Eisbärenzucht in Zoos einstellen? – Nein!

Nun ist es wieder passiert: Wieder starb ein Eisbärenbaby in einem deutschen Zoo kurz nach der Geburt – diesmal in der  Stuttgarter Wilhelma. Dort hatte die Eisbärin Corinna (die Mutter von Wilbär, der mittlerweile in Schweden lebt) am 9. Dezember ein Junges zur Welt gebracht. Das Baby, ein weibliches Jungtier, wurde aber nur drei Tage alt, wie der Zoo erst jetzt bekanntgab. Die Kleine hat Fruchtwasser eingeatmet und ist an einem Lungenödem gestorben.

Damit zeigt es sich, dass die Eisbärenzucht in Zoologischen Gärten nicht einfach ist. Erinnern wir uns: Anfang dieses Jahres überlebten zwei Eisbärenbabys im Berliner Zoo nicht, im Dezember 2008 starben im Nürnberger Tiergarten die Zwillinge von Vera in der Wurfhöhle, und der Vollständigkeit halber seien auch noch die beiden toten Babys von Vilma im Januar 2008 im Nürnberger Tiergarten erwähnt.

Den Tod des Eisbärenbabys in Stuttgart werden jetzt sicher wieder verschiedene Tierschutz-Organisationen aufgreifen und als Beweis heranziehen, dass die Haltung von Eisbären in Zoos nicht artgerecht sei und deshalb einzustellen sei. Ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung, dass die Eisbärenhaltung und -zucht in Zoos nicht aufgegeben werden sollte. In Nürnberg hat der Tiergarten jahrelang große Erfolge bei der Eisbärenzucht verzeichnen könen, und auch in anderen Zoos gibt es immer wieder Nachwuchs bei den Polarbären. Rückschläge kann man leider nicht ausschließen, aber sie sind zu verkraften. Auch in freier Natur kommt es zu Todesfällen bei Eisbärenbabys, nur hat man darüber kaum einen Überblick.

veraGerade in Zeiten des Klimawandels, in denen die natürlichen Lebensräume der Eisbären durch das Abschmelzen von Eisflächen weiter zurückgehen und damit die Eisbären zu einer immer stärker bedrohten Tierart werden, sollten Zoos an der Eisbärenhaltung und -zucht festhalten. Nur im möglichst direkten Kontakt mit diesen Tieren – wie ihn nur Zoos bieten – kann man den Menschen vor Augen halten, dass etwas gegen die Erderwärmung unternommen werden muss. Die Zoos können hier Aufklärungsarbeit leisten und sollten die Eisbären als Klimabotschafter heranziehen, wie das der Nürnberger Tiergarten auch getan hat.