Eisbärenzucht ade?

Und schon wieder gerät der Berliner Zoo mit seiner Eisbärenhaltung in die Schlagzeilen: „Berliner Zoo legt Eisbären-Sex auf Eis“ titelt – nein, nicht eine große Boulevard-Zeitung, sondern die Deutsche Presseagentur eine entsprechende Meldung. Sex sells, Eisbären ebenso und Eisbären im Berliner Zoo seit Knut erst recht.

Liest man den Rest der Meldung, wird es schon deutlich dünner. Aber weil ich ganz gern immer mal wieder einen Blick auf den Zoo in unserer Hauptstadt werfe und viele meiner Leser sich dafür interessieren, möchte ich die Information doch weitergeben. Also: Nach den Beißereien der Berliner Eisbärendamen Tosca, Nancy und Katjuscha (alle rechts im Bild) um – oder mit? – dem Eisbärenmann Troll, über die ich hier schon geschrieben habe, hat man sich schließlich von Troll getrennt; einen Nachfolger für ihn soll es auch nicht mehr geben. Die Zooleitung will nun gar keine Eisbärenzucht mehr. Im Tierpark Friedrichsfelde, im früheren Ostteil der Stadt gelegen, soll es dagegen weiterhin Eisbärenbabys geben; schließlich kommen ja in einer ganzen Reihe von Zoos immer wieder Junge zur Welt und werden in der Mehrheit auch von ihren Müttern aufgezogen.

Ich vermute mal, Direktor Bernhard Blaszkiewitz reicht es nach dem ganzen Trubel und der Kritik um Knuts Tod und den ständigen Protesten von Tierschutzaktivisten gegen den Berliner Zoo, die nicht nur die Zucht von Eisbären ablehnen, sondern überhaupt die Haltung dieser Tiere in Menschenobhut. Der Zoochef wird wohl darauf hinarbeiten, dass endlich wieder ein wenig Ruhe im Zoo Berlin einkehrt. Ob in Sachen Eisbärenzucht wirklich das letzte Wort gesprochen ist, wage ich aber zu bezweifeln. Man wird wohl erst ein wenig Gras über Knut und die Folgen wachsen lassen und die Tierrechtler besänftigen wollen.

Unterdessen plagen den Zoo, der mit Knut Millionen gemacht hat, auch finanzielle Nöte: Ihm droht die Streichung von Landeszuschüssen in Höhe von immerhin 1,3 Millionen Euro im Jahr. Keine schönen Aussichten fürs neue Jahr!