Schwerer Schlag gegen die Wildtiermafia!

Folgende gute Nachricht passt hervorragend zu meinem letzten Beitrag, deswegen möchte ich sie – in gekürzter Form – vom WWF übernehmen:

Innerhalb nur weniger Tage haben Zollfahnder und Strafvollzugsbehörden in Asien und Afrika große Mengen an Nashorn und Elfenbein sichergestellt und damit die perfekte Vernetzung und die mannigfaligen Verbindungen der Wildtiermafia zwischen Thailand, Vietnam, Gambia, Malawi und Kamerun nachgewiesen. In Thailand stießen die Beamten bei einer Routine-Untersuchung in zwei Koffern auf 21 Nashorn-Hörner mit einem Gesamtgewicht von 50 Kilogramm. Die Koffer hatten zwei Thailänderinnen dabei, als sie aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba geflogen kamen. Der Wert des Fundes wird auf fünf Millionen Dollar geschätzt, damit ist es einer der größten während der letzten Jahre.

Erst wenige Tage zuvor wurden in Thailand in einem Container 422 Elefanten-Stoßzahnteile konfisziert – 33 Kilogramm Elfenbein! Die Fracht kam aus Malawi. Beamte durchsuchten die Container, weil Malawi seit einigen Jahren als wichtiger Teil der internationalen Elfenbein-Schmuggelroute bekannt ist. Auch in Hanoi ist den Zollbeamten ein Schlag gegen die Wildtiermafia gelungen. Am Noi Bai-Flughafen wurden in zwei Koffern 118 Kilogramm Nashorn-Horn sichergestellt. Die Kofferbesitzer kamen aus Kenias Hauptstadt Nairobi. Außerdem glückte afrikanischen Behörden ein Coup gegen den Elfenbeinhandel. In Kamerun fanden Kontrolleure in einem LKW 159 Stoßzähne. Drei Männer konnten verhaftet werden; sie waren offenbar auf dem Weg nach Norden, um das Elfenbein nach Nigeria zu schmuggeln.

Trotz dieser Erfolge bleibt die Lage der für die Wildtiermafia interessanten Tierarten in Afrika dramatisch. So wurden innerhalb von nur 24 Stunden (!) in Südafrika Anfang dieses Monats zum Beispiel 13 Nashörner getötet. Die erfolgreiche Strafverfolgung und Aufdeckung des verbotenen Handels mit Elfenbein und Nashorn-Horn ist auch nur ein Teil der Anti-Wildereiarbeit – genauso wichtig ist es, den Tod der Tiere für medizinischen Irrglauben und Statussymbole zu verhindern. Da haben Organisationen wie der WWF noch viel zu tun und verdienen jede nur mögliche Unterstützung bei ihrer Arbeit.

Stoppt endlich den Elfenbein-Schmuggel!

Ob sich Tierschützer in dieser Sache durchsetzen können? Nach dem Willen der Artenschutzorganisation Pro Wildlife soll die Bundesregierung das gesamte Elfenbein zerstören, das in den letzten Jahren in Deutschland beschlagnahmt wurde. Seit 1996 waren das laut Pro Wildlife über 6500 Schnitzereien aus Elfenbein und 135 komplette Stoßzähne. Elfenbein von frisch erlegten Tieren darf seit 1989 nicht mehr in die EU eingeführt werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat vor ein paar Wochen bei einer Konferenz in London eine Erklärung zur Vernichtung beschlagnahmter Wildtierprodukte mit
unterschrieben; daran muss sie sich jetzt messen lassen. Immerhin gibt es mittlerweile weltweit eine Bewegung, die dem millionenschweren Handel mit Elfenbein den Garaus machen will. Andere Staaten sind bei der Zerstörung von Elfenbein mit gutem Beispiel vorangegangen, etwa die USA, Kenia und Frankreich. In Deutschland halten die Behörden nichts davon, weil die hier gelagerten Elfenbein-Mengen nicht groß genug seien, um wirklich ein Zeichen gegen illegalen Wildtierhandel zu setzen. Statt dessen will man die beschlagnahmten Waren beispielsweise für Schulungen oder die Forschung hernehmen.

Die deutschen Behörden schlagen eine andere Lösung vor: Es sind große Mengen von Mammut-Elfenbein vorhanden, in Form von Stoßzähnen der ausgestorbenen Tiere. Davon liegen allein an der Polarmeerküste angeblich 700 000 Tonnen – das in Kanada oder Alaska im Permafrost konservierte Material noch gar nicht eingerechnet. Artenschützer sind davon allerdings nicht überzeugt, weil Laien den Unterschied zwischen Elefanten- und Mammut-Elfenbein kaum sehen. Sie befürchten deshalb, der Handel mit Mammut-Stoßzähnen könnte zum Einfallstor für Elfenbein von gewilderten Elefanten werden.

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Konferenz für den Artenschutz

Die nächste Artenschutzkonferenz  findet vom 13. bis 25. März in Doha (Emirat Katar) statt. 175 Staaten nehmen daran teil. Im Mittelpunkt stehen diesmal Haie, Korallen, Eisbären und Elefanten. Ich habe hier kürzlich schon über das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschrieben, das den Handel mit bedrohtenTieren und Pflanzen begrenzt.

Besonders viele Anträge gibt es bei der diesjährigen Konferenz zum Thema gefährdete Meerestiere. Immerhin sind 75 Prozent der Fischbestände weltweit bedroht. Bereits die letzte Artenschutzkonferenz vor drei Jahren in Den Haag hatte für ein stärkeres CITES-Engangement beim Schutz von
Meeresfischen plädiert. In deutschen Gewässern sind der Dorn- und der Heringshai besonders schützenswert. Noch nie gehört? Kein Wunder: Sie dürften eher als Schillerlocke, Fish and Chips oder Hai-Steak bekannt sein. Unter diesen Namen landen sie nämlich auf dem Tisch. Auch die Jagd auf die begehrten Haiflossen führt dazu, dass viele Haiarten stark dezimiert wurden.

Um Elefanten bzw. um Elfenbein und Elfenbeinhandel streiten bei der Konferenz vor allem die Afrikaner. Kenia, Ghana, Ruanda und vier weitere Länder prophezeien, dass die Wilderei wieder zum Problem wird, wenn weiteres Elfenbein verkauft werden darf. Sie wollen den Handel deshalb für weitere 20 Jahre verbieten. Aber Tansania und Sambia möchten ihre Lager leer bekommen. Deutschland ist gegen den Elfenbeinhandel, die EU noch gespalten.
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