Der Nachfolger von Fritz heißt Thomas

Die Gorilladamen im Tiergarten Nürnberg haben wieder einen männlichen Anführer: Als Nachfolger für den im Sommer verstorbenen, hochbetagten Fritz ist Gorillamann Thomas am Schmausenbuck eingetroffen (Foto: Tiergarten Nürnberg). Der männliche Flachlandgorilla erblickte am 29. Dezember 2002 im Zoo von Rotterdam das Licht der Welt und ist dort in einer großen Gorillagruppe aufgewachsen. Im Alter von sechs Jahren übersiedelte er in eine Gorilla-Junggesellengruppe in den spanischen „Bioparc Valencia“.

Die Tierrechtsaktivisten von Peta werden sicher gleich wieder ihren Protest in Form einer Massenmail an die Medien kundtun. Sie hatten ja vor ein paar Wochen schon den Nürnberger Tiergarten dazu aufgefordert, seine Gorillahaltung einzustellen. Jetzt werden sie wohl auch den langen, anstrengenden Transport von der Iberischen Halbinsel nach Nürnberg anprangern, den der Silberrücken offenbar gut bewältigt hat: Thomas hielt nach seiner Ankunft erst einmal ein Schläfchen. Wenige Stunden später erkundete er dann die Innenbereiche und Außenkäfige der Gorilla-Anlage im Tiergarten.

Bald nahm er durch die Scheiben einen ersten Kontakt zu den vier Nürnberger Weibchen auf  – auf dem Bild begutachtet Habibu (hinter der Trennscheibe) ihren neuen „Chef“ (Foto: Tiergarten Nürnberg). Die Chemie zwischen ihm und seinen künftigen Partnerinnen scheint zu stimmen, so dass die Tierpflleger bald die Schieber öffneten, um die Tiere zusammenzulassen. Der stellvertretende Direktor des Tiergartens, Helmut Mägdefrau, beschreibt diesen Augenblick so: „Souverän stellte Thomas seine imposante Erscheinung zur Schau und ließ sich von den Weibchen nicht provozieren.“ Thomas werde sicher ein würdiger Nachfolger für Fritz sein. – Mal sehen, ob es auch mit der Zucht klappt. Thomas ist ja sozusagen im besten Mannesalter.

Zoobesucher können Thomas allerdings vorerst noch nicht bewundern. Denn das Affenhaus bleibt vorübergehend geschlossen, um den Gorillas die zur Ein- und Umgewöhnung notwendige Ruhe zu gönnen. Der Tiergarten wird auf seiner Homepage über Neuigkeiten und Öffnung des Affenhauses informieren.

Zum Tod von Eisbärenbaby Fritz

Das dürfte wieder Wasser auf die Mühlen von Zoo-Gegnern und Tierschutzaktivisten sein: Im Berliner Tierpark ist Eisbärenbaby Fritz vier Monate nach seiner Geburt an einer Leberentzündung gestorben. Ich höre schon die Peta-Leute, wie sie zum zigsten Mal ein Ende der Eisbärenhaltung in Zoos fordern. Fritz war der Sohn von Tonja (sieben Jahre) und Wolodja (fünf Jahre) und am 3. November 2016 zur Welt gekommen – zusammen mit einem Zwilling, der allerdings nicht überlebte. Es handelte sich um den ersten Eisbärennachwuchs im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde seit 22 Jahren, das wurde natürlich groß gefeiert. Mutter Tonja kümmerte sich liebevoll um ihr Baby, alles schien gut zu laufen. Der Kleine, der bislang nur über eine Webcam zu sehen war, sollte noch in diesem Monat der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Doch am vergangenen Wochenende gab es erste Anzeichen für gesundheitliche Probleme bei Fritz, und am Montag lag er apathisch im Stall. Die Tierärzte und Pfleger entschieden, dass man den Kleinen von seiner Mutter trennen müsse, um ihn untersuchen zu können. Fritz wurde ins benachbarte Leibniz-Institut gebracht und dort durchgecheckt. Zunächst brachten die Untersuchungen allerdings kein Ergebnis. Man stellte schlechte Leberwerte fest, gegen die Fritz ein Antibiotikum bekam, außerdem verabreichte man ihm Schmerzmittel. Am Montagabend wurde sein Atem unregelmäßig. Der kleine Eisbär starb gegen 20 Uhr. Es wurde eine Obduktion angeordnet, um die Todesursache herauszufinden.

So traurig der Tod des Eisbärenbabys ist – in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten dieser Tiere sterben viele Polarbären einen wesentlich schlimmeren Tod: Sie krepieren regelrecht, weil ihnen aufgrund der Klimaerwärmung das Eis unter dem Hintern wegschmilzt und sie deshalb nur unter schwierigsten Bedingungen auf Robbenjagd gehen können. Die Folge: Sie verhungern jämmerlich oder schleppen sich monatelang völlig abgemagert auf der Suche nach Nahrung weiter. Ich habe hier ja auch das bekannte Foto von Kerstin Langenberger gezeigt und über das Problem geschrieben. Damals gab es zwar im Netz viel Aufregung, doch leider folgten dem virtuellen Aufschrei keine Taten, sprich Kehrtwende in der internationalen Umweltpolitik. Da sollte sich Peta mal so engagieren wie bei den vielen lächerlichen Aktionen gegen Zoos.