Bayerisches Rindvieh auf Abwegen

Was ist nur los mit Bayerns Rindviechern? Im letzten Jahr hielt Kuh Yvonne die Öffentlichkeit wochenlang in Atem, nachdem ihr eine spektakuläre Flucht gelungen war. (Auf dem Foto ist Kuh Waltraud zu sehen, die Schwester von Yvonne, die Yvonne anlocken sollte, was aber nicht klappte.) Fast genau zum Jahrestag von Yvonnes großer Sause sind in Bayern mehrere Rinder aufmüpfig geworden.

Diesmal hat es ein Jungstier geschafft, von einem Bauernhof in Bad Birnbach/Niederbayern zu entkommen. Seppe heißt das Tier, und es sind schon zehn Tage her, seit er von seinem Hof verschwunden ist. Die Polizei vermutet, dass er sich im Unterholz der Wälder versteckt, die an den Bauernhof angrenzen. Ähnlich war es ja bei Yvonne auch gewesen: Sie war eine ganze Zeitlang im Wald unterwegs und wurde damals als „Kuh, die lieber ein Reh wäre“ berühmt.

Ihre Freiheitsliebe hatten vor einigen Wochen auch zwölf Jungrinder in Kastl in der Oberpfalz entdeckt. Neun von ihnen sind mittlerweile allerdings wieder eingefangen worden, nachdem vorübergehend tagelang jede Spur von ihnen gefehlt hatte. Für die drei letzten hat die Flucht vom Bauernhof ein schlimmes Ende genommen: Sie wurden jetzt Opfer eines Jägers, der alle drei erschoss. Die lapidare Begründung für diesen Schritt lautete: Die Tiere hätten nach der langen Zeit in ihrem Stall nicht mehr heimisch werden können. Also erschießt man sie – ob das nun typisch bayerisch ist oder nicht, will ich mal dahingestellt sein lassen.