Zum 19. Mal: Europäische Fledermausnacht

Fledermaus
In der Nacht von Samstag auf Sonntag findet zum 19. Mal die Europäische Fledermausnacht statt. Für diesen Termin haben Tierschützer an vielen Orten Veranstaltungen rund um die Fledermäuse geplant, beispielsweise Nachtwanderungen, bei denen man Gelegenheit hat, diese Tiere zu beobachten.

In Bayern leben 25 verschiedene Fledermausarten. In der Mitte des letzten Jahrhunderts gab es bei uns noch wesentlich mehr von diesen Tieren als heute. Der Rückgang der Tiere hat verschiedene Ursachen, unter anderem die intensive Landwirtschaft mit Pestiziden, die den Fledermäusen die Nahrungsgrundlage entzogen hat. Fledermäuse finden außerdem immer weniger geeigneten Lebensraum. So ist die Bestandszahl seit den 1950er Jahren um rund 90 Prozent zurückgegangen. In 80er Jahren begannen die Bestände sich langsam wieder zu erholen. Wie viele Tiere gegenwärtig in Bayern leben, ist unbekannt. Die einzige Art, bei die Experten eine Schätzung wagen, ist das Große Mausohr. Bei dem geht man von rund 135 000 Tieren im Freistaat aus. Möglicherweise gibt es von der Zwergfledermaus noch mehr Exemplare.

Bei zehn der bei uns vorkommenden 25 Arten gibt es laut der nordbayerischen Koordinationsstelle für den Fledermausschutz eine positive Tendenz. Vom Aussterben bedroht sind aber nach wie vor die Kleine und die Große Hufeisennase. In Bayern gibt es von der Kleinen Hufeisennase nur noch etwa 300 Exemplare. Bei der Großen Hufeisennase sind es um die 150; sie leben in Hohenburg in der Oberpfalz, und es sind die letzten ihrer Art in Deutschland.

Es gibt aber auch gute Nachrichten in Sachen Fledermäuse: Vor drei Jahren wurde die Nymphenfledermaus in Bayern entdeckt. Diese Art ist besonders anspruchsvoll, was ihren Lebensraum anbelangt. Sie braucht alte feuchte Eichenwälder zum Überleben. Weil Fledermäuse haben es gern warm haben, kommen in Südbayern mehr verschiedene Arten vor als im Norden des Freistaats: 25 sind es in Südbayern, 21 in Nordbayern.

Fledermausnacht im Tiergarten

Fledermäuse sind faszinierende Tiere. Bei uns in Europa haftete diesen fliegenden Säugetieren jahrhundertelang etwas Dämonisches an. Geschichten um blutsaugende Vampire beflügelten Schriftsteller und Filmemacher. Ich gebe gerne zu, dass mich Graf Dracula schon immer gefesselt hat; dagegen bin ich kein großer Fan von Batman.

Das Thema Fledermäuse gibt aber auch unter wissenschaftlichen Aspekten eine Menge her. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass weltweit ungefähr 900 verschiedene Fledermausarten verbreitet sind, in Europa immerhin noch 40. Allerdings tauchen von den in Deutschland lebenden Arten bereits 17 als gefährdet auf der Roten Liste auf. Um zum Schutz dieser Tiere aufzurufen, veranstalten Natur- und Artenschutzverbände regelmäßig Informationsveranstaltungen. Die bekannteste ist bei uns wohl die „Europäische Fledermausnacht“, die traditionell Ende August stattfindet. Viele Veranstalter wählen aber auch andere Termine.

So auch der Tiergarten Nürnberg. Er organisiert eine Fledermausnacht am kommenden Dienstag, 2. Oktober, von 18 bis 22 Uhr. Das Motto lautet „Nicht alle Fledermäuse fressen Insekten – Besuch bei den Blütenfledermäusen im Tiergarten“. (Eine Blütenfledermaus ist auch auf dem Foto oben zu sehen.) Dazu gibt es Vorträge im Naturkundehaus, bei denen man Einblick in das Leben der Fledermäuse bekommt. Es wird auch erklärt, wie das Echoortungssystem der Fledermäuse funktioniert, und man kann dank moderner Technik Fledermausrufe live hören. Im Manatihaus (in dem Haus der Lagune, in dem die Seekühe untergebracht sind) haben die Besucher Gelegenheit, Blütenfledermäuse selbst zu erleben. Sicher gibt es dabei spannende Begegnungen mit den kleinen Nachtschwärmern.

Ab 17 Uhr gilt im Tiergarten der ermäßigte Eintrittspreis, mit dem auch der Besuch der Veranstaltungen der Fledermausnacht möglich ist. Im Naturkundehaus und im Manatihaus ist für ein gastronomisches Angebot gesorgt.