Ein Tierbuch zum Valentinstag

Der Valentinstag naht, und ich möchte meinen Lesern statt Blumen oder Parfum wieder einmal ein Buch als Geschenktipp ans Herz legen: „Giraffenthetaer“ von Leo Grasset. Grasset verbrachte im Jahr 2013 sechs Monate in Simbabwe, um eine Zebra-Population im Hwange-Nationalpark zu erforschen. Ursprünglich hatte der Autor vor, „nur“ 15 Beiträge für sein Blog zu schreiben – am Ende wurde dann doch ein kleines Buch daraus.

Der Titel bezieht sich auf Kapitel 4, „Warum haben Zebras Streifen?“ Grasset geht hier der Frage nach, welchen Zweck die Musterung des Fells zahlreicher Säugetiere hat, und speziell, was es mit den Zebrastreifen auf sich hat. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass es sich dabei um weiße Streifen auf schwarzem Grund handelt? Und dass Zebras als Embryos noch ein komplett schwarzes Fell besitzen? Warum sich das dann noch – und vor allem wie – ändert, sei hier nicht verraten – schließlich möchte ich ja zum Kauf des Büchleins animieren.

Kapital 10, „Elefantenbeben“, wurde übrigens durch eine denkwürdige Begegnung des Autors mit Dickhäutern geprägt. Er hatte eine Panne mit dem Geländewagen, als sich ein Elefant dem Wagen näherte und ihn neugierig beäugte, etwa eine halbe Stunde lang. Sicher ein unvergessliches Erlebnis, so lange Aug´ in Auge mit einem riesigen Elefantenbullen…

Léo Grasset: Giraffentheater. Anekdoten aus der Savanne. Wagenbach, 144 Seiten, 17 Euro.

Die mit den Raubkatzen liebäugelt

raubkatzenTierfreunden, die für Weihnachten noch ein Geschenk suchen – vielleicht auch für sich selbst -, kann ich einen bärenstarken Tipp geben: Das Buch „Raubkatzen in menschlicher Obhut“ von Katerina Mirus. Die Autorin hat schon im Kindesalter mit dem Fotografieren begonnen. Am liebsten beschäftigt sie sich dabei mit Tieren, und da wiederum mit Raubkatzen. Seit 2013 besuchte sie deshalb gezielt Zoos, Zirkusse und private Raubtierhalter und sprach dort mit Pflegern, Trainern, Haltern und Zoologen. Ursprünglich wollte Katerina Mirus „nur“ einen Fotoband daraus machen. Doch nach den vielen Besuchen und Gesprächen hatte sie so viel interessantes Material, dass sie es auf jeden Fall verwerten wollte. Viele Informationen bekam sie auch im Tiergarten Nürnberg, der das Buch mit unterstützt hat.

Da Katerina Mirus gebürtige Tschechin ist, hat sie Zoos in Tschechien und der Slowakei besucht und von dort Bilder und Texte mitgebracht, zum Beispiel aus dem Prager Zoo, dem Zoo Dvur Kralove oder der Tigeroase Kostolna bei Bratislava. Außerdem hat sie faszinierende Momentaufnahmen aus dem Circus Krone und dem Tiergarten Schönbrunn/Wien eingefangen.

Sehr interessant finde ich das Kapitel über Raubtierparks, von denen manche auch in Not geratene Tiere aufnehmen und ihnen Asyl gewähren. Die Autorin hat sich in den bekanntesten Raubtierparks – in der Schweiz und Tschechien – umgesehen. In dem Buch werden nicht nur Fotos und Texte dazu präsentiert. Es gelingt Katerina Mirus immer wieder, nur mit einer Fotofolge – ohne Text – Geschichten zu erzählen. Mir persönlich gefällt es besonders gut, dass in dem Buch viele Schwarzweißfotos zu finden sind.

Und nun noch eine kleine Quizfrage: Wer weiß, um welche Raubkatze es sich auf dem Titelbild des Buches handelt? Zu gewinnen gibt es nichts, aber vielleicht mag ja doch jemand eine Antwort schicken.

Das Buch ist als Paperback erschienen bei Tredition, hat 200 Seiten und kostet 29,99 Euro.

Hier geht es zur Homepage zum Buch: http://raubkatzen-in-menschlicher-obhut.jimdo.com/

Im nächsten Frühjahr gibt es eine Austellung mit Fotos aus dem Buch, und zwar im Foyer des Naturkundehauses im Tiergarten Nürnberg: Vom 27. März bis 8. Mai.

König der Maler, König der Löwen

Irgendwie ist es nicht mehr zu übersehen: Es weihnachtet sehr. Und viele Leute sind wieder verzweifelt auf der Suche nach einem passenden Geschenk. Ich hätte einen guten Tipp, nicht nur für Tier-, sondern auch für Kunstfreunde. Es heißt „Das große Buch der klassischen Tierporträts“.

Albrecht Dürer war ein Narziss. Auf seinem „Selbstbildnis im Pelzrock“ hat er sich angeblich noch ein wenig schöner gemacht, als er sowieso schon war. Wäre der König der Maler als Tier zur Welt gekommen, dann sicher als Löwe – der ja König der Tiere ist. Das hat Svjetlan Junakovic, freier Maler, Bildhauer, Grafiker, Kinderbuchautor und Dozent für Illustration, treffsicher erkannt und diese originelle Bildkomposition geschaffen.

Das Buch  ist ein Sammelsurium solcher wunderbarer Werke. Der Kroate springt leichtfüßig zwischen Kunst- und Tierwelt hin und her und schreibt zu seinen Bildern auch noch witzige Texte: „In Museen, Galerien und Kunstbänden begegnen wir häufig . . . Menschen, die uns von den Porträts herab beobachten. Immer sind sie von ein und demselben Wunsch beseelt: durch die Bilder für alle Ewigkeit präsent zu bleiben. Man hat lange geglaubt, dass Tiere derartige Wünsche nicht haben . . . Doch heute wissen wir, dass dem nicht so ist. Dieses Buch soll die Vielfalt der Tiere zeigen, die von einigen der bedeutendsten Maler mit Pinsel und Farbe festgehalten wurden, und zwar in allen möglichen Epochen der Kunstgeschichte.“

Besser als Junakovic selbst kann man es nicht sagen.  Das Buch ist im Verlag Antje Kunstmann erschienen und kostet 16,90 Euro. Absolut empfehlenswert!!!