre Herrchen am allerliebsten täten: auf die beiden Politiker pissen.

Es ist nicht die erste Protestaktion dieser Art: Schon im Herbst letzten Jahres war eine beeindruckende Menge von Hundehaltern mit ihren Tieren in der Londoner Innenstadt auf die Straße gegangen (Foto: dpa). Gründer der „Wooferendum“-Initiative ist Daniel Elkan. Er und seine Mitstreiter befürchten, der für Ende März geplante Austritt Großbritanniens aus der EU könnte dazu führen, dass Tierärzte abwandern, außerdem könnten die Preise für Tierfutter steigen. Auch das Reisen mit Haustieren würde durch den Brexit schwieriger.