Wo der Feldhamster zurückkehrt

Ich bin ganz vernarrt in diese Tiere – vielleicht, weil ich als Kind mehrere Goldhamster halten durfte. Feldhamster hingegen galten ja lange Zeit als Schädlinge und wurden bejagt oder mit Chemie unschädlich gemacht. So gründlich, dass diese Tierart heute auf der Roten Liste steht. Umso erfreulicher, dass es jetzt auf Feldern in der Nähe von Mannheim ein interessantes Projekt für Feldhamster gibt. Wissenschaftler versuchen dort 40 gezüchtete Hamster wieder anzusiedeln. Dafür haben Fachleute Löcher vorbereitet, in die sie mit Hilfe von Plastikrohren die Tiere hineinbugsieren. Mit Landwirten wurde vereinbart, dass die Hamster auf dem Gelände gute Lebensbedingungen haben sollen. Für die Nager wurde Luzerne angepflanzt, damit sie genügend Deckung, aber auch Nahrung finden. Ziel der Projekts ist es, eine tragfähige Population aufzubauen.

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Gibt´s bald keine Feldhamster mehr?

Sie ist wirklich alarmierend: die neue Rote Liste gefährdeter Tiere in Deutschland. Von 478 heimischen Wirbeltier-Arten, deren Vorkommen bei uns untersucht wurde, sind 207 Arten – immerhin 42 Prozent!! –  gefährdet und 132 Arten (38 Prozent)  „akut in ihrem Bestand bedroht“.  Zu den analysierten Wirbeltieren gehören Säugetiere, Brutvögel, Kriechtiere, Lurche und Süßwasserfische.

FeldhamsterMan muss sich das mal vorstellen: Der Feldhamster ist laut dieser Liste bei uns vom Aussterben bedroht! Das heißt, er ist aus der Kategorie „stark gefährdet“ noch einmal weiter nach oben gerückt, sozusagen in Alarmstufe eins. Früher kamen diese Tiere fast so häufig vor wie Mäuse. Heute gibt es für die niedlichen Nagetiere so gut wie keinen geeigneten Lebensraum mehr bei uns: An den Äckern sind die – früher üblichen – breiten Randstreifen verschwunden.

Kiebitzen oder Seggenrohrsängern ergeht es auch nicht viel besser: Ihr bevorzugter Lebensraum, die sogenannten Feuchtwiesen, verschwinden in Deutschland nach und nach. Schuld daran ist die im Vergleich zu früher intensivere Landwirtschaft, aber auch der Bau von Siedlungen und Straßen trägt seinen unrühmlichen Teil zum Verlust tierischer Lebensräume bei.

Die Rote Liste gefährdeter Wirbeltiere in Deutschland wird alle zehn Jahre aktualisiert. Seit dem letzten Mal hat sich zumindest für einige Arten etwas zum Positiven gewendet: Durch die unterschiedlichsten Schutzprogramme hat sich zum Beispiel der Bestand von Seehunden, Fischottern, Bibern, Fledermäusen, Uhus, Weißstörchen und sogar von Seeadlern leicht erholt. Immerhin ein gewisser Trost!

Man muss also nicht machtlos zusehen, wie eine Art nach der anderen ausstirbt. Mit Natur- und Artenschutz lässt sich durchaus etwas erreichen. Doch die entsprechenden Organisationen wie Bund Naturschutz, Naturschutzbund Deutschland oder Landesbund für Vogelschutz müssten dafür auch politisch mehr Unterstützung bekommen als bisher.