And the winner is …

And the winner is … Die Dohle hat es geschafft: Sie ist heute zum „Vogel des Jahres 2012“ gewählt worden und tritt damit die Nachfolge des Gartenrotschwanz an, der den Titel in diesem Jahr tragen darf.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben sich aus verschiedenen Gründen für die intelligente Dohle entschieden: Zunächst einmal, weil ihr Bestand gefährdet und sie in Teilen Deutschlands sogar auf der Roten Liste zu finden ist. Aber auch, weil der schwarz gefiederte Vogel als wahrer Künstler der Anpassung gilt. Einst war er Steppenbewohner, heute lebt er mitten in menschlichen Wohngebieten. Nicht zuletzt zeichnet die Dohle eine Eigenschaft aus, die vielen Menschen abhanden gekommen ist: Treue. Dohlenmännchen und -weibchen bleiben ein ganzes Leben lang zusammen und umsorgen außerdem ihre Jungen besonders liebevoll.

Das größte Problem der Dohle ist – wie bei vielen anderen Tieren auch: der Mensch. Denn er zerstört systematisch ihre Lebensgrundlagen, indem er zum Beispiel Grünflächen zubaut oder Gift auf Äckern versprüht. Und wenn die Dohlen einen Nistplatz suchen – vorzugsweise tun sie das auf Kirchtürmen -, dann treffen sie oft auf Hindernisse wie Gitter, die eigentlich Tauben fernhalten sollen. Auch bei der Sanierung von Gebäuden verschwinden meist Nischen oder Mauerlöcher, die für Dohlennester bestens geeignet wären.

Tja, mir bleibt nur noch, der Dohle zu gratulieren und zu hoffen, dass ihr der Titel „Vogel des Jahres“ auch etwas bringt. Eines müssen wir, im Gegensatz zu Oscar-Gewinnern, bei der Dohle jedenfalls nicht befürchten: eine rührselige, nicht enden wollende Dankesrede.