Neun Augen, oder doch nur zwei?

Da haben wir´s – ein Tier, das gar kein Fisch ist, wurde zum Fisch des Jahres 2012 gekürt: das Neunauge. Rein biologisch gesehen, zählt es nämlich nicht zu den Fischen, sondern zu den Kieferlosen: Es hat keine Schuppen und auch kein richtiges Maul mit zwei Kiefern, sondern muss mit einem runden Saugmund auskommen; immerhin besitzt es unten ein paar Zähne.

Doch gönnen wir dem Neunauge die Wahl, denn das Viech hat´s schwer genug auf dieser Welt: Es leidet unter schmutzigem Wasser ebenso wie darunter, dass immer mehr Gewässer bebaut werden. Trotzdem haben die aalförmigen Tiere in Deutschland während der letzten Jahre zahlenmäßig ein wenig zulegen können. Aber es könnte besser bestellt sein um ihren Bestand.

Jedenfalls lohnt es sich, weiterhin ein Auge auf das Neunauge zu haben. Schließlich existiert dieses Tier schon seit ungefähr 500 Millionen Jahren und gehört damit zu den ältesten Wirbeltierarten. Das soll ihm erst mal einer nachmachen! Vielleicht hat das Neunauge nur deshalb so lang durchgehalten, weil es von Zeit zu Zeit zum Parasiten wird: Es saugt sich einfach an Fischen fest und bohrt sich, um an deren Blut und Gewebe heranzukommen, manchmal tief in den Körper ihrer „Opfer“ hinein. Gruselig irgendwie, aber so ist halt die Natur.

Wer sich jetzt noch fragt, warum das Neunauge „Neunauge“ heißt, dem kann ich dank dpa die Antwort sagen: Wenn man nicht so genau hinschaut, sieht es aus, als habe das Neunauge neun Augen. Die Nasenlöcher und Kiemen an der Seite sehen auch fast wie Augen aus. Aber selbst das Neunauge hat nur zwei Augen. Seinen Namen darf es von mir aus trotzdem behalten.

Tiere des Jahres 2011

Wir starten voll durch ins neue Jahr 2011, und da dürfen natürlich auch die Tiere des Jahres 2011 nicht fehlen. Sie wurden von Naturschützern hauptsächlich ausgewählt, weil sie als gefährdete Tierarten gelten und weil die öffentliche Aufmerksamkeit auf sie gerichtet werden soll.

urn:newsml:dpa.com:20090101:101008-99-00195Vogel des Jahres 2011 ist der Gartenrotschwanz, über den ich hier schon gleich berichtet hatte, als er gerade frisch gekürt worden war. Sein Bestand in Deutschland ist in den letzten 30 Jahren von 450 000 Brutpaaren auf 150 000 zusammengeschmolzen. Den männlichen Gartenrotschwanz erkennt man an seinem ziegelfarbenen Schwanz, der orangen Brust und der schwarzen Kehle. Dass die Zahl der Gartenrotschwänze zurückgeht, hat folgende Gründe: Sie finden immer weniger geeignete Nistplätze in Gärten und Baumhöhlen.  Vor allem in Gärten sind sie trotz ihres Namens immer seltener zu finden. Es gibt zu wenig Hecken, zu wenig Streuobstwiesen, zu viele fremdländische Gehölze und sterile Rasenflächen. Das bevorzugte Futter des Gartenrotschwanzes, nämlich Schmetterlinge, Raupen, verschiedenartigste kleine Insekten und Spinnen, ist auch immer schwerer zu finden. Denn durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werden diese Beutetiere stark dezimiert.

urn:newsml:dpa.com:20090101:101226-99-01794Fisch des Jahres 2011 ist die Äsche. Das größte Problem dieses Fisches ist die Verschmutzung der Gewässer, auf die er äußerst empfindlich reagiert; Gewässerverschmutzung lässt den Äschenbestand ständig schrumpfen. Denn diese Fischart braucht klares, kühles Wasser. Äschen haben einen kleinen Kopf und ein spitzes Maul, ihr Rücken schimmert graugrün oder bläulich-grau. An den Seiten und am Bauch sind die Äschen silberweiß bis messingfarben. Die Äsche war bereits Fisch des Jahres 1997 und ist durch die Berner Konvention in Europa geschützt.

urn:newsml:dpa.com:20090101:101226-99-01796Schmetterling des Jahres 2011 ist der Große Schillerfalter, einer der schönsten Tagfalter in Europa. In Deutschland ist er allerdings selten geworden. Seine Flügelspannweite kann bis zu 65 Millimeter betragen. Die Flügel der Männchen schimmern blau (zu sehen auf dem oberen Foto), die Weibchen sind zurückhaltender dunkelbraun gefärbt (zu sehen auf dem unteren Foto). Im Gegensatz zu anderen Schmetterlingen findet man den Schillerfalter fast nie auf Blüten, denn er ernährt sich nicht von Blütennektar. Schillerfalter fliegen oft auf dem Boden, wo sie Aas oder Tierkot fressen. Die Falter ruhen sich gern auf Eichen aus.