Auf Dürers Spuren im Tiergarten

In Nürnberg dreht sich in diesem „Jahr der Kunst“ alles um Albrecht Dürer. Auch der Tiergarten erinnert jetzt an den großen Künstler. In einer Voliere neben den Papageien sind nun Blauracken zu sehen: Eine Vogelart, die Albrecht Dürer auf zwei Aquarellen verewigt hat, und zwar im Jahr 1512, also vor genau 500 Jahren.

Blauracken waren damals die farbenprächtigsten heimischen Vögel – kein Wunder, dass Dürer sich von ihnen faszinieren ließ! -, und sie kamen hier in Franken noch häufig vor. Doch das hat sich im Lauf der Zeit leider geändert. Blauracken brauchen offene Landschaften mit lockerem Baumbestand wie zum Beispiel Wiesen, Weiden und Streuobstwiesen, und diese Art Lebensraum gibt es heutzutage kaum noch in Deutschland. In den 1930er Jahren wurde in näherer Umgebung die letzte Blauracken-Brut in der Fränkischen Schweiz registriert. Auch die größeren Insektenarten, die Blauracken als Hauptnahrungsquelle zum Überleben benötigen, sind (unter anderem durch Schädlingsbekämpfung) immer seltener geworden. Deshalb ist es eine Sensation, wenn Blauracken heute in Deutschland noch in freier Natur anzutreffen sind; Bruten kommen hierzulande lediglich alle paar Jahre vor.

Anders ist das in Südosteuropa. In Ungarn existieren zum Beispiel noch größere Blauracken-Bestände. Man schätzt die Zahl der Vögel dort auf  etwa 500 Brutpaare – allerdings ist der Bestand inzwischen überall rückläufig. Umso wichtiger, dass Zoos wie der Nürnberger Tiergarten die schön gefärbten Vögel immer häufiger halten und es uns so ermöglichen, die Tiere zu beobachten. Wer ein wenig Geduld mitbringt, kann vielleicht auch das krächzende „Rak rak“ hören: den Ruf, den Blauracken ausstoßen, wenn sie aufgeregt sind. Wahrscheinlich lässt sich darauf – ebenso wie auf die kräftige blaue Färbung – ihr Name zurückführen.

 

 

König der Maler, König der Löwen

Irgendwie ist es nicht mehr zu übersehen: Es weihnachtet sehr. Und viele Leute sind wieder verzweifelt auf der Suche nach einem passenden Geschenk. Ich hätte einen guten Tipp, nicht nur für Tier-, sondern auch für Kunstfreunde. Es heißt „Das große Buch der klassischen Tierporträts“.

Albrecht Dürer war ein Narziss. Auf seinem „Selbstbildnis im Pelzrock“ hat er sich angeblich noch ein wenig schöner gemacht, als er sowieso schon war. Wäre der König der Maler als Tier zur Welt gekommen, dann sicher als Löwe – der ja König der Tiere ist. Das hat Svjetlan Junakovic, freier Maler, Bildhauer, Grafiker, Kinderbuchautor und Dozent für Illustration, treffsicher erkannt und diese originelle Bildkomposition geschaffen.

Das Buch  ist ein Sammelsurium solcher wunderbarer Werke. Der Kroate springt leichtfüßig zwischen Kunst- und Tierwelt hin und her und schreibt zu seinen Bildern auch noch witzige Texte: „In Museen, Galerien und Kunstbänden begegnen wir häufig . . . Menschen, die uns von den Porträts herab beobachten. Immer sind sie von ein und demselben Wunsch beseelt: durch die Bilder für alle Ewigkeit präsent zu bleiben. Man hat lange geglaubt, dass Tiere derartige Wünsche nicht haben . . . Doch heute wissen wir, dass dem nicht so ist. Dieses Buch soll die Vielfalt der Tiere zeigen, die von einigen der bedeutendsten Maler mit Pinsel und Farbe festgehalten wurden, und zwar in allen möglichen Epochen der Kunstgeschichte.“

Besser als Junakovic selbst kann man es nicht sagen.  Das Buch ist im Verlag Antje Kunstmann erschienen und kostet 16,90 Euro. Absolut empfehlenswert!!!