Ein Kulan im Elefantengehege

Das Freigehege der Elefanten im Nürnberger Tiergarten war verwaist, seit mit Yvonne der letzte Elefant den Zoo verlassen hat. Schade, denn die Freianlage ist eigentlich sehr schön. Und leer stehende Gehege machen sich in einem Zoologischen Garten einfach nicht gut.

Das sieht die Tiergartenleitung ähnlich und hat jetzt zumindest für ein bisschen Wiederbelebung dort gesorgt: Der älteste Kulan-Hengst durfte einziehen. Er ist ein echter Einzelgänger und ziemlich unverträglich. Mit seinen vier Damen hatte er dauernd Ärger. Wenn er sie nicht decken durfte, hat er die meiste Zeit nach ihnen gebissen. Eine Zeitlang wurde der Kulan im Gut Mittelbüg in Schwaig untergebracht, das zum Tiergarten gehört. Aber dort ist es in letzter Zeit auch eng geworden, und so konnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man hat mehr Platz in Mittelbüg geschaffen und bietet den Zoobesuchern etwas zum Anschauen in der Freianlage der Elefanten. Der Kulan-Hengst dreht seine Runden durch das Gehege und scheint sich dort ganz wohlzufühlen.

Spätestens im Herbst allerdings sollen wieder die Tiere in dem Gehege zu sehen sein, die eigentlich dort hingehören: Elefanten. Zwei Jungbullen sollen nach Nürnberg kommen. Vorher muss aber das Elefantenhaus umgebaut werden, denn die Haltung der Jungbullen funktioniert dann über „geschützten Kontakt“: Die Tierpfleger müssen durch Hindernisse vor den schnell gefährlich werdenden Elefanten geschützt werden. Körperlicher Kontakt ist trotzdem noch möglich – zum Beispiel zwischen Säulen hindurch, durch die sich der Dickhäuter nicht hindurchzwängen kann, der Pfleger aber schon.