Delfine aus dem EEP wurden noch nie ausgewildert

Mein Artikel in der „Nürnberger Zeitung“ über den Protest der Tierrechtler-Organisation PETA gegen Delfin-Umsiedlungen nach Lanzarote, über den ich hier auch geschrieben habe, ist auf großes Interesse gestoßen. PETA-Sympathisanten aus dem ganzen Bundesgebiet haben  reagiert. Darunter waren ganz offensichtlich gesteuerte Mails mit zum Teil mit fast identisch lautenden Sätzen. Verschiedene Absender haben mir  eine falsche Berichterstattung unterstellt und behauptet, Delfine aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP seien durchaus immer wieder ausgewildert worden. Dies kann ich eindeutig widerlegen.

Der im Nürnberger Tiergarten tätige Meeresbiologe Lorenzo von Fersen ist für den Verein Yaqu Pacha auch international zuständig für den Schutz von Säugetieren, die im Wasser leben. Er hält wenig von betreuten Meeresbuchten, wie PETA sie fordert. Denn die Großen Tümmler würden auch dort irgendwo gegen eine Absperrung stoßen. Die Größe eines solchen „Sanctuarys“ könnte ja bei weitem nicht den bis zu 150 Kilometern entsprechen, die Tierrechtler immer für ein artgerechtes Leben von Delfinen reklamieren.

Bliebe also letztlich nur das Auswildern als Lösung, wenn man der Argumentation von PETA folgen würde, die eine Haltung von Delfinen innerhalb des EEP als „Gefängnis“ brandmarkt. Lorenzo von Fersen bestätigt meine bisherigen Beiträge: „Delfine aus dem EEP wurden noch nie ausgewildert.“ Das wäre sogar kontraproduktiv. Die IUCN, die sozusagen als Papst unter den einschlägigen Gremien gilt, ist weltweit zuständig für die Richtlinien bei der Auswilderung von Tieren. Sie lehnt darin diese Maßnahme bei Großen Tümmlern ab. Für eine Auswilderung Großer Tümmler gibt es auch gar keinen Anlass. Diese Delfine gehören nicht zu den bedrohten Arten. Und: Einige wenige EEP-Tümmler stammen noch aus Wildfängen vor Florida oder Kuba – zum Beispiel der mit seinen inzwischen etwa 55 Jahre alte Moby im Tiergarten Nürnberg.  Tiere wie er und seine Nachkommen haben im Mittelmeer nichts zu suchen.

Dass eine Auswilderung gründlich daneben gehen kann, hat der Fall des Schwertwals aus dem Film „Free Willy“ gezeigt. Die Aktion kostete Millionen – am Ende war er tot. Auch Auswilderungen, die der jetzige Tierbefreiungsaktivist und einstige „Flipper“-Trainer Rick O’ Barry anregte, haben nicht funktioniert.  Die Tiere waren nicht auswilderungsfähig. Bisher gibt es keine Auswilderung von Delfinen, deren Erfolg dokumentiert ist.

PETA – einmal mehr unglaublich!

delfinphilippkahWieder einmal geben sie eine Pressemitteilung heraus, und wieder einmal merken sie gar nicht, wie sie sich selbst ein Ei damit legen: die Tierrechtler von PETA. Diesmal kritisieren die „Überführung“ von vier Delfinen aus Nürnberg und Duisburg auf die Ferieninsel Lanzarote. Vor einer Woche waren die Großen Tümmler Noah und Kai aus dem Tiergarten sowie Darwin und Diego aus dem Zoo Duisburg auf die Kanareninsel Lanzarote geflogen worden. Dort sollen die vier in einer „Junggesellen“-Gruppe zusammenleben. Für PETA-Vertreter ist der Umzug in den Rancho Texas Park gleichbedeutend mit einem Transport „von einem Gefängnis ins nächste“.

PETA zufolge kämpfen Tierschützer auf Lanzarote seit zwei Jahren gegen ein Delfinarium in dem Park. Die Organisation hatte dem Tiergarten und dem Duisburger Zoo vor wenigen Wochen einen eigenartigen Vorschlag unterbreitet und vorgeschlagen, die Delfine in ein betreutes Meeresgehege umzusiedeln. Ein solches könne auf der griechischen Insel Lipsi entstehen. Bei dieser Einrichtung handelt es sich um eine abgezäunte Meeresbucht, die aber erst realisiert werden müsste. Die Idee, solche Schutzräume im Meer zu schaffen, ist nicht neu. So hat das Dolphin Research Centre (DRC) bereits vor einiger Zeit eine derartige Zone geschaffen. Pikanterweise hat PETA in der Vergangenheit schon gegen das DRC quergeschossen. Außerdem müssten die Delfine auch in dieser beschützten Bucht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teilnehmen. PETA kritisiert aber gerade, „dass die Meeressäuger unter dem Vorwand des EEP hin- und hergeschoben werden“. Tiere, die im EEP erfasst sind, kann man jedoch gar nicht auswildern!

Weiter prangert PETA an: Statt sich „ihre Artgenossen selbst auszusuchen, werden die Delfine in dem spanischen Freizeitpark in eine Sozialstruktur gepresst“. Dabei übersehen die Aktivisten allerdings eines: Auch frei lebende Tümmler gehören Sozialstrukturen an, die sie nicht auswählen können. Die Tiere werden vielmehr dort hinein geboren, so wie wir Menschen in eine Familie hinein geboren werden. Oder bei der Jagd auf ihre Beutetiere – auch da sind Delfine auf eine bestimmte Gruppe von Artgenossen angewiesen. In der Mitteilung von PETA ist vieles unvollständig, verdreht dargestellt oder so hingebogen, dass es irgendwie für die selbsternannten „Tierschützer“ passt. Folgender Satz ist allerdings korrekt: „Im Ozean schwimmen Delfine täglich bis zu 150 Kilometer und tauchen mehrere hundert Meter tief.“ Dazu kann ich nur eines sagen: Sie tun das nicht aus purem Vergnügen, sondern lediglich, um zu überleben. Das ist mittlerweile bekannt – aber wohl noch nicht bis zu PETA durchgedrungen!

Wieder machen zwei Delfine aus Nürnberg die Fliege

delfine_lanzaroteIm Netz schwirrte die Meldung schon am Samstag herum: Die beiden Delfine Noah und Kai aus der Lagune im Tiergarten Nürnberg sind nach Lanzarote umgezogen. Mit im Flieger: die zwei Großen Tümmler Diego und Darwin aus dem Zoo Duisburg. In ihrer neuen Heimat auf der spanischen Insel, dem Rancho Texas Park, werden sie nun alle vier in einer „Junggesellen-WG“ leben. Der Umzug erfolgte in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Die vier Delfine wurden von zwei Tierpflegern aus Nürnberg und Duisburg begleitet. Außerdem waren eine Tierärztin und drei Trainer aus Lanzarote mit an Bord der Chartermaschine. Das vertraute Pflegepersonal wird noch eine Zeitlang bei den Großen Tümmlern aus Deutschland bleiben, um ihnen die Eingewöhnung in der neuen Umgebung zu erleichtern. Der Rancho Texas Park  ist ein modernes, neu gebautes Delfinarium. Mit dieser Einrichtung pflegen die beiden deutschen Zoologischen Gärten schon jetzt Kontakt, der künftig noch vertieft werden soll. In dem Tierpark auf der beliebten Ferieninsel wird – ebenso wie in Nürnberg und Duisburg – bei der Delfinhaltung Wert auf wissenschaftliche Forschung und Information der Besucher gelegt.

Übrigens ist keiner der vier Tümmler-Junggesellen ein Wildfang, sie wurden vielmehr alle in europäischen Delfinarien geboren: Noah kam im November 1993 in Nürnberg auf die Welt, Kai im August 2010 im Delfinarium Harderwijk (Niederlande); er lebte seit Juni 2013 in Nürnberg. Diego und Darwin sind Nachzuchten des Zoos Duisburg aus dem Jahr 2011. Vor kurzem erst hat der Tiergarten Nürnberg die beiden Großen Tümmler Arnie und Naomi abgegeben, die man nun an der Algarve besuchen kann.

Auf der Internetseite Isla Sin Corrupción wurden Fotos von der Landung des Flugzeugs in San Bartolomé gezeigt, dazu war folgender Text zu lesen:

CUATRO DELFINES LLEGAN EN AVIÓN A LANZAROTE. Acaban de llegar al aeropuerto lanzaroteño de Guacimeta (San Bartolomé), en el vuelo BBD254 de un avión de carga procedente de Nuremberg (Alemania), cuatro delfines que irán destinados al parque temático del Rancho Texas (Tías). Los delfines han llegado en cajas completamente cerradas. En las fotografías que adjuntamos se observa la descarga de esos estanques especiales en los que han volado los delfines hasta nuestra isla.

Ein typischer Peta-Vorschlag!

delfinlaguneDas ist mal wieder so ein Vorschlag, bei dem man sich sofort denkt: typisch Peta – einfach unsinnig! Die Tierschutzaktivisten haben dem Nürnberger Tiergarten jetzt 100.000 Euro angeboten, wenn der Zoo seine Delfinlagune schließt. Einfach lächerlich, diese Idee! Was soll ein Zoologischer Garten mit einem Jahresetat von 13 Millionen schon mit dieser Summe groß anfangen? Allein die von Peta geforderte Umsetzung der Delfine in eine geschützte Meeresbucht würde ein Vielfaches kosten – ganz abgesehen von folgender, nicht ganz unwichtiger Tatsache: So eine betreute Einrichtung existiert bislang gar nicht!

Kein Wunder also, dass die Tiergartenleitung nicht auf das Angebot eingeht. „Eine Gruppierung, die uns regelmäßig anzeigt, ist für uns kein Gesprächspartner“, zitiert nordbayern.de den stellvertretenden Zoochef Helmut Mägdefrau. Er verweist darauf, dass sich der Tiergarten auch nicht – wie von Peta behauptet – in einer prekären finanzielle Situation befinde. Mägdefrau führt außerdem Zahlen an, die für sich sprechen: An Wochenenden besuchen bein gutem Wetter oft 15.000 Zoogäste die Lagune, sie ist also bei vielen Zoobesuchern äußerst beliebt.

Anfang dieser Woche hatte Peta dem Duisburger Zoo der ebenfalls Große Tümmler hält, ein ähnliches Angebot unterbreitet. In beiden Fällen dürfte das Geld laut den Tierschutzaktivisten ausschließlich zur Verbesserung der Situation bereits vorhandener Zootiere verwendet werden. Die Summen, die von den Tierrechtlern geboten werden, stammen angeblich von privaten Spendern.

Duisburger Delfinbaby tot

Delfinbaby_DuisburgDas wird die Delfinariumsgegner in der Republik wieder zur Höchstform auflaufen lassen: Am Sonntag starb das eine Woche alte Delfinbaby im Duisburger Zoo. Die Tochter von Delfinmutter Pepina hörte plötzlich auf zu atmen und war binnen Sekunden tot.  Nach fünf erfolgreichen Delfinaufzuchten in den letzten Jahren ist dieser Todesfall ein trauriges Ereignis im Delfinarium des Zoos. „Absolut nichts deutete auf eine Erkrankung hin“, heißt es auf der Website des Zoos, und weiter: „Im Gegenteil, das kleine Mädchen, welches bei seiner Geburt 18,2 kg wog, hatte innerhalb einer Woche bereits 3,2 kg zugenommen.“

Die 34 Jahre alte Pepina ist eine sehr erfahrene Delfinmutter, die sich vorbildlich um ihr Kleines kümmerte. Sowohl das Atemverhalten des Jungtiers als auch das Säugeverhalten seien ganz normal gewesen, ließ der Zoo wissen. Täglich habe man das Kleine untersucht und Blut entnommen – auch dabei seien keine Unauffälligkeiten festgestellt worden. Ganz im Gegenteil: Der Antikörperspiegel sei sehr hoch gewesen, was auf eine ausreichende Aufnahme der wertvollen ersten Muttermilch in den ersten Lebensstunden hinweise. Das Delfinkalb habe, seinem Cortisolspiegel nach, außerdem nicht unter Stress gestanden, sondern sei völlig entspannt gewesen.

Keiner kann sich den plötzlichen Tod des Tieres erklären. Sein Kadaver wurde zur pathologischen Untersuchung an eine veterinärmedizinische Hochschule gebracht. Zwar ist bekannt, dass auch im Freiland die Sterblichkeitsrate bei neugeborenen Delfinen wegen deren noch nicht gegebenen Immunitätsstatus sehr hoch ist. Doch das  kann weder die Tierpfleger noch die Zooleitung in Duisburg trösten. Sie fürchten nun auch, dass sie wieder einmal mit einer Flut haltloser Anschuldigungen von selbsternannten Delfinschützern konfrontiert werden.

Zwei neue Delfine für Nürnberg

Das wird wieder für viel Diskussionsstoff sorgen: Der Tiergarten Nürnberg hat zwei neue Delfine, die sechsjährigen Weibchen Dolly (im Bild) und Donna aus dem Zoo Duisburg. Sie wurden in Spezialcontainern nach Nürnberg gefahren, wobei Tierärzte und Tierpfleger den Transport ständig überwacht haben. Die beiden Delfine sind im August und September in Duisburg zur Welt gekommen und in der dortigen Gruppe der Großen Tümmler aufgewachsen; in Duisburg wurden im Jahr 2011  drei weitere Delfinbabys geboren. In Zusammenarbeit mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Große Tümmler sind Dolly und Donna in die Delfinlagune des Nürnberger Tiergartens umgezogen. Damit leben dort jetzt zehn Delfine. Das Zuchtmanagement des EEP beabsichtigt, eine genetisch gesunde Delfinpopulation in Menschenobhut fortzuführen. Bleibt zu hoffen, dass das in Nürnberg in Zukunft gelingt, nachdem der Tiergarten in den letzten Jahren mehrere Rückschläge durch den Tod von Delfinbabys erlitten hat.

Nürnberger Tierpfleger haben sich in den vergangenen Wochen in Duisburg aufgehalten, um Donna und Dolly kennenzulernen. Tierpfleger aus Duisburg haben den Transport an den Schmausenbuck begleitet; sie bleiben noch eine Zeitlang in Nürnberg, um den beiden Delfindamen bei der Eingewöhnung zu helfen. Die Eingliederung in die Nürnberger Gruppe soll schrittweise erfolgen, deshalb sind Dolly und Donna am Anfang noch nicht für die Tiergartenbesucher zu sehen.

Hunde aus dem Supermarkt?

Viel Wirbel gibt es derzeit um einen Tier-Supermarkt in Duisburg. Seit kurzem werden dort auch Hunde verkauft, der Welpe zu Preisen zwischen 799 und 899 Euro. Proteste von Tierschützern und eine Demo von Tierschutzaktivisten von PETA vor der Tür sorgte zwar für Medieninteresse, aber mehr auch nicht.

Hunde aus dem Laden – das gab es bisher in Deutschland noch nie. Üblicherweise geht man hierzulande zum Züchter, wenn man sich einen „Freund fürs Leben“ anschaffen will. Dort kann man sich darauf verlassen, dass mit dem Tier alles stimmt. Der Züchter wiederum verwickelt den Interessenten in ausführliche Gespräche, um sicherzustellen, dass das Hundebaby auch zu einem guten Halter kommt. Zweite Möglichkeit: Man holt sich einen Hund aus dem Tierheim – oft, weil man Mitleid hat mit den Vierbeinern, die dort eng auf eng untergebracht sind, Herrchen oder Frauchen verloren oder schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Auch im Tierheim legt man viel Wert darauf, den künftigen Hundebesitzer auf Herz und Nieren zu prüfen, damit das Tier nicht vom Regen in die Traufe gerät.

Der wichtigste deutsche Tierhändlerverband ZZF hat es sich zumindest auf die Fahnen geschrieben, Hunde nicht wie Waren im Laden zu präsentieren. Man will vermeiden, dass Leute beim Einkaufsbummel – womöglich zusammen mit ihren Kindern –  einen süßen Welpen entdecken, den sie dann unbedingt haben wollen, für den aber schnell das Interesse erlischt, sobald der Neuigkeitswert dahin ist – ähnlich wie bei einem alten Spielzeug. Außerdem glauben die Tierhändler, ein Kaufhaus sei nicht der richtige Ort für einen jungen Hund, an dem er aufwachsen sollte, die Umgebung könne ihm vielmehr in seiner Entwicklung schaden. – Allerdings muss man sagen, dass es auch unter Hundezüchtern schwarze Schafe gibt, bei denen längst nicht alles so läuft wie oben beschrieben.

Der Duisburger Tiersupermarkt-Betreiber ist nicht mehr Mitglied beim ZZF und hält die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, für falsch. So hat er zum Beispiel vorgeführt, wie gut die Hundebabys es bei ihm hätten: Er hält sie in 35 Quadratmeter großen Boxen (das ist doppel so viel wie die gesetzlich vorgeschriebene Fläche). Er beschäftige außerdem Tierärzte und habe ausreichend Personal, um die Welpen den ganzen Tag zu betreuen. Seine Kunden lasse er auch ausführlich über die Bedingungen befragen, in denen sie leben, um eine gute Haltung für die Tiere zu sichern. Der Händler garantiert den Käufern sogar das Recht, die Hunde innerhalb eines Monats zurückzubringen, wenn sie einen Fehlkauf getätigt haben – es gibt allerdings nur die Hälfte des Kaufpreises zurück.

Hunde aus dem Supermarkt – ja oder nein? Ihre/Eure Meinung dazu würde mich interessieren.

 

 

Delfinbabys machen wieder Schlagzeilen

Der Zoo Duisburg konnte kürzlich mit einer Weltsensation aufwarten, die in den überregionalen Medien allerdings kaum Beachtung fand: Im August und September kamen dort drei Delfinbabys zur Welt. Drei Jungtiere von drei verschiedenen Müttern innerhalb nur weniger Wochen – so etwas hat es vorher noch nie gegeben. Ich habe damals hier darüber geschrieben.
Den Kleinen geht es nach wie vor gut gut, sie wachsen in Obhut ihrer Mütter auf  und haben die kritische Phase gut überstanden. Weil sich das Immunsystem von Delfinbabys nach der Geburt erst langsam entwickelt, wurden die Tiere zunächst in Quarantäne gehalten. Inzwischen ist die Tümmlerdame Delphi mit ihrer Tochter Dörte für die Besucher des RWE-Delfinariums zu sehen. Die anderen zwei Mütter und ihre Babys sollen demnächst zusammengeführt werden und dann auch der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die gute Nachricht aus dem nordrhein-westfälischen Zoo machte weit weniger Schlagzeilen, als es beim Tod von Delfinen regelmäßig der Fall ist. Auch von Tierschutzaktivisten wurde sie tunlichst verschwiegen. Sonst führen diese Gruppen über jedes einzelne gestorbene Delfinbaby Buch und versuchen, mit Kampagnen Front gegen die Delfinhaltung zu machen. Gleichzeitig werfen sie den Zoos vor, den Tod von Delfinen zu verheimlichen – wie auch jetzt wieder bei dem Nürnberger Delfinweibchen Anke, das am 15. Oktober in Harderwijk eine Totgeburt hatte. Dass Nynke, ein weiteres Tümmlerweibchen aus Nürnberg, das derzeit ebenfalls in Harderwijk lebt, vor 14 Monaten dort einen gesunden Sohn zur Welt gebracht hat, der sich zum kräftigen Bullen entwickelt, haben die selbsternannten Delfinschützer dagegen nicht in die Öffentlichkeit hinausposaunt. Wollten sie es etwa auch verheimlichen?

Zurück nach Duisburg: Nachdem die Tierrechtler nun mit ihrem Argument nicht mehr punkten können, „in Gefangenschaft“ sei die Delfinzucht nicht möglich, werfen sie dem Zoo  vor, er züchte auf Teufel komm’ raus und habe die Tiere künstlich befruchtet. Bei der Duisburger Zooleitung lacht man über diese Unterstellung nur. Die Verantwortlichen haben mit Freude beobachtet, wie sich der 32 Jahre alte Delfinmann Ivo bei seinen Damen mal so richtig austoben konnte.

Quoll-Babys, ach wie süß!

Eine Woche ist vergangen seit dem Pressetermin im Duisburger Zoo, wo vor einigen Wochen drei Delfinbabys das Licht der Welt erblickt haben, wie hier ausführlich berichtet. Und – was haben die Journalisten draus gemacht? Wenig, würde ich mal sagen. Zumindest was die großen Presseagenturen betrifft, die sonst das Thema Delfine ausschlachten wie kaum ein anderes. Außer Fotos kam nichts – nur ein ganz kurzer Text über dpa, verschwindend wenig im Vergleich zu den seitenweisen Meldungen über den Tod von Delfinen in den verschiedenen Delfinarien. So viel zur Berichterstatung von Nachrichtenagenturen, die eigentlich zu einer objektiven Berichterstattung verpflichtet wären.

Dieselben Agenturen reißen sich dagegen geradezu ein Bein aus, wenn sie Neuigkeiten über den Leipziger Zoo absetzen. Egal, was in dem – zugegeben: tollen – Zoo passiert: Die Medien überschlagen sich regelrecht, allen voran der MDR, der sich zum Haus-Fernsehsender des Zoos entwickelt hat.

Während also die Weltsensation der drei Delfinbabys in Duisburg schön klein gehalten wurde, berichtet dpa über den neuesten Nachwuchs in Leipzig doch recht ausführlich: Dort gibt es sechs junge Tüpfelbeutelmarder. Es sind die ersten Tierbabys, die in der neuen Tropenhalle „Gondwanaland“ zur Welt gekommen sind. Tüpfelbeutelmarder – der Name verrät es Tierfreunden schon – stammen aus Australien, genauer gesagt von der Insel Tasmanien; nur dort kommen sie heute noch in freier Natur vor. Man kennt diese Art auch unter dem Namen Quoll, und ich muss sagen, die Tierchen sehen wirklich süß aus.

Der Zoo Leipzig kann sich damit rühmen, die einzigen Quolls außerhalb Australiens zu halten und bei der nicht einfachen Zucht dieser Tierart erfolgreich zu sein. Allerdings bleiben die Kleinen für die Besucher vorerst noch unsichtbar: Die ersten 100 Tage haben sie den Beutel der Mutter nicht verlassen, und um ihnen Stress zu ersparen, hält man die Babys weiterhin unter Verschluss.

Aber ich bin sicher: Sobald die Mini-Quolls dem Publikum präsentiert werden, erfahren wir es alle rechtzeitig – dank Journalisten, die dem Leipziger Zoo mehr als nur gewogen sind.

Weltsensation in Duisburg

Das dürfte Delfinariumsgegner überall auf der Welt ganz schön aus dem Konzept bringen: Im Duisburger Zoo gibt es eine denkwürdige Premiere. Dort erblickten innerhalb von drei Wochen drei Delfinbabys das Licht der Welt. In Deutschland hat es so etwas noch niemals vorher gegeben. Die drei Kälber sind laut Angaben des Zoos gesund. Sie durften allerdings bisher nicht fotografiert werden. Heute fand eine Pressekonferenz statt, bei der auch Fotografen anwesend waren. Dabei entstand u. a. dieses Foto, das Delfinkuh Delphi und ihre Tochter Dörte zeigt.

Irgendwie finde ich es verwunderlich: Stirbt ein Delfin in einem Delfinarium, werden wir in den Zeitungsredaktionen mit Meldungen der verschiedenen Presseagenturen regelrecht überschwemmt. Von diesem Erfolg in der Delfinhaltung habe ich zumindest bis heute keine Zeile gefunden – sonst hätte ich ja hier im Blog darüber geschrieben. Gut, ich war vor kurzem einige Tage im Urlaub – vielleicht ist mir da auch etwas entgangen. Die folgenden Informationen habe ich – mangels Agenturmeldungen – dem online-Portal „Der Westen“ der WAZ-Mediengruppe entnommen.

Die drei Jungtiere sind keine Drillinge, sondern haben drei verschiedene Mütter – aber denselben Vater. Für den Duisburger Zoo, der ähnlich wie der Tiergarten Nürnberg wegen der Delfinhaltung unter Dauerbeschuss steht, ist das Ganze natürlich ein Triumph. Die Zooleitung spricht von einer „sehr erfolgreichen Entwicklung der Delfinhaltung“.  Die Tümmlerbabys wurden bereits am 20. August, 27. August und 5. September geboren. Mit ihnen ist die Zahl der Großen Tümmler in Duisburg auf neun angestiegen, sieben davon sind in Duisburg geboren. Zwei der drei Mütter waren ebenfalls schon in dem nordrheinwestfälischen Zoo zur Welt gekommen, zwei von ihnen haben außerdem bereits Erfahrung mit dem „Kinderkriegen“.

Nach Angaben des Zoos werden alle drei Jungtiere von ihren Müttern bisher gut versorgt; die Kinderstube befindet sich wegen des noch nicht ausgebildeten Immunsystem der Kleinen im Quarantänebereich des Delfinariums. Eine Delfinmutter mit Kind ist aber von der Besuchertribüne aus schon zu sehen.

So, jetzt bin ich mal gespannt, was die Nachrichtenagenturen aus der für heute in Duisburg angesetzten Pressekonferenz machen – und natürlich, wie die Delfinariumsgegner reagieren.