Eisbären putzmunter

Während Ute im Urlaub weilt, darf ich als ihr Vertreter gute Nachrichten überbringen: Den beiden Eisbärenkindern im Tiergarten geht es nämlich bestens. Die beiden weißen Fellknäuel kugeln „in der Geburtshöhle umeinander“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die am 2. Dezember 2010 geborenen Bären dürften heute gut 50 Zentimeter lang und neun Kilogramm schwer sein. Genaue Daten gibt es aber nicht, da die Tierpfleger das Gehege nicht betreten.

Das ist derzeit alleine das Revier von Vera und ihren Jungtieren. Die Eisbärenmutter, die täglich sieben Kilogramm Fleisch, Fisch und Gemüse verschlingt, hat genug Reserven, um den Nachwuchs mit Milch zu versorgen und kümmert sich auch sonst toll um die Kleinen. Wenn es zu wild zugeht, greift die Mutter ein, ansonsten schaut Vera eher gelassen dem Treiben zu.  Wir drücken ihr und ihrem Nachwuchs die Daumen, dass weiter alles gutgeht.

Nanuq soll überleben!

Ich muss zugeben: Eigentlich war ich nie ein so großer Eisbären-Fan. Das hat sich allerdings schlagartig geändert, als in Nürnberg Flocke geboren wurde und ich für die „Nürnberger Zeitung“ und dieses Blog monatelang über das winzige weiße Fellbündel berichtet und die kleine Eisbärin beim Aufwachsen begleitet habe. Dieses Tier ist mir doch sehr ans Herz gewachsen.

UrkundeSo bin ich, sagen wir, ziemlich sensibilisiert, was das Thema Eisbären angeht. Und als vor einiger Zeit wieder mal Post vom WWF bei mir eintrudelte, der um eine Spende für ein Klimaschutz-Projekt bat, wurde ich natürlich sofort schwach. Die Eisbären-Mama auf dem Foto mit ihren drei knuddeligen Babys hat mich so sehr an die jetzt schon zwei Jahre zurückliegenden Ereignisse im Tiergarten Nürnberg erinnert, dass ich nicht umhin konnte und eine Überweisung ausgefüllt habe.

In diesem Fall hatte ich aber nicht nur das gute Gefühl, etwas für die Umwelt und „Nanuq“ – wie die Inuit den Eisbären nennen – getan zu haben. Einige Zeit nach meiner Spende war nämlich wieder Post vom WWF im Briefkasten – und als ich sie öffnete, steckte die hier abgebildete Eisbären-Urkunde im Umschlag. Urkunden, oh Gott! Die finde ich normalerweise lächerlich. Diese aber nicht – ich hänge sie jetzt gleich in meine Eisbären-Ecke in der Wohnung!

Eisbärenbabys: Todesursache noch immer unklar

Woran sind die beiden Babys von Eisbärin Vera im Nürnberger Tiergarten gestorben? Das ist immer noch nicht geklärt.

Die Tiergartenleitung hatte die beiden toten Bärchen, die zweieinhalb bzw. drei Wochen nach der Geburt aus unerfindlichen Gründen gestorben waren, zur pathologischen Untersuchung ins Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nach Erlangen geschickt. Man hatte auf die Ergebnisse der Untersuchung noch im Laufe dieser Woche gehofft.

Nachdem ich über die Geburt der Eisbärenbabys geschrieben habe, warte ich auch schon gespannt darauf, was dabei herauskommt. Schließlich kam der Tod der zwei Bärchen ja völlig überraschend, und alle fragen sich, wie es trotz der guten Versorgung durch Eisbärenmutter Vera zu den Todesfällen kommen konnte.

Nun müssen wir aber voraussichtlich bis nächste Woche auf die Untersuchungsergebnisse warten. Davon geht jedenfalls der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau aus. Als ich ihn heute angerufen habe, um Neues zu erfahren, konnte er mir nur sagen, dass die Tierpathologen in Erlangen noch weitere Untersuchungen durchzuführen hätten.

Da müssen wir uns also noch weiterhin in Geduld üben.

Eisbären-Nachwuchs schon da!

Eisbren_.JPGMit dem Eisbären-Nachwuchs im Nürnberger Tiergarten ging es offenbar schneller als erwartet. Flocke hat anscheinend ein Geschwisterchen – oder sogar mehrere – bekommen!!

Gerade flatterte uns eine Mitteilung aus dem Presseamt der Stadt Nürnberg in die Redaktion, in der zwar noch nichts Genaues verraten wird, bei der man sich aber seinen Teil denken kann: Die Presse wird für morgen in den Tiergarten eingeladen. Bürgermeister Horst Förther, Tiergartendirektor Dag Encke und sein Stellvertreter Helmut Mägdefrau wollen den Journalisten „Neuigkeiten“ zum Thema Vera (der Mutter von Flocke) berichten.

Mehr ist im Augenblick nicht herauszubekommen. Im Tiergarten geht vorsorglich niemand ans Telefon, die beiden Chefs haben auf ihrem Handy sicherheitshalber die Mailbox eingeschaltet. Schon letzte Woche wurde angekündigt, dass alle Medien gleich behandelt werden und es alle gleichzeitig erfahren, wenn Vera ihr Junges/ihre Jungen zur Welt gebracht hat.

Bleibt mir also wohl nichts anderes übrig, als bis morgen zu warten.

Eisbärenbabys tot – Gedöns geht weiter

Zwei der Eisbärenbabys im Tiergarten sind tot – offenbar von ihrer eigenen Mutter, „Vilma“,  getötet und aufgefressen. „Wahrscheinlich waren die Jungen krank“, mutmaßt die Tiergartenleitung. Denn bei Raubtieren in freier Natur kommt es häufig vor, dass Mütter ihren Nachwuchs auffressen, wenn die Jungtiere nicht in Ordnung sind. Trotzdem bleibt es eine traurige Nachricht, und der Tiergarten ist bei verschiedenen Tierschutz-Organisationen jetzt noch mehr in die Kritik geraten. Und natürlich hätten sich alle gefreut, wenn gesunde Eisbärenbabys viele Besucher angelockt hätten.

„Knut“ ist schuld: Fast die ganze Welt nahm Anteil an seinem Schicksal, die Medien standen Kopf. Dass der Hype um „Knut“ nun in Nürnberg seine Fortsetzung nehmen würde, damit haben die Verantwortlichen am Schmausenbuck nicht gerechnet. Das war wohl etwas naiv, wie sie inzwischen auch einsehen.

Doch das ist meiner Meinung nach der einzige Vorwurf, den man der Zooleitung machen kann. Sie hat an das angeknüpft, was seit den achtziger Jahren in europäischen Zoos Praxis ist: Bei Eisbären setzt man auf eine natürliche Aufzucht. Nur in Notfällen – wie in Berlin, wo Eisbärmama „Tosca“ sich von Anfang an auffällig verhielt – weicht man davon ab und entschließt sich zur Handaufzucht.

In Nürnberg dagegen sah es einige Wochen lang so aus, als würden sich die beiden Eisbärinnen „Vilma“ und „Vera“, obwohl sie erstmals Nachwuchs haben, souverän um ihre Kleinen kümmern. Selbst bei „Vera“, die mit ihren häufigen Aufenthalten außerhalb der Wurfhöhle für ein wenig Beunruhigung sorgte, waren nach wie vor Laute des oder der Babys aus der Höhle zu hören. Auch heute zeigte sich wieder ein Kleines ganz wohlauf am Höhleneingang.

Warum hätte man also eingreifen sollen? Weil ein paar Zeitungen ihre Auflage zu steigern versuchen, indem sie auf die Tränendrüse drücken, sich herzergreifend als Eisbären-Retter aufspielen und fordern, die Eisbärenbabys nicht sterben zu lassen? Seit „Knut“ hält sich jeder für einen Fachmann in Sachen Eisbär – das ist das Problem.

Eisbären sind keine süßen Knuddeltiere, sondern Raubtiere, die auch in der Natur manchnal ihre Jungen töten oder fressen. Eisbärinnen verhalten sich oft erst bei ihrem zweiten Nachwuchs wie vorbildliche Mütter. Aber Eisbärinnen, die einst selbst von Hand aufgezogen wurden, hatten bisher fast immer Probleme mit der Nachzucht. Und ob „Knut“ sich zu einem normalen Eisbären entwickeln wird, vermag bislang noch niemand zu sagen.