Delfinbabys machen wieder Schlagzeilen

Der Zoo Duisburg konnte kürzlich mit einer Weltsensation aufwarten, die in den überregionalen Medien allerdings kaum Beachtung fand: Im August und September kamen dort drei Delfinbabys zur Welt. Drei Jungtiere von drei verschiedenen Müttern innerhalb nur weniger Wochen – so etwas hat es vorher noch nie gegeben. Ich habe damals hier darüber geschrieben.
Den Kleinen geht es nach wie vor gut gut, sie wachsen in Obhut ihrer Mütter auf  und haben die kritische Phase gut überstanden. Weil sich das Immunsystem von Delfinbabys nach der Geburt erst langsam entwickelt, wurden die Tiere zunächst in Quarantäne gehalten. Inzwischen ist die Tümmlerdame Delphi mit ihrer Tochter Dörte für die Besucher des RWE-Delfinariums zu sehen. Die anderen zwei Mütter und ihre Babys sollen demnächst zusammengeführt werden und dann auch der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die gute Nachricht aus dem nordrhein-westfälischen Zoo machte weit weniger Schlagzeilen, als es beim Tod von Delfinen regelmäßig der Fall ist. Auch von Tierschutzaktivisten wurde sie tunlichst verschwiegen. Sonst führen diese Gruppen über jedes einzelne gestorbene Delfinbaby Buch und versuchen, mit Kampagnen Front gegen die Delfinhaltung zu machen. Gleichzeitig werfen sie den Zoos vor, den Tod von Delfinen zu verheimlichen – wie auch jetzt wieder bei dem Nürnberger Delfinweibchen Anke, das am 15. Oktober in Harderwijk eine Totgeburt hatte. Dass Nynke, ein weiteres Tümmlerweibchen aus Nürnberg, das derzeit ebenfalls in Harderwijk lebt, vor 14 Monaten dort einen gesunden Sohn zur Welt gebracht hat, der sich zum kräftigen Bullen entwickelt, haben die selbsternannten Delfinschützer dagegen nicht in die Öffentlichkeit hinausposaunt. Wollten sie es etwa auch verheimlichen?

Zurück nach Duisburg: Nachdem die Tierrechtler nun mit ihrem Argument nicht mehr punkten können, „in Gefangenschaft“ sei die Delfinzucht nicht möglich, werfen sie dem Zoo  vor, er züchte auf Teufel komm’ raus und habe die Tiere künstlich befruchtet. Bei der Duisburger Zooleitung lacht man über diese Unterstellung nur. Die Verantwortlichen haben mit Freude beobachtet, wie sich der 32 Jahre alte Delfinmann Ivo bei seinen Damen mal so richtig austoben konnte.