Altersresidenz für Elefanten

Das ist eine tolle Idee: Im Karlsruher Zoo ist Europas erste „Seniorenresidenz“ für Elefanten eröffnet worden. Als „Senior“ gelten Elefanten in diesem Fall ab einem Alter von 40 Jahren. Das Gehege mit mehr als 3000 Quadratmetern Außenfläche soll bis zu fünf alten, alleinstehenden Asiatischen Elefantendamen aus Zoos oder Zirkussen ein Zuhause bieten. Nicht nur Zoos können also „überzählige“ alte Elefantenkühe dort unterbringen, sondern auch Zirkusse, die aus der Elefantenhaltung aussteigen. Bisher leben im Karlsruher Zoo schon die aus einem DDR-Staatszirkus stammende, 36 Jahre alte Jenny (Foto: dpa) und die 52-jährige Nanda, die ebenfalls aus einem Zirkus kam. Auch die bundesweit älteste Elefantendame Rani, die im Februar mit 63 Jahren starb, lebte im Karlsruher Zoo.
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Sehr tröstlich!

Elefanten üben ja auf die meisten Menschen eine große Faszination aus – auch auf mich. Es sind eben ganz besondere Tiere. Das beweist jetzt eine neue Studie aus Thailand: Forscher haben herausgefunden, dass sich Asiatische Elefanten gegenseitig Trost spenden. Das tun sie in den meisten Fällen ähnlich wie wir oder wie Schimpansen: Sie berühren ihre Artgenossen, um zu zeigen, dass jemand da ist, auf den sie sich verlassen können. Nur legen sie natürlich nicht den Arm um sie, sondern sie fassen sie meist mit dem Rüssel an oder reiben sich aneinander (Foto: Elise Gilchrist/Think Elephants International). Manchmal stecken sie dem zu Tröstenden sogar den Rüssel ins Maul, was als eine Art Handschlag unter Elefanten gilt.

Der Tierpsychologe Joshua Plotnik hat über dieses Phänomen im Online-Journal „PeerJ“ berichtet. Plotnik hat mit Kollegen über einen Zeitraum von fast einem Jahr 26 Asiatische Elefanten in einem Reservat in Nordthailand beobachtet. Er registrierte genau, wie sie auf Stress – zum Beispiel einen streunenden Hund oder eine Schlange – reagierten. Zum ersten Mal konnte ein Wissenschaftler damit empirisch nachweisen, dass Elefanten hochintelligent und mitfühlend sind. Das geht so weit, dass ein Tier selbst unruhig wird, wenn es einen gestressten Artgenossen bemerkt; es nähert sich ihm dann und beruhigt ihn.

Diese Erkenntnis bestätigt Richard Lair, der Berater des thailändischen Elefantenschutzzentrums, der die Tiere in Thailand über 30 Jahre lang beobachtet hat. Nach Lairs Erfahrung sind – wen wundert´s – besonders weibliche Dickhäuter gut im Trösten. Diese besondere Art der  Zuwendung dauert manchmal einige Tage lang. Wenn eine Elefantenkuh beispielsweise ihr Baby verliert, steht sie unter besonders starkem Stress – dann trösten die anderen Tiere der Herde sie entsprechend länger.

Elefantenhaltung zu teuer

Ab sofort ist auch der Zoo Rostock ein Zoo ohne Elefanten. Die letzte dort lebende Elefantendame wurde heute eingeschläfert: Sara ist 51 Jahre alt geworden – ein biblisches Alter für afrikanische Elefanten; sie war damit die älteste afrikanische Elefantenkuh in einem europäischen Zoo. Ich habe Sara bei einem Besuch des Zoos gesehen und hier im Blog auch schon über sie geschrieben. Sie war noch ein Wildfang aus Afrika und lebte schon seit 1964 im Rostocker Zoo, viele Jahre auch in einer kleinen Herde. Die letzte Artgenossin in ihrem Gehege war die Nürnberger Elefantendame Yvonne (von ihren Pflegern auch „Bibi“ genannt), die aber bald nach ihrem Umzug in den hohen Norden starb. Damit Sara wenigstens nicht ganz allein zurückblieb, hielten ein paar Kamerunschafe Einzug bei ihr. Beide Tierarten kamen gut miteinander aus, das konnte man genau beobachten.

Der Tod von Sara bedeutet gleichzeitig das Ende der Haltung dieser majestätischen Tiere in Rostock. Der Zoo kann die seit einiger Zeit erforderlichen Bedingungen dafür nicht bieten. Einen Um- bzw. Ausbau der Elefantenanlage kann sich die Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern nicht leisten – dafür wären Millionen nötig.

Da geht es dem Zoo an der Ostsee ganz ähnlich wie dem Tiergarten Nürnberg. Auch hier ist das Geld für die Einhaltung der heutzutage vorgeschriebenen Richtlinien nicht vorhanden. Sehr zum Bedauern vieler Tiergartenbesucher, die immer wieder betonen, wie sehr sie die Dickhäuter vermissen. Klar – Elefanten gehören zu den attraktivsten Zootieren überhaupt. Jeder findet auch, dass die Richtlinien für ihre Haltung zu Recht hoch angesetzt wurden. Aber die können nur noch wenige Zoos erfüllen – Zoos in öffentlicher Hand sind dabei klar im Nachteil. In Nürnberg dürfen wir trotzdem hoffen, dass wir irgendwann wieder graue Riesen am Schmausenbuck bewundern dürfen. Aber bis dahin wird wohl noch viel Wasser die Pegnitz hinunterfließen.

Elefanten zu verschenken!

Auf der Suche nach unglaublichen Tiergeschichten bin ich diesmal auf die folgende gestoßen: Der Noorder Animal Park, ein Zoo in Emmen (Niederlande), möchte so schnell wie möglich vier seiner Elefanten verschenken. Grund dafür ist ein heftiger Machtkampf zwischen den  Tieren. Beispielsweise stoßen sie sich gegenseitig, trompeten dabei laut und schlagen mit den Ohren – alles Zeichen für eine aggressive Haltung gegenüber Artgenossen. Zu dem Gerangel zwischen den Dickhäutern kommt es, seit die Anführerin der Herde, eine 31 Jahre alte Elefantenkuh, gestorben ist. (Nebenstehendes  Foto stammt aus dem Jahr 2008, als die Welt in dem Zoo noch in Ordnung war und die erwachsenen Elefanten dort übermütig mit einem neugeborenen Elefantenbaby spielten.)

Nach dem Tod der Elefantin sah es erst so aus, als würde deren Tochter neue Chefin der Gruppe. Doch die hatte die Rechnung ohne die nach der verstorbenen Elefantendame nächstälteste Elefantenkuh gemacht, die ihrerseits ihren Anspruch auf die Führung geltend machte. So spaltete sich die zwölfköpfige Herde in zwei Lager, die sich feindlich gesinnt sind. Damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen, muss nun immer eine der beiden Gruppen im Stall gehalten werden, während die andere in die Freianlage darf. Das aber bekommt den Elefanten gesundheitlich überhaupt nicht – sie müssten alle den ganzen Tag über ins Freigehege, sagen die Tierpfleger.

Deshalb hat sich der Zoo zu dem außergewöhnlichen Schritt entschlossen, vier Elefanten kostenlos abzugeben. Angesichts der strengen Vorschriften für die Haltung von Elefanten in Zoos dürfte das allerdings gar nicht so einfach sein.

Ein sprechender Elefant

So, es ist mal wieder höchste Zeit für eine von diesen unglaublichen Tiergeschichten. Eine, bei der man kurz stutzt und sich überlegt, ob das überhaupt sein kann. Eine, die trotzdem wahr ist. Beim Suchen nach einer solchen Geschichte bin ich auf die folgende gestoßen. Sie handelt von einem Elefanten namens Koshik, der in einem Zoo in Südkorea lebt. Genauer gesagt, im Everland-Zoo in Yongin, südlich der Hauptstadt Seoul gelegen. 22 Jahre ist der Elefantenbulle alt, und das Besondere an ihm ist: Er kann sprechen.

Weil Journalisten von Natur aus skeptisch sind und nicht gleich alles glauben, was man ihnen erzählt, hat man extra eine Journalistenschar eingeladen, um ihr den sprechenden Elefanten zu präsentieren. Und tatsächlich: Koshik kann auf Koreanisch ein paar Worte sagen: zum Beispiel „choah“ (gut), „nuo“ (leg dich hin), aber auch „annyong“ (hallo) oder „aniya“ (nein).

Wie macht er das? Das ist gar nicht so einfach, denn Elefanten besitzen im Gegensatz zu Menschen keine Oberlippe, die zum Erzeugen von Lauten notwendig ist; der obere Teil ihres Mauls ist mit dem Rüssel zusammengewachsen. Koshik aber ist ein schlaues Tier, das einen Trick anwendet: Er rollt den Rüssel ein, steckt ihn ins Maul und berührt mit der Rüsselspitze seine Zunge oder den Gaumen und kann auf diese Art und Weise Laute bilden.

Dabei ahmt er – die Vokabeln, die Koshik beherrscht, lassen es erahnen – seinen Pfleger nach, der ihn schon seit 19 Jahren betreut. Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern, darunter auch Forscher aus Jena und Wien, haben die außergewöhnliche Fähigkeit von Koshik untersucht. Sie sind der Meinung, der Elefant spricht, um die Beziehung zu seinem Pfleger zu vertiefen. Ob der Elefant die menschliche Sprache wirklich verstehen kann, das wissen die Forscher allerdings auch nicht.

Das Drama muss ein Ende haben!

Afrikanische Elefanten gehören zu meinen absoluten Lieblingstieren – sie sind einfach ungeheuer beeindruckend; irgendwie strahlen sie für mich etwas Majestätisches aus. Umso unglaublicher finde ich es, dass jedes Jahr über 10 000 (!) von diesen wunderbaren Tieren wegen ihrer wertvollen Stoßzähne von gewissenlosen Wilderern regelrecht niedergemetzelt werden.

Allein im Norden Kameruns wurden im vergangenen Frühjahr laut WWF in einem Zeitraum von nur wenigen Wochen über 350 Elefanten von kriminellen Banden getötet – aus Profitgier, weil der Handel mit Elfenbein nach wie vor ein äußerst lukratives Geschäft ist: In China und Japan werden bis zu 1600 Euro für ein Kilo des „weißen Goldes“ gezahlt (ein Stoßzahn wiegt 12 bis 15 Kilo). Der Elfenbeinhandel blüht. So wurden erst jetzt wieder, am Wochenende, in Hongkong vom Zoll vier Tonnen geschmuggeltes Elfenbein sichergestellt.

Der WWF will diesem kriminellen Treiben nicht länger tatanlos zusehen und hat eine Initiative zur Rettung afrikanischer Elefanten gestartet, die ich in meinem Blog gerne vorstellen möchte. Die Naturschutzorganisation warnt davor, dass die Wilderer in Kamerun täglich näher in Richtung des Lobe-Nationalparks vorrücken. Im länderübergreifenden Schutzgebiet Tri-National de la Sangha leben die äußerst seltenen Waldelefanten, die nun auch von professionellen Wilderer-Banden bedroht sind.

Der WWF hat eine Art „Überlebensplan“ für die Tiere erarbeitet. Er will in diesem Nationalpark mehr Wildhüter als bisher auf Patrouille schicken und sie besser mit Funk- und GPS-Geräten ausrüsten. Nur eine ausreichende Anzahl von Wildhütern mit guter Ausstattung ist in der Lage, Wilderer dingfest machen. Außerdem unterstützt der WWF die Ausbildung von Artenschutzspürhunden, die das Elfenbein erschnüffeln, wenn es über die Grenzen gebracht werden soll. Über 20 WWF-Nationalbüros fordern schärfere Gesetze gegen Wilderei und illegalen Elfenbeinhandel. Die Mitarbeiter machen sich in den Hauptabnehmerländern wie China oder Thailand dafür stark, die Nachfrage nach Elfenbein zu unterbinden. Ziel ist es, den Handel zu einem äußerst riskanten und wenig Profit bringenden Geschäft werden zu lassen.

Für dieses Programm benötigt der WWF finanzielle Unterstützung. Weitere Informationen darüber gibt es hier. – Ich denke, das ist eine gute Sache.

 

 

 

Weltpremiere in Wien

Dem Wiener Zoo in Schönbrunn ist eine echte Weltpremiere gelungen: Die Afrikanische Elefantenkuh Tonga wurde mit dem tiefgefrorenen Samen eines in Südafrika in freier Natur lebenden Elefantenbullen künstlich befruchtet – und ist jetzt im neunten Monat trächtig. Auf dem Ultraschallbild ist der im November letzten Jahres gezeugte Embryo gut zu erkennen. Wenn alles gutgeht, soll der kleine Elefant im Herbst 2013 geboren werden.

Künstliche Befruchtung mit Elefantensamen aus anderen Zoos: Das hat es schon mehrmals gegeben. Aber mit der neuen Methode, bei der das Sperma bei minus 196 Grad tiefgefroren wird, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Sie könnte bahnbrechend sein für den Artenschutz. Denn damit lässt sich die genetische Vielfalt der im Zoo lebenden Tiere erweitern.

Forscher gehen davon aus, dass die Methode künftig nicht nur bei Elefanten angewendet wird. Sie könnte auch eine wichtige Rolle bei der Erhaltung anderer bedrohter Tierarten wie Gorillas oder Nashörner spielen. Der Elefantenbulle, von dem das Sperma für Tonga stammt, wurde vom Flugzeug aus betäubt. Nachdem er von Tierärzten untersucht worden war, nahmen sie ihm mit einer „Elektro-Ejakulation“ Sperma ab. Der Samen wurde dann in einer Forschungsstation stufenweise mit Stickstoff heruntergekühlt und eingefroren. Mit diesem Verfahren konnten bisher erstmals die sehr empfindlichen Elefantenspermien am Leben erhalten werden.

Eine künstliche Besamung von Elefanten ist seit 1998 möglich. Sie war aber bislang schwierig, weil frischer Samen exakt im Moment des Eisprungs der Elefantenkuh schnell von einem Zoo zum nächsten geflogen werden musste. Durch die neue Methode könnte in den Zoos auf einfachere Weise mehr Nachwuchs gezeugt werden, denn der gefrorene Samen lässt sich bis zum optimalen Zeitpunkt aufheben. Später wäre es möglich, aus den auf diese Weise gezeugten Elefanten neue Gruppen zu bilden, in denen sich die Tiere dann auf natürlichem Weg paaren könnten.

Aus Schaden nicht klug geworden

Also, irgendwie werden die Australier auch nicht schlauer: Nun hat ein Wissenschaftler aus Downunder die Idee, die immer wieder auftretenden Buschbrände mit Afrikanischen Elefanten zu bekämpfen. Dabei hat es in der Vergangenheit in Australien schon ein paarmal Probleme mit Tieren gegeben, die von anderswo importiert wurden: Kamele, die man ins Land holte, damit sie Waren in der Wüste transportieren, haben auf der Suche nach Wasser ganze Dörfer belagert (darüber habe ich hier schon geschrieben). Aga-Kröten aus Amerika, die in australischen Zuckerrohrplantagen Schädlinge bekämpfen sollten, haben sich übermäßig vermehrt und setzen mit dem Gift aus ihren Drüsen den einheimischen Tieren Australiens ganz schön zu.

Und jetzt sollen also Elefanten aus Afrika Feuerwehr spielen. Nicht etwa, indem sie mit ihrem Rüssel Löschwasser versprühen. Nein, sie sollen das Bartgras in der Savannne auffressen. Dieses Gras fängt nämlich extrem leicht Feuer und wirkt regelrecht als Brandbeschleuniger. Und jetzt kommt der Clou: Auch dieses Gras haben die Australier (sie nennen es „Gamba grass“) einst aus Afrika eingeführt – als Weidegras. Inzwischen breitet es sich unkontrolliert aus, und niemand schafft es, sein Wachstum in vernünftige Bahnen zu lenken.

Tiere, die von Natur aus in Australien leben, sind zu klein, um das sehr hoch wachsende Bartgras zu fressen – deshalb schielen die Forscher von der Universität Tasmanien nun nach größeren Viechern und sind auf die Elefanten gekommen. Auch Nashörner könnten ihrer Meinung nach geeignet sein, um das Gras zu vertilgen. Auf alle Fälle halten die Wissenschaftler die natürliche Unkrautvernichtungsmethode für besser als den Einsatz von Chemie: Die wäre wiederum eine Gefahr für einheimische Tierarten.

Tja, so hat man sich nun in einen Teufelkreis hineinmanövriert, weil man der Natur ständig ins Handwerk pfuscht. Ob der Mensch irgendwann einsieht, dass er nicht ungestraft Gott spielen darf?

Hände weg von den "sanften Riesen"!

Von wegen „sanfte Riesen“: Elefanten sind viel gefährlicher, als es den Anschein hat. Jedes Jahr kommen Zoo-Tierpfleger durch Angriffe von Elefanten zu Tode oder werden schwer verletzt. Der Verein Elefanten-Schutz Europa hat eine Aufklärungskampagne gestartet, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, und spricht von einem „vertuschten Skandal in deutschen Zoos“.

Das Problem der Übergriffe von Elefanten ist nicht neu. Die Dickhäuter werden leicht aggressiv und drücken ihre Pfleger dann meist an die Wand. Die Statistik, die der Verein Elefanten-Schutz Europa aufmacht, liest sich verheerend: Seit dem Jahr 2000 sind in europäischen und US-amerikanischen Zoos 12 Elefantenpfleger bei solchen Vorfällen gestorben. Insgesamt hat man in US-amerikanischen Zoos bereits 22 tote und 204 verletzte Elefantenpfleger verbuchen müssen, in deutschen Zoos 12 Tote und 51 Verletzte. In 15 deutschen Zoos hat man seit 1990 mindestens einen, zum Teil mehrere schwere Zwischenfällen mit Elefanten registriert. Der Verein geht außerdem von einer hohen Dunkelziffer an Unfällen aus, bei denen die Verletzungen nicht tödlich ausgehen, und die deshalb verharmlost werden.

Der springende Punkt ist die Art der Elefantenhaltung: Man unterscheidet dabei „Direkten Kontakt“ bzw. „Hands on“, wobei Pfleger und Elefanten ohne trennenden Schutz miteinander in Kontakt treten, und „Geschützten Kontakt“ bzw. „Hands off“: Hier sind Mensch und Tier durch schützende Gitter, Zäune, Pfähle oder ähnliches voneinander getrennt. Die Intensität der Pflege beeinträchtigen solche Schutzvorrichtungen nicht, die Elefanten können entsprechend umgewöhnt werden.

Doch in der überwiegenden Mehrzahl deutscher Zoos, in denen Elefanten gehalten werden, beharrt man immer noch auf dem „Direkten Kontakt“, während die Zoos in ganz Europa schon weiter sind und zu 70 Prozent auf „Geschützten Kontakt“ umgestellt haben, um die Sicherheit ihrer Pfleger zu gewährleisten. In Deutschland sind nur Zoos, die erwachsene Bullen halten, zu „Geschütztem Kontakt“ verpflichtet – wohl weil man davon ausgeht, dass männliche Dickhäuter gefährlicher sind. Doch es ist erwiesen, dass rund 80 Prozent der Unfälle mit Elefantenkühen passieren.

Aus der verpflichtenden Umstellung auf „Geschützten Kontakt“ wurde bei uns möglicherweise auch deshalb noch nichts, weil eine ganze Reihe von Pflegern den „Direkten Kontakt“ wollen, in der (leider manchmal irrigen) Meinung, sie würden ihre Tiere genau kennen und könnten einschätzen, wie gutmütig sie sind. Außerdem kostet es natürlich, wenn man entsprechende Schutzmaßnahmen einbaut – und kein Zoo der Welt wird für so etwas gern Geld ausgeben, wenn es ihm an allen anderen Ecken und Enden fehlt.

 

Wieder ein Todesfall im Berliner Zoo

Schon wieder gibt es eine Hiobsbotschaft aus dem Berliner Zoo.  Nur zweieinhalb Wochen nach dem Tod des berühmten Eisbären Knut ist ein weiterer Publikumsliebling gestorben: die Elefantenkuh Shaina Pali. Sie lag heute früh tot in ihrem Stall. Das Tier kam 2005 im Berliner Zoo zur Welt. Nebenstehendes Foto zeigt Shaina Pali an ihrem ersten Geburtstag, an dem sie vor begeisterten Zoobesuchern eine Gemüsetorte verspeisen durfte.

Während vonseiten des Zoos noch keine Angaben über die Todesursache gemacht werden – eine Sprecherin hat auf die Sektion des Tieres verwiesen, die Klarheit darüber bringen soll – gibt es bereits Spekulationen, dass Shaina Pali an einer Herpes-Virus-Infektion gestorben sein könnte. Dass eine solche Erkrankung äußerst tückisch verlaufen kann, räumte auch die Zoosprecherin ein.

Im Berliner Zoo hat man außerdem bereits schlimme Erfahrungen mit dieser Erkrankung gemacht. Shaina Pali war die Tochter von Elefantenkuh Pang Pha. Die hatte in dem Zoo schon einmal ein Baby zur Welt gebracht, das im Jahr 2000 an den Folgen einer Herpes-Virus-Infektion gestorben ist. Und auch der Vater dieses kleinen Elefanten erlag einer  solchen Infektion. Die Spekulationen, dass dieses Virus auch am Tod von Shaina Pali schuld sein könnte,  sind also nicht weit hergeholt.