Mussten 27 Tiere für "Hobbit" sterben?

Mit Spannung warten derzeit alle Fans von John R.R. Tolkiens Buch „Der Kleine Hobbit“ auf den ersten Teil der Filmtrilogie „Der Hobbit“, der am 13. Dezember in deutschen Kinos unter dem Titel „Eine unerwartete Reise“ startet. Die Premiere findet zwei Wochen vorher, am 28. November, in Wellington (Neuseeland) statt. Dort wirbt das „Embassy-Theater“ bereits im Vorfeld mit einer überdimensionalen Gandalf-Figur für den Streifen. Auch der britische Thronfolger Prinz Charles ist ein großer Hobbit-Fan und hat bei seinem Staatsbesuch in Neuseeland das Filmteam getroffen, u.a. den Schauspieler Mark Hadlow, der in der Rolle des Zwergs Dori zu sehen sein wird.

50 Millionen Dollar hat allein die Produktion dieses ersten „Hobbit“-Films gekostet. Umso ungeheuerlicher ist ein Skandal, der jetzt aufgedeckt wurde:  Die Dreharbeiten für den Film haben offenbar das Leben von mindestens 27 Tieren gefordert. Die Produktionsfirma soll für den Tod dieser Tiere verantwortlich sein, die nach Aussagen von Tierpflegern wegen schlechter Haltungsbedingungen auf einer Farm in der Nähe von Wellington umgekommen seien. Auf der Farm waren um die 150 Tiere untergebracht, die im Film mitspielen, u.a. Pferde, Ziegen, Hühner und Schafe.

Laut den Tierpflegern hat es auf der Farm regelrechte „Todesfallen“ für die Tiere gegeben: Felsvorsprünge, Senken oder auch kaputte Zäune. Obwohl sie die Filmproduzenten über diese Mängel informiert hätten, habe niemand darauf reagiert. Einige Zäune haben die Pfleger angeblich selbst geflickt, aber sie hätten nicht genug tun können, um die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten. Ein Sprecher von Regisseur Peter Jackson hat zugegeben, dass der Tod von zwei Pferden hätte verhindert werden können. Doch für andere Todesfälle soll es „natürliche“ Ursachen gegeben haben. Die Produktionsfirma will die Unterbringung der Tiere außerdem nachgebessert haben.

Aufgrund dieser Vorfälle haben Tierschützer zu Protesten bei den „Hobbit“-Premieren in Neuseeland, Großbritannien und den USA aufgerufen.

 

Sushi am Stiel

Ab und zu lohnt es sich ja,  hier im Blog einen Film zu empfehlen. Das möchte ich nach längerer Zeit heute mal wieder tun, auch wenn es sich nicht um einen Tierfilm im herkömmlichen Sinn handelt.

Aus der Tradition der japanischen Küche heraus hat Sushi die Welt erobert. Der Siegeszug der ebenso schmackhaften wie gesunden Häppchen mit rohem Fisch und Reis ist nicht mehr zu stoppen. Doch was steckt hinter dem globalen Sushi-Boom? Dieser Frage geht Mark S. Hall in seinem Dokumentarfilm „Sushi – the Global Catch“ nach, der am 7. Juni in den deutschen Kinos startet (nebenstehendes Foto: Neue Visionen Filmverleih).

Japanische Köche zelebrierten die Zubereitung von Sushi und Sashimi einst als Kunst. Sie schufen Kreationen, bei denen Fisch und Reis eine Einheit bildeten. Die Ausbildung zum Sushi-Chef dauerte Jahre, und der Fisch, den sie verwendeten, zeichnete sich durch höchste Qualität aus. So läuft das heute nur noch in Restaurants der Spitzenklasse. Mittlerweile hat sich weltweit ein Industriezweig entwickelt, der Sushi zu Massenware gemacht hat: Sushi zum Mitnehmen, Sushi am Stiel, Sushi als Fastfood oder in Klarsichtfolie abgepackt im Supermarkt.

Spätestens seit in Ländern wie Indien und China die Nachfrage nach Sushi unaufhaltsam steigt, gibt es ein globales Problem, dessen Folgen noch gar nicht richtig absehbar sind: Der Bestand der großen Thunfischarten ist seit den 1950er Jahren um 90 Prozent geschrumpft. Vor allem die verschiedenen Arten des Blauflossenthunfischs sind vom Aussterben bedroht. Auf dem berühmten Tsukiji-Fischmarkt in Tokio wurde ein einziger Fisch bereits zum Preis von 700 000 US-Dollar versteigert. Wissenschaftler sagen voraus, dass die Weltmeere in 35 Jahren leergefischt sein werden und ihr ökologisches Gleichgewicht zerstört sein wird.

Kann der einzelne Verbraucher etwas dagegen tun, wenn ganze Regierungen dieser katastrophalen Entwicklung offenbar machtlos zusehen? Mark S. Hall holt in seinem Dokumentarfilm (Originalfassung mit Untertiteln) Restaurantbesitzer vor die Kamera, Meeresbiologen, Forscher, Vertreter von Umweltschutzorganisationen und Fischer. Er lässt einen Restaurant-Chef zu Wort kommen, der in San Francisco Sushi mit alternativen Fischarten anbietet und damit einen Riesenerfolg bei den Gästen gelandet hat. Er stellt Listen verschiedener Verbände vor, die den Konsumenten informieren, welche Fische er bedenkenlos essen kann und auf welche er lieber verzichten sollte.

Thunfischfarmen an der australischen Küste könnten eine Alternative zum Thunfisch-Wildfang bilden: Junge Thunfische werden aus dem Meer gefangen und gemästet. Der aus Deutschland stammende, in Australien lebende, Hagen Stehr betreibt ein Institut, in dem er Blauflossenthunfische zum Laichen bringt. Er versucht nun, die Fische an Futter aus Getreide und Pflanzenöl zu gewöhnen, um die Population der Beutefische nicht zu gefährden. Auch solche Hoffnungsschimmer beleuchtet der Film. Er besticht insgesamt durch seine nüchterne Bestandsaufnahme, die umso deutlicher vor Augen führt, dass etwas geschehen muss, wenn wir das Leben in den Ozeanen der Welt retten wollen.

Filmstart für neuen "Serengeti"-Film

Es war im Jahr 1959, als der unvergessliche Film „Serengeti darf nicht sterben“ von Michael Grzimek und dessen Vater Bernhard Grzimek in die Kinos kam. Er wurde übrigens 1960 mit dem Oscar für den besten Dokumentationsfilm ausgezeichnet.

260111DOK026Über 50 Jahre später startet nun am heutigen 3. Februar in den deutschen Kinos der Film „Serengeti“ des Zoologen und Naturfilmers Reinhard Radke – ebenfalls eine Dokumentation über den berühmten Nationalpark in Tansania. Mittlerweile ist das Naturparadies durch eine geplante Straße bedroht, die den Park durchqueren und zum Viktoria-See führen soll. Diese Verkehrsverbindung hätte schlimme Folgen für die jährliche Wanderung von Millionen von Tieren nach Kenia und wieder zurück. Diese Straßenbaupläne problematisiert Radke allerdings nicht in seinem Film, was ihm Naturschützer auch schon stark angekreidet haben.

Radkes großes Thema ist der Überlebenskampf der im Serengeti-Park lebenden Tiere: Es geht schlicht und einfach um Leben und Sterben,  Fressen und Gefressen werden. Radke und sein Team haben mit modernster Kameratechnik beeindruckende Szenen von Leben und Tod, vom Kampf gegen Hunger und Durst eingefangen. Reinhard Radke geht es nicht darum, dem Zuschauer den unerbittlichen Kampf zwischen Räuber und Beutetier bis ins Detail vor Augen zu führen – die grausamsten Szenen hat er dem Kinopublikum bewusst erspart. Stattdessen macht er dem Zuschauer das meist sehr komplizierte Verhältnis zwischen Räuber und Beutetier mit brillanten filmischen Dokumenten deutlich.

Radke versucht mit seinem Film, die monumentale Schönheit des Serengeti-Nationalparks auf die Kinoleinwand zu zaubern und die Zuschauer daran teilhaben zu lassen. – Ob ihm das zu unkritisch ist, muss jeder Kinobesucher für sich selbst entscheiden.

Tierischer Filmspaß

010110DOK403Heute ist es mal wieder an der Zeit für einen Filmtipp hier im Blog. Diesmal möchte ich meinen Lesern den Animationsfilm „Die Konferenz der Tiere“ ans Herz legen. Auch wenn er mit dem gleichnamigen Buch von Erich Kästner aus dem Jahr 1949 fast nichts mehr gemeinsam hat – der Film ist witzig und hat mich vor allem durch seine wunderbaren Bilder überzeugt.

Und darum geht es in dem Film: Die Tiere in der afrikanischen Savanne – Hauptpersonen sind das Erdmännchen Billy und der Löwe Sokrates –  wundern sich, dass plötzlich kein Wasser mehr da ist. Das einzige noch vorhandene Wasserloch haben die Büffel und Nashörner für sich vereinnahmt. Also begeben sich Billy und Sokrates auf Wassersuche. Dabei treffen sie auf den gallischen Hahn Charles. Der ist mit einer Eisbärin, einem Känguru, einem Tasmanischen Teufel und zwei Galapagos-Schildkröten unterwegs. Diese Tiere sind alle aus ihrer ursprünglichen Heimat nach Afrika geflohen.  Denn durch die schweren Umweltsünden der Menschen wurde überall die Natur zerstört. Im Okavango-Delta hoffen die Tiere jetzt auf ein besseres Leben.

Aber auch da hat der Mensch sein Unwesen getrieben. Ein Hotelier hat einen riesigen  Staudamm bauen lassen und verschwendet alles Wasser für ein Luxushotel. Ausgerechnet dort sollen sich Politiker versammeln, um eine Konferenz zum Umweltschutz zu veranstalten.  Die Tiere organisieren nun eine Gegenkonferenz, um sich zu wehren. Und gemeinsam sind sie nicht aufzuhalten – der tierische Filmspaß nimmt seinen Lauf. Es gibt jede Menge Action, trotzdem kommt das Thema Umwelt- und Naturschutz nicht zu kurz. Einfach amüsant!

Christkind bringt Knut ins Fernsehen

urn:newsml:dpa.com:20090101:091218-10-11009Für alle, die sich das Warten aufs Christkind am Heiligen Abend kurzweiliger gestalten wollen, habe ich einen Fernseh-Tipp: In der ARD wird um 12.05 Uhr der eineinhalb Stunden lange Film „Knut und seine Freunde“ ausgestrahlt.  Im Kino war der Streifen zwar ein Flop. Doch als Unterhaltungsfilm im Fernsehen dürfte er viele Zuschauer erfreuen.

Regisseur Michael Johnson erzählt nicht nur das Schicksal von Knut und seinem Pfleger Thomas Dörflein, an dem Millionen von Menschen auf der ganzen Welt so großen Anteil genommen haben. Auch Knuts Freunde treten im Film auf: Masha und Pasha – wie Knut von ihrer Mutter verlassen -, müssen sich in den einsamen Schnee- und Eiswüsten Weißrusslands durchschlagen. Mit von der Partie sind auch die Eisbärenkinder Lasse, Linn und Kunik mit ihrer Mutter Maidu.

In dem Film nimmt nicht jedes Tierschicksal ein gutes Ende. Und auch in der Wirklichkeit gab es zumindest für Thomas Dörflein, den Ersatzvater von Knut,  kein Happy-End: Er ist bekanntlich im September 2008 an Herzversagen gestorben, hat aber die Kinopremiere des Films im März 2008 noch erlebt und fand den Streifen „ganz großartig“.

Nun, da der Film im Fernsehen läuft,  können wir uns ja eine eigene Meinung darüber bilden. Um ungeduldige Kinder davon abzuhalten, die Weihnachtsvorbereitungen am Heiligen Abend zu stören, taugt der Film mit Sicherheit allemal.

"Die Bucht": Jagd auf Delfine liefert Diskussionsstoff

Schon bevor der Film bei uns überhaupt angelaufen ist, löst er heftige Diskussionen aus. In allen möglichen Fernsehsendern und im Internet wurde eifrig und umfangreich vorberichtet: „Die Bucht“ („The Cove“) von Louie Psihoyos und Ric O`Barry ist ein Öko-Thriller, der grausame, blutrünstige Bilder zeigt von der traditionellen Treibjagd auf Delfine in Taiji (Japan). Der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Film klagt nicht nur das grausige Abschlachten der Tiere an. Er rechnet auch mit denen ab, die nach Ansicht der Macher verantwortlich sind für das Riesengeschäft, das weltweit mit Delfinen, Delfin-Shows und Delfinarien läuft.

Ric O`Barry hat in den 60er Jahren die Delfine für die Serie „Flipper“ trainiert. Seitdem gehören Delfine auf der ganzen Welt zu den meistgeliebten Tieren. Später distanzierte sich O`Barry davon. Er engagiert sich seit Jahrzehnten gegen den Delfinfang und die Geschäftemacherei mit Delfinen. Auch in dem Film „Die Bucht“, der das Thema mit den Mitteln eines Thrillers spannend inszeniert.

Die Frage ist aber, ob der Film die Delfinarien nicht zu pauschal über einen Kamm schert. Seriöse Delfinarien, die in Zoos betrieben werden, halten keinen einzigen Delfin, der aus solchen Treibjagden stammt. Diese Zoos verurteilen die Delfin-Treibjagden ebenso wie der Film. Viele betreuen Artenschutz-Projekte für Meeressäuger in verschiedenen Regionen der Welt. „Wir lassen uns ungern mit einem Delfinarium vergleichen, das einfach nur ein paar Tiere für Touristen in einen Pool schmeißt“, sagt der Direktor des Nürnberger Tiergartens, Dag Encke. Nach den Ankündigungen, die vorab über „Die Bucht“ liefen, meint er, die Vorwürfe gegen Delfinarien seien zu undifferenziert.

Und was ist Ihre Meinung?